Ein Uwe Laub, wie ich ihn weder kannte noch erwartet habe. – Leider eine kleine Enttäuschung für mich.
Inhalt: Der Wasserspiegel auf der Welt ist inzwischen so weit gestiegen, dass an der Nordsee die ersten Küstenregionen und Halligen evakuiert und dauerhaft entvölkert werden müssen. – In diesem Chaos wird eine alte Frau für etwas ermordet, mit dem sie überhaupt nichts zu tun hat. Sie ist ein unnötiges Opfer und hinterlässt einen gar nicht mal so traurigen Sohn.
In der amerikanischen Botschaft stößt eine Mitarbeiterin auf eine Akte, deren Inhalt hochprisant ist und einiges aufklärt, was die aktuellen Probleme angeht. Ein Umweltskandal sondergleichen, der vertuscht wurde und den Leuten noch heute als positiv verkauft wird, hat aber einen sehr großen Teil zur aktuellen Situation beigetragen.
Eine Verfolgungsjagd beginnt. Die einen wollen die Wahrheit ans Licht bringen und die anderen wollen ihr Geheimnis um jeden Preis gewahrt wissen.
Mein Leseerlebnis: Der Einstieg in dieses Buch war ja weniger gelungen. Zumindest für meine Begriffe. Ich habe hier lediglich mitbekommen, dass hier eine ganze Menge Männer sterben mussten, ohne auch nur im Ansatz zu begreifen, warum das jetzt so sein musste. - Zwar wird später recht schnell klar, dass hier dringend etwas vertuscht werden musste, aber in dem Moment habe ich schon befürchtet, dass das hier ein bösartiges Gemetzel werden würde.
Schon im nächsten Kapitel wird das Umweltthema sehr präsent. Schnell wird klar, dass den Menschen schon jetzt das Wasser bis zum Hals steht und norddeutsche Dörfer evakuiert werden müssen oder bereits komplett überflutet sind. - Das persönliche Schicksal einer dementen alten Frau hat mich komplett gepackt und an die Seiten gefesselt. Man soll einen alten Baum eben nicht verpflanzen, aber genau das ist hier passiert.
Währenddessen wird in der US-Botschaft in Berlin ein Skandal aufgedeckt, der einem hochrangigen Typen durchaus die Karriere kosten kann. - Um ehrlich zu sein, hat mich in dem Moment das Schicksal der kleinen Leute mehr interessiert, als das irgendwelcher Bonzen. Für mich war klar, dass dieser Skandal etwas mit dem zu tun hatte, was den Wasserspiegel so rasant hat steigen lassen und dieses ganze Leid verursacht hat.
Uwe Laub bringt diese Methangasvorkommen ins Spiel, die wirklich in den Dauerfrostböden der Erde und unter der Wasseroberfläche lagern. Es ist wisschenschaftlich erwiesen, dass man sie durchaus auch als Gas nutzen kann für die Zwecke, die wir Erdgas und Co. eben einsetzen. Es ist aber auch klar, dass das hochgradige Gefahren, auch gerade für unser Weltklima, birgt. - So lässt man die Gase eben langsam aber sicher in die Luft entweichen, wo die Dauerfrostböden auftauen, und ignoriert dabei geflissentlich, dass man CO2 einsparen kann, bis man schwarz wird. Diese Geschichte hier ist viel schädlicher fürs Weltklima als alles andere. – Was genau geschehen ist, was vertuscht werden muss, ist für mich leider in der Handlung untergegangen. Fakt ist aber, dass eine ganze Menge diesen Gases in die Atmosphäre gelangt sein muss, was wohl wesentlich zu den steigenden Wasserständen beigetragen hat.
Im Grunde habe ich hier eine Story gelesen, die sich um politische Verwicklungen gedreht hat. Der eine wollte dem anderen an den Kragen und das ursprüngliche Umweltthema geriet etwas zu sehr in den Hintergrund, als dass ich dieses Buch noch irgendwie hätte gut finden können.
Es dreht sich alles um irgendeine Akte, um den Machterhalt einzelner Geldsäcke und der Machtlosigkeit des kleinen Mannes, der dann am Ende aber alles ausbaden muss.
Fazit: Die Story selber ist zweifellos sehr gut recherchiert und ist für politisch interessierte Menschen sicherlich interessant. – Ich hingegen fand, dass es nicht so gut war, wie das Buch, welches ich vorher von Uwe Laub gelesen habe. Leider ist mir persönlich das Umweltthema zu sehr in den Hintergrund gerückt. Dieser politische Firlefanz war alles andere als interessant für mich.
Die Namen hielten sich, zum Glück, in Grenzen und im Grunde konnte ich die Leute ganz gut auseinanderhalten. Trotzdem hatte ich nicht wirklich ein Kopfkino vor meinem geistigen Auge. Ich habe nur gesehen, was ich sehen wollte. Das war es dann auch schon wieder.
Leider nur ein Buch, welches ich eben gelesen habe, um es gelesen zu haben. Nicht mehr, nicht weniger ...
Für Fans von Uwe Laub gehört dieses Buch wohl schlicht und ergreifend dazu, aber ich war leider ein wenig enttäuscht. Das Umweltthema verschwindet leider hinter politischem Machtgehabe.























