Uwe Klausner Walhalla-Code

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Inhaltsangabe zu „Walhalla-Code“ von Uwe Klausner

Berlin, 07.06.1942. Auf einer Parkbank in der Nähe der Siegessäule wird eine Leiche entdeckt. Zunächst deutet alles auf Selbstmord hin. Kommissar Tom Sydow will jedoch nicht so recht daran glauben. Zumal es sich bei dem Toten um ein „hohes Tier“ der Gestapo handelt. Der befürchtete Ärger stellt sich auch prompt ein, denn Sydow beharrt auf einer genauen Obduktion. Eine Maßnahme, die sein Gegenspieler, Gestapo-Obersturmführer Moebius, mit allen Mitteln zu verhindern versucht. Ihm geht es nur um eines: Wieder in den Besitz der Akten zu gelangen, die der Tote auf Geheiß von Geheimdienstchef Reinhard Heydrich beiseite geschafft hat. Doch nicht nur die Gestapo und Sydow sind hinter den brisanten Dokumenten her. Ein gnadenloser Wettlauf um den Besitz von Heydrichs „Giftschrank“ beginnt.

Ein Krimi aus dem Deutschland von 1942, der mich nicht zu 100% überzeugt hat.

— Bellis-Perennis
Bellis-Perennis

sehr kurzweilig, fein zum lesen, etwas seicht.

— SchobelsJohannes
SchobelsJohannes

Seichte Unterhaltung, viel Potenzial, wenig Tiefe, teilweise zu sprunghafte Wechsel von Ort und Personen. Ausbaufähig

— Hille
Hille

Ein spannender Krimi der geschickt reale Hauptfiguren mit fiktiven und historische Ereignisse des Dritten Reiches verwebt. Ein Sternchen Abzug von mir nur für die teilweise zu heiteren "James-Bond"-Passagen. Der vereinzelte Mix aus tragischen Tatsachen und Humor hat mich einfach gestört.

— BTOYA
BTOYA

Ein spannender Krimi zur Zeit des Dritten Reiches mit historischem Hintergrund

— kfir
kfir

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    Walhalla-Code
    solveig

    solveig

    15. August 2017 um 13:49

    Mord oder Selbstmord? Ein Toter auf der Parkbank gibt Rätsel auf. Doch diesmal ist es für Kommissar Tom Sydow kein „normaler“ Fall; denn das Opfer ist ein hoher Beamter der Gestapo, ein Vertrauter Reinhard Heydrichs. Schon bald fühlen sich Sydow und sein Assistent Kalinke selbst verfolgt. Doch nicht nur die Gestapo-Schergen, sondern auch der englische und der russische Geheimdienst haben Interesse an den Umständen des Mordes. In dem letzten Telefongespräch zwischen Heydrich und dem Toten, das abgehört worden ist, fiel der Codename „Walhalla“. Welches Geheimnis verbirgt sich dahinter? Klausner verlegt seinen Kriminalfall in das Ambiente der Vierziger Jahre und verbindet ihn mit Ereignissen aus dem Zweiten Weltkrieg. Stimmungsvoll schildert er den zeitgeschichtlichen Hintergrund, das Leben im Berlin jener Zeit, die Angst vor dem Bombenkrieg, die Bespitzelung, die Verfolgung von Juden und Andersdenkenden. Der Roman ist gut recherchiert, spannend und flott geschrieben; dennoch fehlt mir das „I-Tüpfelchen“. Die Charaktere erscheinen mir nur skizziert, oberflächlich. Auch die Handlung empfinde ich als zu überladen und viel zu rasch ablaufend. Obwohl er für meinen Geschmack zu viel „Action“ und zu wenig Tiefe bietet, ist der Krimi trotzdem recht unterhaltsam und sorgt für angenehme Lesestunden.

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  • Leserunde zu "Bücherwürmer und Leseratten" von Bettina Mähler

    Bücherwürmer und Leseratten
    ChattysBuecherblog

    ChattysBuecherblog

    Wie Ihr aus dem Titel entnehmen könnt, treffen sich hier die Bücherwürmer und Leseratten. Und zwar zum gemeinsamen SUB-Abbau. Oft stehen wir vor dem Regal und fragen uns, welches Buch wir als nächstes lesen sollen.  Hier kommt die Lösung. Wir lesen einfach nach einem Monatsmotto. Das Ganze funktioniert so: Ich gebe jeweils zum Monatsanfang ein neues Motto bekannt (siehe Unterthema) und dann heißt es: ran an die Bücher...ran an den SUB. Viel Spaß!

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  • Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017

    Warum Lesen glücklich macht
    GrOtEsQuE

    GrOtEsQuE

    Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017 Achtung - es handelt sich nicht um eine Leserunde sondern eine Challenge zum SUB-Abbau!!! Es werden keine Bücher verlost. Ich habe es nur als Leserunde erstellt, damit das Ganze etwas übersichtlicher wird.Ich möchte mich 2017 mehr dem SUB-Abbau widmen, daher habe ich mir überlegt eine Challenge zu erstellen. Die Regeln möchte ich so einfach wie möglich halten - es soll ja auch Spaß machen und nicht in Stress ausarten.Es wird jeden Monat ein anderes Motto geben. Für die zum Monatsmotto passenden Bücher, gibt es jeweils einen Extrapunkt. Das Monatsmotto werde ich immer Ende des Vormonats im entsprechenden Unterthema bekannt geben. Den Extrapunkt kann man mehrmals im Monat sammeln, wenn man genügend passende Bücher für das Motto hat.Jeder der mitmachen möchte, postet bitte im Unterthema Sammelbeiträge seinen Sammelbeitrag. Ich werde dann jeden Monat hier im Startbeitrag die Punkte aktualisieren. Bei den einzelnen Sammelbeiträgen ist mir eigentlich nur wichtig, dass in der ersten Zeile die Gesamtpunktzahl steht, ansonsten kann jeder seinen Beitrag so gestalten wie er möchte - entweder nur die Punkte aufschreiben oder auch das gelesene Buch benennen.Man kann jederzeit noch einsteigen - einfach einen Sammelbeitrag posten und los gehts!!! Rezensionen sind keine Pflicht. Es gelten alle Bücher, die in 2017 beendet werden, man kann also ruhig auch die in 2016 angefangen erst in 2017 beenden. Die Punkteverteilung sieht wie folgt aus: Für jedes gelesene Buch gibt es einen Punkt. Für jedes gelesene Buch, was vor 2017 auf dem SUB gelandet ist, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 400 Seiten hat, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 600 Seiten hat, gibt es zwei Extrapunkte. Für jedes gelesene Buch, was zum Monatsmotto passt, gibt es einen Extrapunkt. Für Comics und Mangas werden nur die Hälfte der Punkte vergeben. Hörbucher zählen auch. Bei den Extrapunkten für die Seiten einfach an dem "echten" Buch orientieren. Wenn es sich um die gekürzte Fassung des Hörbuchs handelt, dann ein dreiviertel der Seiten. (Also mal angenommen das Buch hat 400 Seiten und du hast die gekürzte Fassung des Hörbuchs, zählt es nur für 300 Seiten, also kein Extrapunkt.) Bereits früher gelesene Bücher zählen auch, aber hier gibt es den vor-2017-auf-dem-SUB-gelandet-Punkt nicht, da die Bücher ja nicht mehr zum SUB gehören. Im besten Fall kann man also 5 Punkte pro Buch erhalten. Wer noch Fragen hat, kann sie im Unterthema für Fragen stellen. Nun hoffe ich auf eine rege Teilnahme und wünsch uns schon mal viel Spaß :-) Teilnehmer --- Gesamtpunktzahl --- zuletzt aktualisiert 18.08.2017: _Jassi                                           ---  73 Punkte AmberStClair                             ---   69 Punkte (Gesamtpunkte angeben) Arachn0phobiA                         ---   208,5 Punkte Astell                                           ---    9 Punkte BeeLu                                         ---   81 Punkte Bellis-Perennis                          ---  564 Punkte Beust                                          ---   260 Punkte Bibliomania                               ---   184 Punkte Buecherkaetzchen                   ---   48 Punkte Buchgespenst                         ---  350 Punkte ChattysBuecherblog                --- 210 Punkte Buchperlenblog (CherryGraphics)  ---   103,5 Punkte Code-between-lines                ---  127 Punkte eilatan123                                 ---   46 Punkte Eldfaxi                                       ---   52 Punkte Farbwirbel                                ---   46 Punkte fasersprosse                            ---    35 PunkteFrau-Aragorn                           ---   109 Punkte Frenx51                                     ---  72,5 Punkte glanzente                                  ---   75 Punkte GrOtEsQuE                               ---   78 Punkte hannelore259                          ---   78 Punkte hannipalanni                           ---   135 Punkte Hortensia13                             ---   113 Punkte Igelchen                                    ---   21 Punkte Igelmanu66                              ---  151 Punkte janaka                                       ---   118 Punkte Janina84                                   ---    79 Punkte jasaju2012                               ---   20 Punkte jenvo82                                    ---   105 Punkte kalestra                                    ---   33 Punkte katha_strophe                        ---   53 Punkte Kattii                                         ---   77 Punkte Katykate                                  ---   94 Punkte Kerdie                                      ---   190 Punkte Kleine1984                              ---   130 Punkte Kuhni77                                   ---   105 Punkte KymLuca                                  ---   100 Punkte LadyMoonlight2012               ---   29 Punkte LadySamira090162                ---   211 Punkte Larii_Mausi                              ---    63 PunkteLeif_Inselmann                       ---   40,5 Punkteleseratte89                               ---   50 Punkte Leseratz_8                                ---   18 Punktelisam                                          ---   190 Punkte louella2209                            ---   69 Punkte lyydja                                       ---   82 Punkte mareike91                              ---    47 Punkte MissSnorkfraeulein                  ---  44 Punkte MissSternchen                          ---  52 Punkte mistellor                                   ---   149 Punkte Mone97                                    ---   55 Punktenaevia                                        ---   17 Punktenatti_Lesemaus                        ---  115 Punkte Nelebooks                               ---  183 Punkte niknak                                       ----  268 Punkte nordfrau                                   ---   97 Punkte PMelittaM                                 ---   180 Punkte PollyMaundrell                         ---   34 Punkte Pucki60                                        --- 37 Punkte QueenSize                                 ---   93 Punkte readergirl                                   ---    5 Punkte Readrat                                      ---   48 Punkte SaintGermain                            ---   139 Punkte samea                                           --- 57 PunkteSandkuchen                              ---   172 Punkteschadow_dragon81                  ---   92 Punkte Schmiesen                                  ---   153 Punkte Schokoloko29                            ---   35 Punkte Somaya                                     ---   245 Punkte SomeBody                                ---   157,5 Punkte Sommerleser                           ---   168 Punkte StefanieFreigericht                  ---   190,5 Punkte tlow                                            ---   135 Punkte Veritas666                                 ---   117 Punkteverruecktnachbuechern         ---   34 Punktevielleser18                                 ---   131 Punkte Vucha                                         ---   151 Punkte Wermoeve                                 ---   17 Punkte widder1987                               ---   64 Punkte Wolly                                          ---   163 Punkte Yolande                                       --   150 Punkte

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    • 2295
  • Gibt es Heydrichs "Giftschrank" wirklich?

    Walhalla-Code
    Bellis-Perennis

    Bellis-Perennis

    10. August 2017 um 15:49

    Berlin 1942. Der Zweite Weltkrieg zieht eine Schneise der Verwüstung durch die Welt. Kaum jemand ist vor der Gestapo sicher und die Deportationen der jüdischen Bevölkerung streben auf einen grausamen Höhepunkt zu. Da wird in Prag Reinhard Heydrich, der "Henker von Prag“,  auf offener Straße angeschossen und stirbt wenige Tage später. Unmittelbar vor seinem Tod hat er noch mit einen Telefonanruf die Aktion "Walhalla" ausgelöst.Kurz vor Heydrichs Staatsbegräbnis wird in der Nähe der Berliner Siegessäule auf einer Parkbank ein Toter entdeckt. Zuerst sieht es nach einem Selbstmord durch eine Schusswaffe aus. Doch Kommissar Thomas von Sydow zweifelt an dieser Todesursache. Der Tote ist nämlich der hochrangige Beamte Alfred von Möllendorf aus Reinhard Heydrichs Geheimdienst. Als der Gerichtsmediziner feststellt, dass die Leiche Folterspuren aufweist und der Schusskanal nicht der Linkshändigkeit des Toten entspricht, fühlt sich Sydow in seiner Meinung bestätigt, es nicht mit einem gewöhnlichen Selbstmord zu tun haben. Außerdem kann der Pathologe eine Selbsttötung durch  Zyankali feststellen.Schnell findet sich Thomas von Sydow in einem Albtraum von Mord und Verfolgung wieder. Sydow, dessen Familie adliger Herkunft ist, ist der Gestapo ein Dorn im Auge. Noch dazu ist seine britische Mutter wieder in ihre Heimat zurückgekehrt. Er wird rund um die Uhr beschattet, denn wer weiß, vielleicht hat er ja eine Idee, wo sich der sogenannte „Giftschrank“ Heydrichs, jene von ihm penibel und geheim zusammen getragenen Akten mit denen er jede Nazi-Größe inklusive Hitler erpressen könnte, befindet. Eigentlich hätten diese brisanten Dokumente nach dem Tod von Heydrich durch von Möllendorf vernichtet werden sollen. Doch der hat sie für eine eigene spätere Verwendung aufgehoben. Nur wo? Das fragen sich nicht nur die Deutschen sondern auch Briten, Amerikaner und Russen. Alle wollen diese Papiere an sich bringen und scheuen weder Tod noch Teufel. Ein Wettlauf beginnt. Polizei, Gestapo, SS und auch ausländische Geheimdienste sind an diesem Wettkampf beteiligt. Meine Meinung:Um einen Krimi in dieser Zeit, mit dem Thema Geheimdossiers von eigenen und fremden Politikern anzusiedeln, bedarf es meiner Ansicht nach des Fingerspitzengefühls. Das fehlt mir manchmal bei diesem Krimi, der sich nach und nach zu einem Agententhriller entwickelt.Uwe Klausner bedient sich häufig diverser Klischees, die nur schwarz oder weiß zulassen. Manchmal habe ich den Eindruck einige Männer spielen „Räuber und Gendarm“ miteinander. So fliegt Sydows Dienstwagen in die Luft, wenig später wird sein Kriminalassistent Kalinke ermordet und mitten in diesem Chaos ist noch Platz für eine Liebesgeschichte zwischen Rebecca und Thomas. Dass die beiden dann noch von Thomas ehemaligen Kommilitonen aus dem Internat in Eton aus Berlin ausgeflogen werden, grenzt schon ein wenig an Kitsch. Das ist mir viel zu glatt gegangen. Natürlich kennt man die Geschichten von alliierten Piloten, die unter schwierigen Bedingungen ihre waghalsigen Kunststücke zuwege brachten.Die Rolle der Alliierten, die es in der Hand hatten, dem Nazi-Terror gegen die Juden und Andersgesinnte frühzeitig Einhalt zu gebieten, wird meiner Ansicht nach zu wenig Bedeutung geschenkt. Tomas Masaryk, Staatschef von Tschechien im Londoner Exil, hat mehrfach versucht, die Briten zum Handeln zu bewegen. Das wäre ausbaufähig gewesen.Über die Frage, ob „Heydrichs Giftschrank“ tatsächlich existiert hat oder nicht, darf der Leser spekulieren. Vergleichbare Krimis wie die von Sebastian Thiel („Wunderwaffe“, „Uranprojekt“, „Geheimprojekt Flugscheibe“ oder „Sei, ganz still“) haben ein wenig mehr Tiefgang und beschreiben die Schreckensherrschaft des Regimes besser.Für mich sind einige Fragen (wenn auch auf Nebenfronten) offengeblieben. Fazit:Ein interessanter Krimi, der mich trotzdem nicht ganz überzeugt hat. Schauen wir einmal, was der zweite Teil so bringt.

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    • 3
  • Ein Kutscher-Cover macht noch keinen Kutscher

    Walhalla-Code
    Stefan83

    Stefan83

    24. October 2011 um 14:00

    Uwe Klausner reiht sich nahtlos in die Reihe von Kriminalautoren ein, welche in jüngster Zeit die Epoche der Weimarer Republik und des Dritten Reiches als Schauplatz für ihre Spannungsromane neu- bzw. wieder-entdeckt haben. Und man wird das Gefühl nicht los, das mit stetig zunehmender Distanz zu den historischen Ereignissen unserer ziemlich düsteren Vergangenheit auch der Mut der Schriftsteller wächst, selbst heiklere Themen aufzugreifen, um sie mit ihren eigenen fiktiven Ideen zu verknüpfen. So wäre ein Kriminalroman über Reinhard Heydrich wohl noch in den 60er und 70er Jahren ein Unding gewesen. Heute, vor dem Hintergrund des Erfolgs von Volker Kutscher, Richard Birkefeld und Co., bietet sich den Schreiberlingen ein noch größeres Feld, das auch Klausner in seinem Werk „Walhalla-Code“ beackert, auf dem sein neuer Serienheld, der junge Berliner Hauptkommissar Tom von Sydow, sein Debüt feiert. Zentraleuropa Mitte des Jahres 1942. Nach der verlorenen Luftschlacht über England im vergangenen Herbst, rückt die deutsche Wehrmacht nun gegen die Sowjetunion vor. Und während jeden Tag neue Kilometer durch erbitterte Schlachten hinzugewonnen werden, beginnt man hinter der Front mit der Durchsetzung der so genannten „Endlösung“. Juden, Bolschewiken, Partisanenkämpfer, Kriegsgefangene. Sie alle werden entweder an Ort und Stelle „beseitigt“ oder in Gefangenen -und Konzentrationslager verbracht. In Böhmen und Möhren beaufsichtigt und organisiert diesen Massenmord der Stellvertretende Reichsprotektor und Leiter des Reichssicherheitshauptamts Reinhard Heydrich. Von Göring 1941 mit der „Endlösung der Judenfrage“ beauftragt, ist er das Hauptziel sämtlicher Aufständischer auf ehemals tschechischem Boden. Schließlich, am 27. Mai 1942, gelingt mehreren Widerstandskämpfern in Prag, nach langer ausführlicher Planung und dank der Hilfe der britischen Alliierten, ein Attentat auf Heydrich, in dessen Verlauf dieser schwer verletzt und ins Krankenhaus verbracht wird, wo er acht Tage später an Gasbrand stirbt. Zuvor konnte Heydrich jedoch noch ein wichtiges Telefonat führen und seinen in Berlin sitzenden Gesprächspartner die Auslösung des „Walhalla-Codes“ befehlen. Dieser Befehl bezieht sich auf die Vernichtung sämtlicher Dokumente, welche Heydrich im Verlauf seiner NS-Zeit gesammelt hat und die unter anderem brisante Details über seinen Erzfeind Himmler, und sogar über Göring und Hitler enthalten. Da das Gespräch abgehört wurde, setzt nun die Gestapo alles daran, die Dokumente in ihre Hände zu bekommen, während ein englischer Spion in ihren Reihen, der „Marder“, von Churchill beauftragt wird, ebenfalls auf die wichtigen Geheimunterlagen Jagd zu machen. Und auch Stalins Topagent hat Lunte gerochen, wodurch in Berlin bald ein geheimer Agentenkrieg zu toben droht. Von all dem ahnen Hauptkommissar Tom von Sydow und sein Assistent Erich „Klinke“ Kalinke noch nichts, als sie zu einer Parkbank nahe der Siegessäule gerufen werden, an dem der SS-Sturmbannführer Alfred von Möllendorf offenbar Selbstmord begangen hat. Offenbar ist das richtige Wort, denn Sydow findet gleich mehrere Indizien, die seine Theorie bestätigen, dass sein Tod alles andere als freiwillig war. Zudem zeigt auch die Gestapo ein ungewöhnlich hohes Interesse an diesem Fall. Noch am selben Abend entgehen die beiden Ermittler nur um Haaresbreite einem Anschlag auf ihren Dienstwagen und es scheint klar, dass eine Fortführung der Ermittlungen sie in Lebensgefahr bringen wird. Dennoch betreiben sie weiter Nachforschungen. Bis sie schließlich eine Verbindung zwischen von Möllendorf und Heydrich entdecken und in Berlin die Hölle ausbricht … Dieser Anriss der Story deutet bereits an, was auch der Leser nach gut hundert Seiten erkennen wird: „Walhalla-Code“ ist beileibe kein historischer Polizeiroman, sondern vielmehr ein klassischer Agententhriller, der es in bester Tradition von Alistair MacLean und Ken Follett auch zwischendurch gern mal knallen lässt und eher auf rasante Schauplatzwechsel denn auf ausschweifende Skizzierungen der Figuren setzt. Letzteres ist jedoch meiner Ansicht nach ein großes Manko des Romans, denn alle beteiligten (fiktiven) Personen, besonders der Hauptprotagonist von Sydow, bleiben über die gesamte Länge der Handlung erstaunlich blass. Neben seiner rebellischen Art und dem Hang zum Alkohol, scheint Sydow kaum nennenswerte Eigenschaften zu haben. Und auch der Rest der Besetzung leidet unter ihrer stereotypen Zeichnung. Die Bösen sind sehr böse, die Guten so gut, wie es der auf einen guten Ausgang hoffende Leser nur erwarten kann. Hier ein in Eton ausgebildeter und von der Naziherrschaft desillusionierter Hauptkommissar, dort ein blonder, blauäugiger Himmler-Verschnitt im schwarzen Gestapo Mantel. Es gibt nur wenige Klischees, die Klausner nicht bedient und auch die junge Maid in Nöten, in diesem Fall verkörpert durch eine Jüdin auf der Flucht vor der Deportation, darf in seiner Geschichte natürlich nicht fehlen. Das sich zwischen ihr und von Sydow eine Liebesgeschichte anbahnt, ahnt man übrigens bereits schon zu einem Zeitpunkt, wo sich die beiden innerhalb der Handlung noch gar nicht begegnet sind. Weiteres Gewicht auf der Schale der Kritikpunkte ist das Verhalten der verschiedenen Geheimdienste aus Deutschland, England und Russland. Wenngleich ich zugegebenermaßen von der Tätigkeit eines Agenten nur wenig Ahnung habe, kann ich es mir kaum vorstellen, dass derart tumbe Zeitgenossen bei der Ausführung ihrer Aufträge Erfolg gehabt haben sollen. Ein richtiges Katz-und-Maus-Spiel oder gar durchtriebene Pläne, welche den Leser hätten überraschen können, sucht man in „Walhalla-Code“ vergebens. Wie übrigens auch einen Stadtplan, der es bei all den vielen Ortsangaben auch Nicht-Berlinern erlaubt hätte, der sich schnell entwickelnden Handlung zu folgen. Damit aber genug der Kritik, denn „Walhalla-Code“ hat beileibe auch viel Positives zu bieten. Uwe Klausner trifft so zum Beispiel den Berliner Ton sehr genau und schildert eindringlich und ohne Beschönigung, die Verhältnisse in der Hauptstadt des Jahres 1942. Dadurch gewinnt der Plot einige Facetten hinzu, welche allein durch den roten Faden der Geschichte sonst gefehlt hätten. Weiterer Pluspunkt ist auch seine Verknüpfung der fiktiven mit den realen Persönlichkeiten. Churchills kurze Auftritte waren für mich die Highlights des Romans und deuteten auch Klausners trockenen Humor immer wieder an. Natürlich hätte man diese Figuren samt ihren Hintergründen noch genauer ausarbeiten können. Allerdings dann nur auf Kosten des Seitenumfangs. Und mehr Seiten hat „Walhalla-Code“ am Ende auch gar nicht nötig. Alle Fäden führen logisch nachvollziehbar in Berlin zusammen, wobei die Spannung stetig steigt und man als Leser bestens unterhalten wird. Allein die Nachtlandung einer britischen Moskito inmitten des Flakfeuers auf den Berliner Straßen hätte sich Uwe Klausner dann besser doch verkniffen. Insgesamt ist „Walhalla-Code“ ein gefälliger, unspektakulärer Agenten-Thriller, der gut, wenn auch mit wenig Tiefgang, kurzweilig unterhält. Die Menge an Klischees gepaart mit der Armut an einer differenzierteren, nicht derart konstruierten Erzählweise führen jedoch letztlich dazu, dass einem das Buch nicht länger im Gedächtnis bleiben wird.

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  • Rezension zu "Walhalla-Code" von Uwe Klausner

    Walhalla-Code
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    30. November 2009 um 19:00

    Ich stehe eigentlich auf diese Art Krimi und habe mich auch sehr auf dieses Buch gefreut. Ich fand "Walhalla-Code" aber eher durchschnittlich und vorhersehbar. Daher gibt es von mir nur 2 Sternchen. Wirklich schade!!!

  • Rezension zu "Walhalla-Code" von Uwe Klausner

    Walhalla-Code
    Jeami

    Jeami

    11. May 2009 um 08:23

    Hebt sich angenehm von der ganzen Massenware ab. In einem Rutsch gelesen, eher stiller, nachdenklicher Thriller aus der Zeit des Dritten Reiches. Die Geschichte ab dem ersten Drittel jedoch ein bischen absehbar.

  • Rezension zu "Walhalla-Code" von Uwe Klausner

    Walhalla-Code
    kfir

    kfir

    08. March 2009 um 11:00

    In Berlin des Sommers 1942 wird auf einer Parkbank eine Leiche gefunden. Doch an einen Selbstmord mag der unkonforme Kommissar Tom Sydow so gar nicht glauben, denn der Tote war aus der Führungsriege der Gestapo, noch dazu ein Jugendfreund und enger Vretrauter des nur kurz vorher in Prag ermordeten Gestapo-Chefs Reinhard Heydrich. Während man Tom Sydow mit allen Mitteln von weiteren Ermittlungen abzubringen versucht, jagen im Hintergrund verschiedene Geheimdienste und auch die SS nach verschwundene Unterlagen aus Heydrichs "Giftschrank": geheime Dossiers über alle Nazi-Größen und Abschriften des Wannsee-Protokolls. Uwe Klausner hat mit diesem Buch einen guten und spannenden Thriller aus der Zeit des Dritten Reiches vorgelegt. Er konstruiert um eines der bislang ungelüfteten Geheimnisse des ehemaligen Gestapo-Chefs Reinhard Heydrich eine Agentengeschichte mit einem durch die Wirklichkeiten der Naziherrschaft desillusionierten Kommissar. Leider bietet Tom Sydow neben seiner Aufsässigkeit nur wenig Ansätze einer Charakterisierung. Ebenso bleiben auch die anderen Akteure ziemlich stereotyp, werden starr schwarz-weiss gezeichnet. Gerade im Zusammenspiel der verschiedenen Geheimdienste aus Deutschland, Russland und England hätte ich mir etwas mehr Durchtriebenheit und Unberechenbarkeit gewünscht. Verschiedene Fäden führen in Berlin zusammen und werden spannungsreich und flott miteinander verstrickt. Doch kann man ab Mitte des Buches schnell ein mögliches Ende der Story erahnen, welches dann auch tatsächlich so eintrat. Leider bleiben die Handlungsstränge um zwei der handelnden Personen am Ende ungeklärt. Ebenso spekulativ und leider ohne irgendwelche Erklärungen oder Erläuterungen lässt der Autor die Frage offen, inwieweit die Alliierten den Völkermord an den Juden lange Zeit bewusst ignoriert haben. Insgesamt lebt der Roman von einer spannenden und flüssig zu lesenden Geschichte mit vielen lebhaften Dialogen, in die historische Fakten gekonnt eingebunden wurden. Viele gut recherchierte Einzelheiten geben dem Buch einen durchaus realen und lebendigen Anstrich und machen Lust, sich einmal mehr mit der Deutschen Geschichte auseinander zu setzen. Lässt man die politische Komponente am Ende außer Acht ist dieses Buch ein gut lesbarer und spannender Thriller aus der Zeit des Dritten Reiches.

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  • Rezension zu "Walhalla-Code" von Uwe Klausner

    Walhalla-Code
    Jens65

    Jens65

    23. February 2009 um 19:35

    Reinhard Heydrich, SS - Obergruppenführer, Leiter der Sicherheitspolizei ( Sipo ) und des Sicherheitsdienstes ( SD ) der NSDAP , Chef des Reichssicherheitshauptamtes ( RSHA), Hauptinitiator der soganannten Wannseekonferenz und damit massgeblicher Organisator des Massenmordes an den europäischen Juden ( Holocaust ) fällt im Mai 1942 als geschäftsführender Statthalter für das Protektorat Böhmen und Mähren einem Attentat zum Opfer, an deren Folgen er wenige Tage später in Prag verstirbt. In seinem Besitz brisante Dokumente ( geheime Reichssache ) die höchste Parteibonzen angefangen von Hitler über Göring und Goebbels erpressbar machen, sollten diese jemals an die Öffentlichkeit gelangen. Da sich die Dokumente in Berlin befinden gibt er noch kurz vor seinem Ableben unter dem sogenannten Walhalla-Code eine Information nach Berlin an einen seiner engsten Vertrauten, so dass dieser die Dokumente in Sicherheit bringen bzw. vernichten kann. Allerdings fällt dieser hohe Gestapobeamte auch einem als Selbstmord getarnten Mord zum Opfer. Damit beginnt ein gnadenloser Wettlauf um den Besitz von Heydrichs Giftschrank. Nicht nur die Gestapo ist hinter diesen Dokumenten her, nein auch die Alliierten. --- "... temporeich und fesselnd erzählt... während die Geschichten der einzelnen Figuren gekonnt miteinander verknüpft werden, hält die Erzählung einige überraschende Wendungen bereit und wirft am Ende eine kühne Frage hinsichtlich der Rolle der Alliierten bei der Aufdeckung des Holocaust auf ." ( Dr. Nadja Braun - Literaturkritekerin und Historikerin ) --- Es ist zwar kein Bestseller , doch ein wunderbarer angenehm lesbarer und flüssiger Schreibstil, der zum ständigen weiterlesen animiert. Für alle die sich für die Geschichte des Nationalsozialismus interessieren auf jeden Fall ein muss. Eingebettet ist die Geschichte in einen realen historischen Kontext, allerdings wird hier nicht ganz klar, ob diese geheimen Dokumente in dieser oder ähnlicher Form tatsächlich existierten oder nur eine reine Erfindung des Autors sind, zumal es sich bei dem ermordeten Gestapobeamten um eine fiktive Figur handelt. Hier sollte sich jedoch jeder selbst ein Bild machen. Viel Spass beim lesen und ggf. nachrecherchieren.

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