Ute Scheub , Annette Jensen Glücksökonomie

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Inhaltsangabe zu „Glücksökonomie“ von Ute Scheub

Forscher sind sich einig: Lebenszufriedenheit hängt immer weniger von Geld und Besitz ab. Wichtig für persönliche Glücksgefühle sind soziale Fähigkeiten wie Kooperieren, Teilen oder sich für andere einsetzen – und sie finden immer öfter Eingang in unsere Arbeitswelt. Erfolgreiche Unternehmer, die bevorzugt Alleinerziehende beschäftigen oder sich selbst weniger Gehalt ausbezahlen als ihren Angestellten; Verbraucherinnen, die ökologisch wirtschaftende Bauernhöfe mitfinanzieren; Softwareentwickler, die ihre Arbeit zum freien Gebrauch zur Verfügung stellen – die Welt des Tauschens, Teilens und gemeinsamen Erlebens ist schier unendlich. Überall machen sich Menschen auf, neue Wege zwischen Markt und Staat zu suchen, gründen Unternehmen und Initiativen, die nicht mehr auf Geld-, sondern auf Glückslogik basieren, schaffen neue Umgangsformen, die zwischen dörflichem Zusammenhalt und urbaner Freiheit angesiedelt sind. Die so entstehende Glücksökonomie greift die alte Wachstumswirtschaft nicht frontal an, sondern wuchert fröhlich in sie hinein, um Räume zu schaffen, in denen Teilen wichtiger ist als Besitzen. Die Autorinnen haben Menschen besucht, die ein völlig anderes Leben führen, und berichten aus der bunten Welt des befreienden Miteinanders, die durch das Internet enorm befeuert wird.

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  • Es ginge auch anders, bei näherem Nachdenken

    Glücksökonomie
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    29. August 2014 um 15:07

    Es ginge auch anders, bei näherem Nachdenken „Reichtum besteht nicht in der Ansammlung von Geld, sondern in der Qualität menschlicher Beziehungen“ Diesen Satz vom Klappentext kann sicherlich in ruhigen Minuten, im Warmen und bei einem Glas Wein, so gut wie jeder sinnierend unterstreichen. Der Zustand der Welt und der Alltag an allen Ecken und Enden des Globus scheinen aber aufzuzeigen, dass es entweder mit der praktischen Umsetzung gewaltig hapert oder der Satz missverstanden wird (die „Beziehungen“ werden an manchen Orten sehr eng gefasst und für alle anderen gilt: Nach uns die Sintflut) oder er einfach nicht stimmt. Denn sonst wäre die Welt ja ein Ort sich ständig vertiefender und sich erweiternder „Beziehungen mit Qualität“ und es wäre allen möglich, daran reich zu werden. Ist sie aber (noch) nicht. So ist der Untertitel des Buches schon eine steile These, die einerseits theoretisch breite Zustimmung und anderseits praktisch weitgehende Ignoranz erfährt: „Wer teilt hat mehr vom Leben“. Doch andererseits ist ein gewisses Umdenken durchaus auch zu spüren. Etwas tun, sich engagieren, Not lindern, Lebensmittel sammeln und Verteilen, sich zur Verfügung stellen, Dinge nicht besitzen, sondern teilen, all das findet in kleinerem Rahmen bereits statt, wird mehr und hat längst die Grenzen alternativer Landwohngemeinschaften überschritten. Und was das nun genau sein kann, jene Formen des Wirtschaftens, welche die Lebenszufriedenheiten der Menschen tatsächlich und zwar in der Breite fördern (und nicht nur wenigen ein „immer mehr“ ermöglichen), dem gehen die Autorinnen im Buch differenziert, überzeugend und sehr anschaulich dargestellt nach. Von der Beobachtung ausgehend, dass Ökonomen nicht erklären können, warum eigentlich Solidarität, Lebenszufriedenheit, Lachen und Glück sich mehre, wenn man sie teilt (und auch nur dann), entfalten die Autorinnen ihre These vom Teilen, das nicht zum Bankrott, sondern im Gegenteil, zu einem persönlichen „Mehr“ führt. Und das ohne Sozialromantik, sondern durchaus aufgrund belastbarer, empirischer Beobachtungen. Was sind die Beispiele „andren Wirtschaftens“? Es gibt sie und im Buch findet man genug Beispiele für ein „ökosoziales Wirtschaften von unten“, das an vielen Orten sich mehr und mehr entwickelt. Nachdem breit und belastbar im Buch dargelegt wird, was die Glücksforschung in der aktuellen Diskussion bereits deutlich herausgearbeitet hat: Eigentum und Geld steigern das Wohlbefinden nur begrenzt. Ab einem gewissen Einkommen verschafft der „Mehrwert“ keine oder nur eine sehr kurze Befriedigung. Kooperation ist das, was dauerhaft und langfristig für Zufriedenheit und damit auch Glück sorgt. Konkurrenz und Statusstress dienen nur einem je kurzen Aufflackern von „sich sonnen“ in Anerkennung oder Neid, Teilen und Teilhabe entsprechen der Grundkonstitution des Menschen als soziales Wesen bei weitem mehr. So ergibt sich im Lauf der Lektüre ein klares Bild, dass der Mensch (Gründe werden natürlich ebenfalls benannt) eher „gegen sich“ lebt in den modernen Bezügen der Welt, als „sich gemäß“ (und damit mit den anderen). Eine Lebensform, die Folgen hat, die nicht zu einem Mehr an Zufriedenheit und Glück, an Gesundheit und Lebensfreude führt, sondern im Gegenteil durch das fast allein als „Erflog“ geltende Anhäufen von materiellen Dingen, Konsum, Einfluss, Konkurrenz den einzelnen inmitten seines Wohlstandsberges rastlos und „krank“ zurücklässt. Eine Spirale, die sich immer schneller dreht und die scheinbar noch kein Ende findet. Doch Digitales Teilen, Patenfreie Produktion, Lokales Tauschen, Forschung und Bildung auf der Basis „offener Quellen“, Schwarmgeld und dezentrale Selbstorganisation (auch auf dem Energiesektor) sind viele und noch lange nicht die einzigen Ansätze, die überall erprobt, versucht, als Lebensform experimentiert werden und in diesen Anfangsmomenten bereits Kooperation, Teilhabe und Teilen und ein gutes Maß an Zufriedenheit bei den Beteiligten offenkundig werden lassen. Alles in allem eine interessante Lektüre auf der Basis der Fakten der „Glücksforschung“ und der aktuell zu beobachtbaren Versuche, es tatsächlich nicht nur anders zu denken, sondern auch anders zu machen.

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