Ursula Priess

 3.1 Sterne bei 13 Bewertungen
Autorin von Sturz durch alle Spiegel, Mitte der Welt und weiteren Büchern.
Autorenbild von Ursula Priess (© Michael Holz)

Lebenslauf von Ursula Priess

Ursula Priess wurde 1943 in Zürich geboren. Sie studierte Literaturwissenschaften. 1966 zog sie nach Schweden um dort eine Ausbildung zur Heilpädagogin zu machen als welche sie sowohl in Schweden als auch in Schottland und Süd und Norddeutschland arbeitete. Ursula Priess ist Mutter von vier Kindern und bereiste Europa, Indien, Pakistan und die Türkei, wo sie einige Zeit lebte. Mittlerweile hat es sie nach Deutschland zurück gezogen. Priess lebt in Norddeutschland und Berlin.

Alle Bücher von Ursula Priess

Cover des Buches Sturz durch alle Spiegel (ISBN:9783442741205)

Sturz durch alle Spiegel

 (8)
Erschienen am 08.12.2010
Cover des Buches Mitte der Welt (ISBN:9783442752997)

Mitte der Welt

 (3)
Erschienen am 03.03.2011
Cover des Buches Hund & Hase - Liebesversuche (ISBN:9783442756056)

Hund & Hase - Liebesversuche

 (2)
Erschienen am 02.03.2015

Neue Rezensionen zu Ursula Priess

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Rezension zu "Hund & Hase - Liebesversuche" von Ursula Priess

Warum Liebesversuche scheitern
hundimbuchvor 3 Jahren

Kann Liebe glücken, wenn durch einen Hund die Paarbeziehung zur Dreieckskonstruktion wird? Wie geht eine Frau damit um, wenn der Partner Hunde liebt, sie aber das Hündische in sich selbst und am Vierbeiner hasst? Ursula Priess hat das Problem einem Mensch-Tierversuch unterzogen. Und da ein Versuch allein nicht zählt, dekliniert sie das Grundmotiv in mehreren Einzeltests, sie führt Liebesversuche durch, wie es im Untertitel ihres Romans anklingt.

Das prinzipielle Setting besteht jedes Mal aus einer Frau (der Protagonistin Ursina) einem Mann (Lino) und einem Hund. Mann und Frau sind das, was wir heute Silver-Ager nennen, um die 60 herum, meist gehobenes Bildungsbürgertum. Eher ökologisch-links als konservativ und spießig. Ursina und Lino kennen sich bereits seit Kindheit und Jugend und treffen nach vielen Jahren wieder aufeinander. Beide haben ein Leben, Beziehungen und Ehen hinter sich, sind geschieden oder verwitwet, unabhängig. Und wollen es noch einmal mit der Liebe versuchen. Kann das gelingen?

Eingebettet in einen Liebesversuch in Berlin (der Hund heißt in diesem Fall Assja, die Protagonisten bleiben namenlos) flechtet Ursula Priess ihre Liebesversuche ein, die sie an unterschiedlichen Schauplätzen zu unterschiedlichen Jahreszeiten stattfinden lässt. Die erste Station ist die Emilia Romagna im Frühling. Ursina ist in diesem Testlauf Juristin, die an den Ort ihrer Kindheit zurückkehrt, und Lino ein Bauerssohn, der sein Dorf nie verlassen hat, Landwirtschaft betreibt und einen Hund namens Berlusco hält. Ein Anknüpfen an das, was einst zwischen den Beiden bestanden haben mag, ist unmöglich. Zu groß die Unterschiede zwischen beiden.

Im Zürcher Oberland siedelt Priess das Scheitern einer weiteren Beziehung an. Zwischen Lino, dem Gastarbeitersohn und Ursina, der Tochter einer Textilfabrikanten-Dynastie stehen die Unterschiede der Elternhäuser. Gleichgültig, dass Lino es zum promovierten Soziologen geschafft hat und Ursina ihre Textilien aus Nachhaltigkeitsprojekten in Kaschmir bezieht.

Herbst im Märkischen Oderland: Wieder haben Ursina und Lino sich gewandelt, wieder misslingt ihre späte Liebe. Ursina arbeitet in einer Bio-Laden-Dorf-Kooperative. Lino engagiert sich als emeritierter Professor für Armenien, Ursina für die Uckermark. Ursina will Nähe, Lino Freiheit. Ursina findet keinen Platz in Linos Leben. Enttäuschung. Ende.

Nordfriesland im Winter gibt die Szenerie für einen letzten Liebesversuch ab: Ursina hält am Sarg des verstorbenen Lino die Totenwache. Auch in dieser Fallkonstellation findet die Liebesgeschichte kein Happy End. Lino hatte sich zu Lebzeiten von Ursinas Liebe erdrückt gefühlt. Sein Tod beendet die Beziehung mit vollständiger Endgültigkeit. Im Schlusstableau bleibt Ursina alleine übrig, ihr zur Seite Tigor, Linos Hund.

Ursula Priess baut ihr Buch nicht in großen Spannungsbögen auf. Es fehlen überraschende Wendungen und klare Auflösungen, die am Ende einen „Ach so!“-Effekt geben könnten. Sie liefert keine konkreten Gründe, warum genau die Liebesversuche allesamt zum Scheitern verurteilt sind. Aber gerade das Fehlen von Effekten und Überraschungen verleiht dem Buch Qualität und dem Geschehen eine große Authentizität. Wie im Leben gibt es auch im Buch keine simplen Erklärungen. Die Versuche werden akribisch beschrieben, um die Analyse und die Folgerungen muss der Leser sich selber kümmern. Mögliche Schlussfolgerungen sind bitter: Wenn Ursina von den gleichaltrigen Linos immer wieder als „Frau im Alter seiner Mutter“ bezeichnet wird, lässt dies wenig Hoffnung keimen für romantische Gefühle in der „Generation 60plus“.

Priess´ Testreihe ist literarischer Beweis für die Richtigkeit des „ Anna-Karenina-Prinzips“. „Alle glücklichen Familien gleichen einander, jede unglückliche Familie ist auf ihre eigene Weise unglücklich.“, so Tolstois erster Satz in seinem Roman Anna Karenina. Umgedeutet auf die Liebesversuche bedeutet dies: Unglückliche Beziehungen sind alle auf ihre eigene Weise unglücklich. Wenn ein einzelner Faktor zum Glück fehlt, gibt es kein Gelingen von Liebe. Und irgendetwas fehlt immer. Sei es die gemeinsame Liebe zum Hund und zum Hündischen.

Bei aller Hoffnungslosigkeit, die sämtlichen Fallkonstellationen von Beginn an Inne wohnt, ist das Buch voller Schönheit und pittoresker Details. Kirschen, Aprikosen, geerbte Korallenketten und silbernen Nescafé-Dosen werden in den einzelnen Geschichten zu immer wieder neuen Kompositionen inszeniert, es entsteht ein Panorama voller Farben und Düfte. Immer wieder kehrt das Leitmotiv des Hündischen; die „hündisch unwandelbare Anhänglichkeit“, wie Ursula Priess (Anna) Freud zitiert, ist durchgängiges Thema. Anhänglichkeit als Zeichen von Liebe, Anhänglichkeit die den anderen erdrückt, Anhänglichkeit, die im Gegensatz steht zu Vagheit und Freiheit.

Hund & Hase ist Ursula Priess dritter Roman. Die Ähnlichkeit des Vornamens Ursina und die Wahl der Schauplätze eröffnen die Möglichkeit zu einer autobiografischen Lesart (vor allem der Rahmengeschichte), was die Authentizität des Stoffes verstärkt und den Reflexionen der Protagonistin Ursina eine große Ehrlichkeit verleiht.

Interesse an Hunden und Büchern? Besucht mich auf meinem Blog:

https://hundimbuch.wordpress.com/

Anja Beisiegel

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Rezension zu "Mitte der Welt" von Ursula Priess

Leider hatte ich zu hohe Erwartungen
Banefulvor 3 Jahren

Meine Meinung: Das Buch ist eine Sammlung von Eindrücken, welche von der Autorin während ihres Aufenthalts in Istanbul gesammelt wurden. Sie teilt ihre Erlebnisse, die sie zum Wundern, Lachen oder Nachdenken bringen mit dem Leser. Manchmal haben diese Erlebnisse nichts mit Istanbul und den Menschen, die dort leben zu tun und manchmal ist es so, dass der Zauber Istanbuls die Erlebnisse überscheint und sie dadurch zu etwas Besonderem macht. Wer eine Handlung sucht, wird nicht fündig werden, daher sollte dies bei der Lektüre des Buches klar sein.
Da ich in Istanbul viele Jahre gelebt habe und immer noch oft dort bin, um Familie und Freunde zu besuchen, bin ich etwas streng mit dem Buch gewesen. Die Autorin versucht die Stadt zu ehren und das Unfassbare von Istanbul einzufangen, die sie mit ihrer Leserschaft teilen möchte. Leider funktioniert das nicht immer. An einigen Stellen dichtet sie in die türkische Sprache und Kultur etwas hinein, was nicht zutrifft. Das ist zum Teil sicherlich nicht vermeidbar, da sie persönliche Empfindungen mitteilt, die natürlich immer subjektiv sind und die von jedem Menschen anders gefühlt und bewertet werden. Dennoch fehlt mir die Reflexion ihrer Gedanken und es stört mich, dass sie einige Dinge als in Stein gemeißelte Fakten darstellt.
Um das Gefühl von Istanbul zu vermitteln benutzt Ursula Priess oft eine blumige Sprache, die wohl poetisch wirken soll und angelehnt an die melonchonischen türkischen Autoren ist. An einigen Stellen schafft sie das, aber meistens ist es mir zu viel des Guten gewesen, da sie sich oft in Beschreibungen verzettelt, was widerum den Lesefluss stört.
Meine Bewertung: Von diesem Buch habe ich ganz klar mehr erwartet und war wohl auch strenger, als eine Person, die keine persönliche Bindung zu der Stadt und Kultur Istanbuls hat. Leider wurde ich enttäuscht, aber wer keine allzu hohen Erwartungen hat, könnte das Buch mehr genießen als ich.

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Rezension zu "Hund & Hase - Liebesversuche" von Ursula Priess

Hund & Hase – wer rennt schneller weg?
8ungvor 4 Jahren

Im Mittelpunkt steht eine Frau fortgeschrittenen Alters namens Ursina und ein Mann gleichen Alters namens Lino. Ihre Namen sind in jeder Geschichte gleich, ihre Biografien unterschiedlich. Eine Frau und ein Mann versuchen, nach all den Jahren noch einmal zusammen zu kommen.
Diese autobiografisch gefärbten Geschichten spielen in unterschiedlichen Gegenden. Mal befinden sie sich in Italien, mal in der Schweiz, in Nordfriesland oder im Oderbruch.
Weiterlesen im Kulturmagazin 8ung.info -> ✍ Buchtipp: Hund & Hase – wer rennt schneller weg?

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