Uwe Reineck

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Handbuch Prozessberatung

Handbuch Prozessberatung

 (1)
Erschienen am 01.03.2012
Mythos Change

Mythos Change

 (1)
Erschienen am 09.03.2015

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Rezension zu "Mythos Change" von Uwe Reineck

Zur Fortentwicklung von Change-Prozessen
michael_lehmann-papevor 3 Jahren

Zur Fortentwicklung von Change-Prozessen

„Eine gutgelaunte Unzufriedenheit mit Change-Prozessen stand am Anfang der Arbeit, deren Ergebnisse in diesem Buch zusammengefasst sind“.

Seit gut einem Jahrzehnt bereits ist „Change“ eine Arbeitsweise, ein Prozess, der in Zielfältiger Form in Unternehmen angewandt wird mit dem Ziel, notwendige und gewollte Veränderungsprozesse in Unternehmen professionell zu begleiten und bestmöglich umzusetzen.

Nun aber, nach diesen Jahren der Erfahrung und der Möglichkeit längerfristiger Beobachtungen und Kontrolle der Ergebnisse des „Change-Management“, ergibt sich, zumindest für die beiden Autoren und deren Umfeld, jene erwähnte Unzufriedenheit mit den Wirkungen der Arbeit.

„Change-Prozesse, die auch Haltung und Verhalten verändern sollen, funktionieren meistens nicht oder nur schlecht“.

Diese, im Weiteren durchaus schonungslos mit Beispielen benannte „Erfolglosigkeit“ in doch wichtigen Eckpfeilern der angedachten Change-Prozesse führt nun, zum Glück, bei den Autoren nicht zur Resignation, sondern zu einer differenzierten und kritischen Sichtung jener Prozesse und Arbeitsweisen, in deren Verlauf sich eine Metamorphose des Change-Management herauskristallisiert, die das Weiterdenken einfordert und anregt.

So geht der Wege der Darlegungen in diesem Buch zunächst ein auf eine kritische, teils entlarvend zu nennende Betrachtung der „Mythen des Change“ in einer „unheiligen“ Allianz aus „Managerismus, Psychologismus und Changismus“, die unter „nachhaltigen Verblendungsverdacht“ geraten. Tatsächlich erlebt man es selten, wie klar die Autoren (ohne Polemisch zu werden) in harter Analyse gängige und offen bis dato noch gar nicht unbedingt so stark angefragte Methoden und Prozesse „zur Seite legen“ („Aufhören mit Change“).

Anders dann angesetzt (mit verständlichen Beispielen und ebenso griffigen garfischen Illustrationen, rekurrieren die Autoren auf eine niederschwelliger angesetzte, im Gesamten der Darstellung ruhiger und schlichter wirkende Haltung und Methode: Das „Passagement“.

Eine „Unterstützung und Begleitung des Managements in Organisationen, die sich in Übergangssituationen befinden, und zwar auf struktureller, funktionaler, kultureller und persönlicher Ebene“.

Denn die Grundlage, auf der Beratung entsteht, in der auch das Change-Management seine Basis legte, ist und bleibt ja vorhanden. Veränderungen, auch wenn sie permanent gedacht werden, eine Neugestaltung der Zukunft, eine Entwicklung auf noch nicht vorhandenes hin bedarf der Reflexion. Um den Prozess aktiv zu gestalten, um zu prüfen, ob und wo man anlangt und ob das jener Ort ist, an den man ursprünglich wollte.

„Nach unserem Beratungsverständnis benötigt eine Organisation die Reflexion, um die Folgen von Interventionen zu verstehen“. Diese Reflexion vollzieht sich in der Verbindung von „Projektlogik“ (das Rad dreht sich weiter) und „Psychologik“ (im Innern des Rades Vorgänge verstehen, nicht als Anhängsel von Außen das Drehen des Rades erschweren).

Somit plädieren die Autoren für eine Integration des „Passagement“ als eine Form der „permanenten Beratung durch Reflexion“ im Innern der je konkreten Organisation.

Ein interessanter Ansatz, der trotz mancher Abstraktionen zum Ende der Darstellung hin (allgemeine Vernetzung, die Diskussion zukünftiger „Ex-Trends“) den „großen“ Apparat eines Change-;Management deutlich reduziert und die Beratungsarbeit zu einem organischen Teil des gesamten Prozesses werden lässt (z.B. als „Illusions-Aufräumungsdienst).

Durchaus überzeugend argumentieren die Autoren, sind zudem in der Lage, ihre Ideen fassbar und präzise zu formulieren und die entsprechenden Methoden zu beschreiben. Auch wenn der Wandel des Change-Management erst am Anfang steht, allein schon die klare Formulierung der oftmaligen „Unwirksamkeit“ wirkt befreiend und wird in neue, konstruktive Bahnen gelenkt.

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Rezension zu "Handbuch Prozessberatung" von Uwe Reineck

Rezension zu "Handbuch Prozessberatung" von Uwe Reineck
michael_lehmann-papevor 7 Jahren

Wie Veränderungen gelingen

Die Prozessberatung wendet sich einer erkennbaren Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit zu. Einerseits steht der rationale Anspruch im Raum, dass eine klare und überzeugende Strategie sachlogisch und nachvollziehbare Entscheidungen produziert. Und demgegenüber die erkennbare Wirklichkeit, dass nämlich eine Unternehmenskultur bequem, machtvoll, aber auch durchaus klug ist und sich „zu schützen weiß“. Somit eine Veränderung ein oftmals langsamer, evolutionärer Prozess ist, so sie überhaupt stattfindet.

„Culture eats strategy for lunch“ fasst dieses (Miss) Verhältnis zwischen Strategie und Kultur aufs Beste zusammen.

Prozessberatung heißt nun, beides zusammen zubringen. Die Kultur zu verstehen und in und mit dieser entwickelte Strategien umzusetzen, somit also Veränderungen einerseits zu initiieren und andererseits sorgfältig zu steuern und zu implementieren. Und dies auf dem Weg zu einer „guten“ Organisation, einer, die eine Vielzahl von nützlichen Eigenschaften entwickelt, um den Herausforderungen bestmöglich zu begegnen (und somit eine gewisse Flexibilität in ihrer Unternehmenskultur quasi „verankert“ hat).

In zupackender, bildreich auf den Punkt kommender Sprache legen die Autoren zu diesem komplexen Vorgang der Prozessberatung nun ein umfassendes, vor allem aber stark praxisorientiertes Handbuch vor. Nach einer äußerst verständlichen und auch im Buch grafisch hervorragend aufgearbeiteten Einführung in die Prozessberatung (Zugänge und Ziele, Menschen dun Organisationen, Urväter und Grundideen der Prozessberatung, kritische Anmerkungen zu den „blinden Flecken“ der Prozessberatung und methodische Hinweise) , eröffnen die Autoren in den beiden Hauptteilen des Buches Zugänge, Hinweise, Erläuterungen und vieles mehr zur Prozessberatung einerseits in Gruppen und andererseits in Organisationen.

Mit einer Vielzahl von Methoden, Workshopkonzepten und Interventionsmöglichkeiten, um Veränderungen zu initiieren und zu begleiten bieten sich im Buch vielfältige Anregungen für (fast) alle möglichen Konstellationen und Arbeitsaufträge. Von einer allgemeinen Erhebung zum Status Quo „Wer sind wir eigentlich“ über das Design von Großveranstaltungen hin zu „Zauberfragen für alle Situationen“ und zur Konfliktarbeit in Gruppen, von der Einrichtung neuer IT Systeme über Zeitknappheit, vom Empowerment zur Entwicklung von Leitbildern und Visionen in Organisationen, der im Feld tätige wird im Buch übersichtlich, fundiert und praxisnah eine Vielzahl von methodischen Anregungen und Arbeitsvorschlägen für die eigene Arbeit finden.

Hat man sich an die bildkräftige und in dieser Form eher für ein Fachbuch ungewohnte Sprache („Wäre Organisationsentwicklung die Zärtlichkeit der Unternehmen für ihre Menschen...“) erst einmal gewöhnt, wird deutlich, dass gerade diese Form der Sprache beim Leser Fantasien und eigene, emotionale Bilder freisetzt, die den dargebotenen Inhalt noch einmal deutlicher verankern und einen weiteren Zugang zur „Welt der Prozessberatung“ ermöglichen (wie die Autoren ans ich auf die Haltung des Beraters durchaus wert legen und dafür im Buch den notwendigen Platz reservieren).

In allen Einlassungen und Arbeitsvorschlägen wird immer wieder ein zentraler Punkt benannt und zumindest unterschwellig deutlich. Das es darum geht, „Rücksicht zu nehmen auf das zunächst verborgene, dass aber bestimmend ist“.

Dieses „Verborgene“, die „Kultur des Unternehmens, der Gruppe“ bewusst zu machen, damit zu rechnen und die Kräfte dieser Kultur mit einfließen zu lassen in gewollte und gesteuerte Veränderungsprozesse, dazu dient dieses Handbuch in ganz hervorragender Weise mit seinem (fast) unerschöpflichen Schatz an Hinweisen, Eröffnungen von Möglichkeiten und ganz konkreten Arbeitshilfen.

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