Uta-Maria Heim Feierabend

(3)

Lovelybooks Bewertung

  • 4 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 3 Rezensionen
(0)
(1)
(1)
(1)
(0)

Inhaltsangabe zu „Feierabend“ von Uta-Maria Heim

Zusammen mit ihrer Tochter Susanne lebt Helene in einer Kleinstadt am Rand des Schwarzwalds. Die Wochenenden verbringt sie mit Marius, der am anderen Ende wohnt. Alles scheint geregelt und eingespielt. Bis bei ihr eingebrochen wird. Der Dieb stiehlt nur ein Parfüm. Aber auch Jakob Silberzahn, der jüdische Psychoanalytiker, der deportiert wurde und als Geist im Arbeitszimmer haust, ist verschwunden. Dafür taucht wenig später eine dubiose Putzfrau auf, Marius entzieht sich und Susanne führt ein Doppelleben. Unaufhaltsam schlittert Helene in eine Lebenskrise. Sie beginnt sich mit der verdrängten Vergangenheit zu beschäftigen. Zu der auch Brunhilde gehört - die behinderte Zwillingsschwester ihrer Mutter, die vor 70 Jahren in der NS-Tötungsanstalt Grafeneck umgekommen sein soll.

Fazit: Dies ist ein Roman, der wunderbar widerspiegelt, wie Ereignisse aus der Vergangenheit einen bis heute nicht loslassen und das Leben immer noch stark beeinflussen können. Die Charaktere wie auch der Schreibstil sind sehr gefühlvoll und sensibel angelegt. Aber als Krimi oder gar Psychothriller würde ich den Roman nicht bezeichnen.

— Bellexr
Bellexr

Stöbern in Krimi & Thriller

Die Fährte des Wolfes

Schweden Thriller mit viel Spannung und einem etwas speziellen Ermittler

jawolf35

Wolf Road - Die Angst ist immer einen Schritt voraus

Das Buch entsprach nicht meinen Erwartungen

Rees

Oxen. Das erste Opfer

abgebrochen

ThePassionOfBooks

Die Moortochter

Am Anfang sehr spannend, dann aber immer das selbe..

VickisBooks

AchtNacht

Lesenswert, aber kein Highlight

-Bitterblue-

Das Original

Grandiose Geschichte, die seine Leser u. a. in eine Buchhandlung entführt, in der man stundenlang verweilen möchte. Klare Leseempfehlung!

Ro_Ke

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Rezension zu "Feierabend" von Uta-Maria Heim

    Feierabend
    Zabou1964

    Zabou1964

    21. April 2012 um 19:41

    Die Inhaltsangabe auf dem Klappentext hat mich zu diesem Buch greifen lassen. Er verhieß mir die Auseinandersetzung mit schrecklichen Ereignissen des Nationalsozialismus. Leider wurde dieses Thema jedoch nur sehr am Rande behandelt, sodass meine Erwartungen nicht erfüllt wurden. Helene ist eine alleinerziehende Mutter, die als Übersetzerin für einen Verlag arbeitet. Ihre Tochter Susanne ist 15 und steckt mitten in der Pubertät. Helenes Freund Marius lebt in einer anderen Stadt und geht einer Beschäftigung nach, die sich dem Leser erst am Ende des Romans erschließt. Dann gibt es noch eine Obdachlose, die in ihrem Leben schon einiges mitgemacht hat. Es wird abwechselnd aus den Perspektiven der drei Frauen erzählt. Die Ereignisse von 1940, nämlich die Tötung von Helenes behinderter Tante Brunhilde im Rahmen der Euthanasieverbrechen, werden nur ganz kurz eingestreut, sodass sich mir als Leser der Zusammenhang mit der Gegenwart erst nach und nach erschloss. Zu der Protagonistin Helene konnte ich keinerlei Verbindung aufbauen. Ihre Ausführungen schweiften oft ins Philosophische ab. Die Tatsache, dass sie meint, in der alten Praxis, die sie als Büro nutzt, lebe ein jüdischer Psychoanalytiker als Geist, hat mich eher befremdet. Die Darstellungen aus Sicht der Tochter Susanne und der Obdachlosen Una waren für mich schon eher nachvollziehbar. Susanne nabelt sich von ihrer Mutter ab und zieht mit ihrer Clique durch die Stadt. Una versucht, die schrecklichen Erlebnisse ihres Lebens zu bewältigen und ein geregeltes Existenz aufzubauen. Meiner Meinung nach schweift die Autorin zu oft vom eigentlichen Thema ab und bringt zu viele Nebensächlichkeiten ins Spiel. Das hat die Handlung für mich unübersichtlich und zum Teil langatmig gemacht. Ich würde diesen Roman nicht als Kriminalroman bezeichnen. Die Tat, die vor 70 Jahren begangen wurde, erscheint eher nebensächlich. Lediglich die Auseinandersetzung mit den Geschehnissen in der Gegenwart werden von Mutter und Tochter einige Male angeschnitten. Auch Una betrauert eine nahe Verwandte: ihre Tochter, die im Teenageralter verstarb. Wie es zu deren Tod kam, erfährt der Leser im Laufe der Geschichte. Einzig durch das sprachlich hohe Niveau vermochte die Autorin mich zu begeistern. Die Geschehnisse in der Zeit des Nationalsozialismus haben mich zum Nachdenken angeregt. Grafeneck kannte ich bisher nur dem Namen nach. Da ich im Buch auch nicht sehr viel mehr erfahren habe, habe ich im Internet über diesen Ort des Schreckens geforscht. Fazit: Zu langatmig und ausschweifend erzählte Geschichte, die meines Erachtens kein Kriminalroman ist.

    Mehr
  • Rezension zu "Feierabend" von Uta-Maria Heim

    Feierabend
    Bellexr

    Bellexr

    24. November 2011 um 13:09

    Familiäre Verknüpfungen, die weit in die Vergangenheit reichen . Die Übersetzerin Helene lebt mit ihrer Tochter Susanne in einer Kleinstadt am Rande des Schwarzwalds und führt eine Wochenendbeziehung mit Freund Marius. Scheinbar läuft alles in geregelten Bahnen bis eines Tages in ihrer Zweitwohnung eingebrochen wird. Merkwürdigerweise wird nur eine Flasche Parfüm gestohlen, mehr nicht. Doch von da an ist nichts mehr wie es vorher war. Kurz darauf steht eine etwas merkwürdig anmutende Frau vor der Tür und fragt nach einer Putzstelle. Helene lässt diese fortan mehrmals die Woche bei sich arbeiten, währenddessen bekommt die Beziehung zu Marius Risse. Dann erhält sie einen seltsamen Brief, der sich auf ihre Tante Brunhilde bezieht. Ihres Wissens nach ist diese im 2. Weltkrieg in der NS-Tötungsanstalt Grafeneck ums Leben gekommen, der Brief behauptet jedoch etwas anderes. Helene beginnt sich nunmehr immer stärker mit der bisher verdrängten Vergangenheit zu beschäftigen. . Es ist mir stellenweise recht schwer gefallen, in den Roman von Uta-Maria Heim hineinzufinden. Die Autorin verliert sich oft in zu vielen Nebenschauplätzen. Eine klare Linie war für mich nicht erkennbar. Mag aber auch daran liegen, dass ich unter falschen Voraussetzungen an das Buch herangegangen bin, denn ich hatte hier einen Krimi erwartet. . In dem Roman geht es zum einen um das Schicksal von Helenes Tante Brunhilde, die in den 1940er Jahren nach Grafeneck deportiert worden sein soll. Weiterhin um die Beziehung zu ihrer Teenagertochter Susanne, die ihr immer mehr entgleitet und hinzu kommt noch das schwierige Verhältnis zu ihrem Freund Marius, der stellenweise auch recht seltsam agiert. Dies sind alles Schwerpunkte und kam mir manchmal einfach zu viel des Guten vor. Hinzu kommt auch, dass die Autorin die Geschichte auch aus Sicht von Tochter Susanne beleuchtet, wie diese mit dem Thema Nationalsozialismus umgeht, ihre Probleme in der Schule schildert und natürlich ihr schwieriges Verhältnis zu Helene. In einem weiteren Erzählstrang lernt man außerdem die Obdachlose Milena bzw. Una kennen, deren Leben verständlicherweise bisher auch nicht einfach verlaufen ist. Wie diese letztendlich in die Geschichte hineinpasst, lässt die Autorin lange Zeit offen. Alle diese verschiedenen Handlungsstränge sind jeweils in der Ich-Form gehalten. Zusätzlich spielt ein Erzählstrang noch zur Zeit des 2. Weltkriegs. . So ist der Roman in meinen Augen kein Krimi oder gar Psychothriller, wie auf dem Klappentext vermerkt. Sondern mehr ein Roman über drei sehr unterschiedliche Frauen, die versuchen, mit ihrer eigenen Vergangenheit zurechtzukommen und der hierdurch aufzeigt, wie die Geschehnisse des 2. Weltkrieges sich bis heute auf ihr Leben auswirken. Uta-Maria Heim erzählt dies sehr einfühlsam, ruhig und nachdenklich. Das Thema der NS-Tötungsanstalt Grafeneck geht sie sensibel an und gibt dem Leser alle notwendigen Informationen, ohne dies zu überfrachten oder zu sehr in den Vordergrund zu stellen. So fühlt man sich durchweg ausreichend informiert, um selbst eine Vorstellung für die Handlungen der Menschen während der NS-Zeit zu erhalten. Die Stimmung des Buches ist durch die Aufarbeitung der Vergangenheit, durch die Beziehungsprobleme von Helene und dem beschwerlichen Leben von Milena eher etwas schwermütig angelegt. . Ihre Charaktere zeichnet die Autorin klar und detailreich, so entsteht vor dem inneren Auge schnell ein Bild der drei Frauen. Helene führt ein sehr zurückgezogenes Leben, besonders wenn sie gerade wieder an einer Übersetzung arbeitet, igelt sie sich regelrecht ein. Ihre 15-jährige Tochter Susanne entgleitet ihr immer mehr, jedoch ist sie auch kaum bemüht, etwas dagegen zu unternehmen. Die Beziehung zu Marius ist nicht einfach und oftmals war mir ihr Verhalten ihm gegenüber nicht recht verständlich. Marius ist beruflich sehr angespannt, unter der Woche kommunizieren die Beiden zumeist per SMS. Die gemeinsamen Wochenenden scheinen eher sexuell geprägt zu sein, auf die Gefühle von Helene geht Marius kaum ein, wirkt oftmals eher desinteressiert. Aus Marius selbst und seine Gefühle zu Helene bin ich nicht recht schlau geworden, dafür bleibt seine Figur zu sehr im Hintergrund. . Fazit: Dies ist ein Roman, der wunderbar widerspiegelt, wie Ereignisse aus der Vergangenheit einen bis heute nicht loslassen und das Leben immer noch stark beeinflussen können. Die Charaktere wie auch der Schreibstil sind sehr gefühlvoll und sensibel angelegt. Aber als Krimi oder gar Psychothriller würde ich den Roman nicht bezeichnen.

    Mehr
  • Rezension zu "Feierabend" von Uta-Maria Heim

    Feierabend
    baronessa

    baronessa

    29. October 2011 um 17:32

    Wie erzähle ich dieses Buch, denn die Geschichte ist sehr verschachtelt. 1. Helene – 2. Tochter – 3. Obdachlose – dann wird alles vermischt erzählt. Sie leben miteinander und trotzdem nebeneinander her. In der Geschichte geht es um Helene und ihre Familie. Die Tante war behindert und wurde damals in Grafeneck getötet. Das Familiendrama wurde verdrängt, weil die Eltern die Tochter da hingegeben haben. Helene hat Schwierigkeiten mit ihrer Tochter, sie steckt in der Pubertät. Diese beschäftigt sich gerade in der Schule mit der Verarbeitung von Kriegsverbrechen. Helene ist Buchübersetzerin und befindet sich selbst in der Lebenskrise. Ihre Übersetzungen macht sie in einer alten Praxis. Eine neue Putze fängt bei ihr an. Sie arbeitet gleichzeitig in einem Büro in der Schule, den sie durch Zufall erhalten hat, denn sie ist eine Obdachlose. Deren Tochter ist verstorben. Sie erzählen sich gegenseitig Phasen aus ihrem Leben. Es stellt sich heraus, dass sie miteinander verwandt sind. Zu diesem Zeitpunkt hat sich die Frau im Fluss ertränkt. Helene findet Haare im Fluss von ihr. So beginnt auch die Geschichte, weil am Anfang eine Frauenleiche gefunden wird. Tatort im Schwarzwald. Das Buch ist etwas kompliziert, aber sehr spannend. Man muss wirklich die Geschichte bis zum Ende lesen, denn sie ist sehr anspruchsvoll. Es ist kein regulärer Krimi, mehr eine Familiengeschichte. Eigentlich kann man sie auch als Nachkriegsdrama beschreiben.

    Mehr