Uwe Tellkamp Der Eisvogel

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Inhaltsangabe zu „Der Eisvogel“ von Uwe Tellkamp

Wiggo Ritter, ein junger Mann aus gehobenen Verhältnissen, liegt schwer verletzt im Krankenhaus und schildert seinem Verteidiger, warum er töten mußte. Eine faszinierende Geschichte von Sehnsucht, Verrat und verhängnisvoller Liebe.

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  • Rezension zu "Der Eisvogel" von Uwe Tellkamp

    Der Eisvogel
    einMalTee

    einMalTee

    09. September 2011 um 10:08

    Uwe Tellkamp ist deutschlandweit nicht als Arzt sondern viel mehr als Schriftsteller bekannt und das durch seinen hochgelobten Roman „Der Turm“, eine Erzählung aus der ehemaligen DDR. Doch vorher hat Tellkamp auch schon Romane veröffentlicht. Zum einen „Der Hecht, die Träume und das portugiesische Café“ und „Der Eisvogel“. Letzteres ist bei Rowohlt erschienen und sicher hängt es mit dem Erfolg von „Der Turm“ zusammen, dass es nun von Suhrkamp verlegt wurde. Auf den ersten Blick ist zu sehen, dass Tellkamp mit der äußeren Form eines Romans bricht. Der Text besteht aus Gedankengängen, Aussagen und Erinnerungen des jungen Wiggo Ritter und Einschätzungen seiner Bekannten über ihn. Seine Geschichte ist in Spiegelstriche aufgeteilt und erscheint verwirrend, doch der Leser kommt schnell damit zurecht. Denn Ritter erzählt seinem Strafverteidiger seine Geschichte, warum er seinen Freund Mauritz erschossen hat und wie es dazu kam. Wiggo hat an sich viele Möglichkeiten etwas aus seinem Leben zu machen, dennoch ist er sehr verzweifelt. Mit einem Philosophiestudium und der dazugehörigen Dissertation kommt er nicht weit und versucht sich in einer sogenannten philosophischen Praxis. Sein Vater – ein erfolgreicher Bankier – bietet ihm ein Job an, den Wiggo allerdings ablehnt. Das ärgert seinen Vater sehr, denn Wiggo ist das schwarze Schaf in der Familie, seine Schwestern sind wesentlich erfolgreicher als er. In seiner Melancholie lernt er neue dubiose Leute kennen, allen voran Mauritz und seine attraktive Schwester Manuela. Mauritz ist der Kopf einer revolutionären Untergrundorganisation, die den Staat zerlegen will und der kein Opfer zu schade ist. Er ist fest entschlossen den klugen Wiggo mit in den Verein „Wiedergeburt“ zu integrieren. Dazu braucht es aber einiges. Doch Wiggo ist etwas unentschlossen, ob er da wirklich mitmachen soll. „Der Eisvogel“ ist ein kluges und hochspannendes Buch, das in den neunziger Jahren spielt. Es ist aufgrund der Personenkonstellation oft erschreckend, mal zynisch und immer wieder erstaunlich, wie der Plot sich weiterzieht. Tellkamp beweist, dass er ein feines Gefühl dafür hat, menschliche Abgründe und seine Folgen zu zeichnen. Ein wirklich lesenswerter, kurzweiliger Ausflug in die Gesetzlosigkeit.

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  • Rezension zu "Der Eisvogel" von Uwe Tellkamp

    Der Eisvogel
    Readyforbooks

    Readyforbooks

    27. March 2011 um 17:35

    Gesellschaftskitisch, sarkastisch, irgendwie menschenverachtend, genau mein Ding! Perfekt!

  • Rezension zu "Der Eisvogel" von Uwe Tellkamp

    Der Eisvogel
    Gert

    Gert

    18. February 2010 um 21:17

    Es ist die Geschichte eines jungen Philosophen Mitte der 90-ern, sehr erfolgreiche Eltern und Geschwister, nur er will ein anderes Leben. Nicht so mainstream, sondern mit anderen Werten und Vorstellungen. Nun kommt er in Kontakt mit einer recht elitären rechts-radikalen Gruppe, die sich im Nachhinein als terroristisch herausstellt, die eine andere Ordnung herstellen will. Unser Protagonist scheitert. Nun ja, der Plot ist eigentlich recht gut. Allerdings erscheint es vielfach literarisch und sprachlich als etwas überlastet. Die Sprache Tellkamps ist immer sehr gut und er nimmt politische Szenen teilweise gut auf. Aber es ist kein Politroman sondern durchaus eine Gesellschaftsdarstellung der Nach-Wende, der Hype der Dotkomfirmen, Banken und der konservativen Denkweisen. Es geht auch um den Wert der Geisteswissenschaften in der Gesellschaft und natürlich, ein Vater -Sohn Konflikt. Habe das Buch mit großem Interesse gelesen, wenngleich es einige langatmigere Passagen im Mittelteil hatte. Dieses Manko wird durch die Sprache ausgegiichen.

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  • Rezension zu "Der Eisvogel" von Uwe Tellkamp

    Der Eisvogel
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    14. October 2008 um 12:39

    Eine Prosa, die stark metaphorisch daherkommt, sehr subjektiv gefärbt ist, durch Brüche und Erzählwechsel brilliert und dennoch, wenn man für derartig schwenkende Brillianzen etwas übrig hat, sehr lesens- und empfehlenswert ist.

  • Rezension zu "Der Eisvogel" von Uwe Tellkamp

    Der Eisvogel
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    28. April 2008 um 20:11

    Wiggo Ritter ist Anfang 30 und theoretisch steht ihm die ganze Welt offen: Wiggo stammt aus einer gut betuchten Bankerfamilie und hätte ohne Probleme einen Job in der Bank seines Vater haben können. Doch statt dessen studiert Wiggo Philosophie und gerät noch mehr in den negativen Fokus seines Vaters, dem der Sohn schon sein Leben lang ein Dorn im Auge gewesen zu sein schien. Als Wiggo dann auch noch arbeitslos wird, sieht sich der Vater bestätigt. Wiggo jedoch versucht umzusatteln, denn in einem philosophischen Job kommt er nicht mehr unter. Dabei lernt er Mauritz Kaltmeister und seine Schwester Manuela kennen und Mauritz führt ihn in eine geheime Gemeinschaft ein, die das verkommene Deutschland umkrempeln wollen. Die Stichworte sind Aufschwung, Veränderung, Fortschritt... [i]Der Eisvogel[/i] ist der zweite Roman des aus Dresden stammenden Uwe Tellkamp. Tellkamp verarbeitet in dem Roman hauptsächlich brandaktuelle Themen / Einstellungen der Gesellschaft: Massenarbeitslosigkeit, die Angst sozial ab zurutschen, das bestimmte Gefühl, dass sie dringend in Deutschland etwas ändern muss. Dabei widmet sich Tellkamp zwei Figuren, die näher an dieses Ahnungen und Einstellungen nicht hätten sein können: Wiggo, der arbeitslos ist und Angst hat, seine Füße nicht mehr auf den Boden zu bekommen und Mauritz, der Revoluzzer, der erkannt hat, dass er etwas ändern muss und dies mit Gewalt. Eine sehr gute Idee von Tellkamp; stellt sich doch jeden Tag aufs Neue heraus, dass er mit seinen Themen nicht daneben liegt und diese immer noch aktuell sind. Und doch lässt mich dieses Buch ratlos, ich möchte fast sagen zwiegespalten, zurück: entweder ich habe das Buch in seiner Fülle nicht verstanden oder ich bin bereits zu abgestumpft, um bei dem was ich lese irgendeine Gefühlsregung zu empfinden. Zwar hatte ich zwischendurch Mitleid mit Wiggo und hätte Mauritz am liebsten mal zur Vernunft gerufen, aber eine Art Bindung zu den Charakteren habe ich nicht gewonnen. Tellkamp macht es seinem Leser auch mit seinem Schreibstil nicht gerade einfacher sich mit den Figuren an zufreunden: Tellkamp verwendet die „Bewußtseinstromtechnik“ zwar gekonnt, aber fast schon in einer extremen Ausartung: Gedanken werden aneinandergereiht, damit es auch erzählerisch den exakten Anschein hat, das Wiggo alles auf ein Band spricht, so wie er sagt. Doch kappt dieses Episodenhafte manchmal die Verbindung zu den Figuren. Fazit: Obwohl ich nicht gerade in euphorische Jubelschreie ausbreche, meine ich, dass Potenzial und das Talent Tellkamps erkannt zu haben. Ich werde mich in Zukunft daraum bemühen, mehr von ihm zu lesen.

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  • Rezension zu "Der Eisvogel" von Uwe Tellkamp

    Der Eisvogel
    secretdanny

    secretdanny

    04. October 2007 um 12:42

    Wiggo Ritter, Sohn eines erfolgreichen Bankers, typischer Außenseiter und schwarzes Schaf der Familie in punkto Karriere lebt in seiner eigenen kleinen Welt. Nach seinem Philosophiestudium gibt es für ihn kaum Perspektiven. Als Arbeitsloser und Gelegenheitsarbeiter kämpft er sich am Existenzminimum durchs Leben, philosophiert von großen Taten und Veränderungen und ist mit seiner Direktheit bei Freunden und Verwandten nicht gerade ein Vorzeigegesprächspartner. Doch eines Tages sieht Wiggo eine Chance in seinem sonst so erfolglosen Leben. Er begegnet den Geschwistern Mauritz und Manuela, zwei Terroristen unter der Obhut einer Unterorganisation namens Cassiopeia, die unter dem Oberbegriff "Wiedergeburt" agiert. Ziel der Organisation ist die Bekämpfung der fortschreitenden Dekadenz, der Ideale und der Weltanschauung im engeren Sinne. Für Wiggo Ritter scheint sich das Blatt schnell zu wenden. Er verliebt sich nicht nur in die wunderschöne Manuela, sondern verliert allmählich den Mut an der Durchführung der von der Organisation geplanten Anschläge. Und auch Freunde und vor allem Verwandte erkennen, dass der einst so einfühlsame Wiggo eine latente Aggressivität ausstrahlt, sobald er zusammen mit Mauritz auftritt. Der Stein, der ins Rollen gebracht wurde, scheint nun unaufhaltsam... Tellkamp erzählt mit einer Mischung aus Philosophie und Poesie die Geschichte eines Außenseiters, der als Einzelgänger für die Bekämpfung der Dekadenz die ideale Zielperson bezüglich der Anwerbung darstellt. Als leicht zu fangender Fisch tapst Wiggo schnell im Halbdunkel, im Glauben etwas wirklich besonderes leisten zu können. Für interessierte Leser mag vorweg gesagt sein, dass "Der Eisvogel" sich gerade in der Erzählweise stark von der Alltagsliteratur abhebt. Die Dialoge der Personen sind indirekt verpackt und nicht selten unüberschaubar. Weiterhin ist der rasante und zugleich irritierende Erzählstil mit seinen vielen Zeitsprüngen oft schwer zu verdauen. Doch gerade diese Abweichung vom altbekannten Schema macht diesen Roman besonders interessant. Zwar bleiben viele, viele Fragen offen, da Tellkamp besonders prägende Geschehnisse im Plot einfach unter den Teppich kehrt, der Lesespaß bleibt trotzdem nicht außen vor. Schade nur, dass hier nicht preisgegeben wird, wie es zu der Begegnung zwischen Wiggo und den Geschwistern Mauritz und Manuela kam. Ebenso offen ist schließlich auch das Ende, das zwar nicht enttäuschend aber doch unangenehm verzeichnet werden darf. Sehr lange Sätze, von dem überaus großen Fundus des Autors untermauert, ein Erzählstil wie auf der Überholspur und leider viel zu wenig voneinander getrennte Kapitel lassen das Durchlesen in einem Atemzug sehr schwierig werden. Gerade jüngere Leute mögen hier schnell die Lust verlieren. Dafür wird es für erfahrene Leser mit einem Hang zur Philosophie und zur Poesie wahrlich ein "etwas anderes" Leseabenteuer werden, da mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit als ein gut verpackter Roman in der Erinnerung bleiben wird. © by Daniel Biester | Literaturreport.com

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