Ute Tietje

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Ute Tietje

Lebenslauf von Ute Tietje

Die Wurzeln meiner Familie lassen sich in Bremen bis ins 15. Jahrhundert zurückverfolgen. Auch ich wurde 1949 in Bremen, einer Stadt, der ich immer noch sehr verbunden bin, geboren. Doch durch eine berufliche Veränderung meines Vaters (Ingenieur) verschlug es die Familie jedoch 1952 ins Rheinland, nach Rheydt. Nach einer Erkrankung kam ich im Alter von vier Jahren zum Theaterballett, damals einzige Möglichkeit für Muskelaufbautraining. Training mindestens dreimal die Woche. Schon ein Jahr später tanzte ich im Kinderballett mit, trainiert von besten internationalen Ballettmeistern. Solotanz auf Spitze, Sprech- und Singrollen sollten folgen. Mit Begeisterung tourte ich mit dem Rheydter Stadttheater durch das Ruhrgebiet und andere Städte. Die ersten Jahre für das Weihnachts- und Sommermärchen, später mit Opern und Operetten, manchmal mit mehreren Aufführungen am Tag. Zum Glück fiel das in der Zeit noch nicht unter Kinderarbeit. Schon damals war ich eine unersättliche Leseratte und meine Eltern konnten gar nicht genug Bücher beschaffen, die ich in den Pausen in meiner Garderobe verschlang. Es war eine fantastische und aufregende Zeit und mein Berufsziel stand fest: Schauspielerin. Ich habe in dieser Zeit unendlich viel gelernt, vor allem zog es mich auch ins Theater, wenn Stücke gegeben wurden, in denen ich nicht mitspielte, denn ich durfte immer in der Loge des Intendanten sitzen. Viele Stücke habe ich so zehnmal gesehen. Aber diese Zeit ging zu Ende, als mein Vater eine Arbeitsstelle in Aachen bekam. Da Aachens Theater kein Kinderballett hatte, meldeten mich meine Eltern in einer Ballettschule an. Dort war das höchste Ziel beim Kinderkarneval bei entsprechenden Auftritten mitzutanzen. Da manche Eltern für dieses Privileg viel Geld "sponserten" beschied mich meine Ballettmeisterin, ich sei noch nicht reif genug für öffentliche Auftritte. Ich wandte mich einem neuen Hobby zu, dem Reitsport. Auch hier gab es "sponsernde" Eltern, so musste ich die unbeliebten Pferde reiten und im ersten Jahr fiel ich pro Stunde gelegentlich bis zu viermal vom Pferd. Da ich fest entschlossen war, reiten zu lernen, schreckte mich das nicht ab, zumal ich mich bei den Stürzen nie ernsthaft verletzte. Meine Eltern bekamen das nicht mit, da es damals noch üblich war, sich entweder per pedes (auch wenn es 40 Minuten dauerte) oder später mit dem Fahrrad zu solchen Sportstätten aufzumachen. Taxi Mama war unbekannt. Ich wechselte den Stall und von nun an ging es bergauf mit der Reiterei, bis hin zur erfolgreichen Turnierteilnahme und dem Beritt von Pferden. Inzwischen besuchte ich ein privates, neusprachliches Mädchengymnasium mit altsprachlichem Zweig. Das hieß: Englisch, Latein, Französisch. Wusste ich die Lateinpaukerei damals noch nicht zu schätzen, heute bin ich dankbar dafür. Später kam noch Spanisch als Wahlfach dazu. Im Alter von zwölf Jahren begann ich selbst zu schreiben. Meine blühende Phantasie, die meine Eltern und auch meine Lehrer bedauerlicherweise gar nicht schätzten, ließen mich die ersten Abenteuergeschichten verfassen, die allerdings in der Schublade verschwanden. Mein erstes Buch über Pferde und Menschen wurde von den Verlagen als zu klischeehaft abgelehnt, obwohl es sich genau so zugetragen hatte. Meine Reiselust wurde frühzeitig durch meine Eltern angeregt, denn bereits 1958 fuhren wir mit unserem VW Käfer und einem Minizelt mit extra eingenähten Moskitonetzen auf einer Schotterstraße über die Pyrenäen nach Spanien an die Costa Brava, an der es damals noch von Skorpionen und Riesenspinnen wimmelte. Die Reisen in den nächsten Jahren, allerdings unter komfortableren Umständen, führten in die Nähe von Tarragona, nach Cambrils, damals ein kleiner Fischerort, heute der wahr gewordene Alptraum vom Massentourismus. Die Abenteuerlust meiner Eltern führte in manchen Jahren aber auch bis nach Gibraltar. Ich konnte während der Fahrt nie schlafen, wie andere Menschen. Meine Angst irgendwas zu verpassen, war viel zu groß. Das ist bis heute so geblieben. Auf diesen Reisen begann ich, das Erlebte zu Papier zu bringen. Auch zuhause hielt ich Erlebnisse oder Gedanken schriftlich fest und arbeitete zeitweise für unsere Schülerzeitung, später auch für die eines Jungengymnasiums. Mein Physik- und Mathelehrer, der lange in Ecuador gelebt hatte, übernahm bestimmte Bereiche des Geografie- und Geschichtsunterrichts und entfachte mein Interesse an Inka, Maya und Azteken. Mein Vater sorgte mit dem Buch "Götter, Gräber und Gelehrte" zu Weihnachten für ein übriges. Ich entwickelte ein leidenschaftliches Interesse für alte Kulturen und wollte jetzt Archäologin werden. Zu meinen weiteren Hobbys zählte inzwischen die Fotografie. Unfähig etwas zu malen oder zu zeichnen, erschien mir der Fotoapparat als ideales Werkzeug, etwas im Bild festzuhalten. Wann immer ich die Gelegenheit hatte, erweiterte ich mein Wissen und natürlich auch meine Fotoausrüstung. Ich durfte u.a. einigen guten Fotografen über die Schulter schauen. Einer meiner besten Lehrmeister war seit ca. 1990 der Top-Pferdefotograf KC Montgomery aus Oklahoma. Mein erstes Auto war ein gebrauchter himmelblauer Karmann Ghia, denn ich wollte ein besonderes Auto. Ich genoss die Flower Power Zeit, reiste ins Swinging London, nach Saint Tropez, Torremolinos und natürlich San Francisco. Heute für junge Leute schon fast normal, war das damals etwas ganz Besonderes. Jeden Pfennig meines Einkommens sparte ich dafür. Eigentlich immer für jede Verrücktheit zu haben, mochte ich zwei Trends nicht folgen: "Make love not war". Ich lebte im Gegensatz zu meinem Umfeld monogam und rauchte auch kein Hasch, obwohl dieser Geruch durch die Keller aller Studentenkneipen waberte und beim Sitzen auf den Brunnenstufen des Piccadilly einfach dazugehörte. Da das Schicksal manchmal unergründliche Wege geht, studierte ich Betriebswirtschaft (ich habe erst ein Jahr vor dem Diplom gemerkt, dass das wenig mit mir zu tun hatte, habe es aber trotzdem abgeschlossen) und Innenarchitektur. Studium und später Familie ließen kaum mehr Freiraum für das Schreiben. Lediglich humorvolle Reisetagebücher entsprangen noch meiner Feder oder besser gesagt meiner Schreibmaschine. 1982 entdeckte ich meine Liebe zum Westernreitsport und zog 1990 mit meinen Söhnen und Pferden auf die ST-Moorland-Ranch in der Nähe von Verden/Aller um. Nach entsprechenden Erfolgen im Westernreitsport, die zum größten Teil der von mir ausgebildeten wunderbaren Quarter Horse Stute Lady Dividend Heart zu verdanken sind, wechselte ich 1992 von der Amateurklasse ins Profilager und bildete Menschen und Pferde von Bayern bis Mecklenburg erfolgreich aus. Daneben betätigte ich mich auf meiner Ranch und auch an anderen Orten als Turniermanagerin. Seit 1987 arbeitete ich zusätzlich als Fachjournalistin für alle Westernreitsport-Magazine, sowie auch klassische Reitsportzeitschriften mit Text- und Bildberichterstattung in Sachen Westernreitsport mit all seinen vielschichtigen Randgebieten wie Artikeln über Ranches, Museen und andere kulturelle Ereignisse aus dem Südwesten der USA. Turnierberichte u.a. über Deutsche-, Europa- und Weltmeisterschaften (AHQA World Championship in Oklahoma 9 Mal in Folge), Fachberichte über Ausbildung, Ausrüstung und andere Themen des Westernreitsports, sowie Ranch- und sonstige Berichte aus den USA gehörten zu meinem Spektrum sowie Vorträge über den Westernreitsport u. a. im Deutschen Pferdemuseum in Verden. 1998 trat der Franckh-Kosmos Verlag an mich heran und bat mich, das Buch "Westernreiten" zu schreiben, das bereits 1999 erschien. 2000 folgte im gleichen Verlag das "Kosmos Lexikon Westernreiten“. 2003 veröffentlichte ich im Buffalo Verlag mein erstes Kochbuch „Cowboy Cooking“, dem bis heute noch fünf weitere folgten. 2006 kam mein erster Roman "Carmen in fünf Akten" auf den Markt. Abgelehnt von vielen Verlagen, weil die Protagonisten angeblich zu alt wären und es daher keine passende Zielgruppe gäbe. 2004 hatte ich die Grund-Idee zu meiner Jugend-Abenteuerserie, deren erste Band "Abenteuer in Texas" 2012 erschien. Die Recherchen zu meinen Büchern erfolgten seit 1991 bei jährlichen Touren in den Südwesten der USA bei unzähligen Kontakten mit den neuen und alten Einwohnern der "Neuen Welt" bei denen ich Informationen und Rezepte sammelte. Für das kanadische Kochbuch verbrachte ich 2007 insgesamt vier Monate in Kanada. Seit 2000 führte mich meine Recherche mit mehreren Reisen nach Andalusien, aber auch in viele andere Länder, da es mir ein Anliegen ist, für jedes Buch vor Ort sorgfältig zu recherchieren. So verbrachte ich im Hinblick auf den dritten Band der Jugend-Abenteuerserie Januar 2013 vier Wochen im Dschungel von Yukatan, abseits der Touristenströme. Zu finden bin ich auf auch auf meiner eigenen Autorenhomepage unter: www.ute.tietje.com sowie auf meiner Facebookseite unter: https://www.facebook.com/ute.tietje.1

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