Usamaru Furuya

 4.6 Sterne bei 25 Bewertungen
Autor von Tokyo Inferno 01, Tokyo Inferno 02 und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Usamaru Furuya

Tokyo Inferno 01

Tokyo Inferno 01

 (10)
Erschienen am 15.04.2010
Tokyo Inferno 02

Tokyo Inferno 02

 (9)
Erschienen am 15.07.2010
Der Selbstmordclub

Der Selbstmordclub

 (5)
Erschienen am 31.03.2007
The Chronicle of the Clueless Age

The Chronicle of the Clueless Age

 (1)
Erschienen am 17.10.2013
Genkaku Picasso

Genkaku Picasso

 (0)
Erschienen am 03.05.2011

Neue Rezensionen zu Usamaru Furuya

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MilaWs avatar

Rezension zu "Tokyo Inferno 01" von Usamaru Furuya

In Liebesgeschichte verpackte Katastrophenhilfe
MilaWvor einem Jahr

Inhalt:

Jin ist gerade auf dem Weg zu einem Vorstellungsgespräch bei einem TV-Sender in Odaiba. Da er viel zu früh dran ist, schlendert er noch durch die Umgebung. Zufällig trifft er seine alte Schulkameradin Nanako, die inzwischen fanatische Anhängerin einer Gothik-Band ist.

Plötzlich bebt die Erde. Tokio wird von einem starken Erdbeben heimgesucht. Da das Epizentrum direkt unter der Millionenmetropole liegt, sind die Schäden verheerend. Chaos bricht aus. Um ihre Familien zu finden, müssen sich Nanako und Jin wohl oder übel gemeinsam einen Weg durch die Verwüstung bahnen.


Der Manga basiert auf einem Roman namens Kanojo o Mamoru 51 no Hôhô ("51 Wege sie zu retten") von Minoru Watanabe. Anscheinend handelt es sich um einen als Belletristik verpackten Ratgeber für ein Katastrophenszenario. Im Manga sind auch Sachtexte des Buchautors eingeschoben, die Phänomene erläutern und Tipps geben, wie man sich selbst und seine Freundin retten kann.


Meine Meinung:

Insgesamt durchaus eine interessante Idee und flüssig zu lesen.

Ein Minus sind die typischen Mangainhalte. Die weiblichen Hauptcharaktere laufen natürlich alle voll aufgebrezelt und in kurzen Röckchen rum. Und die Personenkonstellation... naja hm. Also ein Mädchen, was früher unter hartem Mobbing litt und deswegen zimperlich bis weinerlich ist, trifft einen alten Schulkameraden, der mutig und aufopferungsvoll ist. Um sich seiner würdig zu erweisen, reißt sie sich zusammen und wird ein besserer Mensch. Da kommt eine aufgebrezelte Frau vorbei und gräbt den Typen an, das Mädchen versinkt in Selbstzweifeln... Ach ja, nebenher geht die Welt unter.

Das ist gelinde gesagt banane. Wenn man das ignoriert, ist der Manga schon interessant zu lesen und enthält sicher einige gute Tipps zur Vermeidung von Massenpanik, erster Hilfe etc. Obwohl die Informationsseiten auch nicht immer wirklich informativ sind. Ob es hilft, im Ernstfall zu wissen wie das Phänomen heißt, das mich gerade umbringt... Naja. Andererseits kann man gegen Naturkatastrophen natürlich wenig tun.

Trotz des ernsten Themas ist der Manga nicht total deprimierend, sondern manchmal sogar etwas kitschig. In den Zeichnungen wird zu arge Gewalt (wie schlimme Wunden) nicht detailliert gezeigt, sondern eher ausgeblendet. Im ersten Band dominiert noch (?) die Hoffnung, dass alles wieder ins Lot kommt. Interessant ist auch eine Auflistung einiger Charaktere am Anfang mit ihren jeweils größten Wünschen für die Zukunft. Die Geschichte macht nachdenklich, ohne Panik zu schüren.

Als Idee, um die Leser dazu zu bringen Anweisungen für den Notfall tatsächlich zu lesen und zu verinnerlichen sicherlich nicht schlecht. Die unnötige Selbstfindung durch Liebe/Bewunderung (Frau) bzw. Selbstfindung durch Erfüllung der Aufgabe als Retter (Mann) - Geschichte stört mich natürlich trotzdem. Deswegen auch nur 3 Punkte.

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Korikos avatar

Rezension zu "Der Selbstmordclub" von Usamaru Furuya

Rezension zu "Der Selbstmordclub" von Usamaru Furuya
Korikovor 6 Jahren

31. Mai 2001. 54 Mädchen stellen sich nebeneinander am Bahnsteig auf. An den Händen haltend zählen sie bis drei und als schließlich ein Zug einfährt springen sie alle gemeinsam und werfen sich auf die Gleise. Dieses Ereignis lässt nicht nur geschockte und fassungslose Zeugen zurück, sondern auch ein 18- jähriges Mädchen, welches das grausame Unglück wie durch ein Wunder fast unversehrt überlebt. Ihr Name ist Saya und sofort geht die Nachricht ihres Überlebens durch die Medien. Der Massenselbstmord jedoch bleibt ungeklärt und als das neue Schuljahr beginnt, ist Saya sofort das Gesprächsthema Nummer eins. Ihre beste Freundin Kyoko ist sowohl geschockt als auch verunsichert. Sie spürt eine Veränderung in ihrer besten Freundin, die sie sich nicht erklären kann. Nahezu täglich wechselt die Persönlichkeit des Mädchens in eine andere Richtung und Kyoko beschließt dem Rätsel auf den Grund zu gehen, um zu verstehen, was diese Änderung in Saya hervorruft.

Sie stößt hierbei auf einen Club, dem Saya vor dem Unglück beitrat und einem Mädchen namens Mitsuko, die den Club leitete. Seither ging es Saya besser, sie wirkte glücklich und zufrieden, geriet jedoch in einen Kreislauf aus Schmerz und Prostitution, aus dem sie sich selbst nicht befreien konnte. Während Kyoko einen Freund fand und sich um sich selbst kümmerte, ließ sie ihre Freundin zurück, die sich in Mitsukos Club flüchtete und dort Seelenverwandte fand.

Kyoko trifft in ihren Nachforschungen auf einen Lehrer, der mehr zu wissen scheint, und nach einigem Zögern entscheidet sie sich seinen Ausführungen zu Mitsuko und Saya zuzuhören und trifft sich mit ihm kurz nach Mitternacht in seiner Wohnung. Was Kyoko dort erfährt ändert schlagartig ihre gesamte Sicht und sie muss feststellen, dass es weit mehr mit dem unbekannten Club auf sich hat, als es den Anschein macht.

Die Lage spitzt sich dramatisch zu, als Saya beginnt Schüler um sich zu scharen und sich sogar "Mitsuko" nennt. Doch was ist genau das Geheimnis "Mitsukos" und was genau hat es mit dem Club auf sich, den mehr Mysteriöses umgibt als es auf den Betrachter wirkt...

Eigene Meinung
"Der Selbstmordclub" ist ein kleines Meisterwerk in sich. Die Geschichte ist fesselnd, sehr gut durchdacht und lässt einen kaum eine Möglichkeit das Buch aus den Händen zu legen. Zu Beginn ist Saya noch erzählend und berichtend, im Laufe der Geschichte wird sie aber mehr aus Kyokos Sicht erzählt. Man erfährt durch sie von der Kindheit der beiden Mädchen, ihrem engen Verbund und ihrer Freundschaft. Die Story ist durch eingeschobene Erinnerungen immer wieder unterbrochen, die jedoch vieles erklären und gerade Sayas Absturz genau beschreiben. Kyoko, die ihr helfen will wird überzeugend und plausibel dargestellt, ebenso alle anderen Charaktere, die fesselnd in Szene gesetzt sind.

Die Zeichnungen sind realistisch, nicht unbedingt typisch Manga und recht einfach und klar gehalten. Rasterfolie wird nur spärlich eingesetzt, dennoch wirken die Zeichnungen nicht düster oder dunkel, was eigentlich der Fall sein sollte, sondern klar und hell. Dennoch passen sie gut zu der Geschichte und haben in sich eine unheimliche Ausstrahlung und Atmosphäre. Trotz des Gegensatzes von Geschichte und Zeichnungen ziehen sich diese beiden Dinge geradezu magisch an und verbinden sich zu einem einzigartigen Werk.
Usamaru Furuya verzichtet weitestgehend auf Hintergründe, konzentriert sich vollkommen auf die Mimiken und Gestiken der Charaktere und auf die Dialoge. Wenn Hintergründe vorhanden sind, so sind sie detailliert, genau und sehr schön ausgearbeitet. Für den Leser entsteht eine faszinierende Symbiose zwischen Text und Bild.

Der Manga als solcher ist definitiv älterem Publikum zu empfehlen. Die Geschichte ist komplex und teilweise brutal genau erzählt, berichtet über den Massenselbstmord von Oberschülerinnen in Japan und ist teilweise mit Horror und Mystik gewürzt. Keine leichte Kost, man sollte sich mit dem Lesen Zeit lassen und auch die Bilder auf sich wirken lassen, die mehr sagen können als viele aufwendige Mangabilder anderer Künstler. Weniger ist manchmal mehr kann man zu den Zeichnungen sagen, bei der Geschichte kann man Parallelen zu "Dragon Head" oder "Redrum 327" finden, die in eine ähnliche Richtung gehen.

Wer weg vom Shojo und dem üblichen Einheitsbrei an Manga will wird unterdessen in Deutschland immer mehr fündig. "Der Selbstmordclub" ist in dieser Richtung eine mehr als lohnende Anschaffung und jeden Cent wert.

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Rezension zu "Der Selbstmordclub" von Usamaru Furuya

Rezension zu "Der Selbstmordclub" von Usamaru Furuya
Ein LovelyBooks-Nutzervor 7 Jahren

Super gezeichnet, spitzen story, die jedoch ein wenig an The Ring erinnert. ^^

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