Uwe Timm Morenga

(24)

Lovelybooks Bewertung

  • 35 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 1 Leser
  • 4 Rezensionen
(4)
(12)
(4)
(2)
(2)

Inhaltsangabe zu „Morenga“ von Uwe Timm

Ein grandioser historischer Roman

»Ein brillantes Buch.« ›Main-Echo‹

Deutsch-Südwestafrika, 1904. Beginn eines erbarmungslosen Kolonialkrieges, den das Deutsche Kaiserreich gegen aufständische Hereros und Hottentotten führt. An der Spitze der für ihre Freiheit kämpfenden Schwarzen steht Jakob Morenga, ein früherer Minenarbeiter. Was damals in dem heute unabhängigen Namibia geschah, hat Uwe Timm in einer geschickten Montage von historischen Dokumenten und fiktiven Aufzeichnungen zu einem grandiosen historischen Roman verdichtet.

Gut recherchierter Roman über die Kolonisation Südwestafrikas, ab und an ein bisschen zäh

— Lena_AwkwardDangos

Sehr lesenswert!!!

— buchhase

Meisterhafte Verknüpfung von Fiktion und Authentizität.

— TinaGer

Stöbern in Romane

Fräulein Hedy träumt vom Fliegen

Ein besonderes Buch vom immerwährenden Fliegenlernen!

Edelstella

Das Leben ist manchmal woanders

eine wunderbare Geschichte über einen besonderen Jungen, der einfach er selbst ist und die anderen mitreisst.

meisterlampe

Die Geschichte des verlorenen Kindes

Ein rundum gelungener Abschlussband der Neapel-Tetralogie, mitreißend erzählt und sehr bewegend.

Barbara62

Dann schlaf auch du

wow. kurz, schnelllebig. bleibt aber trotzdem im kopf.

Monawunder

Das Glück des Zauberers

Dies ist eins jener Bücher, denen man nur selten begegnet, die zu schnell ausgelesen sind und einen dennoch ewig begleiten.Ein Lieblingsbuch

tonks

Die Herzen der Männer

Schönes, lesenswertes Buch. Leider nicht ganz so atmosphärisch wie "Shotgun Lovesongs".

FrolleinJott

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Gut recherchierter Roman über die Kolonisation Südwestafrikas

    Morenga

    Lena_AwkwardDangos

    26. February 2017 um 22:36

    Der Roman war eine Pflichtlektüre für mein Germanistikstudium, die ich Anfang des Monats beendet habe. Ich habe nur hin und wieder einige Seiten neben anderen Büchern gelesen, weshalb ich für Morenga ein bisschen länger gebraucht habe. ♥ Inhalt ♥ Deutsch-Südwestafrika, 1904. Beginn eines erbarmungslosen Kolonialkrieges, den das Deutsche Kaiserreich gegen aufständische Hereros und Hottentotten führt. An der Spitze der für ihre Freiheit kämpfenden Schwarzen steht Jakob Morenga, ein früherer Minenarbeiter. Was damals in dem heute unabhängigen Namibia geschah, hat Uwe Timm in einer geschickten Montage von historischen Dokumenten und fiktiven Aufzeichnungen zu einem grandiosen historischen Roman verdichtet Text: dtv ♥ Cover & Ausstattung ♥ Ein mattes, hauptsächlich weißes Taschenbuch mit einem schlichten Cover. Die Abbildung zeigt wahrscheinlich ein Gemälde der Landschaft Namibias, in dem die Handlung des Romans spielt. Die schlichte Aufmachung fängt die Atmosphäre der Geschichte ein und gefällt mir recht gut. ♥ Meine Meinung ♥ Morenga erzählt die Geschichte der deutschen Kolonisation Südwestafrikas (heute: Namibia) und des jungen Veterinärs Gottschalk, der 1904 als Verstärkung gegen die Aufstände einreist. Die Geschichte seiner Reise beruht auf einer wahren Begebenheit, weshalb der Roman biografische Züge annimmt und hautnah von der Unterdrückung der Herero, den Eindrücken von Land und Kultur sowie den Lebensumständen in der Kolonie berichtet. Der recht naive Gottschalk findet sich Stück für Stück in seiner neuen Heimat zurecht, malt sich seine Zukunft dort aus, lernt sogar die Sprache der Herero zu sprechen und führt ein Tagebuch über seine Reiseeindrücke, dessen Einträge sich alle paar Seiten auch im Buch finden. Uwe Timm hat sein Werk gekonnt aus historischen Romanpassagen, Tagebucheinträgen und zeitgenössischen Berichten zusammengesetzt, die sich abwechseln und eine meist kontinuierliche Geschichte erzählen, sieh man von einigen Rückblenden ab. Die Tagebucheinträge sind dabei sehr interessant zu lesen und man merkt auf jeder Seite, wie unglaublich gut Timm recherchiert hat und wie athmosphärisch er die damaligen Ereignisse und Ansichtsweisen in seinen Worten einfangen kann. Die Charaktere sind allesamt blass und ich konnte mir die zahlreichen Namen und Personen nicht wirklich merken, doch sie stehen einfach nicht im Vordergrund, sondern die historischen Ereignisse. Der einfache, nüchterne Schreibstil trägt einen nur so durch die Seiten. Die damaligen Grausamkeiten werden dabei teilweise sehr knapp zusammengefasst, sodass sie fast nebensächlich erscheinen, und das mit einem sehr sarkastischen Unterton, der dem Leser die damaligen Ansichten, Ungerechtigkeiten und die Willkür verdeutlichen soll. So gab es einige sehr interessante Passagen, in denen die Ansichten der Kolonisten absolut zeitgenössisch und ungeschönt dargestellt werden. Als einen großen Kritikpunkt sehe ich allerdings das Ungleichgewicht zwischen wichtigen und unwichtigen Plotelementen. Es wird sich seitenweise über Nebensächlichkeiten und -handlungen ausgelassen, während die eigentliche Geschichte ein bisschen vor sich hinplätschert. Gerade der Aufständische Jakob Morenga, nach dem dieses Buch benannt ist, taucht bis kurz vor Ende nicht auf und hat nur einen sehr komprimierten Auftritt. Das fand ich dann doch etwas enttäuschend angesichts der Tatsache, dass dieser Mann über ewige Kapitel hinweg gefürchtet und eine gewissen Spannung aufgebaut wird, was es wohl mit diesem Mann auf sich hat. Ich habe von solch einem Roman keine spannungsgeladene Action erwartet, allerdings zog es sich insgesamt ein wenig. ♥ Fazit ♥ Ein gut recherchierter, atmosphärischer Roman, der eine wahre Geschichte auf seine eigene Art und Weise verarbeitet. Der Mix aus Roman, Tagebuch und historischem Bericht hat mir sehr gefallen, mir die Geschichte Namibias viel näher gebracht und sie interessant aufgearbeitet. Wer eine unterhaltende, lustige oder actiongelade Lektüre sucht, ist hier an der falschen Adresse. Wer sich aber für die Geschichte der Kolonisation und namibias interessiert, wird hiermit ein wahres Goldstück in den Händen halten. 3,5/5

    Mehr
  • Morenga - Uwe Timm

    Morenga

    TinaGer

    Morenga ist der kühne Held, der das Unmögliche versucht. Er kämpft gegen die Kolonialisierung für sein Land. Uwe Timm erzählt den Aufstand der Herero in Deutsch-Südwestafrika. Ein historischer Roman, der mehr kann und will, als Vergangenes romantisch zu verklären, wie es das Genre leider oft macht. Timm reichert die Handlung um den jungen Veterinär Gottschalk mit originalen Dokumenten der Kaiserzeit an und schafft somit eine meisterhafte Verknüpfung von Fiktion und Authentizität, die mich in den Bann geschlagen hat. Mit Gottschalk, der sich eingangs noch eine Zukunft als Farmer ausmalt, erschafft Timm eine grandios unprätentiöse Hauptfigur, die mit großer Empathie und einem Schuss Verrücktheit durch eine Geschichte führt, die den grausamen Schrecken eines großangelegte Vernichtungsfeldzugs nicht ausspart. Nichts für schwache Nerven, dennoch unbedingte Leseempfehlung für historische Interessierte.

    Mehr
    • 7

    PaulTemple

    31. July 2014 um 15:58
  • Rezension zu "Morenga" von Uwe Timm

    Morenga

    PaulTemple

    23. August 2010 um 14:33

    Grundthematik dieses Romans ist die deutsche Kolonialherrschaft Anfang des 20. Jahrhunderts im heutigen Namibia, das damals den Namen "Deutsch-Südwestafrika" trug. Die dort ansässige indigene Bevölkerung, die Herero, werden brutal unterdrückt, rebellieren schließlich in einem großen Aufstand, der schließlich getreu der Maxime "ein toter Herero ist ein guter Herero" vollständig von den Deutschen niedergeschlagen wird - knapp 14000 Herero sterben dabei. In diesem Kontext begleitet der Leser den jungen Veterinär Gottschalk, der sich freiwillig für den Dienst in Afrika gemeldet hat und insgeheim von einer idyllischen Farm in der Kolonie träumt. Doch je länger er in Afrika stationiert ist, desto mehr wächst sein Respekt und seine Bewunderung für die Eingeborenen. Er fängt an ihre Sprache zu lernen, beschäftigt sich immer mehr mit der indigenen Kultur und distanziert sich erst im geheimen, später dann immer offensichtlicher von der deutschen Militärbesatzung und ihrem Besatzungssystem. Uwe Timm spickt den Roman auf brillante Weise mit originalen Dienstmeldungen, Befehlen und Dienstvorschriften der Kaiserzeit, welche die Absurdität der deutschen Kolonialgeschichte verdeutlichen. Für Geschichtsinteressierte definitiv empfehlenswert. :)

    Mehr
  • Rezension zu "Morenga" von Uwe Timm

    Morenga

    gina_mayer

    04. July 2010 um 18:42

    we Timm gehört zu meinen absoluten Lieblingsautoren. Aber das war nicht der einzige Grund, warum ich "Morenga", eines seiner Frühwerke, jetzt endlich bestellt und gelesen habe. Ich arbeite zurzeit selbst an einem Jugendroman über die deutsche Kolonialgeschichte in Südwest-Afrika und war natürlich neugierig, was Timm aus dem Thema gemacht hat. Ich habe fast drei Wochen für "Morenga" gebraucht – viel länger als für die anderen Romane des Autors, die ich in wenigen Tagen ausgefressen habe. Das liegt natürlich vor allem am schwer verdaulichen Thema: "Morenga" handelt von dem Kolonialkrieg, den das Deutsche Kaiserreich Anfang des 20. Jahrhunderts gegen aufständische "Hottentotten" und Hereros im heutigen Namibia führte. An der Spitze der aufständischen Namas steht Jakob Morenga, ein früherer Minenarbeiter. Der erbarmungslose und zynische Vernichtungskrieg gegen Männer, Frauen und Kinder nahm vieles vorweg, was dreißig Jahre später im Hitler-Deutschland grausige Realität wurde. Die namibischen Volksgruppen wurden mit erschütternder Gründlichkeit versklavt und vernichtet. Ohne hier ins Detail gehen zu wollen – es ist keine gute Einschlaflektüre. Aber dennoch ein grandioses Buch. Ähnlich wie in "Am Beispiel meines Bruder" - mein Lieblingsbuch von Timm – verknüpft der Autor historische Dokumente mit fiktiven Aufzeichnungen und Berichten. So nähert man sich Morengas Geschichte wie in einem Spiegelkabinett - man entdeckt die südwestafrikanische Geschichte aus unterschiedlichen Blickwinkeln und gewinnt am Ende zwar kein vollständiges, aber sehr authentisches Bild. Der einzige Kritikpunkt war für mich die historische Figur des Jakob Morenga, der für meinen Geschmack zu sehr zum edlen Wilden Namibias stilisiert wird und so zu einer Mischung aus Winnetou und Che Guevara wird. Die ironische Distanz, aus der Timm die übrigen Protagonisten – ob historisch oder fiktiv – betrachtet, hätte auch Morenga gut getan.

    Mehr
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks