Ein sprachlicher und anspruchsvoller Beitrag zur deutschen Wiedervereinigung. Besonders die betroffenen Jahrgänge werden es beim Lesen spüren, wie ich diese Formulierung meine. Ich war tief beeindruckt. Epische und fordernde Textstellen, die dem Leser einiges abverlangen. Persönlich deswegen einen Stern weniger.
Uwe Tellkamp
Lebenslauf
Alle Bücher von Uwe Tellkamp
Der Turm
Der Eisvogel
Das Atelier: Erzählung (EXIL)
Der Hecht, die Träume und das Portugiesische Café
Die Schwebebahn
Der Schlaf in den Uhren
Die Carus-Sachen
Die Sandwirtschaft
Neue Rezensionen zu Uwe Tellkamp
Die Geschichte aus einem Land, das es nicht mehr gibt: die DDR, fokussiert auf die Eliten im Tal der Ahnungslosen, im Dresden der 80er Jahre, die intellektuelle Oberschicht, die sich mit dem verkrusteten Sozialismus à la DDR arrangiert hat, die sozialistischen Worthülsen wiederkäut und Kritik nur im Stillen übt. Überleben als täglich neues Organisieren von Gefälligkeiten, überlegen, wen man was erzählt und wo ein offenes Wort eher unangebracht, ja gefährlich sein könnte.
Sprachlich anspruchsvoll, manchmal ausartend in überbordende adjektivische Ausschmückungen, ein Spiel mit den Ausdrucksmöglichkeiten der deutschen Sprache, das dann wieder bricht in prägnant gestaltete Szenen, die einen Eindruck eines politischen Systems vermitteln, dessen reale Erinnerung vergessen zu werden droht.
Ich habe längere Zeit genraucht, um den "Turm" ganz zu Ende zu lesen, fühlte mich aber immer wieder in die 80er Jahre und das Lebensgefühl in der DDR zu dieser Zeit versetzt. Ein Buch, das ich gerne weiterempfehle.
Habe mich eigentlich sehr auf das Buch und den Stoff gefreut; Herr Tellkamp wird einem in gewissen Kriesen ja sehr ans Herz gelegt.
Von Seite 1 an habe ich feststellen müssen, dass die fast 1000 Seiten gewissermaßen herausfordernd werden würden. Die Sprache ist sehr gehoben und die Sätze lang und verschachtelt. Die Handlung wirkt oft nur schemenhaft angedeutet.
Ich muss leider zugeben, dass ich nach knapp 150 Seiten resigniert habe. Ich kann der Erzählung viel zu wenig folgen, als dass ich weitere 850 Seiten lesen kann, ohne dass mir meine Zeit viel zu schade wäre...
1 Stern ist sicherlich etwas streng bewertet; für mehr Sterne habe ich aber einfach zu wenig vom Gelesenen verstanden. Vielleicht gehöre ich auch nicht wirklich zum Zielpublikum des Autors, mein Realschulabschluss alleine reicht für so hochstehende Literatur dann offensichtlich doch nicht... Wird in einem Büchertauschregal hoffentlich einen geneigteren Leser finden als mich...
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Zusätzliche Informationen
Uwe Tellkamp wurde am 28. Oktober 1968 in Dresden (Deutschland) geboren.
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