„...Sie hörte, wie die Schwester die breite Zimmertür hinter sich zuzog und das Durcheinander der leisen Geräusche auf den Stationsflur mit sich nahm….“
So beginnt die zweite Geschichte. Eine Tochter überlegt sich, ob sie ans Krankenbett des Vaters tritt. Sie entscheidet sich dafür und vergibt ihm.
Der Autor hat zwölf Geschichten aus der Lebenswirklichkeit gegriffen und wollte damit aufzeigen, wie Versöhnung funktioniert. Das ist aber nicht in jeder Geschichte gelungen. Das liegt auch an dem Schriftstil, der für teilweise komplexe Sachverhalte sorgt. Ein gutes Beispiel dafür ist die erste Erzählung. Als Leser bin ich davon ausgegangen, dass es um Rechtsextremismus und Kirchenasyl geht. Am Ende aber wird ein völlig neues Thema mit einbezogen.
Natürlich gibt es auch Geschichten, die eng am Thema bleiben. So ist es den Trauernden nach eine m Attentat gelungen, zur Versöhnung mit dem Täter zu kommen. Dort wird Martin Luther King zitiert.
„...Lasst uns nicht aus dem Kelch der Bitterkeit und des Hasses trinken. Lasst uns nicht Gefallen finden am Tal der Verzweiflung…“
In jeder Geschichte spielt der christliche Glaube eine Rolle. Aus ihm kommt der Impuls zum Vergebung oder zur Versöhnung.
Wichtig finde ich die Anmerkungen des Autors. Dort hat er dargelegt, welche realen Geschehen die Grundlage für die Erzählung waren.
Die Geschichten regen zum Nachdenken. Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen.









