Ute-Christine Krupp

 4 Sterne bei 1 Bewertungen
Autor von Punktlandung, Membercard Europa und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Ute-Christine Krupp

Ute-Christine Krupp, geboren in Börsborn/Pfalz, aufgewachsen in der Nähe der deutsch-französischen Grenze. Sie studierte Philosophie und Wirtschaftswissenschaft. Sie lebte von 1989 bis 2001 in Köln. Seitdem in Berlin. Seit 2013 ist sie Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Ute-Christine Krupp

Cover des Buches Punktlandung (ISBN: 9783835338883)

Punktlandung

 (1)
Erschienen am 22.02.2021
Cover des Buches Greenwichprosa (ISBN: 9783518120293)

Greenwichprosa

 (0)
Erschienen am 27.10.1997
Cover des Buches Membercard Europa (ISBN: 9783884232415)

Membercard Europa

 (0)
Erschienen am 01.08.2005
Cover des Buches Zuerst bin ich immer Leser (ISBN: 9783518122013)

Zuerst bin ich immer Leser

 (0)
Erschienen am 01.01.2000

Neue Rezensionen zu Ute-Christine Krupp

Cover des Buches Punktlandung (ISBN: 9783835338883)schillerbuchs avatar

Rezension zu "Punktlandung" von Ute-Christine Krupp

Wie weit darf ein Staat gehen bei der Einschränkung von Grundrechten?
schillerbuchvor 7 Monaten

Dieses Buch interessierte mich für meine Juryarbeit im Rahmen des Stuttgarter Krimipreises. Ich bedanke mich beim Wallstein Verlag für das Rezensionsexemplar.

Der Inhalt

Berlin 2011: Paul Jost arbeitet in der Sicherheitsabteilung des Innenministeriums. Als das BKA Hinweise bekommt, daß auf den Reichstag ein Anschlag verübt werden soll, wird er Mitglied einer Sonderkommission. Seine Aufgabe: Unterstützung bei der Entscheidung, wer von den Verdächtigen abgehört werden darf. Wenn er die richtigen Entscheidungen trifft, kann das seine Karriere befördern. Gleichzeitig ist er auf einer Dating-Plattform auf der Suche nach einer neuen Lebenspartnerin.

Meine Meinung

Was sich nach einer handfesten Thrillerhandlung anhört ist alles andere als das. Zwar basiert der Roman auf dem tatsächlichen Fall der Düsseldorfer Zelle, einer Gruppe mutmasslicher Al-Quaida Mitglieder, die im April 2011 nach Hinweisen des NSA und anschließender behördlicher Überwachung festgenommen wurde. Die Autorin Ute-Christine Krupp konzentriert sich jedoch auf das Innenleben von Paul Jost. In einer sehr sparsamen Sprache lässt sie uns teilhaben an den Gedanken und inneren Konflikten ihres Protagonisten. „Lieber einen zu viel verhaften als einen zu wenig…. wir haben die Verantwortung, daß kein Anschlag verübt wird, dafür ist jedes Mittel recht“ – das ist die Position von Josts Chef. Paul Jost hingegen ist in einem inneren Konflikt. Er fragt sich immer wieder, wie weit der Staat gehen darf bei der Einschränkung der persönlichen Freiheit von Bürgerinnen und Bürgern. Soll man Verdächtige ohne richterliche Beschlüsse abhören oder gar ihre Wohnung durchsuchen, auch wenn nicht genügend Beweise da sind? Was, wenn der Verdacht sich nicht bestätigt? Und was, wenn der Verdacht berechtigt ist und man nicht abgehört hat?

Dieser innere Konflikt zieht sich durch das ganze Buch und ist geschickt verknüpft mit biographischen Hinweisen auf Josts Herkunft und sein Privatleben: Der Vater ist ein angesehener Architekt, der es nicht akzeptieren kann, daß sein Sohn nicht denselben Berufsweg eingeschlagen hat wie er und das erfolgreiche Büro in Bonn übernimmt. Für das scheinbar bedeutungslose Berufsleben seines Sohnes hat er nur Verachtung übrig.  Pauls Frau Gesine ist eine Pfarrerstochter aus der DDR und hat ständig das Gefühl etwas falsch zu machen im Westen – der falsche Käse auf der Pizza oder in Öl schwimmende Tomaten mit Mozarella. Die Fünfjahrespläne der DDR fehlen ihr – „man muss auch mal auf den Punkt kommen im Leben.“ Die Ehe scheitert, Sohn und Tochter bleiben bei der Mutter und wenn sie übers Wochenende in Pauls unpersönliche Wohnung nahe dem Regierungsviertel kommen, fühlen sie sich nicht wohl: „Jetzt wohnst Du in dieser Schlange“ sagt sein Sohn und „Die Straßenlaternen sehen hier aus wie beim Zahnarzt“

Während Paul tagsüber darüber entscheiden muss, ob Verdächtige abgehört werden sollen oder nicht, versucht er in seiner kargen Freizeit eine Partnerin zu finden. Wir sind bei verschiedenen Treffen, Annäherungen und Auseinandergehen dabei. Diese Teile des Romans blieben mir insgesamt eher fremd. 

Am Ende des schmalen Romans wird das Attentat dank eines Hinweises verhindert, Paul Jost kann auf eine neue Beziehung hoffen und auch seiner Beförderung wird wohl nichts mehr im Wege stehen.

Mein Fazit: Dieser Roman besticht durch seine innere Spannung und durch seine extreme Verdichtung: Auf nur 159 Seiten entfaltet sich in der Person von Paul Jost die Frage nach der persönlichen Freiheit und den Grenzen der freiheitlichen Grundrechte in einer Gesellschaft. Die distanzierte Art, in der Ute – Christine Krupp erzählt hat es mir nicht ganz leicht gemacht, mich in die Geschichte einzufinden, aber gerade diese Art des Erzählens sorgte auch dafür, daß ich mich ganz auf die innere Spannung, in der sich Paul Jost befindet, einlassen konnte Lesenswert!.

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