Ursula Ludz

 3,8 Sterne bei 26 Bewertungen

Lebenslauf von Ursula Ludz

Ursula Ludz, Diplomsoziologin, seit 1980 als Herausgeberin und Übersetzerin mit dem Werk Hannah Arendts befaßt. Lebt in Tutzing.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Ursula Ludz

Cover des Buches Über das Böse (ISBN: 9783492250634)

Über das Böse

 (13)
Erschienen am 01.09.2010
Cover des Buches Eichmann war von empörender Dummheit (ISBN: 9783492964494)

Eichmann war von empörender Dummheit

 (5)
Erschienen am 17.11.2016
Cover des Buches Ich will verstehen (ISBN: 9783492245913)

Ich will verstehen

 (2)
Erschienen am 01.12.2005
Cover des Buches Menschen in finsteren Zeiten (ISBN: 9783492274913)

Menschen in finsteren Zeiten

 (1)
Erschienen am 16.04.2012
Cover des Buches Wir Juden (ISBN: 9783492055611)

Wir Juden

 (1)
Erschienen am 04.11.2019
Cover des Buches Wir Juden (ISBN: 9783492317733)

Wir Juden

 (0)
Erschienen am 01.09.2021

Neue Rezensionen zu Ursula Ludz

Cover des Buches Über das Böse (ISBN: 9783492250634)S

Rezension zu "Über das Böse" von Hannah Arendt

Theoretische Ursprünge zu bösem Handeln
Seralina1989vor einem Jahr

Die Sammlung dieser vier Vorträge ist als Nachtrag zu ihrer Berichterstattung zum Eichmann-Prozess zu sehen.

Der Seitenrand sieht jetzt leicht gelb aus durch die diversen Post-Its (20 auf 141 Seiten reinem Text). Finde es interessant, wie sie ihre Gedanken in den Lesungen entwickelt hat. Der Bezug aufs 3.Reich wird oft nur kurz und sehr am Rande angeschnitten, wie ich finde. Falls davor also jemand Angst haben sollte... Stattdessen baut sie ihre Gedanken vorrangig auf alten Denkern (Sokrates, Plato, Nietsche, Kant) auf. Nimmt deren Gedanken dazu auch auseinander. Kants Imperativ ist für sie dabei zB nicht die letzte endgültige Antwort.

Auch das Nachwort lohnt sich, weil einige neuere Erkenntnisse mit verbaut sind (4 weitere Post-Its verklebt). Trotzdem würde ich erstmal andere Bücher empfehlen („Die Freiheit, frei zu sein“ oder „Was bedeutet persönliche Verantwortung in einer Diktatur?“), bevor man sich an die dickeren Bücher von ihr wendet. Einfach um sich schon mal ein bisschen an ihren Stil zu gewöhnen.

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Cover des Buches Wir Juden (ISBN: 9783492055611)R

Rezension zu "Wir Juden" von Marie Luise Knott

Zeitgeschehen
ReadingFoxyvor 3 Jahren

Dieses Buch versammelt chronologisch alle zu Lebzeiten veröffentlichten Aufsätze Arendts zum Thema und zeigt so auch ihre Entwicklung in den diskutierten Fragen, beispielsweise ihre teilweise sehr wechselnde Haltung zu Israel und dem Zionismus. Herausgegeben, zum Teil neu übersetzt und eingeordnet von Marie Luise Knott und Ursula Ludz schließt der Band eine wichtige Lücke in der Arendt-Literatur.


Obwohl ich recht schnell lese, habe ich für dieses Buch lang gebraucht. Nicht, weil es langweilig wäre oder uninteressant. Nein, ganz im Gegenteil. Mich haben jedoch Erzählungen so mitgenommen, dass ich öfter Pause machen musste oder es auch für ein paar Tage ganz beiseite gelegt habe. Jeder, der sich näher über die Zeit informieren möchte, sollte dieses gesammelte Werk unbedingt lesen. Gerade in der heutigen Zeit benötigt es wieder ganz viel Aufklärung und Hintergrundinformationen. Zu viel scheint vergessen oder verdrängt zu werden. Das darf nicht sein! Daher von mir eine ganz klare Empfehlung! 

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Cover des Buches Menschen in finsteren Zeiten (ISBN: 9783492274913)C

Rezension zu "Menschen in finsteren Zeiten" von Hannah Arendt

Unschätzbare Zeitdokumente
Cornelia_Ruoffvor 4 Jahren

 „Menschen in finsteren Zeiten“ von Hannah Arendt

 

2. Zum Inhalt

Das zwanzigste Jahrhundert hat viele Kriege, ethnische Verfolgungen, Diskriminierungen, Guerilla-Kriege und die Atombombe gesehen. Und deren Auswirkungen waren Tod, Leid und der Versuch zu überleben und mit dem Gesehenen klar zu kommen. Diese Grenzsituationen (ein Begriff, den Jaspers geprägt hat) bringen den Menschen an seine Grenzen. Somit ist der Name gut gewählt.

Wie gehen Künstler, vor allem schreibende Künstler, damit um. Wurde ihr Schaffen davon geprägt? Hannah Arendt und die Herausgeberin Ursula Ludz zeigen uns, anhand von Originaltexten, ein Porträt dieser finsteren Zeit.

Diese Sammlung zeitgenössischer Essays wurde 1968 unter dem Titel „Men in Dark Times“ in englischer Sprache herausgegeben.

Hannah Arendt ermutigt den Einzelnen, Position zu beziehen. Eines ihrer Lieblingszitate lautet:

„Wie Lassalle sagte, ist und bleibt die revolutionärste Tat, immer das laut zu sagen, was ist.“

Madeleine Thien, vom Goethe Institut in Montreal hat hierzu eine sehr schöne Rezension geschrieben.

 

3. Vorgestellt werden unter anderen Texte von

Menschen bzw. Kollegen von Hannah Arendt, die bis auf Gotthold Ephraim Lessing, in diesen Zeiten gelebt haben.

Gotthold Ephraim Lessing

Obwohl er kein Zeitgenosse war, passt er hervorragend dazu.

Rosa Luxemburg

Heinrich Blücher Hannah Arendts zweiter Mann hatte zusammen mit Rosa Luxemburg während der deutschen Revolution in Berlin gekämpft.

Angelo Giuseppe Roncalli

Papst Johannes XXIII hat als Priester im Ersten Weltkrieg als Sanitäter gekämpft. Er kannte die „finsteren Zeiten“. Er hat den Krieg verabscheut. Am 27. April 2014 wurde er von Papst Franziskus heiliggesprochen.

Karl Jaspers

Hannah Arendt hat 1928 bei Karl Jaspers über „Der Liebesbegriff bei Augustin“ promoviert. Die Philosophin war zeitlebens mit dem Ehepaar Jaspers eng befreundet. Hierüber existieren zahlreiche Briefdokumente.

Isak Dinesen

Wer kennt Tanja Blixen nicht nach diesem herausragenden Film, der Teile ihres Lebens erzählt: „Jenseits von Afrika“?

Hermann Broch

Hannah Arendt und Hermann Broch lernten sich 1946 kennen und waren bis zu seinem Tod 1951 befreundet. Auch hierüber existieren viele Briefe, die einen Diskurs über die Zeit, die Philosophie und private Beziehungen bzw. Probleme zeigen.

Martin Heidegger

1924 studierte Hannah Arendt ein Jahr Philosophie bei Martin Heidegger. Die beiden hatten eine Affäre, die Hannah dazu bewegte den Studienort zu wechseln und nach Marburg (Karl Jaspers) zu verlagern. Während Hannah Heidegger als Philosophen sehr schätze, war sie menschlich von ihm zutiefst enttäuscht. Er war 1933 der NSDAP beigetreten. Sie bezeichnete es als eine „Entfremdung von Feinden“.

Walter Benjamin

Beide waren zusammen im Pariser Exil. Hannah Arendt war später die Herausgeberin seiner Werke.

Bertolt Brecht

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Besser lässt sich der Einfluss dieser „finsteren Zeiten“ als in dem Gedicht „An die Nachgeborenen“ nicht zeigen. „Gedenkt unserer mit Nachsicht!“

5. Fazit

Die Essays sind Zeitdokumente, die mich nachhaltig beeinflusst haben und beeinflussen. Ihnen allen ist der Schrei nach Menschlichkeit in finsteren Zeiten gemeinsam. Jeder der Zeitgenossen hat seine Erfahrungen anders verarbeitet, doch keiner konnte sich wirklich vom Grauen dieser Zeit freimachen.

Wen Geschichte im Focus des einzelnen Menschen und dessen Alltag interessiert, ist hier genau richtig. Diese Zeitdokumente haben einen unschätzbaren Wert.

Ich danke Piper und NetGalleyDE für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Ich vergebe insgesamt 5/5 Punkten.

Connie’s Schreibblogg https://schreibblogg.de

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