Uwe Tellkamp Der Turm

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Inhaltsangabe zu „Der Turm“ von Uwe Tellkamp

Das Dresdner Villenviertel, vom real existierenden Sozialismus längst mit Verfallsgrau überzogen, schottet sich ab. Anne und Richard Hoffmann stehen im Konflikt zwischen Anpassung und Aufbegehren: Kann man sich vor den Zumutungen des Systems in die Dresdner Nostalgie flüchten? Oder ist der Zeitpunkt gekommen, die Ausreise zu wählen? Christian, ihr ältester Sohn, bekommt die Härte des Systems in der NVA zu spüren. Sein Onkel Meno Rohde steht zwischen den Welten: Er hat Zugang zum Bezirk »Ostrom«, wo die Nomenklatura residiert, die Lebensläufe der Menschen verwaltet werden und deutsches demokratisches Recht gesprochen wird. In epischer Sprache, in eingehend-liebevollen wie dramatischen Szenen beschreibt Uwe Tellkamp den Untergang eines Gesellschaftssystems. Ein monumentales Panorama der untergehenden DDR, in der Angehörige dreier Generationen teils gestaltend, teils ohnmächtig auf den Mahlstrom der Revolution von 1989 zutreiben. Kein anderes Buch hat in den letzten Jahren gleichermaßen Kritiker und Publikum derart begeistert.

Volltreffer. Man atmet Kohlenstaub, Enge und immer wieder "Erziehung". Grandioser Roman!

— Beust
Beust

Eingehende Beschreibung der zusammenbrechenden DDR aus interessanten Perspektiven, aber mit viel, viel zu vielen Umwegen in der Handlung.

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

Hat mir nicht gefallen. Zu langatmig

— MrsBenGurion
MrsBenGurion

Schade, dass dieses Buch aus meiner Sicht guten Stoff so verschachtelt darstellt, dass ein Laie damit nichts anfangen kann

— Tammy1982
Tammy1982

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  • Der Turm

    Der Turm
    Anne1984

    Anne1984

    26. December 2015 um 19:24

    Der Turm beschreibt die Gesichte der Familie Hoffmann während der DDR.
    Man begleitet die Einzelschicksale der gesamten Familie zwischen Doppelleben, inhaftierungen und politischer Vorgaben.
    Spannend undurchsichtig und teilweise auch sehr nachdenklich werden einem die Strukturen während der DDR eindrucksvoll verdeutlicht.

  • Eine Kürzung um mindestens die Hälfte hätte dem Buch nicht geschadet

    Der Turm
    Tammy1982

    Tammy1982

    06. November 2015 um 10:48

    In "Der Turm" erzählt Uwe Tellkamp über die Familie des Arztes Richard Hoffmann die letzten Jahre der DDR bis zum Mauerfall in Dresden. Über kleine Alltagsgeschichten, aber auch vor allem über das Leben von dem einen Sohn Christian, der mit dem Wehrdienst nicht zurecht kommt, wird das Leben in der DDR und auch gerade die Zuspitzung kurz vor Ende dargestellt. Dies alles wäre sehr interessant und hätte ich gerne gelesen. Leider neigt Uwe Tellkamp dazu sich in Schachtelsätzen zu verlieren und seitenweise über irgendwelche Nebensächlichkeiten abzuschweifen. Wenn ich nicht selber Angehörige hätte, die mir vom Leben in der DDR erzählen können, hätte ich vieles gar nicht verstanden bzw. einige der üblen Dinge, die dort passiert sind, schlicht überlesen. Die Sprache ist sehr anstrengend und oft hatte ich das Bedürfnis die Seiten einfach zu überfliegen, was ich dann aber doch nicht getan habe, da oft in einem kleinen Nebensatz oder einem kleinen Wort sich die wichtigsten Dinge versteckt haben. Die gesamten handelnden Personen sind mir so auch nie wirklich nahe gekommen und Gefühle habe ich vergeblich gesucht. Die Personen handeln irgendwie, ergehen sich teilweise in verwirrenden Tagebucheinträgen, die ich oft gar nicht verstanden habe und die für mich im Gesamtkontext keinen Sinn ergeben haben. Daher war mir auch ihr Schicksal teilweise wirklich egal und nur immer kurz konnte ich Gefühle aufblitzen sehen oder dachte jetzt wird es emotionaler, um umso mehr auf den nächsten Seiten durch ellenlange Abschweifungen enttäuscht zu werden. Eine Kürzung des Buches um locker die Hälfte wenn nicht noch mehr, hätte meiner Meinung nach dem Stoff sehr gut getan und das Buch zu etwas werden lassen, was wirklich die furchtbaren DDR-Zustände jedem klarmacht. Uwe Tellkamp kann das, das konnte ich sehen, aber noch mehr liebt er es wohl sich in der deutschen Sprache zu verlieren und dabei die Kernaussagen zu vergessen. Schade, dass dieses Buch aus meiner Sicht guten Stoff so verschachtelt darstellt, dass ein Laie damit nichts anfangen kann und so ein Stück deutsche Geschichte nicht in Erinnerung bleibt, sondern man nur entnervt das Buch am Ende zur Seite legt. Alles in allem ist dieses Buch für mich eine absolute Enttäuschung und ich vergebe noch 2 Sterne für das Festhalten wichtiger Geschichte und das teilweise Durchblitzen von doch gutem erzählerischen Können.

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  • Zusatzaufgabe und Buchverlosung zum Lesesommer 2015 - Woche 6

    Das Mädchen, das nach den Sternen greift
    Marina_Nordbreze

    Marina_Nordbreze

    Der LovelyBooks Lesesommer geht in die sechste Runde und auch diese Woche heißt es wieder: Buchtipps bekommen, Aufgabe lösen, Zusatzpunkte sammeln und Buchpakete gewinnen! In der 6. Woche hat der Insel Verlag auf unserer Übersichtsseite fünf brandaktuelle Buchtipps für euch - lasst euch diese Chance auf Zusatzpunkte und phänomenalen Lesestoff nicht entgehen!  Zusammen mit dem Insel Verlag verlosen wir diese Woche 3 Buchpakete bestehend aus: "Das Mädchen, das nach den Sternen greift" von Pep Bras "Ein englischer Sommer" von Gabriele Diechler (hier läuft gerade eine Leserunde) "Dieser eine Sommer" von CJ Hauser (auch hier gibt es eine Leserunde) "In jenen hellen Nächten" von Roy Jacobsen (zur Leserunde) "Cottage mit Kater" von Hermien Stellmacher (Facebook-Seite zum Buch) Mehr Infos zu den Büchern findet ihr hier!  Wenn ihr euer Glück versuchen möchtet, beantwortet uns einfach folgende Frage:  Bei so vielen neuen Insel Büchern, die es diese Woche zu entdecken gibt, interessiert uns natürlich, welches Buch aus dem Insel Verlag euch in letzter Zeit so richtig begeistert hat. Nennt uns doch Titel und Autor und warum ihr das Buch so toll findet. Wer möchte, postet ein Foto von diesem Buch bei Instagram, Twitter oder bei Facebook mit dem Hashtag #LBLesesommer und verlinkt den Insel Verlag. Für diese Aufgabe gibt es beim LovelyBooks Lesesommer 100 Punkte, wer zusätzlich ein Foto bei Instagram/Twitter/Facebook postet und hier im Thema den Post verlinkt, erhält insgesamt 300 Punkte!  Wenn ihr nicht am Lesesommer teilnehmt, könnt ihr natürlich trotzdem gerne hier bei der Verlosung mitmachen!  Bitte gebt in eurer Antwort an, ob ihr auch Punkte für den LovelyBooks Lesesommer sammeln oder nur an der Verlosung der Buchpakete teilnehmen möchtet. Und wenn ihr nur die Punkte für den Lesesommer sammeln, aber nicht an der Verlosung teilnehmen möchtet, schreibt das ebenfalls dazu.

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    • 261
  • ziemlich gewaltig

    Der Turm
    dominona

    dominona

    Das Buch ist gut, keine Frage. Wer einen Blick in die letzten Jahre der DDR werfen will, möglichst viele Gesellschaftsschichten erleben möchte und auf detailreiche Spurensuche gehen möchte, sollte zu diesem Epochen- und Familienroman greifen. Von den kursiven Einwürfen sollte man sich nicht abschrecken lassen, auch, wenn sie im Vergleich zum Rest störend wirken. Dass es mich nicht gepackt hat, ist wohl eher ein persönliches Problem, teilweise formuliert der Autor aber auch (absichtlich) sehr langgezogen, was mir in den seltensten Fällen zusagt. Angeblich ist eine Fortsetzung zum Thema Wende geplant - mit den gleichen Personen und die interessiert mich persönlich stärker als der Untergang der DDR, trotzdem, wie gesagt, ein guter, umfangreicher Roman.

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    • 2
    BrittaRoeder

    BrittaRoeder

    26. November 2014 um 08:32
  • Rezension zu "Der Turm" von Uwe Tellkamp

    Der Turm
    Lysander

    Lysander

    Von diesem Buch bin ich wirklich sehr begeistert. Ich bin zwar noch nicht ganz damit durch, möchte aber die Begeisterung schon mal hier mitteilen, sozusagen zur Vorfreude für alle, die die Lektüre noch vor sich haben. Woher kommt diese Begeisterung, frage ich mich. Einmal ist es wohl diese wunderbare Sprache Tellkamps, sehr reich an Metaphern, sehr sinnlich und trotzdem nicht kitschig. Dann dieses spannende Thema - ich frage mich: War das alles wirklich so? Und ahne, dass es wohl so war (einmal bin ich 1980 von West- nach Ostberlin gegangen, einmal mit dem Auto vom Westen aus durch die DDR nach Berlin gefahren). Dann gibt es auch so etwas wie Identifikation mit der Hauptperson Christian Hoffmann, mit diesen inneren Kämpfen des Jugendlichen, der Distanz zur Welt, den Pubertätsproblemen ... zum Glück konnte ich den Kriegsdienst aber verweigern. Das Leben in der DDR der 80er Jahre erinnert mich auch an meine Kindheit und Jugend im Westen der 60er und frühen 70er Jahre. Auch im Westen gab es ja die eine Familie im Haus, die schon Telefon hatte und sonntags fuhr man zur Tante, bei der das Fernsehen schon in Farbe lief. Also: Ein großartiger Roman, man möchte gar nicht aufhören zu lesen ... wer da "das Handtuch warf" sollte vielleicht noch einmal anfangen!

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    • 2
  • Der Turm

    Der Turm
    carpe

    carpe

    Hausmusik, Lektüre, intellektueller Austausch: Das Dresdner Villenviertel, vom real existierenden Sozialismus längst mit Verfallsgrau überzogen, schottet sich ab. Resigniert, aber humorvoll kommentiert man den Niedergang eines Gesellschaftssystems, in dem Bildungsbürger eigentlich nicht vorgesehen sind. Anne und Richard Hoffmann, sie Krankenschwester, er Chirurg, stehen im Konflikt zwischen Anpassung und Aufbegehren: Kann man den Zumutungen des Systems in der Nische, der »süßen Krankheit Gestern« der Dresdner Nostalgie entfliehen wie Richards Cousin Niklas Tietze - oder ist der Zeitpunkt gekommen, die Ausreise zu wählen? Christian, ihr ältester Sohn, der Medizin studieren will, bekommt die Härte des Systems in der NVA zu spüren. Sein Weg scheint als Strafgefangener am Ofen eines Chemiewerks zu enden. Sein Onkel Meno Rohde steht zwischen den Welten: Als Kind der »roten Aristokratie« im Moskauer Exil hat er Zugang zum seltsamen Bezirk »Ostrom«, wo die Nomenklatura residiert, die Lebensläufe der Menschen verwaltet werden und deutsches demokratisches Recht gesprochen wird. In epischer Sprache, in eingehend-liebevollen wie dramatischen Szenen entwirft Uwe Tellkamp ein monumentales Panorama der untergehenden DDR, in der Angehörige dreier Generationen teils gestaltend, teils ohnmächtig auf den Mahlstrom der Revolution von 1989 zutreiben, der den Turm mit sich reißen wird. Ziemlich gespannt, ob der vielen unterschiedlichen Meinungen, habe ich mich voller Elan ans Lesen dieses Buches gemacht. Heute, nach 4 Tagen, habe ich ganze 150 Seiten (von knapp 1000) geschafft. Das Buch ist sehr zäh geschrieben. Besteht zum größten Teil aus ewig langen Schachtelsätzen, die das Lesen sehr schwer gestalten. Auch habe ich auf diesen ganzen Seiten nicht einen Anhaltspunkt gefunden, wo die Erzählung hingehen soll, was Bücher für mich sehr sehr langweilig macht. Es ist zwar ein regionaler Roman, aber selbst ich hatte mit den vielen Orts- und Straßennamen Orientierungsschwierigkeiten. Somit ist dieses Buch das erste in meinem Leben, was ich nicht zuende lesen werde und nach nur 150 Seiten abbreche. Eigentlich macht mich das traurig, aber ich hab keine Lust mich durch ein Buch zu quälen, nur damit ich sagen kann, ich habe es gelesen.

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    • 2
  • die letzten jahre der DDR

    Der Turm
    werderaner

    werderaner

    24. February 2014 um 20:46

    Das Buch erzählt die letzten jahre in der DDR aus der sicht von verschiedenen Personen. An manchen Stellen stellen entfand  ich es etwas ausschweifend und langatmig,  insgesamt hat es mir aber gut gefallen.  Man erhält interessante Einblicke in das leben in der DDR manchesmal wünscht man sich das das Buch nicht der Realität entsprechen möge.  Wenn man sich für die deutsch- deutsche Geschichte interessiert sollte man dieses Buch lesen. 

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  • Rezension zu "Der Turm" von Uwe Tellkamp

    Der Turm
    sven_bachmann

    sven_bachmann

    10. November 2012 um 13:45

    Ich habe den Film gesehen und gestern las ein Mitglied des Bundestages aus dem Buch. Es ist das Spiegelbild der DDR- Geschichte, wie ich sie selbst erlebt habe. Die Gefahren, die von der allgegenwärtigen Stasi ausgingen, aber auch, wie jeder Einzelne mit dem System klarkam. Wen es interessiert, unter dem Pseudonym Thorvald Svensson habe ich meine Erlebnisse verarbeitet: "Mit dem Kopf durch die Mauer" (ISBN 978-3-86268-343-7, amazon- kindle ASIN B008QC20MA).

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  • Rezension zu "Der Turm" von Uwe Tellkamp

    Der Turm
    justitia

    justitia

    10. October 2012 um 12:58

    Uwe Tellkamp widmet sich in seinem Werk "Der Turm" den letzten Jahren (1982 bis 1989) der DDR. Die Handlung spielt in einem Dresdner Villenviertel. Im Mittelpunkt stehen die Eheleute Hoffmann und vorallem ihr Sohn Christian. Sie alle befinden sich in einem ständigen Konflikt zwischen Anpassung und Aufbegehren. Christian bekommt die Härte des Systems in der NVA zu spüren. Sein Onkel Meno Rohde steht zwischen den Welten: Er hat Zugang zum Bezirk "Ostrom", wo die Nomenklatura residiert, die Lebensläufe der Menschen verwaltet werden und deutsches demokratisches Recht gesprochen wird. Die Geschichte weist sehr viel Potential auf, welche der Autor allerdings nicht in vollem Umfang genutzt hat. So verliert er sich häufig in viel zu unwichtigen Details. Dies macht es dem Leser über die knapp 1000 Seiten sehr schwer interessiert weiterzulesen. Vielmehr ist hier durchhalten angesagt. Die langatmige und oft sehr weitschweifige Erzählweise macht es dem Leser sehr schwer durchzuhalten. Die geschichtlichen Ereignisse der letzten Jahre der DDR hat der Autor sehr gut aufgearbeitet und nachvollzogen. Das ist auch genau das, warum ich das Buch weiterempfehlen würde. Nicht der Romangeschichte wegen, sondern der Aufarbeitung der historischen Ereignisse, die mir hier doch sehr gefallen hat. Insbesondere die Zeit Christians in der NVA war sehr beeindruckend dargestellt. Die Widerstände mit denen er zu kämpfen hatte, müssen für den jungen Mann enorm gewesen sein. Umstände, die man sich aus heutiger Sicht kaum noch vorstellen kann, umso lobenswerter finde ich es, dass ein Roman dies nochmals aufgegriffen hat. Insgesamt ist der Roman durchaus gelungen. Viel Spannung darf der Leser hier allerdings nicht erwarten. Vielmehr sollte er sich für die Gegebenheiten in den letzten Jahren der DDR interessieren und aus diesem Anlass das Buch lesen, denn die Hintergrundhandlung war für mich eher enttäuschend. Auch der Film konnte dies nicht leisten: Dieser hat mich noch weniger überzeugt als das Buch. Vieles wurde im Film überspitzter dargestellt als es letztendlich gewesen ist (dies weiß ich aus persönlichen Erzählungen meines Vater, der sich zu dieser Zeit ebenfalls in Dresden aufgehalten hat und bei der Bereitschaftspolizeit tätig war). Die Langatmigkeit war im Film nicht ganz so sehr zu spüren, dennoch hat es der Film nicht geschafft Spannung aufzubauen und das Werk gelungen umzusetzen. Hätte ich die Wahl, ich würde das Buch bevorzugen. Doch sollte man es vielleicht nicht an einem Stück, sondern eher etappenweise lesen, sonst wird es schwer werden durchzuhalten.

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  • Rezension zu "Der Turm" von Uwe Tellkamp

    Der Turm
    aowyn

    aowyn

    28. March 2012 um 22:42

    Ich habe es angefangen, aber irgendwie ist der Funke nicht übergesprungen...

  • Rezension zu "Der Turm" von Uwe Tellkamp

    Der Turm
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    15. November 2011 um 17:44

    Wie war das Leben der Intellektuellen Oberschicht in der DDR, wenn man nicht zum politischen Establishment zählte? Konnte man seinen freien Gedanken nachgehen, ohne strafende Blicke auf sich zu ziehen? In seinem autobiografisch geprägten Stoff verdichtet Uwe Tellkamp die Antworten auf diese und weitere Fragen. Die Hauptfigur selbst ist zu Beginn des Romans Schüler, lebt in einem intellektuellen Haus, wo der Vater Mediziner ist und erkennt dort seine Leidenschaft für Kunst, Kultur und Literatur. Doch diese Leidenschaft macht es ihm in der Enge und Abgeschiedenheit des Tals der Ahnungslosen nicht leicht. Auch später, wenn er zur NVA muss, um später einmal studieren zu können, wird er schnell zum Außenseiter, der sich nicht anpassen will und kann. Sein Vater derweil kämpft in der Klinik mit den wirtschaftlichen Engpässen des dahinsiechenden Sozialismus und sucht nebenbei Trost in einer Affäre, aus der ein Kind hervorgeht. Bis hierhin ist nur ein Anfang von dem erzählt, worum es in diesem Buch geht und es lohnt sich, mit den Hauptfiguren dem Ende der DDR entgegenzuleben.

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  • Rezension zu "Der Turm" von Uwe Tellkamp

    Der Turm
    Sokrates

    Sokrates

    Nein, also hier bin ich gescheitert... Insgesamt brauchte ich drei Anläufe, um mich einzulesen. Die Sprache ist zwar nicht schwierig, es liest sich recht angenehm, aber irgendwie entsteht nach meinem Geschmack einfach keine brauchbare Spannung, kein Interesse beim Leser für die nachfolgende Handlung. Es war daher recht ermüdend und ob der Vielzahl an Seiten, die man noch vor sich hat, habe ich die Qual beendet. Vielleicht ein andermal. - Wer sich mit den letzten Jahren der DDR-Geschichte beschäftigen möchte, dem seien auch die Vielzahl an historischen Einzelpublikationen empfohlen, die Lebensgefühl und alltägliche Situation in kurzer, knapper und objektiver Form auf den Punkt bringen. "Der Turm" konnte dies irgendwie überhaupt nicht.

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    • 3
  • Rezension zu "Der Turm" von Uwe Tellkamp

    Der Turm
    ninchen1809

    ninchen1809

    30. December 2010 um 21:22

    Uwe Tellkamp hat für sein Romanwerk im Jahre 2008 den Deutschen Buchpreis gewonnen. Und meiner Meinung nach auch völlig zu recht!! Der Roman umfasst den Zeitraum von Ende 1982 bis zum 9. November 1989 und wird im Wechsel aus drei Perspektiven erzählt. Die erste Perspektive ist die von Christian, einem zu Beginn des Buches 17-jährigen Abiturienten, der davon träumt ein großer Mediziner zu werden und dem viel an Bildung und Weltliteratur liegt. Doch um seinen Traum als berühmter Mediziner wahr werden zu lassen, muss er sich einem dreijährigen Militärdienst bei der Nationalen Volksarmee unterziehen. Er empfindet eine innere Distanz zur DDR und will auch nicht auffallen. Leider neigt er zu „Dummheiten“. Während der NVA-Zeit kommt es zu einem Vorfall, der ihm einen Gefängnis-Aufenthalt in Schwedt, Zwangsarbeit und Dienstverlängerung beschert. Richard, ein angesehener Chirurg und Medizinprofessor, beschreibt die zweite Perspektive. Zu Beginn des Romans feiert er seinen 50. Geburtstag und man erhält die ersten Einblicke der DDR-Zeit. Die Sicht Richards beschreibt die Probleme der Krankenhäuser trotz fehlender Gerätschaften, Räumen, Medizin und Personal einen guten Job zu machen. Richard wird gegen seinen wirklichen Willen als Spitzel im Krankenhaus eingesetzt. Aus Angst um die Zukunft seiner Söhne weiß er teilweise nicht weiter. Druckmittel ist seine langjährige Beziehung zu einer Krankenschwester und das daraus entstandene Kind sowie eine Jugendsünde. Und zu guter letzt steht die Person Meno im Vordergrund. Meno ist Christians Onkel mütterlicherseits. Er ist Lektor in einem Dresdner Verlag und die Themen: „Was darf geschrieben werden“, „Was darf gesagt werden“, und die Rolle der Forschung und Bildung stehen in besonderen Vordergrund. Einerseits muss er dabei die Vorgaben der Kulturbürokratie beachten, andererseits steht er menschlich den Autoren nahe, die von der Zensur drangsaliert werden. Dieser Roman gibt einem einen besonderen Einblick in die Zeit der DDR. Welch ein einzigartiger Schreibstil. Dies ist kein Buch zum „Runterlesen“, sondern zum Nachdenken und Genießen der teilweisen schönen Beschreibungen und Gedanken. An manchen, aber sehr wenigen Stellen empfand ich das Buch auch ein bisschen langatmig. Zu Anfang haben mich die rund 1.000 Seiten mit der verbundenen Angst, dass mir das Buch nicht gefallen könnte, ziemlich abgeschreckt. Aber dieses Buch gibt einem die Gelegenheit in die Zeit der DDR einzusteigen. Ein außergewöhnliches Buch, welches ich jedem empfehlen kann.

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  • Rezension zu "Der Turm" von Uwe Tellkamp

    Der Turm
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    28. November 2010 um 12:19

    Hausmusik, Lektüre, intellektueller Austausch: Das Dresdner Villenviertel, vom real existierenden Sozialismus längst mit Verfallsgrau überzogen, schottet sich ab. Resigniert, aber humorvoll kommentiert man den Niedergang eines Gesellschaftssystems, in dem Bildungsbürger eigentlich nicht vorgesehen sind. Anne und Richard Hoffmann, sie Krankenschwester, er Chirurg, stehen im Konflikt zwischen Anpassung und Aufbegehren: Kann man den Zumutungen des Systems in der Nische, der »süßen Krankheit Gestern« der Dresdner Nostalgie entfliehen wie Richards Cousin Niklas Tietze - oder ist der Zeitpunkt gekommen, die Ausreise zu wählen? Christian, ihr ältester Sohn, der Medizin studieren will, bekommt die Härte des Systems in der NVA zu spüren. Sein Weg scheint als Strafgefangener am Ofen eines Chemiewerks zu enden. Sein Onkel Meno Rohde steht zwischen den Welten: Als Kind der »roten Aristokratie« im Moskauer Exil hat er Zugang zum seltsamen Bezirk »Ostrom«, wo die Nomenklatura residiert, die Lebensläufe der Menschen verwaltet werden und deutsches demokratisches Recht gesprochen wird. In epischer Sprache, in eingehend-liebevollen wie dramatischen Szenen entwirft Uwe Tellkamp ein monumentales Panorama der untergehenden DDR, in der Angehörige dreier Generationen teils gestaltend, teils ohnmächtig auf den Mahlstrom der Revolution von 1989 zutreiben, der den Turm mit sich reißen wird. Ziemlich gespannt, ob der vielen unterschiedlichen Meinungen, habe ich mich voller Elan ans Lesen dieses Buches gemacht. Heute, nach 4 Tagen, habe ich ganze 150 Seiten (von knapp 1000) geschafft. Das Buch ist sehr zäh geschrieben. Besteht zum größten Teil aus ewig langen Schachtelsätzen, die das Lesen sehr schwer gestalten. Auch habe ich auf diesen ganzen Seiten nicht einen Anhaltspunkt gefunden, wo die Erzählung hingehen soll, was Bücher für mich sehr sehr langweilig macht. Es ist zwar ein regionaler Roman, aber selbst ich hatte mit den vielen Orts- und Straßennamen Orientierungsschwierigkeiten. Somit ist dieses Buch das erste in meinem Leben, was ich nicht zuende lesen werde und nach nur 150 Seiten abbreche. Eigentlich macht mich das traurig, aber ich hab keine Lust mich durch ein Buch zu quälen, nur damit ich sagen kann, ich habe es gelesen.

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  • Rezension zu "Der Turm" von Uwe Tellkamp

    Der Turm
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    09. July 2010 um 22:26

    "Spiegel Bestsellerliste Platz 1 - 2009" prangt der rote Aufkleber auf dem Cover des Taschenbuches "Der Turm" von Uwe Tellkamp. Harald Schmidt meinte in einer seiner Late-Night-Talks, dies sei wohl das meistverkaufte Buch, das niemand gelesen habe. Ich habe es gelesen. Und keineswegs bereut. Nur manchmal, weil es eben viele Seiten umfasst und blumig geschrieben ist, geradezu metaphorisch, weil es eine Sprache aufweist, die keine Alltagssprache ist, sondern Kunst, Poesie, weil es viele Figuren aufweist, die zwar alle irgendwie miteinander verbandelt sind, zumeist in Form der Familie Rohde und weil ich ab der dritten Seite eine Skizze über die Zusammenhänge zwischen den Figuren anlegte (bevor ich merkte, dass zumindest das Taschenbuch auf der letzten Seite eine Figurenübersicht hat), und weil man manchmal erst nicht begreift, was das alles mit dem Dresden der 80er Jahre zu tun hat. Am Ende fügt sich das Bild. Es ist ein Roman über den Untergang eines vermeindlich besseren Staates. Spannend ist es deshalb, weil es nicht persiflierend ist wie die Sonnenalleen oder die Good bye, Lenins. Es ist real, aber nicht realistisch. Der Erzähler taucht ein in eine Welt des Bildungsbürgertums, das klassische Musik, Antiquariate und Gesellschaften liebt, verpflanzt auf den von den Einwohnern selbst so bezeichneten "Turm", ein Refugium des "Alten Dresdens", in dem Ärzte, Ingenieure, ehemalige Voltigierreiterinnen, ranghohe Funktionäre, Lektoren und Kunstschaffende des Sozialismus wohnen. Es ist eine Art Kokon, und anfangs ist es nicht bedrohlich, was in der DDR passiert. 'Gesponnen' wird die Familiengeschichte (was nicht abwertend gemeint sein soll) um den Jugendlichen Christian und seine Familie - den Vater Richard (Chirurg), die Mutter Anne (Krankenschwester, Tochter einer Kommunistin), den Onkel Meno (Lektor im Hanser-Verlag), Onkel Ulrich und seine Familie (die als einzige in der Partei sind) und viele andere, kleine und große Rollen des Bildungsbürger-Alltags. Auch in einem Turm ist der Umgang mit Mangel und Improvisation notwendig, man hat Kontakte, geht Gefahren ein und kommt durchs Leben. Aber wie die Fassade des sozialistischen Staates bröckelt, so bröckelt auch das Idyll im Turm, familieninterne Abgründe eröffnen sich und Tragödien hinter den nach außen vorbildlich arbeitenden Kulissen der sozialistischen Eliten. Das Ende ist bekannt, aber das Ende des Romans von Tellkamp bleibt offen: Ein Doppelpunkt beendet den Satz, was aus den Türmern wird, bleibt unklar, die Zeiten werden sich ändern, auch in Dresden, und das Alte Dresden kam bekanntlich nie wieder. Es ist eine Geschichte vom Verfall einer Zeit, die nicht herüber gerettet werden konnte. Der Stil könnte abschreckend wirken, aber wer sich durch die märchenhaft anmutenden Beschreibungen rund um Meno und Eschschloraque "durchquält", erlebt eine Welt, die er nicht mehr vergessen wird. Die ab und an flachsig verfassten Anekdoten zum kuriosen Umgang der DDR-Bürger mit Weltdingen (z.B. dem Öffnen einer Kokosnuss) lockern das ganze auf. Ein Roman voller Poesie, voller blumiger Umschreibungen des hässlichsten Putzes an Häusern, den die Welt je gesehen hat, ein Buch voller Sehnsüchte und Abgründe. Absolut empfehlenswert!

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