Ursula Michels-Wenz

Lebenslauf von Ursula Michels-Wenz

Ursula Michels-Wenz, 1943 in Offenbach geboren. Studium der Literaturwissenschaft in Frankfurt am Main. 1963 wandert sie in die USA aus und lebt bis 1968 in New York. Sie publiziert Gedichte und Kurzgeschichten. Nach ihrer Rückkehr wird sie freie Mitarbeiterin und Lektorin im Insel und Suhrkamp Verlag. Sie übersetzt Bernard Shaw und wirkt als Herausgeberin zahlreicher Anthologien zu Philosophen und Schriftstellern. Ursula Michels-Wenz ist 2012 an den Folgen eines Diabetes gestorben

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Ursula Michels-Wenz

Cover des Buches Wie man wird, was man ist (ISBN: 9783458327967)

Wie man wird, was man ist

 (7)
Erschienen am 17.12.2010
Cover des Buches Hermann Hesse (ISBN: 9783518383278)

Hermann Hesse

 (4)
Erschienen am 17.07.1998
Cover des Buches Verliebt in die verrückte Welt (ISBN: 9783458730651)

Verliebt in die verrückte Welt

 (3)
Erschienen am 11.03.2013
Cover des Buches Nietzsche für Gestreßte (ISBN: 9783458336280)

Nietzsche für Gestreßte

 (2)
Erschienen am 20.01.2006

Neue Rezensionen zu Ursula Michels-Wenz

Cover des Buches Q. E. D (ISBN: 9783518390955)F

Rezension zu "Q. E. D" von Gertrude Stein

Dreiecksbeziehung aus Liebe, Abhängigkeit und Fehlbarkeit
Farbwirbelvor 6 Jahren

„Ruhig Kleines“ antwortete Helen, „ach, Du dummes Kind, begreifst Du denn nicht, daß Du das einzige auf der Welt bist, was mir überhaupt irgend etwas wirklich oder lohnend erscheinen läßt.“ S. 59

Dieses schmale Büchlein ist ein wirklich tolles, nachdenklich stimmendes Buch. Gertrude Steins erstes Werk „Q.E.D.“ behandelt ein hinlänglich modernes Thema.

Die Hauptperson ist Adele, aus deren Innenperspektive der Leser am meisten erfährt. Sie ist eine moralisch integre, aufbrausende und nachdenkliche Frau, die ihre Unabhängigkeit liebt. Adele macht eine Kreuzfahrt zusammen mit ihrer Freundin Mabel und einer Freundin von Mabel, Helen. Zuerst wird Adele als eine Monolog an Monolog haltende, selbstbewusste Frau dargestellt und erst langsam erhält sie vor allem durch Helen Kontra. Die beiden lernen sich besser kennen und verstehen sich, auch wenn sie sich nicht wirklich mögen, ausgezeichnet. Mabel wird dabei etwas außen vor gelassen.

„Nicht die einfachen moralischen Leidenschaften, die gehören eindeutig dazu, aber mein Hauptargument ist eigentlich ein Protest gegen die Tendenz so vieler von euch, sich nur auf etwas einzulassen um der Erfahrung willen. Ich glaube fest, daß man etwas um einer Sache tun soll oder um eiber bestimmten künftigen Wirkung willen, was das legitime Ergebnis jeder Erziehung ist. Aber Erfahrung für den schänigen Zweck, sie einfach gehabt zu haben, ist für mich ebenso trivial wie unmoralisch.“ - S. 13f

Nachdem die Kreuzfahrt vorbei ist, halten die drei weiterhin Kontakt und Adele wird sich langsam ihrer Gefühle für Helen bewusst, weshalb die Zwei sich geheimen Treffen hingeben.

Nicht ahnend, in welcher Verbändelung Helen und Mabel zueinander stehen, verliebt sich Adele in Helen.

„Liegt dir wirklich noch etwas an mir?“ fragte Adele schließlich. Helen war ärgerlich und ließ die Arme fallen. „Du bist unmöglich“, antwortete sie. „Nie zuvor in meinem Leben habe ich jemanden mehr als eine Chance gegeben, und du, du hast siebenmal siebzig gehabt und bist nicht besser als zu Beginn. Sie küßte sie resigniert. „Du hast es geschafft, mich umzubringen“, sagte sie traurig, „und jetzt setzt du alles daran, dich selbst umzubringen. Leb wohl, ich komme heut abend nochmal kurz zu dir.“ - S. 83

Problembeladen wird ihre Beziehung durch Helens Abhängigkeitsverhältnis zu Mabel. Mabel ist, wie man es wohl modern ausdrücken würde, die Sugarmommy von Helen. Mabel wird stetig misstrauischer gegenüber Adele und auch wenn es viele Unterbrechungen des Kontaktes von Adele und Helen gibt, so wird Mabel eifersüchtig und versucht, zu intervenieren. Dabei lernt Adele die Massivität der Abhängigkeit von Helen kennen. Sie versucht, diese aus den Fängen Mabels zu erretten, doch erscheint dieses Unterfangen Hoffnungslos.

„Ach, es ist einfach Prostitution“, sagte sie bitter zu sich selbst. „Wie eine stolze Frau, und Helen ist eine stolze Frau, sich derart erniedrigende Unterwerfung gefallen lassen und derart gemeine Lügen erzählen kann, dem Luxus zuliebe, das läßt mich völlig ratlos. Scheint mir, ich würde lieber verhungern oder wenigstens für meinen Lebensunterhalt arbeiten. Und doch, man weiß nicht, wenn man sehr in Bedrängnis wäre. Man hat gut reden, wenn man alles hat, was man will, und Unabhängigkeit obendrein. Ich weiß nicht, wenn ich stark unter Druck wäre, könnte ich es vielleicht auch tun, um mein Auskommen zu haben, aber es ist doch eine Zumutung.“ - S. 95

Das Werk wurde erst post mortem veröffentlicht, ist aber wohl mit vielen autobiographischen Passagen bestückt. Gertrude Stein selbst soll dabei in Adele wieder gespiegelt werden.

Steins Schreibstil hat mich tatsächlich an Jane Austen erinnert, auch wenn sie vermutlich nicht begeistert wäre von diesem Vergleich (?). Die gedanklichen Monologe und die Einbindung des Briefkontakts sprechen dafür. Mir hat die Schreibweise sehr gefallen.

Tatsächlich hat das Buch die Vorfreude auf ein weiteres Buch Steins erweckt. Ich persönlich konnte viele Zitate finden, die mich selbst betreffen und die in ihren Formulierungen nicht treffender sein könnten.

„Du hast kein Recht, deinen Schmerz unablässig als Waffe einzusetzen!“ - S. 72

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Cover des Buches Gesammelte Stücke in Einzelausgaben. 15 Bände (ISBN: 9783518383599)L

Rezension zu "Gesammelte Stücke in Einzelausgaben. 15 Bände" von George Bernard Shaw

Rezension zu "Pygmalion" von George Bernard Shaw
lao0olavor 10 Jahren

Das Schauspiel handelt von einem Phonetikprofessor, der das Blumenmädchen Eliza aus der Gosse holt und zusammen mit einem Freund zu einer Dame macht.
Das Stück ist sehr amüsant geschrieben und ist eine super Lektüre für zwischendurch, habe es an zwei Tagen während der Zugfahrt durchgelesen. Auf jeden Fall empfehlenswert!!

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Cover des Buches Hermann Hesse (ISBN: 9783518395882)S

Rezension zu "Hermann Hesse" von Ralph Freedman

Rezension zu "Hermann Hesse" von Ralph Freedman
Sokratesvor 11 Jahren

Ralph Freedman, geboren 1920, lehrte lange Jahre als Literaturwissenschaftler in den USA. Seine Biographie zu Hermann Hesse ist m.E. die umfangreichste und best-recherchierteste. Freedman bespricht nicht nur die wesentlichen Stationen im Leben Hesses, sondern auch seine Werke ausführlich und verortet sie in den biographischen Ereignissen. Der Sprachstil ist ansprechend, ausgewogen, gut zu lesen; keine akademische Fachsimpelei, sondern auch für den interessierten Hesse-Laien eine verständliche Arbeit.

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