Ute Scheub

 4.1 Sterne bei 15 Bewertungen
Autor von Das falsche Leben, Glücksökonomie und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Ute Scheub

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Das falsche Leben

Das falsche Leben

 (7)
Erschienen am 01.01.2012
Beschiss-Atlas

Beschiss-Atlas

 (2)
Erschienen am 15.03.2012
Glücksökonomie

Glücksökonomie

 (2)
Erschienen am 25.08.2014
Die Humusrevolution

Die Humusrevolution

 (1)
Erschienen am 20.02.2017
Heldendämmerung

Heldendämmerung

 (1)
Erschienen am 04.03.2010
Ackergifte? Nein danke!

Ackergifte? Nein danke!

 (0)
Erschienen am 01.11.2014
Friedenstreiberinnen

Friedenstreiberinnen

 (0)
Erschienen am 01.09.2004

Neue Rezensionen zu Ute Scheub

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M

Rezension zu "Glücksökonomie" von Ute Scheub

Es ginge auch anders, bei näherem Nachdenken
michael_lehmann-papevor 4 Jahren

Es ginge auch anders, bei näherem Nachdenken

„Reichtum besteht nicht in der Ansammlung von Geld, sondern in der Qualität menschlicher Beziehungen“

Diesen Satz vom Klappentext kann sicherlich in ruhigen Minuten, im Warmen und bei einem Glas Wein, so gut wie jeder sinnierend unterstreichen.

Der Zustand der Welt und der Alltag an allen Ecken und Enden des Globus scheinen aber aufzuzeigen, dass es entweder mit der praktischen Umsetzung gewaltig hapert oder der Satz missverstanden wird (die „Beziehungen“ werden an manchen Orten sehr eng gefasst und für alle anderen gilt: Nach uns die Sintflut) oder er einfach nicht stimmt. Denn sonst wäre die Welt ja ein Ort sich ständig vertiefender und sich erweiternder „Beziehungen mit Qualität“ und es wäre allen möglich, daran reich zu werden. Ist sie aber (noch) nicht.

So ist der Untertitel des Buches schon eine steile These, die einerseits theoretisch breite Zustimmung und anderseits praktisch weitgehende Ignoranz erfährt:

„Wer teilt hat mehr vom Leben“.

Doch andererseits ist ein gewisses Umdenken durchaus auch zu spüren. Etwas tun, sich engagieren, Not lindern, Lebensmittel sammeln und Verteilen, sich zur Verfügung stellen, Dinge nicht besitzen, sondern teilen, all das findet in kleinerem Rahmen bereits statt, wird mehr und hat längst die Grenzen alternativer Landwohngemeinschaften überschritten.

Und was das nun genau sein kann, jene Formen des Wirtschaftens, welche die Lebenszufriedenheiten der Menschen tatsächlich und zwar in der Breite fördern (und nicht nur wenigen ein „immer mehr“ ermöglichen), dem gehen die Autorinnen im Buch differenziert, überzeugend und sehr anschaulich dargestellt nach.

Von der Beobachtung ausgehend, dass Ökonomen nicht erklären können, warum eigentlich Solidarität, Lebenszufriedenheit, Lachen und Glück sich mehre, wenn man sie teilt (und auch nur dann), entfalten die Autorinnen ihre These vom Teilen, das nicht zum Bankrott, sondern im Gegenteil, zu einem persönlichen „Mehr“ führt. Und das ohne Sozialromantik, sondern durchaus aufgrund belastbarer, empirischer Beobachtungen.

Was sind die Beispiele „andren Wirtschaftens“? Es gibt sie und im Buch findet man genug Beispiele für ein „ökosoziales Wirtschaften von unten“, das an vielen Orten sich mehr und mehr entwickelt.

Nachdem breit und belastbar im Buch dargelegt wird, was die Glücksforschung in der aktuellen Diskussion bereits deutlich herausgearbeitet hat:

Eigentum und Geld steigern das Wohlbefinden nur begrenzt. Ab einem gewissen Einkommen verschafft der „Mehrwert“ keine oder nur eine sehr kurze Befriedigung.
Kooperation ist das, was dauerhaft und langfristig für Zufriedenheit und damit auch Glück sorgt. Konkurrenz und Statusstress dienen nur einem je kurzen Aufflackern von „sich sonnen“ in Anerkennung oder Neid, Teilen und Teilhabe entsprechen der Grundkonstitution des Menschen als soziales Wesen bei weitem mehr.

So ergibt sich im Lauf der Lektüre ein klares Bild, dass der Mensch (Gründe werden natürlich ebenfalls benannt) eher „gegen sich“ lebt in den modernen Bezügen der Welt, als „sich gemäß“ (und damit mit den anderen).

Eine Lebensform, die Folgen hat, die nicht zu einem Mehr an Zufriedenheit und Glück, an Gesundheit und Lebensfreude führt, sondern im Gegenteil durch das fast allein als „Erflog“ geltende Anhäufen von materiellen Dingen, Konsum, Einfluss, Konkurrenz den einzelnen inmitten seines Wohlstandsberges rastlos und „krank“ zurücklässt.

Eine Spirale, die sich immer schneller dreht und die scheinbar noch kein Ende findet.

Doch Digitales Teilen, Patenfreie Produktion, Lokales Tauschen, Forschung und Bildung auf der Basis „offener Quellen“, Schwarmgeld und dezentrale Selbstorganisation (auch auf dem Energiesektor) sind viele und noch lange nicht die einzigen Ansätze, die überall erprobt, versucht, als Lebensform experimentiert werden und in diesen Anfangsmomenten bereits Kooperation, Teilhabe und Teilen und ein gutes Maß an Zufriedenheit bei den Beteiligten offenkundig werden lassen.

Alles in allem eine interessante Lektüre auf der Basis der Fakten der „Glücksforschung“ und der aktuell zu beobachtbaren Versuche, es tatsächlich nicht nur anders zu denken, sondern auch anders zu machen.

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W

Rezension zu "Terra Preta. Die schwarze Revolution aus dem Regenwald" von Ute Scheub

Ist das die Lösung ?
WinfriedStanzickvor 6 Jahren

Dieses handliche und sehr gut aufgebaute Buch verspricht nicht weniger als eine Revolution. „Mit Klimagärtnern die Welt retten und gesunde Lebensmittel produzieren“ – solche Titel machen mich sonst eher skeptisch. Denn zuviel Neues hat sich in der Vergangenheit schon als nicht praktikabel herausgestellt. Nur die Tatsache, dass der renommierte und für seine wissenschaftlichen Standards bekannte Oekom Verlag dieses Buch publiziert und dass die bekannte Journalistin Ute Scheub es zusammen mit anderen geschrieben hat, weckte so etwas wie Vertrauen in mir.

 

Die Autoren haben das uralte Wissen  um die wohl fruchtbarste Erde der Welt zusammengetragen und geben fundierte Anweisung, wie man sie selbst herstellen und Nahrungsmittel auf ihr anbauen kann. Diese Technik des „Klimagärtnerns“ ermöglicht es Kohlenstoff in Form von Pflanzenkohle dauerhaft im Boden zu speichern. Und wer denkt, das gehe nur im Kleingarten: die Autoren haben auch Projekte gefunden und mit Landwirten gesprochen, die das in größerem Umfang tun. Es ist alles nur eine Frage des politischen Willens.

 

Ich rege an , dass der Verlag in einem zeitlichen  Abstand erneut ein Buch veröffentlicht, in dem er die weitere Entwicklung beschreibt einer Idee, die überzeugt, die aber radikalte Veränderungen in der herrschenden Agrarpolitik nötig macht. Ob das gelingt?

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Jens65s avatar

Rezension zu "Das falsche Leben" von Ute Scheub

Rezension zu "Das falsche Leben" von Ute Scheub
Jens65vor 10 Jahren

Sie zeichnet ein Leben nach, das mit dem Titel bereits mehr als treffend beschrieben ist, denn Manfred Augst's Leben war geprägt durch Irrtümer und Fehlentscheidungen und da er zur Reflektion neigte, litt er daran so sehr, dass die Entscheidung für den Selbstmord die einzig logische Konsequenz schien. Das die Menschen, die ihm nahestanden mit dieser Entscheidung weiterleben mussten, kalkulierte er ein. Dennoch gelingt es Ute Scheub, ihrem Vater Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Das zeugt nicht nur von starkem, unabhängigem Geist sondern auch von der Fähigkeit, Trauer und Wut konstruktiv zu formulieren! Respekt!

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