Uwe Ritzer , Olaf Przybilla Die Affäre Mollath

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Inhaltsangabe zu „Die Affäre Mollath“ von Uwe Ritzer

Olaf Przybilla und Uwe Ritzer, Journalisten der "Süddeutschen Zeitung", kannten lange Gerüchte über den Fall Mollath. Als sie bei ihren Recherchen auf ein internes Dokument der Hypovereinsbank stießen, begannen sie einen der größten Justiz-, Psychiatries-, Banken- und Politskandale der Bundesrepublik aufzudecken: Gustl Mollath beschuldigt seine Frau und andere Banker, illegaler Geldgeschäfte. Niemand schenkt ihm Gehör. Stattdessen wird er in die Psychiatrie eingewiesen,wo er seit sieben Jahren sitzt. Mollath wird von Psychiatern weggesperrt, die ihn nie untersucht haben. Das interne Dokument der Hypovereinsbank beweist, dass Mollaths Anschuldigungen zutreffen. Man verheimlicht die Akte und lässt ihn in der Anstalt schmoren. Und wer den Fall kennt, glaubt nicht an ein zufälliges Versagen von Justiz und Psychiatrie. Dieses Buch erzählt die ganze Affäre Mollath und prangert das skandalöse Versagen des Rechtsstaats an.

ein wichtiges buch, das szeigt, ein guter anwalt ist mehr als nötig im falle aller fälle!

— Buecherspiegel
Buecherspiegel

Dieses Buch hat mir einen Anstoß gegeben mehr zu erfahren. Gustl ist leider laaange nicht der einzige Skandal in Deutschland. Traurig!

— Mathias86
Mathias86

Sehr gut recherchiert, sehr flüssig geschrieben. Sachlich und doch spannender als jeder Thriller. Unbedingt lesen!

— RobertZMilla
RobertZMilla

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    Die Affäre Mollath
    Katzenpersonal_Kleeblatt

    Katzenpersonal_Kleeblatt

    06. June 2014 um 08:26

    Ein unglaublicher Fall. Aus dem Fall Mollath entwickelt sich die Affäre Mollath. Als Mollath seine Frau, eine Bankangestellte, wegen Verschiebung von Schwarzgeld in die Schweiz und somit Steuerhinterziehung anzeigt, setzt er eine Welle in Bewegung, die seinesgleichen sucht. Die HypoVereinsbank, bei der seine Frau angestellt war, reagiert nicht, ebensowenig wie die gesetzlichen Behörden, sprich Polizei oder Staatsanwaltschaft, genausowenig wie die Politik. Niemand hört zu.  Seine Behauptungen werden als Wahn abgestempelt und er landet in der Psychiatrie, nachdem seine Frau eine Gegenanzeige wegen Misshandlung gestellt hatte. Dort sollte er viele Jahre verbringen, Jahre, die für Gustl Mollath unwiderruflich verloren sind. Die beiden Journalisten Uwe Ritzer und Olaf Przybilla sehen in die Akten des Falles Mollath und entdecken Unglaubliches. Er wurde in die Psychiatrie eingesperrt, ohne je untersucht worden zu sein. Die Ärztin, die die Einweisungspapiere unterschrieb, hat ihn nie zu Gesicht bekommen. Aber auch dort hört ihm niemand zu. Selbst bei Kleinigkeiten, wie der Auswahl einer Seife, da er die dort gestellte aus gesundheitlichen Gründen nicht verträgt, bestätigt die einmal gefasste Meinung, dass er genau dorthin gehört. Immer wieder versucht er sich Gehör zu verschaffen, jedoch ohne Erfolg. Selbst als die HypoVereinsbank bei einer internen Untersuchung später feststellen muss, dass die Beschuldigung von Mollath durchaus gerechtfertigt ist, passiert nichts. Mollath bleibt ungehört und verschlossen. Unfähige Politiker (wer hat die eigentlich gewählt?) stellen sich hinter die Entscheidung, dass Mollath in die Psychiatrie gehört, ohne nachzuhaken oder eine Untersuchung zu veranlassen. Die Affäre Mollath entwickelt sich zu einer Scharade ohne Ende. Erst als die beiden Journalisten sich die Akten ansehen und hinterfragen, decken sie den Skandal auf und bewegen etwas. Im Falle Mollath wurden geschlampt, gelogen, vertuscht, was immer möglich war. Ärzte, Staatsanwaltschaft, Richter, Banken, Poilitiker, jeder tat nur das, was er für richtig oder die Wahrheit hielt. Das die jedoch weit entfernt lag, spielte keine Rolle. Im Ganzen gesehen, ist die Affäre Mollath ein Armutszeugnis unserer Rechtsprechung. Es haben alle versagt, die nur irgendwie einen Anteil daran hatten. Mich hat der Fall erschüttert, denn wie schnell kann man in genau solch eine Situation kommen und der Gedanke, dass man, obwohl unschuldig, alle gegen sich hat, baut mein Vertrauen in unsere Rechtsprechung nicht gerade auf. Dieses Buch ist nicht nur eine Aufarbeitung des Falles Mollath, sondern auch ein Blick in unser Rechtssystem. Ich für meinen Teil hoffe, dass es ein Einzelfall ist.  Dank der beiden Journalisten Uwe Ritzer und Olaf Przybilla konnte Gustl Mollath im vergangenen Jahr aus der Psychiatrie entlassen werden, in ein Leben, in dem er nichts mehr hatte, ihm wurde alles genommen. Ich hoffe für ihn, dass er es geschafft hat, wieder auf die Beine zu kommen. Dieses Buch empfehle ich sehr gern weiter.

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  • {Kurzrezension} Die Affäre Mollath - kompakt - Uwe Ritzer, Olaf Przybilla

    Die Affäre Mollath
    Eglfinger

    Eglfinger

    31. August 2013 um 00:50

    Inhalt: "Die Affäre Mollath - kompakt" ist ein aktualisierter Auszug aus dem Werk "Die Affäre Mollath". Dieser Auszug gibt auf 15 Seiten einen Überblick über die Affäre. Anschließend erhält man noch eine Chronologie der Affäre von der Geburt Gustl Mollath bis zu seiner Freilassung. Meine Meinung: Dieser Auszug ist keine vollständige Wiedergabe der gesamten Affäre, aber man erhält einen guten Überblick. Die beiden Journalisten zeigen auf, was in einem Rechtsstaat eigentlich nicht geschehen sollte und decken einen der wahrscheinlich größten Justizskandale der Bundesrepublik auf. Sie beschreiben, wie Staatsanwälte, eine Bank, psychiatrische Gutachter, Richter und Politiker versagt haben und somit einen vielleicht unschuldigen Mann sieben Jahre in die Psychiatrie eingesperrt haben. Zurecht wurden die beiden Journalisten Uwe Ritzer und Olaf Przybilla mit dem Wächterpreis der deutschen Tagespresse ausgezeichnet. Mein Fazit: Wie der Titel schon sagt, ist es nur eine kompakte Wiedergabe der Ereignisse rund um diese Affäre, aber man erfährt alles Wesentliche und es ist nicht nur eine Leseprobe. Wer noch mehr zu den Hintergründen und zur Recherchearbeit erfahren möchte, der kann dann die komplette Analyse "Die Affäre Mollath - Der Mann, der zuviel wusste" lesen. Ich gebe ♥♥♥♥.

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  • Ein bewusstes Versagen des Rechtsstaates?

    Die Affäre Mollath
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    17. June 2013 um 13:25

      In diesen Tagen wurde der Fall Gustl Mollath wieder aufgerollt und gerichtlich überprüft. Mit dem inzwischen bekannten Ausgang, den Mann noch für zumindest  ein Jahr in der Obhut einer geschlossenen, psychiatrischen Abteilung zu belassen, wie schon in den letzten sieben Jahren. Und das auch dieses Mal mit einer obskuren Begründung in Folge eines nicht erstellten Gutachtens (wobei auch die Nichterstellung zum aktuellen Zeitpunkt eine mehr als unverständliche Begründung erfährt. Vielleicht ist de Blick auf wichtige Wahlen in diesem Jahr hier auch von Bedeutung gewesen?).   Eine „Spitze des Eisbergs“ in einem Justizvorgang, der von (nicht nur) der süddeutschen Zeitung kritisch begleitet und stark kritisiert wird. Beide Autoren arbeiten bei besagter Zeitung und sind, das spürt man dem Buch ab, intensiv und fundiert mit dem Fall vertraut. Nicht zufällig natürlich erscheint das Buch zum Zeitpunkt der Prüfung des Falles und bezieht eine klare Position gegen das nun bereits jahrelange „Wegsperren“. Allerdings nicht mit polemischem Unterton, sondern sehr differenziert und sorgsam begründet legen die Autoren die Ergebnisse ihrer Recherchen und ihre Schlüssse aus diesen vor.   Das in Bezug auf Gustl Mollath ein „kollektives“ Versagen der Exekutive im Raum steht, das ist für die Autoren erwiesen. Dieses Ergebnis ihrer Recherchen ist für die beiden Journalisten „ohne Zweifel“ und ihre Darlegung ist auch für den Leser überzeugend. Umso schwieriger ist die Lage nun, nach dem erneuten Urteil gegen Mollath, in dem wiederum wesentliche Punkte des Falles gar nicht erst zur Verhandlung standen. Das gerade ist der „Justizskandal“, der ins Felde geführt ist, denn ebenso wurden bereist im ersten Angang des Falles die Einlassungen Mollaths erkennbar nicht genügend berücksichtigt und ein Dickicht von diversen Gutachten und Anträgen erzeugt, das fast wirkt, als solle unbedingt genau dieses Ergebnis gegen Mollath erreicht werden. Damals wie heute.   Vorgänge, die im Buch genauso minutiös dargelegt werden, wie der eigentliche Fall in den Blick rückt, aber auch die Person Mollaths ausgiebig vorgestellt wird.   Einerseits finden sich somit hier ein durchaus nicht einfacher, teils sturer Mann, der sich in dem Augenblick gegen seine eigene Frau wandte, in der er ihre am Rande der Legalität (bis darüber hinaus) sich vollziehende Arbeit als Anlageberaterin erst intern, dann immer  lauter auch nach außen hin an den Pranger stellt. Ein Verhalten, dass zum Bruch zwischen beiden und den Übergang hin zum Kampf mit „harten Bandagen“ vor allem von Seiten der damaligen Ehefrau Mollaths darstellte. Ein Schwarzgeldskandal im Rahmen der Hypovereinsbank, der zudem versehen ist mit einem dunklen Licht. Nicht nur auf eine konkrete Ehefrau und einen Ehestreit, sondern eben auch auf die weiteren Kreise Beteiligter. Die Bank, verantwortliche Politiker, Kunden. Da bleibt dann nicht nur, sieht man den Verlauf des Prozesses vor Augen, ein „Gschmäckle“, dass Mollath von verschiedenen Seiten her mundtot gemacht werden sollte, da stehen handfeste Indizien im Raum, dass die Behandlung dieses Falles von Beginn an ein bestimmtes Ergebnis hervorbringen sollte.   Und das Ganze stellen die Autoren überzeugend dar. Nicht mit Hilfe einer reißerischer Darstellung, sondern gerade eben wegen der Kraft des Buches, Fakten zu benennen und nüchtern Zusammenhänge herzustellen. Wobei es sicherlich am Schwersten wiegt, wie wenig die Einlassung und allein schon die bürgerlichen Rechte des Mannes beachtet und gewahrt wurden (nicht nur bei seiner Enteignung, die fundamentale Rechtsmittel zu Gunsten eines „Opfers“ schlicht ignorierte). Einer, der die „Kreise“ von Finanz und Politik störte und hätte durcheinanderbringen können, wird hier im 21. Jahrhundert kühl mundtot gehalten, ein anderes Ergebnis kann die Lektüre nicht ergeben.   Sachlich, fundiert, sorgfältig recherchiert und sprachlich nüchtern und auf den Punkt gebracht, in Form und Inhalt ein überzeugendes Buch.

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  • Justiz,, Psychiatrie, ,Banken und Politik: Alle gegen einen

    Die Affäre Mollath
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    05. June 2013 um 09:28

    Immer mal wieder habe ich in der Vergangenheit in meinen beiden Wochenzeitungen etwas gelesen über eine Affäre und einen Justizskandal, der im Zusammenhang der Finanzkrise neue Bedeutung bekam. Es geht um die „Affäre Mollath“ jene Geschichte eines Nürnberger Bürgers, der seine eigene Frau und deren Kollegen bei der Hypovereinsbank illegaler Geldgeschäfte beschuldigte. Sie sollen Schwarzgelder prominenter Kunden illegal in die Schweiz geschafft haben und sich des Steuerbetrugs und  der Geldwäsche schuldig gemacht haben.   Doch niemand, weder die Justiz noch die Politik, schenkt ihm Glauben. Stattdessen wird er in die Psychiatrie eingewiesen, nachdem seine Frau ihn der körperlichen Misshandlung bezichtigt. Sieben Jahre sitzt er dort ein und wird von den dortigen Psychiatern kein einziges Mal wirklich untersucht.   Als Jahre später ein  internes Dokument der Hypovereinsbank auftaucht, das Mollaths Vorwürfe bestätigt, wird diese Akte verheimlicht und Mollath bleibt weiter in der Psychiatrie. Als Olaf Przybilla und Uwe Ritzer, Journalisten der SZ bei ihren Recherchen auf dieses geheime Dokument stoßen, beschließen sie, den Fall aufzudenken und dieses Buch zu schreiben.   Nachdem nun auch ein Untersuchungsausschuss im Bayerischen Landtag beantragt ist, ist zu hoffen dass Gustl Mollath Gerechtigkeit widerfährt und er bald aus der Psychiatrie entlassen werden kann. Ein gebrochener Mann wird er bleiben.

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