Uwe Johnson Ingrid Babendererde

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Inhaltsangabe zu „Ingrid Babendererde“ von Uwe Johnson

Eine Reifeprüfung besonderer Art haben die beiden Hauptprotagonisten in Uwe Johnsons erstem Roman, der erst nach seinem Tode veröffentlicht wurde, abzulegen: Klaus Niebuhr und Ingrid Babendererde müssen sich nicht nur auf die schulische Reifeprüfung vorbereiten, sondern sich auch zu der Kampagne der staatlichen Institutionen der DDR gegen die evangelische »Junge Gemeinde« verhalten. Ingrid Babendererde soll auf einer Schulversammlung, gegen die Wahrheit, die Mitglieder der »Jungen Gemeinde« denunzieren. Sie nutzt ihre Rede jedoch dazu, die »Junge Gemeinde« unter Hinweis auf die Verfassung der DDR zu verteidigen und den Direktor der Schule wegen seines Vorgehens zu kritisieren, und wird aus der Schule ausgeschlossen. Daraufhin entschließt sich das »Paar«, in den Westen zu gehen, in eine »Lebensweise«, die sie »für die falsche erachten«. Ingrid Babendererde weist bereits alle Merkmale auf, die für das Werk von Uwe Johnson charakteristisch sind: die distanzierte und zugleich einfühlend-liebevolle Art, in der der Erzähler mit seinen Personen umgeht, die eigensinnige Sprache, die den Eigensinn der Personen und ihrer Handlungen in den Anfangsjahren der DDR wiedergibt.

Eines der schlimmsten Bücher die ich im Deutschunterricht in 13 Jahren Schule lesen musste. Unglaublich chaotisch und langweilig geschrieben

— Vanessa_Wittig

Ein ungewöhnliches Buch mit sehr eigenem Schreibstil und Charakter. Über Jugendliche im Schulsystem der frühen DDR.

— Weltensucher

Das Thema ist interessant, aber der Schreibstil hat dafür gesorgt, dass ich mich durch das Buch durchquälen musste...

— JuSo98

Grandios: sprachlich außergewöhnlich, atmosphärisch dicht, voller Wut.

— ekoepping

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  • Ein Buch mit ganz eigenem Charakter

    Ingrid Babendererde

    Weltensucher

    21. August 2017 um 17:54

    Eine Kleinstadt im Osten Deutschlands ist Schauplatz der Geschichte. Sie findet im Jahr 1953 statt – zur Zeit der DDR. Ingrid, Klaus und Jürgen, die drei Protagonisten, sind Schüler der Gustav-Adolf-Oberschule und stehen kurz vor ihrer Reifeprüfung. Sie verbindet eine ungewöhnliche Freundschaft, sie trennen ihre unterschiedlichen Weltanschauungen. Während der eine ein eifriger Sozialist ist, fühlen sich die anderen im neuen Regime unterdrückt. Ein Konflikt, der die ganze Schule beherrscht – der Konflikt zwischen Mitgliedern der Jungen Gemeinde und der FDJ – zwingt die drei Freunde, sich zu positionieren, sich einer anderen Art "Reifeprüfung" zu unterziehen...Uwe Johnsons "Ingrid Babendererde" war Abitur-Pflichtlektüre, sodass ich das Buch im Unterricht gründlich durchgenommen habe. Was mich anfangs ein wenig abschreckte – die ungewöhnliche Sprache und Interpunktion, die verwirrenden Zusammenhänge, die bruchstückhaften Szenen – offenbarte mir mit zunehmendem Lesen sowie Analysieren immer mehr seinen Sinn. Nach dem zweiten Durchgang konnte ich das Buch deshalb voll und ganz wertschätzen, es gefällt mir bis heute. Damit war ich allerdings eine der wenigen Ausnahmen; generell kam die Lektüre in unserem Kurs sehr schlecht an.Ich finde, man sollte das Buch unvoreingenommen lesen. Es ist keine typische Lektüre, der Leser muss sich mit viel Toleranz darauf einlassen. Ja, die Sprache ist sehr ungewöhnlich. Johnson setzt scheinbar Satzzeichen, wo immer er will; er schreibt gelegentlich Dialoge auf Plattdeutsch, was zu Unverständnis führt, er spielt mit den Zeitebenen, ohne aufzuklären. Für mich war gerade dieser Stil eine Besonderheit an dem Buch, die ihre eigene Botschaft vermittelte und viel zu der Geschichte beitrug. Er wurde von vielen als störend empfunden – mir hingegen hat er gefallen. Die Handlung scheint auf den ersten Blick kaum voranzukommen – die Szenen sind oftmals kurz und ohne Sinn. Mit der Zeit fügen sie sich jedoch zu einem Bild zusammen, dass sehr wohl eine komplexe Geschichte erzählt. Johnson nimmt viele wichtige Themen in seinem Buch auf: der sozialistische Schulalltag wird dargestellt, Politik diskutiert, der Konflikt von Diktatur und Freiheit, von Anpassung und Aufbegehren aufgenommen, aber auch persönlichere Themen wie das Heranwachsen generell, die Beziehung von Jugendlichen untereinander oder zu ihren Familien und natürlich auch der Aspekt der Freundschaft werden angesprochen. Das Buch bietet somit reichlich Diskussionsstoff, der auch im privaten Lesen das Nachdenken anregt.Was mir vor allem gefallen hat, ist Johnsons Umgang mit all jenen Themen. Durch die drei Protagonisten gibt er dem Leser drei Perspektiven vor – ohne diese jedoch mit einer Wertung zu versehen. Auf diese Weise gelingt es ihm, die Zustände in der DDR sehr differenziert darzustellen. Die Wertung wird dem Leser überlassen.Insgesamt lohnt sich meiner Meinung nach "Ingrid Babendererde" nicht nur des Lesens, sondern auch einer eingehenden Analyse und vor allem auch Hintergrundrecherche. Mir hat das Buch im Unterricht jedenfalls sehr gut gefallen. Ich kann jedoch auch verstehen, warum es nicht jedermanns Sache ist.

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  • Atmosphärisch dicht und voller Wut

    Ingrid Babendererde

    ekoepping

    04. March 2015 um 20:16

    Eine Entdeckung. Hatte bis dato zwar zur Kenntnis genommen, dass Uwe Johnson existiert, aber nichts von ihm gelesen. Sein Roman-Erstling ist grandios. Sprachlich außergewöhnlich, atmosphärisch dicht, voller Wut. Der Geist der 50er Jahre wird hier sehr unmittelbar nahegebracht. Und die zeitlose Wut der Jugend auf die Beschränkung des Geistes.

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