Ursula Richter Das Leben der Geisha

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Inhaltsangabe zu „Das Leben der Geisha“ von Ursula Richter

Die Geisha - geheimnisvoll und erotisch. Ein Mythos, über den in Büchern und Filmen viel Falsches verbreitet wurde. So bleiben viele Fragen über einen der rätselhaftesten Berufe der Gegenwart.Kenntnisreich beschreibt Ursula Richter das bemerkenswerte Leben der Geisha damals und heute. Besonders wertvoll sind die Einsichten der Japan-Kennerin auch durch die persönlichen Bekanntschaften mit Geishas. So schenkt uns die Autorin intime Einblicke in eine Welt, die westlichen Augen meist verschlossen bleibt.

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  • Rezension zu "Das Leben der Geisha" von Ursula Richter

    Das Leben der Geisha
    HeikeG

    HeikeG

    15. August 2008 um 11:55

    Eine Welt des Scheins Historisch betrachtet ist sie eine stille Revolutionärin, im heutigen modernen Japan jedoch eine Frau, mit der Fähigkeit, in zwei Zeitaltern zu leben: die Geisha - Nippons großer Mythos. "Kommt der Reisende aus dem Westen nach Japan, wird er auf den Straßen der Metropolen und Dörfer ganz normale, westlich gekleidete Japanerinnen antreffen, die sich kaum von den Frauen anderer Industrienationen auf der Welt unterscheiden. Was ist also los im viel zitierten 'Land der Geishas'? Wo sind denn all die Geishas in ihren prachtvollen Kimonos, wird er sich fragen." So beginnt die deutsche Soziologin Ursula Richter ihr Sachbuch Das Leben der Geisha. Die Autorin, die selbst zehn Jahre in Japan lebte (sie hatte von 1992 bis 2002 eine Professur am Institut für Germanistik an der Universität Miyazaki), versucht dem Mythos der Geisha auf den Grund zu gehen. Und das tut sie außerordentlich professionell, tiefgründig und dabei äußerst unterhaltsam. Diskussionen über die angebliche japanische "Liebesdienerin" werden immer wieder neu entfacht, zuletzt durch Arthur Goldens Roman Die Geisha und dessen umstrittene Verfilmung. Die meisten Menschen (viele Japaner inklusive) haben keine klare oder konkrete Vorstellung von diesen mythenumwobenen Frauen. Liebreizend, zart, zerbrechlich, klug und exotisch-verführerisch erfüllen sie jeden Wunsch auf erotischem Gebiet und gleichzeitig nach leiblichem und seelischem Wohlbefinden, so die hinlängliche Meinung vieler. Dieses Image hat sich relativ spät - im Wesentlichen ab 1860, als Japans Feudalzeit endete und der junge Kaiser Meiji das Land zu europäisieren begann - entwickelt. Viele "Pseudo-Geishas" lockten in den offiziellen Rotlichtbezirken die hereinströmenden europäischen Kunden und festigten somit ein Bild, welches mit dem Original in Wahrheit nicht viel zu tun hat: eine schlechte Kopie, dessen Fälschung auf Grund der Erzeugung von verschiedenen Stereotypen durch Literatur, Kunst und Theater (zu nennen wäre hier u. a. Puccinis Oper Madame Butterfly) keiner anzweifelte. Hinzu kam das Mysterium entlegener pazifischer Inseln, welches die Fantasie westlicher Menschen schon immer beflügelt hat. "Selbst spärliche Informationen genügten, um ein Bild entstehen zu lassen von jenem ganz anderen Leben, das man dort anzutreffen glaubte", schreibt Ursula Richter. Dies nahm die Autorin zum Anlass, nicht nur dem Mythos der Geisha nachzugehen, sondern den Bogen wesentlich weiter zu spannen und ein umfassendes und fundiertes Geschichtsbild Japans zu zeichnen. Harmonisch verwebt sie dabei immer wieder die Entwicklung im Inneren, dieses lange Zeit abgeschotteten Reiches, mit der damaligen deutschen, allgemeineuropäischen und amerikanischen Geschichte. Dabei wird vor allem den Frauen aller Kulturen ein besonderer Stellenwert eingeräumt (u. a. die Macht der Mätressen am Französischen Hof, Englands Königin oder die russische Zarin). Viel Interessantes und auch Neues tritt zu Tage. So erfährt der Leser, dass die Geisha eigentlich nicht einmal "klassisch" zu nennen ist, da deren Zeit erst im 18. Jahrhundert begann und ursprünglich ein reiner Männerberuf war! Der Geisha ("Person, die Kunst ausübt") war ein Unterhaltungskünstler, der überall in den Vergnügungsvierteln der Stadt anzutreffen war. Ein großer Abschnitt des Buches steht unter dem Titel: "Geisha werden". Der Autorin ist es gelungen, eine Geisha-Agentur zu betreten und viel Wissenswertes über diesen heute sehr elitären Beruf zu erfahren. Der Leser erhält Informationen über die Kunst des Kimonoauswählens und -tragens, des Tanzes und des Gesanges sowie den "Azubis" in diesem Gewerbe, den Maikos. Fazit: Ursula Richter gestaltet die Reise von Nippons Vergangenheit bis in die Gegenwart in 21 amüsanten, spannenden, wissenswerten und informativen Kapiteln. Eingebettet in einen historischen und gesellschaftlichen Kontext erhält der Leser ein komplexes und realistisches Bild der Geisha, welches mit den westlichen Klischeevorstellungen aufräumt. Zwar sind die meisten ihrer Aussagen über die Rolle der Geisha in der japanischen Gesellschaft nicht völlig neu, doch die umfassend ausgeloteten Zusammenhänge eröffnen neue Blickwinkel. Ein sehr interessantes Sachbuch zu einem exotischen, spannenden Thema.

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