Die hier niedergelegte Autobiografie umfasst im Wesentlichen die Lehrjahre des Kürschnerlehrlings Uwe Timm. Das klingt im Abstand zur heutigen Zeit nicht besonders berauschend. Aber wer den Autor bereits kennen sollte, weiß, dass hier nicht nur über eine durchaus turbulente Lebenszeit berichtet wird, sondern dass man so einiges an Zusatzinformation mitbekommt. Nach dem Lesen wird man den (vermutlich bereits ausgestorbenen) Beruf des Kürschners mit anderen, vielleicht sogar mit glänzenden Augen sehen. Man wird quasi nebenbei zum Experten dieses Berufes, zumindest was die Aufgabenfülle betrifft.
Die Zeit (50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts) ist nicht gerade einfach, die Herausforderungen vielfältig, aber das Eingebettetsein in ein passables Umfeld ermöglicht einen Weg, den man als fast geradlinig bezeichnen könnte. Lebensentwurf/-planung bis hin zum erfolgreichen Autor sind zumindest in dieser Lebensphase mit so vielen Gedanken und Gefühlen verwoben, dass sie auch beim Rezipienten analoge Erfahrungen wecken. Man ist geneigt, dem Beispiel zu folgen, um daraus ein paar eigene Sätze vor dem Verschwinden zu bewahren. Außerdem wird man mit einer Fülle von Literaturhinweisen (teilweise mit Auszügen) so versorgt, dass man geneigt ist, sich dem einen oder anderen Werk erneut zu nähern oder überhaupt für sich zu entdecken.
Diese „Sucht nach Worten“, diese „Lesesucht“ bekommt hier eine geeignete Plattform, und wer je ähnliches verspürt hat, fühlt sich hier aufgehoben, verstanden – endlich mal …






















