Uwe Jochum Geschichte der abendländischen Bibliotheken

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Inhaltsangabe zu „Geschichte der abendländischen Bibliotheken“ von Uwe Jochum

Am Beginn jeder Bibliotheksgeschichte steht die Frage, wie der Mensch handelnd eine Kontrolle über seine Umwelt gewinnt. Die frühen Höhlenbilder können als erster Versuch einer Inventarisierung von Umwelt verstanden werden. Auf diese ersten „Archive“ der Menschheit folgen die kosmologischen Bibliotheken des Alten Orients und Ägyptens sowie des Hellenismus, die den Bezug des Menschen zu Göttern und Kosmos herausstellen. Diese Bibliotheken werden im Mittelalter abgelöst von „Bibliotheken des Heils“, die sich auf das heilsrelevante menschliche Handeln und die göttliche Gnade konzentrieren. In der Neuzeit treten „Bibliotheken des Nutzens“ an ihre Stelle: Die Landesherren setzen nun eigene Einrichtungen an die Stelle kirchlicher Institutionen, die der Mehrung des Nutzens für das jeweilige Land verpflichtet sind. Die überall entstehenden Universitäts- und Hofbibliotheken gehören in diesen Kontext. Erst am Ende des 20. Jahrhunderts entsteht mit den „digitalen Bibliotheken“ etwas qualitativ Neues, indem der Aspekt des „Nutzens“ unter digitalem Vorzeichen verstärkt wird – seither stehen die Bibliotheken als Institutionen in Frage.

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  • Rezension zu "Geschichte der abendländischen Bibliotheken" von Uwe Jochum

    Geschichte der abendländischen Bibliotheken

    affler

    28. April 2011 um 07:04

    Wow. Das ist das erste Wort, das mir zu diesem Buch einfällt. Da ich tagtäglich in einer Universitätsbibliothek arbeite, ohne eine bibliothekarische Ausbildung zu haben, interessierte ich mich sehr für die geschichtliche Entwicklung der Bibliotheken, deren Aufbau und Arbeitsalltag". Der Autor hat mir durch seinen fesselnden, informativen und bildhaften Schreibstil einen guten Einblick in die Entwicklungsgeschichte verschaffen können. Uwe Jochum schildert in seinem Werk die Entstehung der Bibliothek aus den Kinderschuhen heraus von einer Neandertaler Höhle, bis zur Antiken Bibliothek (Alexandria), über die ersten imperialen Bibliotheken (Apollo Bibliothek, Rom) bis hin zu den Bibliotheken im Mittelalter (Bibliotheken des Heils), und zur Gegenwart, zu den heutigen Bibliotheken des Nutzens (öffentliche Bibl.) und den Bibliotheken im Netz (Internet). Er beschreibt diese verschiedenen ineinandergreifenden Entwicklungsstufen mit einer großen Anzahl facettenreicher Bilder, Anekdoten, historischen Belegen und einer guten Portion schriftlichen Könnens. Es ist interessant zu sehen wie es mit kleinen Bildern in den Neandertaler-Höhlen Frankreichs anfing und mit großen Ansammlungen von Schriften und Werken wie in Alexandria, Rom und in unserer heutigen Zeit endet. Das Buch ist nicht nur fesselnd sondern auch informativ und verschafft auch den Nichtbibliothekaren und Geschichtsinteressierten von Nebenan einen wunderschönen Einstieg in die Entstehungsgeschichte der abendländischen Bibliotheken. Fazit: Kaufen, zurücklehnen, genießen und nicht mehr aus den Händen legen!

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