Ursula Prem 2010

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Inhaltsangabe zu „2010“ von Ursula Prem

Nur noch wenig menschliche Züge hatten die Gestalten, die, ausgerüstet mit Handwagen, Fahrrädern, Rucksäcken und Koffern einen endlosen Treck bildeten, der sich zu Fuß ostwärts hinein ins Land bewegte, dem Lauf der Straße nach Siegen folgend, jedoch ohne Ziel oder genaueren Plan. Beladen mit der Beute ihrer Raubzüge trieben sie ins Nirgendwo, dabei ständig den Nächsten im Auge, der es nur darauf anzulegen schien, einem den Schädel einzuschlagen. Unergründlich ist das Geflecht aus Ursachen und Wirkungen, welches die Menschen alle Zeit umgibt wie ein unsichtbares Netz. Sie verfangen sich in seinen Fäden und bringen sich darin zu Fall. Doch die Gründe bleiben ihnen stets verborgen. Denn Hass zieht dunkle Kreise ....

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  • Rezension zu "2010" von Ursula Prem

    2010
    Susanne-Henke

    Susanne-Henke

    28. July 2010 um 17:52

    Nur nicht den Kopf verlieren … Auf dem Cover können Sie ihn noch sehen, den Schädel des Piraten Klaus Störtebecker. Aus dem Hamburger Museum ist er seit dem 9. Januar 2010 verschwunden. Wenn Sie Ursula Prems Buch zuende gelesen haben, können Sie sich ein Motiv für diesen Diebstahl vorstellen … Geheimnisvoller Nebel verschlingt die Insel Borkum, Ostfriesland, das Emsland, frisst sich immer weiter hinein in das Land, entreisst den Bewohnern die Maske der Zivilisation, bevor er sie in seinen Schwaden verschwinden lässt. Eilig werden Experten zusammengetrommelt, tarnen ihre Ratlosigkeit in der sonntäglichen Talkrunde mit Angriffen auf die jeweils anderen Disziplinen. Krisenstäbe organisieren Krisensitzungen, Kanzlerin und Bundespräsident ringen um beruhigende Worte. In Bayern glaubt man sich noch relativ sicher, und die elfjährige Lissy stößt bei ihrer Schatzsuche im eigenen Keller auf eine vielversprechende Kiste, in der sie das Tagebuch eines Hamburger Kaufmanns aus dem 15. Jahrhundert findet, das die Geschichte erzählt, wie der andere Fund, den Lissy in der Truhe macht, in den Besitz des "Pfeffersacks" geriet. Ursula Prem jongliert virtuos mit verschiedenen Zeitebenen, Mythen und den Facetten menschlicher Begierden. Dabei gelingt ihr das Kunststück, eine überaus spannende Spökenkiekergeschichte mit teils satirischer Gesellschaftskritik zu verbinden. Ein echter Tipp für einen gruselig-schönen Lektüreabend – besonders bei Nebel.

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