Uwe Lehmann

 3,9 Sterne bei 20 Bewertungen

Lebenslauf

Der Journalist Uwe Lehman lebt und arbeitet seit den 1980er-Jahren in Berlin. Zusammen mit der Journalistin Manuela Blisse widmet er sich mit ihrem Redaktionsbüro Surpress für Medien bundesweit hauptsächlich den Themen Reise, Essen und Trinken, Gastronomie und Hotellerie sowie Lifestyle. Regelmäßig reisen sie als Autor:innenteam um die Welt – von Kreta bis nach Jamaika. Dabei landet der gebürtige Dortmunder, der auch über Wein und Immobilien schreibt, seit Jahren immer wieder in Südtirol – zum Skifahren in den Dolomiten genauso wie zur Weinlese im Herbst. Dabei sind zahlreiche Artikel und Reiseführer über die norditalienische Provinz für verschiedene Magazine und Verlage entstanden. 

Quelle: Verlag / vlb

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Neue Rezensionen zu Uwe Lehmann

Neues, Altes, Vergessenes, Wiederentdecktes und das, was schon immer da war, aber oft übersehen wird

Das Territorium der DDR war in Bezirke eingeteilt. Von Rostock im Norden, Autokennzeichen begannen immer mit einem A, bis Suhl im Süden, O klebte hier an den Trabbis und Wartburgs, von Dresden bis Magdeburg in Ost und West. Die größten Städte waren die Hauptstädte und Namensgeber der Bezirke. Die kannte wirklich jeder. Nach der Wende verschwanden die Namen aus en Köpfen. Sie wurden nicht mehr erwähnt, sofern man keine verwandtschaftlichen Beziehungen dorthin hatte. Auch in den überregionalen, landesweiten Medien kamen manche Städte einfach nicht mehr vor. Wer hat in den 90ern von Gera gesprochen? Die Stadt war wie vom Erdboden verschluckt. Zugegeben, das ist ein drastische Übertreibung, denn die Stadt existieret ja weiterhin und tut es bis heute. Aber als Ausflugsziel- gar als Urlaubsziel steht Gera garantiert nicht unter den Top 100. Das kann sich aber ändern. Es wird sich ändern.

Zum Beispiel ist die Stadt mit dem gleichnamigen Fluss auch die Geburtsstadt des Malers Otto Dix. Der wurde vor 1891 (Achtung Jubiläum!) in Untermhaus, einem Stadtteil von Gera geboren. Und das wird nun im großen Stil gefeiert. Etwas außerhalb der Stadt kann man durch das prächtige Tal der Weißen Elster auf Erkundungstour gehen oder radeln. Auch wenn hier das Adelsgeschlecht der Reußen seinen Ursprung hat, so kann die Stadt nicht recht mit diesem Erbe wuchern. Einer der letzten Sprösslinge – selbst aus dem Familienverbund ausgetreten – nahm und nimmt für sich in Anspruch Deutscher Regent sein zu wollen, zu müssen (?). Er ist allerdings der einzige – der Großteil der männlichen Vorfahren hießen und heißen übrigens Heinrich, was Ahnenforschern die Farbe aus den Haaren treibt – der Deutschland nichts Gutes will. Seine Vorfahren waren progressiver.

Autor Uwe Lehmann ist der Typ Kenner, dem man gebannt lauscht, dem man das Geschriebene sofort ins eigene Hirn übertragen lässt. Gera ist auf einem guten Weg seine Vergessenheit abzulegen. Und wer in die zufriedenen Fettguschen schaut, weiß, dass das aus gutem Grund passiert. Denn die Brummuchsen verstummen langsam – zu viel verbales Lokalkolorit? Dann ist dieses Buch Pflichtlektüre!

Hier wurde schon immer Geschichte geschrieben, seit Jahrhunderten. Nur hat das kaum einer außerhalb bemerkt. Und wenn doch, dann nur selten. Hat man vor Jahren den Namen nur von der Autobahnabfahrt gekannt, so ist man heute bei einem Tagesausflug gut beschäftigt, will man so viel wie möglich erleben. Und bald schon muss man in Gera übernachten, da das Erkundungspensum sonst nicht gestemmt werden kann. Und dieses Buch wird ein treuer Begleiter sein, wenn man die Anekdoten und Geschichte der Stadt kennen will.

Den Gerschen aufs Maul geschaut

Die kleine Geschichten- und Anekdotensammlung "Gera. Von Fettguschen und Brummuchsen" des Stadtführers Uwe Lehmann hat mir viel Freude bereitet. Am meisten haben mich die dialektalen Ausführungen bzw. "Gerschen" Eigenheiten erheitert. Daneben habe ich viel Neues über die Thüringer Stadt Gera erfahren. Ob Berühmtheiten wie Otto Dix, das legendäre Kaufhaus Tietz oder die Wismut, der Autor kennt seine Stadt genau und lässt gern Einheimische zu Wort kommen. Als Thüringerin, die unweit der Otto-Dix-Stadt lebt, bin ich in nicht einmal einer Stunde über die 79 Buchseiten geflogen. Alles in allem eine gelungene Zeitreise für "Gersche" und stadthistorisch interessierte Leser, die Humor verstehen. Stilistisch mit Tom Pauls und Bernd-Lutz Lange vergleichbar. 

Cover des Buches Wild Places Südtirol (ISBN: 9783734330551)
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Rezension zu "Wild Places Südtirol" von Uwe Lehmann

katikatharinenhof
Nicht wild und unberührt, aber dennoch wunderschön

Die Alpen, und gerade Südtirol, sind seit Jahrzehnten Sehnsuchtsort für viele Menschen - Palmen und schneebedeckte Gipfel, Obstgärten und wunderschöne Panoramablicke im Licht des Sonnenuntergangs, Historisches und TV-Filmkulissen locken und viele Urlauber:innen folgen dem Ruf der Berge.


Aber gibt es sie noch wirklich, die unberührten Fleckchen Erde, die fernab jeglichen Touri-Rummels nur darauf warten, entdeckt und als Lieblingsplatz in die Reisetagebücher eingeschrieben zu werden ? "Wild Places Südtirol" soll dabei helfen, genau dieser Frage auf den Grund zu gehen und bereits eingetretene Pfade verlassen.


Die Aufmachung des Buches ist optisch ein echtes Schmankerl, denn die Aufnahmen sind wunderschön und machen direkt Lust, die Reisetaschen zu packen und über den Brenner oder die landschaftlich schönere Route über den Reschensee zu nehmen. Die Texte sind quasi die Antipasti und der Heißhunger auf Südtirol wächst.


Und doch gibt es leise Stimmen, die sich im Inneren regen, wenn die Leser:innen das Buch durchblättern. Seit Jahren kämpft diese Region mit dem Overtourism, die Bettenkapazitäten sind längst erschöpft und wer wirklich unberührte Natur sehen möchte, der muss entweder ganz früh aufstehen oder ein Online-Ticket buchen.


Waalwege und der Ortler im Vinschgau, Knottnkino und der Partschiner Wasserfall in Meran bzw. im Meraner Land, Erdpyramiden und der Naturpark Drei Zinnen im Pustertal, Rosengarten in den Dolomiten oder die "Stoanerne Mandln" im Eisacktal - alles Hotspots in den Bergen, die mit dem Besucherandrang zu kämpfen haben und auch in diesem Buch erneut beworben werden.


Anschauen, wegträumen und Seele baumeln lassen - mit diesem Buch ist es möglich. Ob es dann wirklich die Urlaubsreise nach Südtirol sein muss, sollte jede/r Leser:in für sich selbst entscheiden.


Neutrale 3 Sternchen.

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