Ursula Waage Kreuzwege am Oderstrom

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Inhaltsangabe zu „Kreuzwege am Oderstrom“ von Ursula Waage

Dieses Buch zeichnet den authentischen Lebensweg zweier Frauen nach, die mit der Stadt Breslau eng verbunden sind. Die eine - eine Deutsche - wuchs in der damaligen niederschlesischen Hauptstadt in einer Arbeiterfamilie auf und musste sie 1947 für immer verlassen. Die andere - eine gleichaltrige Polin - wurde 1941 als Zwangsarbeiterin nach Breslau verschlagen und wählte diese Stadt zur neuen Heimat, nachdem ihre Existenz in Polen durch den II. Weltkrieg zerstört war. Das Buch gewährt dem Leser einen Einblick in das ärmliche Milieu einer deutschen Arbeiterfamilie im Zeitraum zwischen beiden Weltkriegen, in dem die Deutsche aufwuchs. Dem gegenüber steht das sorgenfreie Heranwachsen einer adligen Polin, bis die Katastrophe des II. Weltkrieges über beide Jugendliche hereinbrach und ihr Leben entscheidend veränderte. Ihre Wege kreuzten sich auf wundersame Weise, ohne dass sie je einander in den Kriegsjahren begegneten, obwohl sie in der gleichen Stadt lebten. Parallelen ergaben sich, als beide 1945 - die eine als Zwangsarbeiterin, die andere unter dem Zwang des Kriegsrechtes - in der zur "Festung" ernannten eingeschlossenen Stadt aus den Trümmern der Wohnhäuser, zweier Kirchen sowie des Staatsarchivs einer von den Deutschen zu diesem Zweck selbst zerstörten Prachtstraße ein Rollfeld für Flugzeuge bauen mussten. Beide Sechzehnjährigen arbeiteten etwa im Abstand von 100-200 m unter ständigem Beschuss der sowjetischen Streitkräfte an diesem Objekt, ohne dass sie eine Ahnung von der Existenz der Leidensgenossin hatten. Ihre Wege trennten sich nach der Vertreibung der Deutschen aus der nun Wroclaw genannten Stadt. Beide Frauen waren nach dem II. Weltkrieg unter schwersten Bedingungen damit beschäftigt, sich in ihrer neuen Heimat eine Existenz aufzubauen. Nach fast sechs Jahrzehnten führte das Schicksal sie doch zusammen: Sie lernten sich anlässlich ihrer Aussagen als Zeitzeuginnen zu einer Fernsehdokumentation über den Untergang der Stadt Breslau am Ende des II. Weltkrieges kennen und schätzen. Seitdem stehen sie miteinander in ständiger freundschaftlicher Verbindung. Möge ihre Freundschaft symbolisch sein für das friedliche Zusammenleben ihrer beider Völker in einem einigen Europa.

Interessanter Zeitzeugenbericht, dem leider die Emotionen fehlen.

— Lua23
Lua23

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  • Leserunde zu "Kreuzwege am Oderstrom" von Ursula Waage

    Kreuzwege am Oderstrom
    fhl_verlag_leipzig

    fhl_verlag_leipzig

    Habt ihr Lust auf einen zeitgeschichtlichen Roman, der vom Ende des Zweiten Weltkrieges bis in die heutige Zeit reicht? Dann macht mit bei unserer Leserunde zu „Kreuzwege am Oderstrom“, einem autobiographischen Roman über das Ende des Zweiten Weltkrieges und den Beginn einer deutsch-polnischen Freundschaft! Was genau erwartet euch in „Kreuzwege am Oderstrom“? Breslau gegen Ende des Zweiten Weltkrieges: Hier kreuzen sich die Wege der Polin Danuta und der Deutschen Ulrike. Eingeschlossen in der ›Festung‹ werden die jungen Frauen unter deutschem Befehl und ständigem Beschuss der sowjetischen Armee gezwungen, an einem provisorischen Rollfeld für Flugzeuge zu arbeiten. 1947 muss Ulrike mit ihrer Familie die Stadt verlassen, während Danuta Breslau, inzwischen Wroclaw, als ihre neue Heimat wählt. Sechs Jahrzehnte später führt das Schicksal die beiden Frauen im Rahmen einer Fernseh-Dokumentation zusammen: Auftakt einer deutsch-polnischen Freundschaft. „Kreuzwege am Oderstrom“ ist ein autobiografischer Zeitzeugenbericht. Schon in der dreiteiligen ZDF-Doku „Die Kinder der Flucht“ (2006) kommt die Autorin persönlich zu Wort und berichtet über ihre Erlebnisse. Dabei wurden auch Abschnitte der bewegenden Lebensgeschichte von Ursula Waage filmisch umgesetzt, gespielt von Karoline Herfurth.   Bewerbt euch bis zum 10.10. um 20 Leseexemplare!   Wer ist Ursula Waage? Ursula Waage wurde 1928 in Breslau geboren. Dort erlebte 1945 als sechzehnjährige Schülerin, 85 Tage eingeschlossen in der „Festung Breslau“, das unmittelbare Ende des II. Weltkrieges, mit den Folgeerscheinungen Besetzung der Stadt durch sowjetische Streitkräfte und Ansiedlung polnischer Bürger. Gezwungen ihre Heimatstadt zu verlassen, kam sie nach Sachsen, wo sie neben der Arbeit als Bürokraft ein Abendstudium zur Ökonomin absolvierte. Bis zum Ausscheiden aus dem Arbeitsprozess 1988 war sie auf diesem Gebiet tätig. Heute lebt die Autorin in Leipzig. Presse: „Die Breslauerin Ursula Waage berichtet von atemberaubenden Situationen. (…) Ihr ist es gelungen, diese unglaubliche Dramatik am Rande des Abgrunds mit geradezu nüchterner Sachlichkeit darzustellen.“ (Schlesien heute, Thomas Maruck 2009)   >>> Hier geht’s zur Leseprobe<<<   Der fhl Verlag wünscht allen Bewerbern viel Glück und eine interessante, diskussionsreiche Leserunde!

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  • Rezension zu "Kreuzwege am Oderstrom" von Ursula Waage

    Kreuzwege am Oderstrom
    KleineLeseecke

    KleineLeseecke

    01. December 2012 um 13:29

    Die Autorin Ursula Waage erzählt in „Kreuzwege am Oderstrom“ die Geschichte von zwei Frauen, deren Lebenswege sich in jungen Jahren unwissentlich bei der Arbeit auf einem Rollfeld kreuzen, die sich aber erst Jahre später kennenlernen. Einerseits erfährt der Leser etwas über die junge Danuta, die mit ihrer Familie in Breslau wohnt und dort den Zweiten Weltkrieg erlebt. Angst, Tod und Zwangsarbeit sind dabei die ständigen Begleiter der Familie. Andererseits lernt man die Deutsche Ulrike kennen, die in Breslau mit ihrer Familie in ärmlichen Verhältnissen auswächst, aber dennoch viel Liebe von ihren Eltern erhält. Bei „Kreuzwege am Oderstrom“ handelt es sich um einen Zeitzeugenbericht, in dem die Autorin ihre eigene Vergangenheit autobiographisch schildert. Da es sich um einen Bericht handelt, ist die sprachliche Gestaltung entsprechend nüchtern und sachlich und trotzdem kann man das Leid und die Angst der Protagonisten gut nachvollziehen. Die eingestreuten geschichtlichen Fakten runden das Ganze ab und sorgen dafür, dass man auch selbst noch etwas lernt bzw. sein Geschichtswissen auffrischt. Andererseits ist das Buch deshalb auch keine Lektüre, die man nebenbei lesen kann, sondern nur in Ruhe und mit Zeit. Ursula Waages Bericht hat mich tief bewegt und mir einen Einblick in das Leben von Menschen gewährt, die den Zweiten Weltkrieg miterleben mussten. Ich kann es nur jedem empfehlen, „Kreuzwege am Oderstrom“ zu lesen, da es zutiefst berührend, lehrreich und interessant liest. Ich finde sogar man sollte solche Bücher auf die Lektüreliste von Schulen setzen.

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  • Rezension zu "Kreuzwege am Oderstrom" von Ursula Waage

    Kreuzwege am Oderstrom
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    30. November 2012 um 03:08

    Dieser Zeitzeugenbericht erzählt die Geschichte zweier gleichaltriger Frauen, deren Lebenswege sich zwar kreuzen, die sich aber erst im hohen Alter kennenlernen. Ihr Leben beginnt in Breslau. Die Polin Danuta stammt aus einer eher wohlhabenden Familie, die im Krieg alles verliert und in die Zwangsarbeit getrieben wird. Die Deutsche Ulrike wächst in ärmlichen aber behüteten Verhältnissen auf und wird später umgesiedelt. Ihre Familie lebt daraufhin in verschiedenen Besatzungszonen. Das Buch ist weitgehend autobiographisch, wobei die Autorin das Pseudonym Ulrike wählt und dadurch eine gewisse Distanz schafft. Dadurch ist auch der Schreibstil eher nüchtern, fast emotionslos. Emotionen werden zwar durch die Ereignisse transportiert, aber insgesamt liest es sich eher wie ein geschichtliches Sachbuch. Dadurch ist mir das Lesen nicht immer leicht gefallen. Manche Ereignisse nur sehr knapp, andere dafür sehr ausführlich beschrieben. Trotzdem ist das Buch sehr interessant und ich finde es wichtig, möglichst viel über diesen Zeitabschnitt zu lesen um wenigstens ansatzweise zu verstehen, was damals passiert ist und warum es passieren konnte.

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  • Rezension zu "Kreuzwege am Oderstrom" von Ursula Waage

    Kreuzwege am Oderstrom
    conneling

    conneling

    21. November 2012 um 22:13

    In Kreuzwege am Oderstrom handelt es sich um die Geschichte zweier junger Frauen, die im Krieg in Breslau gelebt haben, sich jedoch erst im hohen Altern kennen lernen. Die Polin Danuta wächst wohlbehütet in der Nähe von Breslau mit ihren Eltern und ihrem jüngeren Bruder auf. Im Oktober '39 ändert sich dann alles, die Gestapo verhaftet ihren Vater und will ihn zusammen mit anderen Männern hinrichten. Wegen der Mutter wird der Vater nicht hingerichtet, er kommt ins Konzentrationslager nach Dachau. Danuta kommt als Zwangsarbeiterin nach Breslau und muss dort arbeiten. Die Deutsche Ursula/Ulrike wächst mit ihren drei Geschwistern und Eltern in einfachen und ärmlichen Verhältnissen in Breslau auf. Trotz der einfachen Verhältnisse stehen sie sich nahe, die Mutter gibt ihren Kindern Liebe und Geborgenheit und ist für sie da wenn sie kann. Auch Ursula hat an einem Rollfeld in Breslau gearbeitet, wie Danuta, allerdings nicht als Zwangsarbeiterin. Ursula und ihre Familie landen nach dem Krieg in Deutschland. Beide Frauen waren Zeitzeugen und stellten sich damit der Öffentlichkeit. Sie lernen sich bei einer Fernseh-Dokumentation schliesslich auch kennen und merken, dass sie zeitweise nebeneinander lebten, arbeiteten und Angst hatten. Kreuzwege am Oderstrom von Ursula Waage lässt sich gut lesen und man merkt sehr gut, was die Frauen in der damaligen Zeit alles miterleben und mitmachen mussten, man spürt die Verzweiflung. Ich hätte allerdings gerne mehr von Danuta erfahren.

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  • Rezension zu "Kreuzwege am Oderstrom" von Ursula Waage

    Kreuzwege am Oderstrom
    Lesemaus62

    Lesemaus62

    13. November 2012 um 16:40

    Ursula Waage erzählt ihr Schicksal und das einer Polnischen Familie im zweiten Weltkrieg unter Hitlers Führung.Die Familie aus Polen war wohlhabend hatten Geld und die zwei Kinder,Danuta und ihr vier Jahre jüngerer Bruder sind wohlbehütet aufgewachsen.Sie konnten eine unbeschwerte Kindheit geniesen bis zum September 1939,als der Überfall der Deutschen auf Polen geschah.Der Vater wurde verhaftet,die Familie auseinandergerissen.Danuta kam nach Breslau zur zwangsarbeit,und muste dortauf einem Flugzeugrollfeld schwerarbeit leisten.Ulrike(Ursula Waage) war nur ein paar meter weiter entfernd auf dem selben Rollfeld am arbeiten.Auch Ulrike und ihre Familie hatten es sehr schwer in der Kriegszeit.Sehr viel Leid und Not musten die Familien in diesem sinnlosen Krieg ertragen.Erst in spätem alter lernten sich Danuta und Ulrike per zufall kennen,und es ist eine Freundschaft entstanden die bis heute anhält. Eine nüchterne und wahrheitsgemäße Beschreibung zweier Familienschicksale.Das Buch hat mir gut gefallen,die Jahre des Krieges sind sehr schön von Ursula Waage beschrieben worden. Diese bewegende zeitgeschichte ist auf jedenfall weiter zu empfehlen.

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  • Rezension zu "Kreuzwege am Oderstrom" von Ursula Waage

    Kreuzwege am Oderstrom
    Literatur

    Literatur

    07. November 2012 um 19:31

    In ihrem Roman "Kreuzwege am Oderstrom" berichtet Ursula Waage autobiographisch über Auszüge aus ihrem eigenen Leben sowie biographisch über entscheidende Phasen im Leben der gleichaltrigen Polin Danuta. Beide verbrachten ihre Jugend im Breslau zur Zeit des Zweiten Weltkrieges und haben aus unterschiedlichen Perspektiven Zwangsarbeit, Armut, Lebensgefahr und Trennung der Familie erfahren. Ich finde den Roman und seinen Inhalt überaus wichtig, um diesen Teil der Geschichte auf einer persönlichen Ebene "lebendig" zu halten. Doch leider haben die nüchtern-sachliche und distanzierte Darstellung von Anekdoten aus dieser Zeit zum Teil den Lesefluss abgehackt und die emotionale Ebene häufig vermissen lassen. Dabei ist insbesondere Letzteres meines Erachtens gerade die Stärke eines Zeitzeugenberichts, Geschichte lebendig und nachfühlbar zu machen. Danutas Geschichte kam mir persönlich etwas zu kurz, da ich mir mehr "Verzahnungen" zwischen den einzelnen Geschichten gewünscht hätte. Trotz gewisser erzählerischer Probleme (Schwerpunktsetzung, inkonsequente Namensänderung, nüchterner Erzählstiletc.) finde ich den Roman im Sinne eines Zeitzeugenberichts sehr informativ und empfehlenswert.

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  • Rezension zu "Kreuzwege am Oderstrom" von Ursula Waage

    Kreuzwege am Oderstrom
    siebenundsiebzig

    siebenundsiebzig

    02. November 2012 um 17:14

    Damit es nicht verloren geht. Der Leser erfährt in diesem authentischem Buch vom Leben zweier Frauen des Gebutenjahrgangs 1928. Beide verbrachten den größten Teil ihrer Jugend in der damaligen niederschlesischen Hauptstadt Breslau, heute Wroclaw. Ohne voneinander zu wissen, lernten sich anläßlich einer Fernsehdokumentation über Flucht und Vertreibung kennen. Die damals elfjährige Polin Danuta P. geboren in der Gegend von Posen, verbrachte ihre Kindheit in einer begüterten Familie und sollte, nach dem Einmarsch der Deutschen Wehrmacht 1939 in Polen, mit ihren Angehörigen nach Berlin deportiert werden. Der Familie gelang die Flucht nach Breslau, wo sie mehr oder weniger im Untergrund bis zur Befreiung durch die Sowjetarmee lebten. Die zweite Frau, geboren in Breslau, Autorin dieses Buches, hatte eine ganz andere Kinder- und Jugendzeit. Sie wuchs in einer ärmlichen aber behüteten Umgebung auf. Besonders die Mutter sorgte sich rührend um ihre Kinder in dieser Zeit, welche bestimmt nicht gerade einfach war. Nach dem Ende der Weimarer Republik erlebte die Autorin Ursula, ( im Buch Ulrike), die NS-Zeit mit allen ihren Höhen und Tiefen bis zum II. Weltkrieg und dessen schreckliche Folgen. Sie beschreibt in ausführlicher Weise die Grausamkeiten des Krieges in ihrer Stadt, die Flüchtlingsströme aus Ostpreußen, welche durch die Stadt zogen, sowie den Befehl des Gauleiters "Hanke", welcher die Stadt Breslau zur Festung erklären ließ und den Einmarsch der Roten Armee. Ihr Aufenthalt in Breslau endete im April 1947 mit der Ausweisung und Vertreibung aus der Heimat. Weiters schildert Ulrike (Ursula) ihren weiteren Lebensweg, die Sorgen ihrer Familie, das Los der Heimatvertriebenen und den Überlebenskampf in der neuen Heimat. Ein Buch, daß in hervorragender Weise das Schicksal der Autorin in dieser, wohl dunkelsten Zeitepoche Deutschlans beschreibt, welches ich nur weiterempfehlen kann.

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  • Rezension zu "Kreuzwege am Oderstrom" von Ursula Waage

    Kreuzwege am Oderstrom
    irishlady

    irishlady

    01. November 2012 um 13:41

    Kreuzwege am Oderstrom - Zwei Frauenschicksale in Breslau im Schatten des Zweiten Weltkrieges von Ursula Waage Es ist unheimlich schwierig, eine Rezension zu schreiben, denn schon alleine der Titel stimmt hier nicht. Zwei Frauenschicksale? Es soll um Danuta und Ulrike gehen, beide junge Frauen, die in Breslau eingeschlossen waren, zu jener Zeit, als der Zweite Weltkrieg tobte: Danuta, polnische Zwangsarbeiterin und Ulrike, deutsche Bürgerin. Allerdings erhält Danuta nur ein Kapitel in dieser Geschichte. Ursula Waage berichtet ihr eigenes Schicksal mit Hilfe der Protagonistin Ulrike, aber eben nicht ZWEI Frauenschicksale. So wird erzählt wie Ursula alias Ulrike den Zweiten Weltkrieg überlebte, Breslau verließ und ihre Familie wieder zusammensuchte und auch die Teilung Deutschlands mehr oder weniger miterlebte. Ein paar Sätze am Ende erhält dann wieder Danuta, indem darüber gesprochen wird, wie Ursula und Danuta sich kennen gelernt haben. Ich war enttäuscht, hat doch der Klappentext mir versprochen, es ginge um eine Polin und Deutsche in Breslau und wie beide das Ende des 2. WK miterlebten und ihr Leben danach gestalteten. Leider war das eine Fehlanzeige. Dazu kommt der Sprachstil. Ursula Waage versucht sich in einem Sachbuch. Zeitzeugen können meiner Meinung nach nicht objektiv berichten. Dazu kommt, dass sie Zeitzeugen sind und ihre subjektive Wahrnehmung von dem, was passiert ist, so wichtig ist, nicht nur für die Geschichtswissenschaften. Zeitzeugen sollten subjektiv berichten, kein anderer als sie können das tun. Das hatte ich mir hierbei erhofft, aber es traf leider nicht zu. Des Weiteren haben mir hier die emotionalen Elemente gefehlt und die Zeitraffung an bestimmten Stellen. Vorstellen konnte ich mir das Beschriebene leider nicht, wurde es doch zu schnell erzählt. Spannung, Emotionen und die Brisanz jener Zeit konnte mir nicht näher gebracht werden. Vielleicht habe ich einfach schon zu viele Zeitzeugenberichte gelesen, dass ich so enttäuscht bin, aber mir fehlen einfach hier ganz viele Elemente bzw. auch das, was Zeitzeugenberichte ausmachen. Zusätzlich dazu kommt das Preis- Leistungsverhältnis. Ich persönlich finde es für 124 Seiten leider überteuert. Positiv aufgefallen sind mir die beigefügten Bilder, die das Ganze authentischer wirken haben lassen und einige Fakten, die mit Quellenangaben belegt wurden. Am allerbesten fand ich das eindringliche Vor- und Nachwort. Ich habe einige Sachen über Breslau erfahren, auch die Geschichte von Ursula Waage und Danuta sollte erzählt werden. Ich habe mir nur etwas anderes vorgestellt und bin daher wahrscheinlich auch deshalb unzufrieden mit dem Buch. Schade...

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  • Rezension zu "Kreuzwege am Oderstrom" von Ursula Waage

    Kreuzwege am Oderstrom
    janaka

    janaka

    27. October 2012 um 20:02

    Inhalt: Hier wird die Geschichte zweier junger Frauen erzählt, die im Krieg in Breslau fast nebeneinander gearbeitet haben, sich jedoch erst im hohen Altern kennen lernen. Die Polin Danuta wächst wohlbehütet in der Nähe von Breslau mit ihren Eltern und ihrem jüngeren Bruder auf. Im Oktober '39 ändert sich alles, die Gestapo verhaften Danutas Vater und will ihn mit 19 anderen polnischen Männern aus dem Dorf hinrichten. Durch Mut und Entschlossenheit der Mutter wird der Vater nicht hingerichtet, sondern er kommt ins Konzentrationslager nach Dachau. Danuta kommt als Zwangsarbeiterin nach Breslau und muss dort unter anderem an einem Rollfeld für Flugzeuge arbeiten. Die Deutsche Ursula/Ulrike wächst mit ihren drei Geschwistern und Eltern in armen Verhältnissen in Breslau auf. Der Vater war lange Zeit arbeitslos, die Mutter ging putzen und auch die Geschwister versuchten etwas Geld zu verdienen. Trotz der einfachen Verhältnisse schafft es die Mutter immer wieder den Kindern Liebe und Geborgenheit zu geben. Auch Ursula hat an diesem Rollfeld in Breslau gearbeitet, aber nicht als Zwangsarbeiterin. Ursula und ihre Familie landen nach dem Krieg in Deutschland. Beide Frauen wurden im Laufe ihres Lebens Zeitzeugen und stellten sich damit der Öffentlichkeit. Bei einer Fernseh-Dokumentation lernten sie sich kennen. In Gesprächen stellten sie fest, dass sie zeitweise nebeneinander lebten, arbeiteten und litten. Fazit: Diese Zeitgeschichte lässt sich gut lesen und es werden die Entbehrungen und die Ängste, die die Frauen im Krieg und in den Jahren danach hatte, gut erzählt. An einigen Stellen hätte ich mir gewünscht, dass es ausführlicher beschrieben wird.

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  • Rezension zu "Kreuzwege am Oderstrom" von Ursula Waage

    Kreuzwege am Oderstrom
    _book-lover98_

    _book-lover98_

    26. October 2012 um 20:57

    Inhalt: Es handelt von dem polnischen Mädchen Danuta und der deutschen Ulrike.Zuerst haben sie wenig gemeinsam,doch eins prägt das Leben beider:der zweite Weltkrieg unter Hitlers Führung.Sie kommen beide in die Stadt Breslau und müssen hart schuften.Sie arbeiten beide an einem Rollfeld nur wenige hundert Meter entfernt voneinander,und doch begegnen sie sich nie.Erst viele Jahre später,stoßen sie zufällig durch ein Interview aufeinander und finden ihre doch ziemlich vielen Gemeinsamkeiten. Meine Meinung: Ich fand das Buch sowei echt gut,doch Danuta ist meiner Meinung nach ein bisschen zu kurz gekommen.Es ist zwar ihre Geschichte am Anfang erzählt worden,doch danach ging es nur noch um Ulrike und ihre Familie.Erst zum Schluss wird sie wieder kurz erwähnt.Doch im Großen und Ganzen ist das Buch ein wirklich guter historischer Roman.Das Buch ist für jeden sehr gut geeignet,der historische Sachen mag.Auch für den Geschichtsunterricht wäre dies eine gelungene Lektüre.

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  • Rezension zu "Kreuzwege am Oderstrom" von Ursula Waage

    Kreuzwege am Oderstrom
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    26. October 2012 um 08:38

    Ursula Waage beschreibt in „Kreuzwege am Oderstrom“ die Schicksale zweier Frauen in Breslau während des zweiten Weltkrieges. Beide Frauen arbeiteten zwangsweise als junge Mädchen nur wenige Meter auseinander an der Flughafenrollbahn. Sie lernten sich damals nicht kennen, sondern erst Jahrzehnte später im Rahmen einer TV-Produktion. Die eine ist die Polin Danuta, die aus einer reichen Familie stammt. Im Krieg jedoch verlieren sie Hab und Gut und werden Zwangsarbeiter in Breslau. Die Autorin erzählt aber auch ihre Geschichte mit schockierender Sachlichkeit. Ihr nüchterner Zeitzeugenbericht fesselt und berührt, denn schonungslos berichtet sie über das ihr und ihrer Familie widerfahrene Leid! Sie verdeutlicht eindrucksvoll wie sinnlos Kriege sind, dass es nur Verlierer gibt, denn durch den Krieg entsteht soviel Leid und Hass. Der Krieg hat Lebensplanungen durchkreuzt, Träume zerschmettert und Familien zerrissen. Trotzdem lautet die Botschaft der Autorin, bei allem Leid und Elend den Mut nicht zu verlieren. Ihr Appell an die Menschlichkeit, den gegenseitigen Respekt und die Völkerverständigung, wird hoffentlich von sehr vielen erhört! Auch geschichtliche und politische Fakten kommen übrigens nicht zu kurz, sodass es einen guten Einblick auch für jüngere Leute bietet! Ein absolut lesenswertes Buch!

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  • Rezension zu "Kreuzwege am Oderstrom" von Ursula Waage

    Kreuzwege am Oderstrom
    passionelibro

    passionelibro

    24. October 2012 um 11:38

    "Kreuzwege am Oderstrom" von Ursula Waage ist ihre Geschichte. Sie wurde 1928 in Breslau geboren und erzählt in diesem Buch Episoden aus dem 2. Weltkrieg und danach, als sie mit ihrer Familie 1947 Breslau für immer verlassen musste. Der erste Teil hingegen erzählt von Danuta, Polin, die 1941 als Zwangsarbeiterin nach Breslau kam und dort noch heute lebt. Aufgrund einer Fernseh-Dokumentation lernten sich die beiden Frauen kennen und erkannten, dass sie eine Weile fast nebeneinander lebten und arbeiteten und litten. Sehr nüchtern und mit zum Teil gewöhnungsbedürftigen Schwerpunkten wird dieser Zeitzeugenbericht erzählt, den auch junge Menschen lesen sollten um zu verstehen, warum ein Krieg niemals die Lösung eines Problems sein kann. Er erzeugt soviel Leid und Hass, der die Menschen vergessen lässt, dass sie alle gleich sind.

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  • Rezension zu "Kreuzwege am Oderstrom" von Ursula Waage

    Kreuzwege am Oderstrom
    irismaria

    irismaria

    22. October 2012 um 15:14

    Das Buch „Kreuzwege am Oderstrom“ von Ursula Waage schildert die Erlebnisse zweier Frauen, die während des zweiten Weltkriegs in Breslau auf der Flughafenrollbahn zum Arbeitseinsatz gezwungen werden und deren Lebensplanung durch den Krieg beeinträchtigt wird. Die eine von ihnen ist die junge Polin Danuta. Sie stammt aus einer reichen Adelsfamilie, die durch den Krieg ihr Hab und Gut verliert und zur Zwangsarbeit nach Breslau geschickt wird. Die andere, Ulrike, lebt mit ihrer einfachen Familie in Breslau, leidet dort unter Krieg und Vertreibung und muss schließlich in der neuen Heimat Fuß fassen. Dieser Teil ist stark autobiographisch geprägt. Den Abschluss des Buches bildet die Begegnung der beiden Frauen in einem Breslau viele Jahre nach Krieg, Mauerfall und der Vereinigung Europas. „Kreuzwege am Oderstrom“ ist kein rührender Schicksalsbericht, sondern eine nüchterne Beschreibung zweier Frauenschicksale, die mich trotzdem gefesselt und berührt hat. Beim Lesen des Buchs wird mir die Sinnlosigkeit von Krieg und Vertreibung wieder einmal deutlich, ebenso, dass es nur Verlierer gab, denn alle Lebensträume wurden durchkreuzt. Ein lesenswertes Buch in schöner Aufmachung, ergänzt durch Bilder der Autorin aus dieser Zeit und Breslau heute.

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  • Rezension zu "Kreuzwege am Oderstrom" von Ursula Waage

    Kreuzwege am Oderstrom
    mabuerele

    mabuerele

    21. October 2012 um 15:34

    „…Krieg ist nie ein geeignetes Mittel, Differenzen zwischen den Völkern zu klären…“ Das Buch erhält zwei Lebensgeschichten. Beide Frauen hatten gemeinsam, dass sie in der Festung Breslau die letzten Tage des Krieges erlebten. Viele Jahre später begegnen sie sich in dieser Stadt. Die Autorin, die ihre Tagebucherinnerungen zu einem Buch zusammenfassen wollte, nahm daraufhin Danutas Geschichte mit in das Buch auf. Danuta P. stammt aus einer polnischen Adelsfamilie. Mit Beginn des Krieges ist ihre wohlbehütete Kindheit jäh zu Ende. Die Familie verliert fast all ihr Hab und Gut und wird zur Zwangsarbeit nach Breslau geschickt. Es ist ein Wunder, dass alle Familienmitglieder überlebten. Ulrike wächst in einem liebevollen, aber ärmlichen Elternhaus auf. Der Vater hat für die Nazis nichts übrig, doch man richtet sich ein. Ulrike geht zu den Jungmädchen. Dadurch wurde sie in Breslau auf der Rollbahn zum Arbeitseinsatz angefordert. Ihren älteren Schwestern, die schon im Beruf standen, blieb das erspart. Die Autorin schildert in sachlicher Art und Weise die Jahre des Krieges. Es wird deutlich, dass in der Not die Unterteilung in Deutsche und Polen keine Rolle mehr spielte. Vor allem Danutas Familie erlebte bewusst die Hilfe anderer. Gerade die emotionsarme Schilderung lässt die Grauen des Krieges und der Besatzung für die polnische Bevölkerung besonders hervortreten. Doch auch Ulrike und ihre Familie stehen im Zwiespalt zwischen der Nazipropaganda und der allgegenwärtigen Gewalt. Der Hinweis auf Gesetze, die zum Beispiel auf die Vernichtung der polnischen Intelligenz zielten, macht das Buch authentisch. Der Fanatismus, mit dem Breslau unbedingt verteidigt werden musste ohne Rücksicht auf die Menschen, weckt Bestürzung. Es war jedem klar, dass die Stadt nicht zu halten war, doch das spielte in den Betrachtungen der Mächtigen keine Rolle. Der Oberbürgermeister, der sich dagegen auflehnte, wurde ermordet. 1947 verlässt Ulrike mit ihrer Mutter Breslau. Die Stadt gehört jetzt zu Polen, und die Familie hat darin keine Zukunft mehr. In Sachsen finden sie eine neue Heimat. Die schweren Jahre des Neuanfangs werden ausführlich dargestellt. Auch die illegalen Grenzübertritte in andere Besatzungszonen werden detailiert geschildert. Die Gefahr dabei ist deutlich spürbar. Das Buch ist ein wichtiges Zeitdokument, gerade weil es aus nichtprofessioneller Sicht das Leben in der Zeit von Krieg und Nachkrieg schildert. Bewunderungswürdig sind der Überlebenswille und der Optimismus selbst in auswegslos scheinender Lage. Ich habe es als wohltuend empfunden, dass Schuldzuweisungen und Anklagen weitestgehend fehlen. Unterstützt wird die Handlung durch die beigefügten privaten Fotos. Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Mit wenigen Worten gelingt der Autorin ein Plädoyer für das friedliche Miteinander. Es ist ein Buch gegen das Vergessen.

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  • Rezension zu "Kreuzwege am Oderstrom" von Ursula Waage

    Kreuzwege am Oderstrom
    miss_mesmerized

    miss_mesmerized

    20. October 2012 um 13:43

    Ursula Waage zeichnet in ihrer zeitgeschichtlichen Dokumentation ihren eigenen und den Lebensweg einer jungen Polin nach. beide wurden im selben Jahr - 1928 - geboren und haben nach durchaus glücklicher Kindheit die Wirren und Entbehrungen der Kriegsjahre und Naziherrschaft in Breslau erlebt. Erst Jahrzehnte nach Kriegsende wird durch eine Fernsehdokumentation die Parallelität sichtbar und die beiden Damen freunden sich an und tauschen ihr Schicksal aus. Aus unterschiedlichen sozialen Schichten und Gebieten des heutigen Polens stammend, verschlägt sie die Schreckensherrschaft in die gemeinsame lebensgefährliche Zwangsarbeit im Zentrum Breslaus - nichts von einander ahnend kämpfen die Mädchen in diesen und in den Folgejahren ums Überleben und um ihre Zukunft. Unterstützt mir diversen Realia zeichnet Ursula Waage dies nach und liefert einen eindrucksvollen Zeitzeugenbericht über die ostdeutsch-polnischen Kriegs- und Nachkriegsjahre. Das Thema ist heute für mich relevanter denn je, denn endlich sind die Menschen in großem Stile mobil und zeigen auch das Interesse an den Nachbarvölkern im Osten - und das nicht nur, weil sie eine persönlich-familiäre Motivation dazu haben. Die Idee die Stadt oder besser den Fluss im Titel als verbindendes Glied zwischen den beiden Leben zu wählen, gefällt mir gut. Ein Dank an die Autorin, ihre Erfahrungen als Schatz an die jüngeren Generationen weiterzugeben. Das individuelle menschliche Schicksal ist häufig viel eindringlicher als faktische, historische Berichte. Zwei Kritikpunkte gibt es für mich an diesem Büchlein. Insgesamt hätte ich mir einen ausgewogenen Bericht über beide Frauen gewünscht, Danuta kommt mir zu kurz, die zeit nach dem Krieg, der Wiederaufbau in Polen ist fast gänzlich ausgeblendet. Zum zweiten ist mir die Distanz zwischen der Erzählung und den Personen oft zu groß. Gemessen an den Erlebnissen, hätte es für mich etwas mehr Emotion und genauere Schilderung sein dürfen. Beide Punkte schmälern aber das Buch in seiner Aussage und historischen Relevanz.

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