Uwe Tellkamp Der Turm

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Inhaltsangabe zu „Der Turm“ von Uwe Tellkamp

Das Dresdner Villenviertel, vom real existierenden Sozialismus längst mit Verfallsgrau überzogen, schottet sich ab. Anne und Richard Hoffmann stehen im Konflikt zwischen Anpassung und Aufbegehren: Kann man sich vor den Zumutungen des Systems in die Dresdner Nostalgie flüchten? Oder ist der Zeitpunkt gekommen, die Ausreise zu wählen? Christian, ihr ältester Sohn, bekommt die Härte des Systems in der NVA zu spüren. Sein Onkel Meno Rohde steht zwischen den Welten: Er hat Zugang zum Bezirk »Ostrom«, wo die Nomenklatura residiert, die Lebensläufe der Menschen verwaltet werden und deutsches demokratisches Recht gesprochen wird. In epischer Sprache, in eingehend-liebevollen wie dramatischen Szenen beschreibt Uwe Tellkamp den Untergang eines Gesellschaftssystems.
Ein monumentales Panorama der untergehenden DDR, in der Angehörige dreier Generationen teils gestaltend, teils ohnmächtig auf den Mahlstrom der Revolution von 1989 zutreiben. Kein anderes Buch hat in den letzten Jahren gleichermaßen Kritiker und Publikum derart begeistert.

Volltreffer. Man atmet Kohlenstaub, Enge und immer wieder "Erziehung". Grandioser Roman!

— Beust

Eingehende Beschreibung der zusammenbrechenden DDR aus interessanten Perspektiven, aber mit viel, viel zu vielen Umwegen in der Handlung.

— Ein LovelyBooks-Nutzer

Hat mir nicht gefallen. Zu langatmig

— MrsBenGurion

Schade, dass dieses Buch aus meiner Sicht guten Stoff so verschachtelt darstellt, dass ein Laie damit nichts anfangen kann

— Tammy1982

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  • Uwe Tellkamp | DER TURM

    Der Turm

    Bookster_HRO

    26. September 2017 um 15:46

    INHALT: Der mit knapp 1.000 Seiten doch recht umfangreiche Roman handelt von den letzten Jahren der DDR aus der Sicht mehrerer Charaktere der Dresdner Oberschicht, wohnhaft im noblen Villenviertel Weißer Hirsch, genannt: Der Turm. Eine umfassende Inhaltsangabe ist an dieser Stelle kaum möglich, es passiert einfach zu viel und die Anzahl der auftretenden Personen geht an die Hundert. Nach einigen Kapiteln kristallisieren sich jedoch drei Hauptfiguren heraus. Da ist zum einen Richard Hoffmann, mit dessen 50. Geburtstag Ende 1982 der Roman beginnt. Richard ist erfolgsverwöhnter Chirurg an einem Dresdner Klinikum und sowohl in der Familie als auch im Kollegenkreis hoch angesehen. Zwei Geheimnisse trüben jedoch den Glanz: Zum einen seine Affäre mit Josta, einer Sekretärin im Klinikum, mit der er sogar schon ein Kind hat und eine Art Doppelleben führt; zum anderen seine Tätigkeit für das Ministerium für Saatssicherheit, die zwar schon dreißig Jahre zurückliegt, ihn aber immer noch erpressbar macht. Und eines Tages stehen wirklich zwei Herren vor der Tür, die von damals wissen, und auch von Josta, und Fragen stellen, wie wichtig es denn für Richard sei, dass alles vor seiner Familie geheim bliebe, und dass seine Kinder eine gute Ausbildung bekämen, und was er im Gegenzug für den Staat tun könne… Richards Sohn Christian möchte/soll in die Fußstapfen seines Vaters treten und Medizin studieren. Dazu muss er sich vorher durch die Erweiterte Oberschule quälen und sich für mindestens drei Jahre zum Dienst an der Waffe bei der Nationalen Volksarmee verpflichten. Es ist nicht leicht für einen sensiblen Jungen aus gutem Hause bei der Fahne nicht unterzugehen und auch Christian muss viel einstecken. Doch so manche Suppe brockt er sich auch selbst ein: Nach einem vermasselten Übungseinsatz, der mit dem Tod eines Kameraden endet, platzt Christian der Kragen und er beschimpft Staat und System, das alles vor seinen Vorgesetzten, was ihm mehrere Monate Militärgefängnis einbringt. Sein Armeedienst erhöht sich auf fünf Jahre, das Medizinstudium kann er vergessen und dann auch noch die Schande, die er über die Familie bringt… Meno Rohde (Richards Schwager, Christians Onkel), ist Lektor eines Dresdner Verlagshauses. Er hat die schwierige Aufgabe, die meist systemkritischen Texte seiner Autoren so zu entschärfen, dass sie einerseits nicht der kulturpolitischen Zensur zum Opfer fallen, und dass andererseits Kunst und Ehre der Schriftsteller erhalten bleiben. Ein Balanceakt, dem Meno zwischen all den Künstler- und Politiker-Egos einiges an Fingerspitzengefühl abverlangt, zumal er sich (selbst heimlicher Tagebuch-Poet) der schreibenden Zunft näher verbunden fühlt als dem Staatssystem. Mit Judith Schevola, die als großes Talent und Sprachrohr ihrer jungen Generation gilt, literarisch aber gefährlich weit in der Opposition steht, kommt Meno an die Grenzen seines diplomatischen Geschickes… Einen wichtigen Teil des Buches nimmt aber auch die Stadt selbst ein: Dresden, neben Leipzig eine der wichtigsten Keimzellen für die Volksbewegungen, die schließlich zum Untergang der DDR führten, die zu diesem Zeitpunkt schon moribund daniederlag. In diesem Roman zeigt sich der Zerfall des Großen auch im Kleinen: Immer mehr geht kaputt, die Wohngebäude der Dresdner Neustadt verfallen, die Stromausfälle häufen sich, Wasserrohrbrüche im tiefsten Winter, alles knackt und platzt und reißt … eine starke Metapher für den desolaten Zustand des Landes, die sich im ersten Satz schon zeigt (siehe oben). FORM: Uwe Tellkamp, zur Veröffentlichung seines Romans nicht mal 40 Jahre alt, fährt stilistisch einiges an Geschützen auf; nahezu jedes Kapitel ist in anderer Form geschrieben. Es gibt sehr realistische, aber auch traumhaft surreale Szenen; Kapitel, die aus ellenlang verschachtelten Sätzen, und Kapitel, die nur aus ein paar Dialogfetzen bestehen; es gibt wunderbar verträumte Tagebuchnotizen, Briefe an die Eltern und ganze Gespräche in sächsischem Dialekt. Und Tellkamp kann es! Stilistisch, man kann es nicht anders sagen, ist DER TURM ein Meisterstück. »Iebrischns, Meesder«, Helmut Hoppe wandte sich an Herrn Honich, »is’ Ihr Schbanfärgelschn gans grose Glasse, gönnt misch direkt dran fäddfressn gönnt isch misch.« (Seite 616) FAZIT: Trotz einiger Längen, die bei so einem Brocken kaum zu vermeiden sind (NVA- und Bundeswehr-Anekdoten wirken bei mir seit jeher stark einschläfernd), hat mir der Roman sehr gut gefallen. Ich kann mich gut daran erinnern, wie euphorisch DER TURM sowohl bei den Kritikern als auch bei den Lesern aufgenommen wurde, und um den riesigen Medienrummel zur Vergabe des Deutsches Buchpreis 2008 konnte man kaum einen Bogen machen. Die Vergleiche mit Thomas Manns DIE BUDDENBROOKS kamen mir damals etwas vorschnell und hochgegriffen vor, jetzt aber kann ich sie ruhigen Gewissens unterschreiben. DER TURM ist, da bin ich mir sicher, ein Buch das bleiben wird. Von mir gibt es glatte fünf Sterne. *** Diese und viele weitere Rezensionen könnt Ihr in meinem Blog Bookster HRO nachlesen. Ich freue mich über Euren Besuch ***

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  • Der Turm

    Der Turm

    Anne1984

    26. December 2015 um 19:24

    Der Turm beschreibt die Gesichte der Familie Hoffmann während der DDR.
    Man begleitet die Einzelschicksale der gesamten Familie zwischen Doppelleben, inhaftierungen und politischer Vorgaben.
    Spannend undurchsichtig und teilweise auch sehr nachdenklich werden einem die Strukturen während der DDR eindrucksvoll verdeutlicht.

  • Eine Kürzung um mindestens die Hälfte hätte dem Buch nicht geschadet

    Der Turm

    Tammy1982

    06. November 2015 um 10:48

    In "Der Turm" erzählt Uwe Tellkamp über die Familie des Arztes Richard Hoffmann die letzten Jahre der DDR bis zum Mauerfall in Dresden. Über kleine Alltagsgeschichten, aber auch vor allem über das Leben von dem einen Sohn Christian, der mit dem Wehrdienst nicht zurecht kommt, wird das Leben in der DDR und auch gerade die Zuspitzung kurz vor Ende dargestellt. Dies alles wäre sehr interessant und hätte ich gerne gelesen. Leider neigt Uwe Tellkamp dazu sich in Schachtelsätzen zu verlieren und seitenweise über irgendwelche Nebensächlichkeiten abzuschweifen. Wenn ich nicht selber Angehörige hätte, die mir vom Leben in der DDR erzählen können, hätte ich vieles gar nicht verstanden bzw. einige der üblen Dinge, die dort passiert sind, schlicht überlesen. Die Sprache ist sehr anstrengend und oft hatte ich das Bedürfnis die Seiten einfach zu überfliegen, was ich dann aber doch nicht getan habe, da oft in einem kleinen Nebensatz oder einem kleinen Wort sich die wichtigsten Dinge versteckt haben. Die gesamten handelnden Personen sind mir so auch nie wirklich nahe gekommen und Gefühle habe ich vergeblich gesucht. Die Personen handeln irgendwie, ergehen sich teilweise in verwirrenden Tagebucheinträgen, die ich oft gar nicht verstanden habe und die für mich im Gesamtkontext keinen Sinn ergeben haben. Daher war mir auch ihr Schicksal teilweise wirklich egal und nur immer kurz konnte ich Gefühle aufblitzen sehen oder dachte jetzt wird es emotionaler, um umso mehr auf den nächsten Seiten durch ellenlange Abschweifungen enttäuscht zu werden. Eine Kürzung des Buches um locker die Hälfte wenn nicht noch mehr, hätte meiner Meinung nach dem Stoff sehr gut getan und das Buch zu etwas werden lassen, was wirklich die furchtbaren DDR-Zustände jedem klarmacht. Uwe Tellkamp kann das, das konnte ich sehen, aber noch mehr liebt er es wohl sich in der deutschen Sprache zu verlieren und dabei die Kernaussagen zu vergessen. Schade, dass dieses Buch aus meiner Sicht guten Stoff so verschachtelt darstellt, dass ein Laie damit nichts anfangen kann und so ein Stück deutsche Geschichte nicht in Erinnerung bleibt, sondern man nur entnervt das Buch am Ende zur Seite legt. Alles in allem ist dieses Buch für mich eine absolute Enttäuschung und ich vergebe noch 2 Sterne für das Festhalten wichtiger Geschichte und das teilweise Durchblitzen von doch gutem erzählerischen Können.

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  • Zusatzaufgabe und Buchverlosung zum Lesesommer 2015 - Woche 6

    Das Mädchen, das nach den Sternen greift

    Marina_Nordbreze

    Der LovelyBooks Lesesommer geht in die sechste Runde und auch diese Woche heißt es wieder: Buchtipps bekommen, Aufgabe lösen, Zusatzpunkte sammeln und Buchpakete gewinnen! In der 6. Woche hat der Insel Verlag auf unserer Übersichtsseite fünf brandaktuelle Buchtipps für euch - lasst euch diese Chance auf Zusatzpunkte und phänomenalen Lesestoff nicht entgehen!  Zusammen mit dem Insel Verlag verlosen wir diese Woche 3 Buchpakete bestehend aus: "Das Mädchen, das nach den Sternen greift" von Pep Bras "Ein englischer Sommer" von Gabriele Diechler (hier läuft gerade eine Leserunde) "Dieser eine Sommer" von CJ Hauser (auch hier gibt es eine Leserunde) "In jenen hellen Nächten" von Roy Jacobsen (zur Leserunde) "Cottage mit Kater" von Hermien Stellmacher (Facebook-Seite zum Buch) Mehr Infos zu den Büchern findet ihr hier!  Wenn ihr euer Glück versuchen möchtet, beantwortet uns einfach folgende Frage:  Bei so vielen neuen Insel Büchern, die es diese Woche zu entdecken gibt, interessiert uns natürlich, welches Buch aus dem Insel Verlag euch in letzter Zeit so richtig begeistert hat. Nennt uns doch Titel und Autor und warum ihr das Buch so toll findet. Wer möchte, postet ein Foto von diesem Buch bei Instagram, Twitter oder bei Facebook mit dem Hashtag #LBLesesommer und verlinkt den Insel Verlag. Für diese Aufgabe gibt es beim LovelyBooks Lesesommer 100 Punkte, wer zusätzlich ein Foto bei Instagram/Twitter/Facebook postet und hier im Thema den Post verlinkt, erhält insgesamt 300 Punkte!  Wenn ihr nicht am Lesesommer teilnehmt, könnt ihr natürlich trotzdem gerne hier bei der Verlosung mitmachen!  Bitte gebt in eurer Antwort an, ob ihr auch Punkte für den LovelyBooks Lesesommer sammeln oder nur an der Verlosung der Buchpakete teilnehmen möchtet. Und wenn ihr nur die Punkte für den Lesesommer sammeln, aber nicht an der Verlosung teilnehmen möchtet, schreibt das ebenfalls dazu.

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    • 261
  • ziemlich gewaltig

    Der Turm

    dominona

    Das Buch ist gut, keine Frage. Wer einen Blick in die letzten Jahre der DDR werfen will, möglichst viele Gesellschaftsschichten erleben möchte und auf detailreiche Spurensuche gehen möchte, sollte zu diesem Epochen- und Familienroman greifen. Von den kursiven Einwürfen sollte man sich nicht abschrecken lassen, auch, wenn sie im Vergleich zum Rest störend wirken. Dass es mich nicht gepackt hat, ist wohl eher ein persönliches Problem, teilweise formuliert der Autor aber auch (absichtlich) sehr langgezogen, was mir in den seltensten Fällen zusagt. Angeblich ist eine Fortsetzung zum Thema Wende geplant - mit den gleichen Personen und die interessiert mich persönlich stärker als der Untergang der DDR, trotzdem, wie gesagt, ein guter, umfangreicher Roman.

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    • 2

    BrittaRoeder

    26. November 2014 um 08:32
  • Rezension zu "Der Turm" von Uwe Tellkamp

    Der Turm

    Lysander

    Von diesem Buch bin ich wirklich sehr begeistert. Ich bin zwar noch nicht ganz damit durch, möchte aber die Begeisterung schon mal hier mitteilen, sozusagen zur Vorfreude für alle, die die Lektüre noch vor sich haben. Woher kommt diese Begeisterung, frage ich mich. Einmal ist es wohl diese wunderbare Sprache Tellkamps, sehr reich an Metaphern, sehr sinnlich und trotzdem nicht kitschig. Dann dieses spannende Thema - ich frage mich: War das alles wirklich so? Und ahne, dass es wohl so war (einmal bin ich 1980 von West- nach Ostberlin gegangen, einmal mit dem Auto vom Westen aus durch die DDR nach Berlin gefahren). Dann gibt es auch so etwas wie Identifikation mit der Hauptperson Christian Hoffmann, mit diesen inneren Kämpfen des Jugendlichen, der Distanz zur Welt, den Pubertätsproblemen ... zum Glück konnte ich den Kriegsdienst aber verweigern. Das Leben in der DDR der 80er Jahre erinnert mich auch an meine Kindheit und Jugend im Westen der 60er und frühen 70er Jahre. Auch im Westen gab es ja die eine Familie im Haus, die schon Telefon hatte und sonntags fuhr man zur Tante, bei der das Fernsehen schon in Farbe lief. Also: Ein großartiger Roman, man möchte gar nicht aufhören zu lesen ... wer da "das Handtuch warf" sollte vielleicht noch einmal anfangen!

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    • 2
  • Der Turm

    Der Turm

    carpe

    Hausmusik, Lektüre, intellektueller Austausch: Das Dresdner Villenviertel, vom real existierenden Sozialismus längst mit Verfallsgrau überzogen, schottet sich ab. Resigniert, aber humorvoll kommentiert man den Niedergang eines Gesellschaftssystems, in dem Bildungsbürger eigentlich nicht vorgesehen sind. Anne und Richard Hoffmann, sie Krankenschwester, er Chirurg, stehen im Konflikt zwischen Anpassung und Aufbegehren: Kann man den Zumutungen des Systems in der Nische, der »süßen Krankheit Gestern« der Dresdner Nostalgie entfliehen wie Richards Cousin Niklas Tietze - oder ist der Zeitpunkt gekommen, die Ausreise zu wählen? Christian, ihr ältester Sohn, der Medizin studieren will, bekommt die Härte des Systems in der NVA zu spüren. Sein Weg scheint als Strafgefangener am Ofen eines Chemiewerks zu enden. Sein Onkel Meno Rohde steht zwischen den Welten: Als Kind der »roten Aristokratie« im Moskauer Exil hat er Zugang zum seltsamen Bezirk »Ostrom«, wo die Nomenklatura residiert, die Lebensläufe der Menschen verwaltet werden und deutsches demokratisches Recht gesprochen wird. In epischer Sprache, in eingehend-liebevollen wie dramatischen Szenen entwirft Uwe Tellkamp ein monumentales Panorama der untergehenden DDR, in der Angehörige dreier Generationen teils gestaltend, teils ohnmächtig auf den Mahlstrom der Revolution von 1989 zutreiben, der den Turm mit sich reißen wird. Ziemlich gespannt, ob der vielen unterschiedlichen Meinungen, habe ich mich voller Elan ans Lesen dieses Buches gemacht. Heute, nach 4 Tagen, habe ich ganze 150 Seiten (von knapp 1000) geschafft. Das Buch ist sehr zäh geschrieben. Besteht zum größten Teil aus ewig langen Schachtelsätzen, die das Lesen sehr schwer gestalten. Auch habe ich auf diesen ganzen Seiten nicht einen Anhaltspunkt gefunden, wo die Erzählung hingehen soll, was Bücher für mich sehr sehr langweilig macht. Es ist zwar ein regionaler Roman, aber selbst ich hatte mit den vielen Orts- und Straßennamen Orientierungsschwierigkeiten. Somit ist dieses Buch das erste in meinem Leben, was ich nicht zuende lesen werde und nach nur 150 Seiten abbreche. Eigentlich macht mich das traurig, aber ich hab keine Lust mich durch ein Buch zu quälen, nur damit ich sagen kann, ich habe es gelesen.

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    • 2
  • die letzten jahre der DDR

    Der Turm

    werderaner

    24. February 2014 um 20:46

    Das Buch erzählt die letzten jahre in der DDR aus der sicht von verschiedenen Personen. An manchen Stellen stellen entfand  ich es etwas ausschweifend und langatmig,  insgesamt hat es mir aber gut gefallen.  Man erhält interessante Einblicke in das leben in der DDR manchesmal wünscht man sich das das Buch nicht der Realität entsprechen möge.  Wenn man sich für die deutsch- deutsche Geschichte interessiert sollte man dieses Buch lesen. 

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  • Rezension zu "Der Turm" von Uwe Tellkamp

    Der Turm

    sven_bachmann

    10. November 2012 um 13:45

    Ich habe den Film gesehen und gestern las ein Mitglied des Bundestages aus dem Buch. Es ist das Spiegelbild der DDR- Geschichte, wie ich sie selbst erlebt habe. Die Gefahren, die von der allgegenwärtigen Stasi ausgingen, aber auch, wie jeder Einzelne mit dem System klarkam. Wen es interessiert, unter dem Pseudonym Thorvald Svensson habe ich meine Erlebnisse verarbeitet: "Mit dem Kopf durch die Mauer" (ISBN 978-3-86268-343-7, amazon- kindle ASIN B008QC20MA).

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  • Rezension zu "Der Turm" von Uwe Tellkamp

    Der Turm

    justitia

    10. October 2012 um 12:58

    Uwe Tellkamp widmet sich in seinem Werk "Der Turm" den letzten Jahren (1982 bis 1989) der DDR. Die Handlung spielt in einem Dresdner Villenviertel. Im Mittelpunkt stehen die Eheleute Hoffmann und vorallem ihr Sohn Christian. Sie alle befinden sich in einem ständigen Konflikt zwischen Anpassung und Aufbegehren. Christian bekommt die Härte des Systems in der NVA zu spüren. Sein Onkel Meno Rohde steht zwischen den Welten: Er hat Zugang zum Bezirk "Ostrom", wo die Nomenklatura residiert, die Lebensläufe der Menschen verwaltet werden und deutsches demokratisches Recht gesprochen wird. Die Geschichte weist sehr viel Potential auf, welche der Autor allerdings nicht in vollem Umfang genutzt hat. So verliert er sich häufig in viel zu unwichtigen Details. Dies macht es dem Leser über die knapp 1000 Seiten sehr schwer interessiert weiterzulesen. Vielmehr ist hier durchhalten angesagt. Die langatmige und oft sehr weitschweifige Erzählweise macht es dem Leser sehr schwer durchzuhalten. Die geschichtlichen Ereignisse der letzten Jahre der DDR hat der Autor sehr gut aufgearbeitet und nachvollzogen. Das ist auch genau das, warum ich das Buch weiterempfehlen würde. Nicht der Romangeschichte wegen, sondern der Aufarbeitung der historischen Ereignisse, die mir hier doch sehr gefallen hat. Insbesondere die Zeit Christians in der NVA war sehr beeindruckend dargestellt. Die Widerstände mit denen er zu kämpfen hatte, müssen für den jungen Mann enorm gewesen sein. Umstände, die man sich aus heutiger Sicht kaum noch vorstellen kann, umso lobenswerter finde ich es, dass ein Roman dies nochmals aufgegriffen hat. Insgesamt ist der Roman durchaus gelungen. Viel Spannung darf der Leser hier allerdings nicht erwarten. Vielmehr sollte er sich für die Gegebenheiten in den letzten Jahren der DDR interessieren und aus diesem Anlass das Buch lesen, denn die Hintergrundhandlung war für mich eher enttäuschend. Auch der Film konnte dies nicht leisten: Dieser hat mich noch weniger überzeugt als das Buch. Vieles wurde im Film überspitzter dargestellt als es letztendlich gewesen ist (dies weiß ich aus persönlichen Erzählungen meines Vater, der sich zu dieser Zeit ebenfalls in Dresden aufgehalten hat und bei der Bereitschaftspolizeit tätig war). Die Langatmigkeit war im Film nicht ganz so sehr zu spüren, dennoch hat es der Film nicht geschafft Spannung aufzubauen und das Werk gelungen umzusetzen. Hätte ich die Wahl, ich würde das Buch bevorzugen. Doch sollte man es vielleicht nicht an einem Stück, sondern eher etappenweise lesen, sonst wird es schwer werden durchzuhalten.

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  • Rezension zu "Der Turm" von Uwe Tellkamp

    Der Turm

    aowyn

    28. March 2012 um 22:42

    Ich habe es angefangen, aber irgendwie ist der Funke nicht übergesprungen...

  • Rezension zu "Der Turm" von Uwe Tellkamp

    Der Turm

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    15. November 2011 um 17:44

    Wie war das Leben der Intellektuellen Oberschicht in der DDR, wenn man nicht zum politischen Establishment zählte? Konnte man seinen freien Gedanken nachgehen, ohne strafende Blicke auf sich zu ziehen? In seinem autobiografisch geprägten Stoff verdichtet Uwe Tellkamp die Antworten auf diese und weitere Fragen. Die Hauptfigur selbst ist zu Beginn des Romans Schüler, lebt in einem intellektuellen Haus, wo der Vater Mediziner ist und erkennt dort seine Leidenschaft für Kunst, Kultur und Literatur. Doch diese Leidenschaft macht es ihm in der Enge und Abgeschiedenheit des Tals der Ahnungslosen nicht leicht. Auch später, wenn er zur NVA muss, um später einmal studieren zu können, wird er schnell zum Außenseiter, der sich nicht anpassen will und kann. Sein Vater derweil kämpft in der Klinik mit den wirtschaftlichen Engpässen des dahinsiechenden Sozialismus und sucht nebenbei Trost in einer Affäre, aus der ein Kind hervorgeht. Bis hierhin ist nur ein Anfang von dem erzählt, worum es in diesem Buch geht und es lohnt sich, mit den Hauptfiguren dem Ende der DDR entgegenzuleben.

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  • Rezension zu "Der Turm" von Uwe Tellkamp

    Der Turm

    Sokrates

    Nein, also hier bin ich gescheitert... Insgesamt brauchte ich drei Anläufe, um mich einzulesen. Die Sprache ist zwar nicht schwierig, es liest sich recht angenehm, aber irgendwie entsteht nach meinem Geschmack einfach keine brauchbare Spannung, kein Interesse beim Leser für die nachfolgende Handlung. Es war daher recht ermüdend und ob der Vielzahl an Seiten, die man noch vor sich hat, habe ich die Qual beendet. Vielleicht ein andermal. - Wer sich mit den letzten Jahren der DDR-Geschichte beschäftigen möchte, dem seien auch die Vielzahl an historischen Einzelpublikationen empfohlen, die Lebensgefühl und alltägliche Situation in kurzer, knapper und objektiver Form auf den Punkt bringen. "Der Turm" konnte dies irgendwie überhaupt nicht.

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    • 3
  • Rezension zu "Der Turm" von Uwe Tellkamp

    Der Turm

    ninchen1809

    30. December 2010 um 21:22

    Uwe Tellkamp hat für sein Romanwerk im Jahre 2008 den Deutschen Buchpreis gewonnen. Und meiner Meinung nach auch völlig zu recht!! Der Roman umfasst den Zeitraum von Ende 1982 bis zum 9. November 1989 und wird im Wechsel aus drei Perspektiven erzählt. Die erste Perspektive ist die von Christian, einem zu Beginn des Buches 17-jährigen Abiturienten, der davon träumt ein großer Mediziner zu werden und dem viel an Bildung und Weltliteratur liegt. Doch um seinen Traum als berühmter Mediziner wahr werden zu lassen, muss er sich einem dreijährigen Militärdienst bei der Nationalen Volksarmee unterziehen. Er empfindet eine innere Distanz zur DDR und will auch nicht auffallen. Leider neigt er zu „Dummheiten“. Während der NVA-Zeit kommt es zu einem Vorfall, der ihm einen Gefängnis-Aufenthalt in Schwedt, Zwangsarbeit und Dienstverlängerung beschert. Richard, ein angesehener Chirurg und Medizinprofessor, beschreibt die zweite Perspektive. Zu Beginn des Romans feiert er seinen 50. Geburtstag und man erhält die ersten Einblicke der DDR-Zeit. Die Sicht Richards beschreibt die Probleme der Krankenhäuser trotz fehlender Gerätschaften, Räumen, Medizin und Personal einen guten Job zu machen. Richard wird gegen seinen wirklichen Willen als Spitzel im Krankenhaus eingesetzt. Aus Angst um die Zukunft seiner Söhne weiß er teilweise nicht weiter. Druckmittel ist seine langjährige Beziehung zu einer Krankenschwester und das daraus entstandene Kind sowie eine Jugendsünde. Und zu guter letzt steht die Person Meno im Vordergrund. Meno ist Christians Onkel mütterlicherseits. Er ist Lektor in einem Dresdner Verlag und die Themen: „Was darf geschrieben werden“, „Was darf gesagt werden“, und die Rolle der Forschung und Bildung stehen in besonderen Vordergrund. Einerseits muss er dabei die Vorgaben der Kulturbürokratie beachten, andererseits steht er menschlich den Autoren nahe, die von der Zensur drangsaliert werden. Dieser Roman gibt einem einen besonderen Einblick in die Zeit der DDR. Welch ein einzigartiger Schreibstil. Dies ist kein Buch zum „Runterlesen“, sondern zum Nachdenken und Genießen der teilweisen schönen Beschreibungen und Gedanken. An manchen, aber sehr wenigen Stellen empfand ich das Buch auch ein bisschen langatmig. Zu Anfang haben mich die rund 1.000 Seiten mit der verbundenen Angst, dass mir das Buch nicht gefallen könnte, ziemlich abgeschreckt. Aber dieses Buch gibt einem die Gelegenheit in die Zeit der DDR einzusteigen. Ein außergewöhnliches Buch, welches ich jedem empfehlen kann.

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  • Rezension zu "Der Turm" von Uwe Tellkamp

    Der Turm

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    28. November 2010 um 12:19

    Hausmusik, Lektüre, intellektueller Austausch: Das Dresdner Villenviertel, vom real existierenden Sozialismus längst mit Verfallsgrau überzogen, schottet sich ab. Resigniert, aber humorvoll kommentiert man den Niedergang eines Gesellschaftssystems, in dem Bildungsbürger eigentlich nicht vorgesehen sind. Anne und Richard Hoffmann, sie Krankenschwester, er Chirurg, stehen im Konflikt zwischen Anpassung und Aufbegehren: Kann man den Zumutungen des Systems in der Nische, der »süßen Krankheit Gestern« der Dresdner Nostalgie entfliehen wie Richards Cousin Niklas Tietze - oder ist der Zeitpunkt gekommen, die Ausreise zu wählen? Christian, ihr ältester Sohn, der Medizin studieren will, bekommt die Härte des Systems in der NVA zu spüren. Sein Weg scheint als Strafgefangener am Ofen eines Chemiewerks zu enden. Sein Onkel Meno Rohde steht zwischen den Welten: Als Kind der »roten Aristokratie« im Moskauer Exil hat er Zugang zum seltsamen Bezirk »Ostrom«, wo die Nomenklatura residiert, die Lebensläufe der Menschen verwaltet werden und deutsches demokratisches Recht gesprochen wird. In epischer Sprache, in eingehend-liebevollen wie dramatischen Szenen entwirft Uwe Tellkamp ein monumentales Panorama der untergehenden DDR, in der Angehörige dreier Generationen teils gestaltend, teils ohnmächtig auf den Mahlstrom der Revolution von 1989 zutreiben, der den Turm mit sich reißen wird. Ziemlich gespannt, ob der vielen unterschiedlichen Meinungen, habe ich mich voller Elan ans Lesen dieses Buches gemacht. Heute, nach 4 Tagen, habe ich ganze 150 Seiten (von knapp 1000) geschafft. Das Buch ist sehr zäh geschrieben. Besteht zum größten Teil aus ewig langen Schachtelsätzen, die das Lesen sehr schwer gestalten. Auch habe ich auf diesen ganzen Seiten nicht einen Anhaltspunkt gefunden, wo die Erzählung hingehen soll, was Bücher für mich sehr sehr langweilig macht. Es ist zwar ein regionaler Roman, aber selbst ich hatte mit den vielen Orts- und Straßennamen Orientierungsschwierigkeiten. Somit ist dieses Buch das erste in meinem Leben, was ich nicht zuende lesen werde und nach nur 150 Seiten abbreche. Eigentlich macht mich das traurig, aber ich hab keine Lust mich durch ein Buch zu quälen, nur damit ich sagen kann, ich habe es gelesen.

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