Ute Planert Antifeminismus Im Kaiserreich

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Inhaltsangabe zu „Antifeminismus Im Kaiserreich“ von Ute Planert

Antifeminismus am Ende der "Klassischen Moderne" Eine Untersuchung des Antifeminismus im wilhelminischen Deutschland. Untersucht wird der antifeministische Diskurs und die Breitenwirkung antifeministischer Weltbilder im Denken, aber auch im politischen und sozialen Leben. Der Antifeminismus war eine Grundstimmung des bürgerlichen Deutschland in der Krisenphase der Klassischen Moderne. In diesem Band geht es um die Opposition gegen Emanzipationsforderungen, die von der Frauenbewegung seit den 1890er Jahren verstärkt vorgetragen wurden. Der gesellschaftliche Wandel im Kaiserreich wurde von tiefen Veränderungen im Verhältnis der Geschlechter begleitet. Seit die Zeitgenossen die "Frauenfrage" als politische und kulturelle Herausforderung begriffen, bildete sich in breiten Schichten zwischen Kleinbürgertum und Adel eine antifeministische politische Mentalität heraus. Es entstand ein weitverzweigtes antifeministisches Netzwerk, das eng mit antisemitischen, nationalistischen und antiparlamentarischen Strömungen verflochten war. In einer Diskursanalyse werden die spezifischen Argumentationsmuster sozialer Schichten und Gruppen zwischen Kleinbürgertum und Adel untersucht; dabei wird die breite Verankerung des Antifeminismus in der wilhelminischen Gesellschaft sichtbar. Nach dem Ersten Weltkrieg fädelte sich der Antifeminismus in die völkische Bewegung der Weimarer Republik ein; eine personelle Kontinuität läßt sich bis in den Nationalsozialismus nachweisen. Am Schluß wird der wilhelminische Antifeminismus als Folge einer "umfassenden Skepsis gegenüber der Moderne" und als Teil einer "tiefen Krise männlicher Identität" interpretiert. Die Arbeit verbindet in reflektierter Weise kultur-, sozial- und mentalitätsgeschichtliche Ansätze. Aus geschlechtergeschichtlicher Perspektive leistet Ute Planert einen wesentlichen Beitrag zur Sozial- und Mentalitätsgeschichte des wilhelminischen Deutschland, zu den Umbrüchen um 1900 und den von ihnen heraufbeschworenen Orientierungsproblemen. Aus dem Inhalt 1. Traditionslinien: Von den "Geschlechtsverhältnissen" zur "Frauenfrage" 2. Antifeministischer Diskurs in der wilhelminischen Gesellschaft - Trägergruppen und Argumentationen 3. Der Antifeminismus organisiert sich: Die Gründung des Deutschen Bundes zur Bekämpfung der Frauenemanzipation 4. Frauenpolitische Kontroversen 1912- 1914 5. Geschlechterpolitik im Ersten Weltkrieg 6. Vom organisierten Antifeminismus zur völkischen Bewegung 7. Schlußbetrachtung: Gesellschaftliche Modernisierung und Geschlechterfrage Die Autorin Dr. Ute Planert ist Wissenschaftliche Assistentin am Historischen Seminar der Universität Tübingen.

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