Genauso gut wie der Duve-Roman, nur anders ist diese Romanbiografie der Droste. Statt ironischer Distanz dominiert bei Utta Keppler Einfühlung. Statt ein Jahr im Lebens der Droste zu schildern, geht es hier um den Weg von der Geburt bis zum Tod. Eingeflochten in die sehr poetisch geschriebene Schilderung des Lebens der Dichterin sind eine ganze Reihe von Gedichten der Droste. So entsteht ein sehr glaubhaftes Bild einer bedeutenden Literatin und einer sehr interessanten Frau des 19. Jahrhunderts.
Utta Keppler
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
Alle Bücher von Utta Keppler
Die Falterfrau. Maria Sibylla Merian
Die Droste - Biografie von Annette von Droste-Hülshoff
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Wer war die Frau, die einst den 500-DM-Schein und 1987 die 40-Pfennig-Dauerbriefmarke zierte? Maria Sibylla Merian, Tochter des Kupferstechers Matthäus Merian dem Älteren kam am 2. April 1647 in Frankfurt am Main zur Welt. Wer im Internet nach ihrem Namen sucht, entdeckt wunderschöne, farbenprächtige Kupferstiche, die diese talentierte Malerin im Laufe ihres Lebens schuf und in „Das neue Blumenbuch“ und „Der Raupen wunderbare Verwandlung“ erscheinen ließ.
Alltäglich war es nicht gerade, wenn eine Frau im 17. Jahrhundert einen künstlerischen Beruf ergriff. Dass sich Maria Sibylla Merian darüber hinaus für Insekten interessierte, erschien vielen Zeitgenossen befremdlich. Das führte, wenn der Inhalt des Biografischen Romans von Utta Keppler genug Wahrheitsgehalt hat, sogar dazu, dass sie nur knapp der Hexenverfolgung entging: „Zauberei! Hexenwerk! Das ist der Widerwille gegen alles Andersartige, Überlegene, fuhr es ihr durch den Kopf. Die Männer nehmen mir übel, was ich als Frau leiste, und die Frauen sind eifersüchtig auf die scheeläugige Bewunderung der Männer.“
Schon als junges Mädchen entdeckte Maria Sibylla Merian den Zusammenhang zwischen Eiern, Raupen, Puppen und Schmetterlingen, die sie liebevoll „Sommervöglein“ nannte. Mit ihren Forschungen begründete sie die erste systematische Insektenkunde.
Kurz nach ihrem 19. Geburtstag heiratete sie Johann Andreas Graff, einen Schüler ihres Stiefvaters Marell und zog mit ihm in seine Heimatstadt Nürnberg. Graff, an sich selbst zweifelnd, ergab sich immer wieder dem Alkohol, während Sibylla mit Malunterricht für höhere Töchter den Lebensunterhalt für die Familie bestritt, zu der im Laufe der Jahre zwei Töchter gehörten. Graff zog sich immer stärker zurück, so dass Sibylla 1682 nach Frankfurt zurückkehrte, um die Mutter zu pflegen. Zusammen mit ihr und dem Halbbruder Caspar übersiedelte sie nur wenige Jahre später zu den Labadisten nach Schloss Waltha in den Niederlanden. Von der Gemeinschaft schwer enttäuscht, ließ sie sich nach dem Tod der Mutter und des Halbbruders auszahlen und zog nach Amsterdam, von wo sie 1699 nach Surinam (Niederländisch Guayana) zu einer zweijährigen Forschungsreise aufbrach.
Diesen Lebensabschnitt stellte die Autorin durch Briefe dar, die die „Falterfrau“ an die zu Hause gebliebene Tochter schrieb. Wer jemals in einem Schmetterlingshaus tropische Falter bewundern konnte, kann die Begeisterung, die aus den Briefen spricht, nachempfinden. Allerdings zog sie sich – laut Roman – eine Tropenkrankheit zu, die sie nach der Rückkehr schwächte und keine großen Reisen mehr erlaubte. Sibylla starb am 13. Januar 1717 in Amsterdam und wurde dort auf Armenrecht beigesetzt.
Trotz des ausgesprochen interessanten Lebenslaufes konnte mich das Buch nicht überzeugen. Vielleicht lag es daran, dass ich nicht das Original, sondern eine stark gekürzte Fassung des Romans vorliegen hatte? Da sich aber mehrere Biographen mit dem Leben der Sibylla Merian auseinandergesetzt haben, lohnt es sich sicherlich, nach etwas ähnlichem zu suchen.
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