Ute Christoph Achteinhalb Wochen

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Inhaltsangabe zu „Achteinhalb Wochen“ von Ute Christoph

"Ich schichte am Strand einen riesigen Haufen Holz für das Feuer auf und begebe mich gleich in die Hände dieser Schamanen ... Kaum zu glauben, wie alles in mir schreit ..." "Bitte wegen fehlgeleiteter SMS um Verzeihung! ... wünsche angenehmen Abend!!!"
Doch Elke belässt es nicht bei diesem Irrtum und antwortet auf die SMS - der Beginn einer romantischen Kommunikation voller Sehnsucht, Erotik und Leidenschaft. Mit einem Happy End?

Kein Drama

— EvyHeart

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    Achteinhalb Wochen

    EvyHeart

    12. January 2017 um 22:22

    "Achteinhalb Wochen" ist ein Buch, das nicht einfach ist. Nicht einfach in seiner Form und nicht einfach in seinem Inhalt, der nicht so klischeemäßig ist, wie ich erwartete.Der Text beschreibt einen SMS-Dialog zwischen zwei 50-Jährigen. Aus Sicht der Frau werden Dialoge und Gedanken wiedergegeben. Sie lernt durch Zufall einen Mann kennen, der sich einem Ritual aussetzt und sich beim Telefonieren verwählt hat. Im Laufe der titelgebenden achteinhalb Wochen, werden die Nachrichten intimer und sie telefonieren sogar. Doch der Mann ist ständig unterwegs und vermeidet ein Treffen.Sehr gut fand ich, dass die Hauptfigur nicht naiv ist. Sie notiert, wenn er sie mit seiner blumigen Sprache nervt und äußert Zweifel. Sie ist keine Frau, die "blind in die Kreissäge" läuft. Fasziniert hat mich, dass sie nicht der Mann anzieht, sondern der Kontakt. Wenngleich sie seine Sprache nie offen kritisiert, merkt man, dass sie nicht auf einer Wellenlänge sind. Sie genießt die Aufmerksamkeit, den Dirty Talk und sie genießt das Gefühl der Schmetterlinge und der Sehnsucht. Ich spürte aber auch, dass sie mehr gibt, als sie verlangt: Sie hört dem Mann zu, "erträgt" seine Sprache, sie stellt Fragen. Aber sie gibt wenig von sich preis, ihr wird erst sehr spät bewusst, dass Er nie Fragen stellt. Der Autor flicht aktuelle politische Begebenheiten ein und es passiert stetig etwas Neues. Langweilig wird es nicht.Der Text besteht zu großen Teilen aus SMS, die mit "Ich:" und "Koray" eingeleitet werden. Das erinnert an Dramen aus der Schulzeit. Hier hat man noch eine (wenig) kommentierende Erzählerin. Eine Ich-Perspektive in Extrem-Form, denn der Leser sieht nur die Reflexion der Frau. Es gibt keinen Erzähler, der durch das Buch führt, als Leser muss man allein mit der Figur klarkommen. Und das war sehr anstrengend. Vor allem, weil sie, bis auf die SMS, wenig macht. Irgendwann hatte ich genug von Korays blumiger Sprache und ihren verbalen Küssen. Das passt zum Roman, wenngleich ich mir mehr reflektierende Passagen gewünscht hatte, aber es ist anstrengend. Der Lesefluss wird ständig unterbrochen und das wird verstärkt durch "Ich:" - mich hat das sehr gestört. Es wäre besser gewesen, wenn man mit einer Kursiv-Formatierung und Absätzen für die reflektierenden Passagen gearbeitet hätte.Noch nerviger fand ich, dass die Zeitangabe NACH der SMS steht. Als Leser ist man es gewohnt, von oben nach unten zu lesen und auch bei Chatprogrammen steht die Zeit auf einer Zeile oder VOR dem Textfeld. Auch hier hätte man mit Absätzen arbeiten können, um längere Pausen zu betonen. Übrigens habe die SMS, besonders am Ende, deutlich mehr als 160 Zeichen. Entsprechend der Form wirkt die Sprache sehr holprig. Sowohl der türkischstämmige Koray als auch die deutsche Elke sprechen ein klares Deutsch, das bei Koray von "..." und bei Elke durch Umgangssprache dominiert wird. Glücklicherweise finden sich keine sms-typischen Abkürzungen. Fazit: "Achteinhalb Wochen" ist ein feinfühliger Text, über den sich der Autor viele Gedanken gemacht hat. Ich mag die fehlenden Klischees sehr. Aber inmitten der Gestaltung geht die Handlung unter und die Dramaturgie leidet. Besonders das Ende wirkt nicht knackig genug.

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