Rezension zu "TagesSätze. Durch das Jahr mit literarischen Tagebuchtexten" von Uta Fleischmann
AngelsammyDas ist ein Hardcoverbuch aus dem Jahr 2005 vom Daedalus - Verlag. Uta Fleischmann ist die Herausgeberin.
Es ist ein immerwährender, zeitloser Kalender in Buchform, der tatsächliche, datierte Tagebucheinträge für 366 Tage präsentiert. Am 24. Januar ist zum Beispiel zu lesen, daß strenge Kälte von 20 Grad minus herrsche. Das schrieb Jochen Klepper in sein Journal an ebenjenem 24. Januar, nur eben 1942.
Für heute, den 28. Dezember trug Sylvia Plath 1958 ein: Der Neid auf die anderen hört erst auf, wenn das Selbst sich wirklich freuen kann. In der nur auf sich selbst bezogenen Seele ist jegliches Schaffen blockiert.
Weitere 364 Texte erfreuen den Leser. Man kann also chronologisch verfolgen, was Person Soundso vor x Jahren am selben Tag geschrieben hatte. Das ist lustig, erstaunlich, ärgerlich, inspirierend, man lernt dazu und erlebt immer neue literarische Freuden. Manches wirkt anachronistisch, anderes verblüffend zeitlos.
Und wir können froh sein, daß soviele Literaten Tagebuch geführt hatten. Katherine Mansfield, Franz Kafka, Cocteau, Goethe, Hans Christian Andersen, Cesare Pavese, Gide, Woolf, Camus, Brigitte Reimann, Tolstoi, Audre Lorde, Henry James, Sartre, Byron, Stendhal, Thomas Mann, Rühmkorff, Thornton Wilder, Kästner, Musil, Anne Frank, Klaus Mann, diverse auch mehrmals sowie viele andere tummeln sich auf diesen Seiten.
Manche Einträge sind Knackiger kurz, andere länger. Es lohnt sich auf jeden Fall sich in diese Texte zu versenken, denn eines steht fest: Man kann immer neue Erkenntnisse hinzugewinnen. Großartig!




