Uwe Rudnick

 4,9 Sterne bei 15 Bewertungen
Autorenbild von Uwe Rudnick (©Privat)

Lebenslauf

Glücklich seit 1960; verheiratet, zwei Kinder, drei Enkel. Lebt seit einem Vierteljahrhundert in Weimar. Zwanzig Jahre lang arbeitete er als Typograph für renommierte Verlage – ein Handwerk, das ihn lehrte, wie viel in einem Buch steckt, wenn man genau hinschaut. Seit fünfzehn Jahren schreibt er selbst.

Neue Bücher

Cover des Buches Drei Liter Himmel (ISBN: 9783695732579)

Drei Liter Himmel

(15)
Neu erschienen am 18.03.2026 als Taschenbuch bei BoD – Books on Demand.

Alle Bücher von Uwe Rudnick

Cover des Buches Drei Liter Himmel (ISBN: 9783695732579)

Drei Liter Himmel

(15)
Erschienen am 18.03.2026

Neue Rezensionen zu Uwe Rudnick

Cover des Buches Drei Liter Himmel (ISBN: 9783695732579)
manomans avatar

Rezension zu "Drei Liter Himmel" von Uwe Rudnick

manoman
Historischer Roman nach wahrer Begebenheit

Zum Inhalt: Die Handlung spielt vor und während des zweiten Weltkriegs und basiert auf wahrer Begebenheit. Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive von Flocke, einem zunächst schüchternen, aber zunehmend mutigeren und reflektierten Jungen. Seine Kindheit ist schwierig, denn seine Mutter stirbt bei seiner Geburt und das Verhältnis zu seinem Vater ist wenig liebevoll. Seine Tante, die die Erziehung übernimmt, flüchtet wegen ihrer Homosexualität schon bald nach Skandinavien und Flocke bleibt mit ihrem ehemaligen SA-Verlobten zurück, der ihn einige Male heimtückisch quält. In der Schule ist Flocke ein Außenseiter. Mit 14 Jahren ist er weitgehend auf sich alleine gestellt, er zieht in eine Gartenlaube und lernt dort die 17-jährige Fiona kennen, die im Nachbargarten zwei jüdische Mädchen versteckt. Außerdem stößt sein erster und einziger Freund Zack dazu, Sohn eines hochrangigen SS-Offiziers. Gemeinsam versuchen sie, die jüdischen Mädchen zu schützen und riskieren dabei ihr eigenes Leben. 


Meine Meinung: Ein sehr spannender, historischer Roman. Die Erzählperspektive aus Flockes zunächst kindlichen und dann jugendlichen Augen geht unter die Haut. Man kann sich sehr gut in die damalige Zeit und Flockes Situation hineinversetzen. Der Charakter von Zack bringt viel Schwung in die Geschichte, weil er nicht auf den Mund gefallen ist und rhetorisch unfassbar stark seine Rolle als Sohn eines SS-Offiziers für seine Interessen nutzt. Der Sprachstil ist angenehm. Trotz des ernsten Themas gibt es immer wieder auch witzige Szenen zum Schmunzeln. Das Buch handelt nicht nur vom Krieg, sondern auch von der ersten Liebe, wahrer Freundschaft, Mut, Zusammenhalt und Menschlichkeit. Man merkt, dass der Autor viel Herzblut in die Recherche und das Schreiben gesteckt hat. Das Ende ist offen, erst in einem weiteren Teil werden alle Fragen beantwortet. 

In meinen Augen nicht nur für Erwachsene, sondern auch für junge Menschen ab circa 14 Jahren eine tolle Lektüre.

Cover des Buches Drei Liter Himmel (ISBN: 9783695732579)
Dandys avatar

Rezension zu "Drei Liter Himmel" von Uwe Rudnick

Dandy
lässt einen nicht mehr so schnell los

Bei „ Drei Liter Himmel“ von Uwe Rudnick handelt es sich um einen Roman.


Das Ende ist etwas offen und im 2. Band wird alles aufgeklärt. Was ist hier Fiktion, was Realität auch dies wird im 2. Band beantwortet. Daher bin ich auf diesen Band sehr gespannt.


Dieser Roman basiert auf wahre Begebenheiten, wer wirklich gelebt, erfährt man am Ende des Romans.


Der Schreibstil des Autors hat mir sehr gut gefallen. Man kann sich sehr gut in die Protagonisten hineinfühlen und einzelne Szenen sind so bildhaft beschrieben, dass man sich gut in diese Zeit hineinversetzen kann. Die Atmosphäre wurde so gut eingefangen, dass ich während dem Lesen stellenweise Gänsehaut bekommen habe. Was für eine schlimme Zeit.


Der Plot ist interessant, macht Nachdenklich und ist vielseitig. Konnte das Buch kaum aus der Hand legen.


Die Protagonisten werden tief beschrieben. Ihre Entwicklungen und ihr agieren ist authentisch.


Ich empfehle dieses Buch weiter.

Cover des Buches Drei Liter Himmel (ISBN: 9783695732579)
mabuereles avatar

Rezension zu "Drei Liter Himmel" von Uwe Rudnick

mabuerele
Mut in dunkler Zeit

„...Mein Gehirn fühlt sich an wie die Stadt nach einem Bombenangriff: kaum eine Straße ist frei, die meisten brennen, überall liegt Schutt. Manchmal stolpere ich in einer Ecke über eine Erinnerung, doch kaum beginnt sich ein Bild zu formen, ist der Gedanke wieder weg…“


Der 15jährige Karl-Leopold wacht im Jahre 1945 in einem Krankenhaus auf. Er wurde an Gehirn operiert. Seine Erinnerungen kommen nach und nach zurück.

Der Autor hat einen bewegenden Roman geschrieben. Er spielt in Weimar. Der Schriftstil ist gut ausgearbeitet. Es wird deutlich, wie die Politik das Leben der Menschen prägt. Ab und an blitzt ein feiner Humor auf. Der Handlung liegen wahre Schicksale zugrunde.

Karl-Leopold verlebt die ersten Jahre seiner Kindheit in Lilienthal bei Bremen bei seiner Tante Lieselotte, da die Mutter bei der Geburt verstirbt. Das Verhältnis zum Vater ist ambivalent.

Mit vier Jahren zieht er zusammen mit Lieselotte zum Vater nach Weimar.


„...Ich bin hier der Gendarm; du bist mein Sohn, die Leute schauen auf uns. Mach mir keine Schande. Versprichst du mir das?…“


Die Einstellung des Vaters zum Regime bleibt für mich bis zum Schluss undurchschaubar. Deutlicher wird dafür diejenige von Herbert, der ein Freund von Lieselotte ist. Er ist in der SS und versucht, den Jungen in seinem Sinne zu formen. Der Vater schaut zu. Karl-Leopold aber ist für sein Alter erstaunlich reif. Er begreift durch eigene Erfahrung, dass nicht alles stimmt, was ihm Herbert erzählt.

Mit sechs Jahren kommt für Karl-Leopold der nächste Einschnitt. Lieselotte verlässt zusammen mit ihre Freundin die Familie und geht nach Dänemark. In Deutschland wird ihnen der Boden zu heiß.

Dann folgt ein großer Sprung ins Jahr 1944.


„...Im Osten rollte der Bolschewist, im Westen legten die Alliierten die Städte in Trümmern. Der Luftkrieg hatte Weimar erreicht…“


In der Schule gibt es Durchhalteparolen. Da erscheint ein neuer Schüler, der Zack genannt werden will. Er tritt sehr selbstbewusst auf, wirkt aber innerlich zerrissen. Sein Vater ist SS-Obersturmbannführer. Zack hasst ihn, beruft sich aber auf ihn, wenn es brenzlig wird. Und das wird es häufig, denn Zack provoziert gern.


„...Was war echt, was nur Fassade, Abwehr, Theater? Manchmal spielte er mit der Welt wie ein Jongleur mit brennenden Fackeln...“


Der Vater, der nach Jena abkommandiert wurde, kauft für Karl-Leopold einen Garten am Rande von Weimar, um ihm Schutz vor Luftangriffen zu geben. Zack zieht beim ihm ein.

Im Nachbargarten lebt die 17jährige Fiona. Karl-Leopold kann die Augen kaum von ihr lassen. Er mag sie. Doch die Lage ist gefährlich, denn Fiona versteckt zwei kleine jüdische Mädchen.

Je näher die Front kommt, desto gefährlicher wird die Lage. Es gilt, eine Entscheidung zu fällen. Betroffen macht es, wenn die Jungen in den Ort gehen und dort sehen, wie die Gefangenen aus Eisenbahnwaggons kommen und den Weg in Richtung Ettersberg antreten. Das Schweigen wirkt verstörend, macht aber gleichzeitig deutlich, um was es geht.

Die Geschichte endet mit einem heftigen Cliffhanger. Im Anhang erfahre ich, welche Personen Vorbilder für das Geschehen waren.

Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es zeigt, was durch Mut und Einsatz möglich war, aber auch die Folgen des großen Schweigens.

Gespräche aus der Community

Weimar, 1945. Er erwacht mit Kopfverletzung im amerikanischen Lazarett. Mühsam beginnt er sich zu erinnern: Als Vierjähriger versteht er "Drei Liter" statt "Heil Hi...". Mit 15 duckt sich Flocke im Garten am Stadtrand vor dem Krieg. Dann begegnet er Fiona und die Welt wird wunderbar weit. Doch Fiona hütet ein gefährliches Geheimnis: zwei jüdische Mädchen. Nach einer wahren Geschichte.

177 BeiträgeVerlosung beendet
manomans avatar
Letzter Beitrag von  manoman

Die Gedanken zum Cover finde ich sehr gut. Ich glaube, Rolfis Kritikpunkt ist ja, dass man am Cover nicht erkennt, dass es sich um einen historischen Roman handelt, und ich persönlich teile diese Meinung, obwohl ich das Cover an sich sehr schön und nach dem Lesen des Buches auch gut zum Reflektieren und passend zum Inhalt finde. Nur als Vorschlag, falls es eine Neuauflage gibt: Man könnte vielleicht auf der Coverseite einen Einzeiler ergänzen à la "Historischer Roman nach wahrer Begebenheit". Dann wüsste man als unbedarfter Interessent auf dem ersten Blick, was einen erwartet und der Symbolcharakter des Covers bliebe trotzdem aufrecht erhalten.

Zusätzliche Informationen

Uwe Rudnick wurde am 07. Januar 1960 in Sonneberg geboren.

Uwe Rudnick im Netz:

Welche Genres erwarten dich?

Community-Statistik

19 Bibliotheken

1 Leser*innen

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freund*innen und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber*innen und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks