Uwe Schultz

 4 Sterne bei 20 Bewertungen
Autor von Immanuel Kant, Richelieu und weiteren Büchern.

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Richelieu

Richelieu

 (4)
Erschienen am 11.05.2015
Das Duell

Das Duell

 (2)
Erschienen am 23.10.1996
Der Herrscher von Versailles

Der Herrscher von Versailles

 (2)
Erschienen am 19.09.2006
Große Prozesse

Große Prozesse

 (1)
Erschienen am 20.02.2001
Das Zeitalter des Sonnenkönigs

Das Zeitalter des Sonnenkönigs

 (1)
Erschienen am 01.09.2015
Paris

Paris

 (1)
Erschienen am 22.10.2003
Der König und sein Richter

Der König und sein Richter

 (1)
Erschienen am 09.02.2012

Neue Rezensionen zu Uwe Schultz

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Rezension zu "Der König und sein Richter" von Uwe Schultz

Rezension zu "Der König und sein Richter" von Uwe Schultz
michael_lehmann-papevor 6 Jahren

Zwei dramatisch verknüpfte Leben

20jährig besteigt Ludwig XVI. 1775 den Thron Frankreichs und eine der vielfachen hymnischen Reden zu diesem Ereignis hielt ein junger, 17jähriger Jurastudent der dominierenden Universität von Paris, Maximilien de Robespierre.

Eine spannende Fußnote der Geschichte, die da am Anfang des Weges zweier Männer steht, von denen der eine den anderen späterhin hinrichten lassen wird, um nur kurze Zeit später selber den „Geistern die er rief“ zum Opfer zu fallen. Zwei Lebenswege, die hier am Beginn ihres „offiziellen“ Weges bereits aufeinandertrafen. Zwei Lebenswege, die als Pole einer ganzen Zeit angesehen werden können und in denen der Hintergrund, die Entwicklung und die Folgen der gesamten französischen Revolution her aufgerollt werden kann.

Genau dies vollzieht Uwe Schultz in seinen beiden, ineinander verwobenen Biographien (die allerdings in doch gedrängter Form eher vorliegen und nur an wenigen Stellen wirklich in die Tiefe gehen) dieser unterschiedlichen Männer mit ihrer unterschiedlichen und dennoch untrennbar miteinander verbundenen Lebensgeschichte.
Nach hinten und vorne entfaltet Schultz nun die Geschichte der beiden Männer und an diesen die Geschichte der Zeit selbst. Wie schon in der Erziehung des Thronfolgers vor allem die ehernen Dogmen der Macht und Monarchie nach vorne gerückt wurden und Ideale der Humanität systematisch aus der Prägung des späteren Königs fern gehalten wurden. Ebenso, wie Robespierre in seiner schon früh angelegten Intellektualität und in seinem unerschütterlichem, später fanatischem Idealismus eindrücklich im Buch vorgestellt wird. Deutlich wird in diesen Passagen, dass Schultz hauptsächlich den Blick auf die innere Entwicklung und innere Haltung der beiden Personen richtet, viele äußere Ereignisse werden nur chronologisch gestreift und nicht im biographischen Sinne stärker ausgebreitet.

Es gelingt Uwe Schultz aber durchaus, die gesellschaftlich aufeinanderprallenden Geisteshaltungen der Zeit komprimiert in den beiden „Hauptpersonen“ der Zeit darzustellen und den fast unabänderlichen Weg zum Konflikt, zum Wechsel von der „alten Macht“ zur „neuen macht“ und der ebenso fast unabänderlich sich steigernden und dann freigesetzten Gewalt auf allen Seiten Schritt für Schritt offen zu legen. Mit auf der einen Seite einer Herrscherschicht mit dem König an der Spitze, die innerlich unfähig zur Flexibilität und hochgradig distanziert vom Volk regierte, dort der aufrechte, ehrliche, sich nicht verbiegende, aber bis ins Mark fanatische Robespierre, die geballte Wut des Volkes im Rücken. Der „Plan der Erziehung des Volkes“, den Robespierre als Grundlage seines Verständnisses der neuen Welt ausgearbeitet hatte zeigt deutlich auf, wie hier letztlich nur eine Diktatur von einer anderen abgelöst wurde.

Eine interessante, andere Form der geschichtlichen Darstellung der französischen Revolution, die es versteht, durch ihre Konzentration auf die Biographien der beiden wohl Hauptfiguren dieses Ereignisses den Leser nah mit hereinzunehmen in die persönlichen und gesellschaftlichen Hintergründe von „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit“ mitsamt der folgerichtigen Gewalt durch die Schärfe der kühlen, intellektuellen Ideale und der inneren Unbeweglichkeit (nicht nur) des Königs. Auch wenn keine neuen Erkenntnisse oder Fakten über die Revolution verarbeitet werden, ist dieser Blick doch interessant zu lesen.

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Duffys avatar

Rezension zu "Paris" von Uwe Schultz

Rezension zu "Paris" von Uwe Schultz
Duffyvor 7 Jahren

Der Insel-Verlag hat eine wunderschöne Reihe mit literarischen Begleitern für Städte und bestimmte Regionen aufgelegt. Man findet für seine Reiseziele ausführliche Anmerkungen zu literarischen Treffpunkten, Häusern etc und man findet auch viel Wissenswertes und Erbauliches über die Schriftsteller, die in dieser Region lebten und/oder arbeiteten. Immer ist viel Liebe zum Detail vorhanden, so dass es einfach Spaß macht, an Ort und Stelle mit dem neu erworbenen Wissen Plätze zu besuchen.
Für Paris hat Uwe Schultz mit viel Kompetenz und Sensibilität acht Spaziergänge zusammengestellt, die den Literaturliebhaber einige sehr schöne Eindrücke vom Leben und Schaffen so berühmter Schriftsteller wie Proust, Hemingway oder de Beauvoir verschaffen. Wie gewohnt kurzweilige und hochinteressante Lektüre, angereichert mit ein paar schönen Fotos und einer Bibliografie.

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Rat_Krespels avatar

Rezension zu "Der Herrscher von Versailles" von Uwe Schultz

Rezension zu "Der Herrscher von Versailles" von Uwe Schultz
Rat_Krespelvor 10 Jahren

Glanzlose Biographie des Sonnenkönigs

Uwe Schultz, freier Publizist und ein Kenner der französischen Geschichte des Absolutismus, legte 2006 mit „Der Herrscher von Versailles. Ludwig XIV und seine Zeit“ eine neue Biographie des dritten Bourbonenkönigs vor. Sicher kein leichtes Unterfangen bei der Menge an Literatur über diesen König und den Unmengen an Adaptionen in Film, bildender Kunst und Literatur.

Wie hat sich Uwe Schultz dieser Aufgabe genähert und wieso ist er gescheitert?
Eine grundsätzliche Frage der biographischen Literatur ist das Gliederungsprinzip – chronologisch oder thematisch. Hier hat sich der Autor für den zweiten Ansatz entschieden und liefert in Kapiteln wie „Die Macht der Sonne“, „Der Glanz des Hofes“ oder „Der Widerstand Europas“ interessante Fakten und Details aus dem Leben des Königs, wobei Geburt und Tod dem Buch zumindest eine chronologische Klammer geben. Doch leider führt bei Uwe Schultz das thematische Prinzip dazu, dass innerhalb der Kapitel eine gewisse Unordnung entsteht. Sicher führt eine Entscheidung gegen das chronologische Prinzip dazu, dass bestimmte Dinge und vor allem Personen mehrmals aufgegriffen werden, doch hier ist keine Linie erkennbar. Personen, deren Tod ausführlich beschrieben wird, werden in späteren Kapiteln wieder intensiv in ihrer Entwicklung geschildert, das bunte Wirrwarr der Jahreszahlen wird im Laufe der knapp 400 Seiten zusehends unübersichtlicher.

Detailreich ist Schultzes Buch auf jeden Fall – doch das ist nicht immer ein Vorteil. Teilweise liest sich das wie ein „Who is who“ und „wer mit wem“ des ausgehenden 17. Jahrhunderts und erinnert in seiner Langeweile an eine Mischung aus den genealogischen Aufzählungen des Alten Testaments und dem Klatsch aus einer Boulevardzeitung. Hier wäre – so abgenutzt dieser Satz auch sein mag, so wahr ist er – weniger mehr gewesen.

Aber es gibt auch Dinge, da wäre mehr die bessere Lösung gewesen. Für eine Biographie ist es sicher nicht zwingend notwendig, auf die Vorgänger einzugehen. Doch bei einem Werk des 21. Jahrhunderts, das auf dem neusten Forschungsstand aufbauen kann, wäre dies zumindest wünschenswert. Vor allem in Hinblick darauf, dass einige frühere Biographen gerne zitiert werden, allen voran Voltaire. Ganz fehlt dagegen eine kurze Würdigung der Quellen, was auch in einem Buch, dass sicher nicht dem universitären Anspruch gerecht werden will, aber doch wissenschaftlichen Anspruch erhebt, Platz finden sollte.

Und eine Frage bleibt völlig unklar am Ende der Lektüre: Warum übt Ludwig XIV bis heute eine schwer zu erklärende Faszination auf die Menschen aus? Uwe Schultz zeigt den König in seinen extremen Ausprägungen als Machtmensch, Verschwender des Staatsvermögens, der Kriege vom Zaun brach, nur weil er auf einem „dynastisch strengen Reglement“ bestand, der die Krise der Monarchie vorantrieb und bei dessen Tod das Volk mehr lachte als trauerte. Gerade deshalb drängt sich die gestellte Frage auf und Schultzes Antwort, dass im Grunde von diesem König nichts Faszinierendes blieb (hier versteckt sich der Autor hinter der Meinung moderner französischer Biographen), dass nur Versailles bis heute noch kündet „von dem seltenen Kraftakt, ästhetisches Wollen und politische Programmatik zur Harmonie zu zwingen.“ Das soll es gewesen sein? Das erklärt die Wirkung dieses Königs bis in die heutige Zeit so gar nicht und lässt den Leser ratlos zurück.
Doch selbst in seiner Kritik an Ludwig ist Uwe Schultz nicht deutlich. Das wirkt wie gewollt aber nicht getraut. Und so bleibt als Erkenntnis aus dieser Biographie: Ohne eine zentrale Fragestellung, eine verbindende Klammer und ohne eine eigene Positionierung wird aus einer noch so detailgesättigten Darstellung keine lesenswerte Biographie.
Ganz neu erschienen auf dem Markt von Uwe Schultz: Richelieu : der Kardinal des Königs. Ich hatte es schon bestellt, aber nach der enttäuschenden Lektüre dieses Buches habe ich es sofort abbestellt. Keine zweite Chance.

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