Uwe Kolbe

 3.3 Sterne bei 9 Bewertungen
Autor von Die Lüge, Vineta und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Uwe Kolbe

Uwe Kolbe wurde in Ost-Berlin geboren und wurde zeitweise auch von der Stasi überwacht. Er ist Autor und Lyriker. "Gegenreden" ist sein aktuell bei Fischer erschienener Gedichtband.

Alle Bücher von Uwe Kolbe

Sortieren:
Buchformat:
Uwe KolbeDie Lüge
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Die Lüge
Die Lüge
 (5)
Erschienen am 26.03.2015
Uwe KolbeBrecht
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Brecht
Brecht
 (1)
Erschienen am 10.03.2016
Uwe KolbeVinetas Archive
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Vinetas Archive
Vinetas Archive
 (0)
Erschienen am 01.03.2011
Uwe KolbeAbschiede
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Abschiede
Abschiede
 (0)
Erschienen am 25.07.1983
Uwe KolbeDer Tote von Belintasch
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Der Tote von Belintasch
Der Tote von Belintasch
 (0)
Erschienen am 01.01.2002
Uwe KolbeGegenreden
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Gegenreden
Gegenreden
 (0)
Erschienen am 21.05.2015
Uwe KolbeFriedrich Hölderlin-Preis / Reden zur Preis-Verleihung am 7. Juni 1987
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Friedrich Hölderlin-Preis / Reden zur Preis-Verleihung am 7. Juni 1987
Uwe KolbeDie Farben des Wassers
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Die Farben des Wassers
Die Farben des Wassers
 (0)
Erschienen am 01.10.2001

Neue Rezensionen zu Uwe Kolbe

Neu
M

Rezension zu "Brecht" von Uwe Kolbe

Eine Rolle und ihre Wirkung
michael_lehmann-papevor 3 Jahren

Eine Rolle und ihre Wirkung

„Brecht, wenn man sich einließ, baute jeden um“.

Sagte Max Frisch einmal. Wobei Brechts Attitüde nun allerdings auch jene war, im größeren Rahmen durch kritische Intellektualität selbst Strömungen hervorzurufen, das größere Gebilde durch Kunst „umzuerziehen“.

Oder war diese Haltung nur ein Habitus? Nur eine Selbstinszenierung um vielleicht gar zu verdeckten, dass Brecht im Kern Opportunist war? Ein Egozentriker, der für sich selbst den bestmöglichen Platz sicher einrichtete und damit eben nicht auch künstlerische, humane, kritische „Gegenkraft“ auch zu jener „geschlossenen Gesellschaft“ der DDR sein wollte?

An Brecht hat sich Uwe Kolbe schon mehrfach heran-, teils abgearbeitet. Und legt auch in diesem glänzend verfassten Essay seine rote Linie aus, Brecht als fast nur fast reines „Rollenmodell“ zu bewerten. Als einen Habitus, der durch eine zur Schau gestellte Strahlkraft eine ganze Mode quasi prägte.

Schwarz gekleidet, giftig-zynisch in der Sprache, kritisch in der äußeren Haltung, doch im Kern nur auf sich bezogen und damit auch ein Trug. Eine Rolle, die, so legt Kolbe ebenso offen, viel mehr „staatstagend“ in ihrer Funktion war, als man meinen würde und viel weniger „kritische Reflexion der DDR“ als man glaubt, auch noch aus dem zeitlichen Abstand heraus, auf die Person Brecht.

„Brecht nimmt also, hin und her, greift von Anfang an zu, grabscht dem Lied an die Brust, setzt sich jede Maske auf, unter der der Kleinbürgersohn abtauchen und wild sein kann. Er tut es nicht anders als Schausteller, Schauspieler und populäre Sänger seit je“.

Als „Frontmann seiner eigenen Band“ hat Brecht agiert, führt Kolbe aus, unter dem „Management“ der „bekannten Frauennamen“.

Natürlich ist da im Buch auch persönliche Enttäuschung zu spüren. Enttäuschung über den eigenen Weg geprägt von diesem Rollenmodell, um dann, später, die Leere hinter den Attitüden umso klarer zu sehen (und damit eben auch die eigene Haltung, dass eigene Auftreten, die eigene Wirkung in Frage stellen zu müssen).

Aber Kolbe vollzieht dies durchaus kenntnisreich, überzeugt durch Argumente, vollzieht Handlungen und Haltungen Brechts nach, die seine Sicht der Dinge durchaus untermauern und vom Sprachstil her intensiv, fast aufregend zu lesen sind.

Das jenes Verständnis des „Arbeiters“, den es kritisch intellektuell aufzuklären galt, nur ein modellhaftes, ideologisches Klischee darstellte, von Brecht selbst erfunden und erhöht.

„Brecht war darin ein Meister, genau darin“.

Und das trifft dann auch die Mitstreiter, die Nachfolger, jene, die sich in diesen Dunstkreis hineinbewegten.

„Und alle, die seine Prägung sich holten, taten weitgehend dasselbe. Soweit sie Talent hatten….nahmen sie seine Bilder auf und variierten sie“.

So findet sich in diesem Buch eine scharfzüngige, fundierte, kritische „Abrechnung“ mit der Person Brecht, aber auch mit dem gesamten Habitus des kritischen Intellektuellen „linker Prägung“, der als im besten Fall reines Rollenmodell, im schlechten Falle gar als „Hilfe für einen verbrecherischen Staat“ gedient hat.

Gerade weil Kolbe den gesamten Habitus im Blick hat lohnt die Lektüre des Essays ungemein, denn genau diese Haltung war ja nicht nur modisch stilprägend, sondern vor allem politisch massiv bewegend in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts. Da könnte sich so manches an „Haltung“ und „kritischer Reflexion“ samt mancher „Visionen“ als Scharade erweisen. Unbenommen der künstlerischen Fähigkeiten eines Bertold Brecht und vieler anderer, talentierter Künstler.

Kommentieren0
5
Teilen
MelEs avatar

Rezension zu "Die Lüge" von Uwe Kolbe

Zäh, zäher, am Zähsten
MelEvor 3 Jahren

Für "Die Lüge" habe ich einige viele kleine Anläufe gebraucht, um dieses Buch beenden zu können. Es erschien mir so dermaßen zäh, dass es lange dauerte, bis ich die Thematik durchgekaut hatte. Für mich leider nicht das richtige Buch, denn schon der Schreibstil nervte, verwirrte und ich gab recht schnell auf, mich wirklich mit dem Roman befassen zu wollen.  
Das Buch will durch Seitensprünge und einer gescheiterten Vater - Sohn - Beziehung brillieren, kann mich damit aber leider nicht dort abholen, wo ich stehe. Ich war letztendlich einfach nur fassungslos über die Gefühlskälte und Oberflächlichkeit. Natürlich ist es ein Stück weit unsere Geschichte, aber ich hätte sie mir packender gewünscht, denn so war ich doch eher gelangweilt und sehnte das Ende herbei. Aus dem Schwerpunkt DDR und Umbruch hätte sich viel mehr rausholen lassen, aber vielleicht bin ich auch einfach nicht die richtige Person, um darüber ein Urteil fällen zu können? Die vielen positiven Rezensionen sprechen eigentlich eine deutliche Sprache und zeigen auf, dass ich das Buch entweder nicht kapiert habe oder die Rezensionen lügen? Was natürlich auch zum Titel des Buches passen würden. Such dir aus, was dir besser gefällt. 
Schade, dass ich keine Worte finde, um "Die Lüge" doch noch hervorzuheben. Für mich war es einfach nicht das richtige Buch. Leider nur eine eingeschränkte Leseempfehlung!

Kommentare: 1
7
Teilen
Lilli33s avatar

Rezension zu "Die Lüge" von Uwe Kolbe

Sehr mühsam zu lesen
Lilli33vor 3 Jahren

Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 1 (26. März 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3596188420

Inhalt:
Entgegen meiner sonstigen Gewohnheit, will ich zu diesem Buch einfach mal den Klappentext anführen, denn er trifft den Inhalt des Buches ganz gut, und ich könnte es nicht besser ausdrücken.

„Dies ist die Geschichte einer Verstrickung: Ein Vater, der in den Osten ging, um dem Land seiner Hoffnungen zu dienen. Ein Sohn, der als Komponist die Sounds seiner Generation einfängt und sich mit der Zensur arrangiert. Als der Sohn Karriere macht, steht der Vater vor der Tür. Fortan umkreisen sich die beiden, nur langsam ahnt man, welchen Kampf sie miteinander führen.
Uwe Kolbes Roman vom Verrat am eigenen Leben ist auch eine Absage an die Gleichgültigkeit, ob im Alltag einer Diktatur oder anderswo.“ (© S. Fischer Verlage)

Meine Meinung:
„Die Lüge“ ist ein Roman, der für mich sehr mühsam zu lesen war. Ich quälte mich durch ellenlange Schachtelsätze, die ich dreimal lesen musste, um zu erkennen, wo vorne und wo hinten ist.

„Aber der hiesige Bürger - ich dachte das Wort Bürger, wie es um uns herum, insbesondere von der Polizeibehörde benutzt wurde, zu selten genau, auch wenn ich „Dantons Tod“ in einer tollen Inszenierung erst vor kurzem gesehen hatte an der Schumannbühne, mit dem phantastischen Reetlow mit seiner markanten Stimme in einer Doppelrolle als Danton und Robespierre, mein Gott! - der Bürger konnte nicht so einfach sich an die Straße stellen in Schöneweide an der Tankstelle, an der Trampstelle von hier aus Richtung Süden, oder in den tschechischen Speisewagen sich setzen und Urquell trinken.“ (S. 244f.)

Dann gibt es aber auch etliche Halbsätze, die auf mich einfach hingeworfen wirkten. Dies alles ist verpackt in seitenlange Absätze, sodass man nicht mal zum Luft holen und Nachdenken kommt und der Roman sich beim Lesen anfühlt wie eine heruntergeleierte Rede.

Stilmittel finden sich en masse - ein Deutschlehrer könnte sich mit seiner Klasse stundenlang austoben. Für Otto-Normal-Leser wirkt das Ganze dadurch eher holprig und zu gewollt.

Immer wieder verzettelt der Autor sich in Detailbeschreibungen, die nicht wirklich etwas zur Handlung beitragen und einfach nur ablenken. Den roten Faden musste ich dagegen mehr als ein Mal suchen. Wenig hilfreich sind hierbei auch die häufigen Perspektiv- und Zeitwechsel. Scheinbar willkürlich springt der Autor in seiner Erzählung von der Vergangenheit in die Gegenwart, dann wieder einen Schritt zurück, zwei Schritte vor. Ich hatte Mühe, hier mitzuhalten, immerhin wird so die Spanne zwischen den frühen 1950er Jahren bis nach 2000 abgedeckt.

Bei alldem ist der Frauenverschleiß der beiden Protagonisten Vater und Sohn ganz enorm. Die ersten ca. 200 Seiten drängen sich die Bettgeschichten fürchterlich in den Vordergrund. Die Männer machen dabei keine besonders sympathische Figur. Dagegen kommt mir die im Klappentext erwähnte „Geschichte einer Verstrickung“ viel zu kurz.

Fazit:
Empfehlen würde ich dieses Buch allenfalls solchen Lesern, die Freude an für den Deutschen Buchpreis nominierten Romanen haben. Schon öfter habe ich feststellen müssen, dass ich mit diesen Büchern nicht viel anfangen kann, wobei es natürlich auch Ausnahmen gibt. Auch Leser, die die dargestellte Zeit selbst in der damaligen DDR erlebt haben, können vielleicht mehr aus dem Buch herausholen als ich. Mich konnte der Autor damit leider nicht erreichen.

★★☆☆☆

Kommentieren0
8
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Zusätzliche Informationen

Uwe Kolbe wurde am 17. Oktober 1957 in Berlin (Deutschland) geboren.

Community-Statistik

in 24 Bibliotheken

auf 2 Wunschlisten

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks