Ursula Voß

 4.7 Sterne bei 3 Bewertungen

Lebenslauf von Ursula Voß

Ursula Voß, geboren in Berlin, lebt in Köln. Nach einem Studium der Anglistik und Romanistik unterrichtete sie am Gymnasium. Im Insel Verlag erschienen unter anderem Der Katzenkönig der Kinder und Kindheiten um Marcel Proust. Sie ist Gründungsmitglied der Marcel Proust Gesellschaft.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Ursula Voß

Cover des Buches Ein Leben für die Liebe (ISBN:9783869151878)

Ein Leben für die Liebe

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Erschienen am 18.09.2019
Cover des Buches Der Katzenkönig der Kinder (ISBN:9783458193050)

Der Katzenkönig der Kinder

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Erschienen am 19.05.2008
Cover des Buches Die Puppen von New York (ISBN:9783869640778)

Die Puppen von New York

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Erschienen am 31.01.2014
Cover des Buches Marcel Proust und die Frauen (ISBN:9783869151342)

Marcel Proust und die Frauen

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Erschienen am 05.09.2016
Cover des Buches Der Flieder im Garten von Combray (ISBN:9783458194187)

Der Flieder im Garten von Combray

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Erschienen am 07.03.2016

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Rezension zu "Ein Leben für die Liebe" von Ursula Voß

Lebensbild einer außergewöhnlichen Frau
Clarivor 5 Monaten

Louise de Vilmorin war eine berühmte Salonière zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Frankreich.
Sie entstammte einem begüterten Landadelsgeschlecht und lebte von 1902-1969.
Als einzige Tochter neben zahlreichen Brüdern der Familie wurde sie zärtlich verwöhnt.
Sie war schön, reizvoll und besaß Esprit.

In ihren Pubertätsjahren erkrankte sie an Tuberkulose und musste Jahre lang das Bett hüten. Doch sie war verführerisch, so dass sich schon bald die ersten Bewerber um ihre Liebe einstellten. Der Schriftsteller und berühmte Flieger Saint- Exupéry war einer der ersten Bewerber um ihre Gunst. Er sollte nicht der einzige bleiben! Der Briefwechsel mit der von ihm Geliebten brach allerdings erst nach seinem Tod ab.

Louise heiratet mit 23 Jahren einen amerikanischen Unternehmer und geht mit ihm nach Las Vegas in Amerika. Nach der schnellen Geburt dreier Töchter langweilt sie sich, so daß es sie nach New York treibt. Dort begannen entscheidende Jahre, in denen sie sich zu einer Stilikone, Dichterin und Geliebten zahlreicher reicher und berühmter Männer wandelte.

Etwa 1933 zog sie zurück nach Paris. Exupéry führte sie in Paris in den Salon von Madame Lestrange ein. Dort fand sie sich im Kreis anerkannter Intellektueller wieder, und dort fand sie ihre Bestimmung: eine begehrte Dichterin und Liebhaberin zahlreicher Männer und alles Mondänen und Außergewöhnlichem zu werden.
Unter den Liebhabern traten Namen hervor wie Man Ray, Friedrich Sieburg, Jean, Cocteau und Orson Wells. Der aus dem ungarischen Adelsgeschlecht stammende Fürst Esterhazy und am längsten und intensivsten André Malraux und viele andere mehr gehörten ebenfalls zu ihren Liebhabern.

Ursula Voß gebührt Anerkennung dafür, wie sie das Leben dieser außergewöhnlich exzentrischen und verführerischen Dame charakterisiert und nachgezeichnet hat.
Wunderbar beschreibt sie Louise de Vilmorin mit ihrer Ausstrahlung, die sie auf fast jeden hatte, dem sie begegnete. Ihr Esprit, Charme und das glamouröse Ambiente ihrer Kleidung und ihres Auftretens war legendär.
Die Details der Stationen ihres Lebens lassen das Leben der Moderne in Paris und anderswo hervortreten, so dass man sich ein lebhaftes Bild von den Salons und dem kulturellen Leben zu Beginn des 20.Jahrhunderts machen kann.
Die Namen der Personen, denen sie in ihrem Leben begegnete und die Orte und Städte, in denen sie sich aufhielt, sind so zahlreich, dass man fast ein wenig Mühe hat, sich alle zu merken.
Louise fühlte sich selbst zur Schriftstellerin berufen und hat einige namhafte Roman, unter ihnen „Die Frau im Taxi“, verfasst. Mit dem Verleger Gallimard, auch er einer ihrer Verehrer und eine bekannte Größe im damaligen Geistesleben Frankreichs, hatte sie die nötigen Verbindungen, um als Schriftstellerin Erfolg zu haben.

Ein unterhaltsames, informatives und malerisches Bild ist der Autorin Ursula Voß mit ihrem vorliegenden Buch gelungen.

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Rezension zu "Ein Leben für die Liebe" von Ursula Voß

Endlich wieder da: Louise de Vilmorin
aus-erlesenvor 5 Monaten

Sie wurde von Männern umschwirrt, nicht von Motten, die ums Licht kreisen: Louise de Vilmorin. Und es waren echte Männer, keine Motten: André Malraux, Orson Welles, Antoine Saint Exupery, Jean Cocteau, Graf Esterhazy. Ihr „Madame De“, das Buch ihres Lebens, wurde von Max Ophüls mit Vittorio de Sica und Danielle Darrieux verfilmt, und für den Oscar nominiert. Und trotzdem ist der Name de Vilmorin heute nur noch einigen Wenigen ein Begriff. 
1902 mit dem sprichwörtlichen goldenen Löffel im Mund zur Welt gekommen, kannte ihr Leben zunächst nur eine Richtung, bergab. Eine unbesorgte Kindheit vor den Toren der Weltmetropole Paris wurde gegen ein verhältnismäßig „normales“ Leben an der Seine eingetauscht. Schon früh machte man ihr den Hof. Einer der ersten, ganz sicher jedoch der zu dieser Zeit berühmteste war der Pilot Antoine Saint Exupery. Viel später erst würde er mit dem Kleinen Prinzen einen nachhaltigen Erfolg schreiben. Die Figur der Laternenanzünderin, der allumeuse. Ein Feuer entfachen, das konnte sie. Es am Lodern halten, da haperte es fast ihr gesamtes Leben lang. Sie wurde geliebt. Ob sie lieben konnte – zumindest dauerhaft – kann man in Frage stellen.
Ihre Eleganz und Eloquenz, aber vor allem ihr Wille nachhaltig zu wirken, bescherten ihr zeitlebens Erfolg. Als Schriftstellerin mit Orthographie-Schwäche – Cocteau und Malraux korrigierten unermüdlich ihre Texte – konnte Sie Erfolge feiern. Ob unverstanden oder unvollkommen – Louise de Vilmorin sagte jedem Künstler von den 30er Jahren bis zu Ihrem Tod 1969 etwas. Für viele war sie Wegbereiter, ihre Salonabende waren vielleicht nicht so legendär wie die von Berta Zuckerkandl im Wiener Cafè Landtmann, aber an Avantgardistenpotential nicht zu überbieten. 
Es fällt schwer sich eine exakte Meinung über Louise zu bilden. Zu umfangreich war ihr Leben, und ist immer noch in gewissen Kreisen in aller Munde. Ursula Voß holt die für die meisten verschollen Louise de Vilmorin wieder ans Tageslicht. Wie in einem Zug reist man durch ein ereignisreiches Leben, dass von der Liebe geprägt war. Zwischenhalte bei Autoren, Abenteurern und Schauspielern inklusive.

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