Vogelweide

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Inhaltsangabe zu „Vogelweide“ von Uwe Timm

Zwei Paare, die Liebe und die Macht des BegehrensEin Mann hat alles verloren, seine Freundin, seine Geliebte, seinen Beruf, seine Wohnung und ist hoch verschuldet. Nun lebt er allein auf einer Insel in der Elbmündung als Vogelwart. Doch Anna kündigt ihren Besuch an – eben jene Anna, die vor sechs Jahren vor ihm nach New York geflohen ist und zuvor sein Leben komplett aus den Angeln gehoben hat. Während Eschenbach sich auf das Wiedersehen mit ihr vorbereitet, besuchen ihn die Geister der Vergangenheit und es entfaltet sich die Geschichte von Eschenbach, Selma, Anna und Ewald. Die Geschichte von zwei Paaren, die glücklich miteinander waren und es nicht bleiben konnten. Uwe Timm erzählt präzise, schön, komisch und klug von den geheimnisvollen Spielregeln des Lebens und von der Kunst des Abschieds.

Ein faszinierender, melancholischer Roman um Ehe, Treue, Partnertausch, Begierde und Moral in der für Uwe Timm typischen Puzzlemanier.

— Barbara62
Barbara62

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    Vogelweide
    Barbara62

    Barbara62

    10. April 2015 um 12:24

    Schauplatz von Uwe Timms neuestem Roman, der es 2013 auf die Longlist zum deutschen Buchpreis schaffte, ist die kleine Sandinsel Scharnhörn in der Elbemündung, die ausschließlich bei Ebbe per Kutsche zu erreichen ist. Dort lebt nur ein Vogelwart, Christian Eschenbach. Bis vor sechs Jahren gehörte er zum gehobenen Berliner Bürgertum, hatte eine florierende Softwarefirma und eine Luxuswohnung am Zoo, eine polnische Dauerfreundin und eine Geliebte, Anna, die Frau seines Freundes Ewald. Während Eschenbach auf den überraschend angekündigten Besuch von Anna wartet, die ihn damals zeitgleich mit der Insolvenz seiner Firma verlassen hat, rekapituliert er sein Leben. Vogelweide ist ein melancholischer Roman um Ehe, Treue, Partnertausch, Begierde und Moral, gekonnt in der Balance gehalten zwischen altmodisch und aktuell und in der für Uwe Timm charakteristischen Puzzlemanier erzählt, die mich als großen Timm-Fan wieder einmal zugleich gefordert und fasziniert hat.  

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  • Ein feinsinniger, wohltemperierter Roman

    Vogelweide
    Masaihtt

    Masaihtt

    11. February 2015 um 09:29

    Nr kurz: Timm hat bei mir den Bonus des Lieblingsautors, vielleicht fehlt mir dadurch manches Mal die detailliert hinterfragende Kritikfähigkeit: ja, auch dieses Buch von ihm gefällt mir sehr gut: in der Sprache nie pathetisch, immer präzise, mit reichhaltiger Kompetenz komponiert, eher wie gehabt distanziert betrachtend und doch ist es ein Roman, in der mir trotz aller gegenwärtigen Gesellschaftsschau die Feder näher an den durchdringenden, begehrlichen Gefühlen erscheint, sentimentaler im Grundton als in vielen seiner Bücher zuvor. Ich finde mich schnell ein in die Handlung und fühle mich fast heimisch im Rückzug seines Protagonisten auf eine unbewohnte Insel in der Elbmündung, auf der ihm vergangene Menschen erscheinen, vergangene Erschütterungen und die Vögel, die im Jetzt eine reflektierende, meditative Schau des Geschehenen durch ihr bloßes Dasein mitgestalten.

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  • Betrachtungen einer Ehe

    Vogelweide
    jenvo82

    jenvo82

    17. November 2014 um 13:21

    Dies ist einmal ein ganz anderes Buch zur Thematik des Ehebruchs. Es geht weder um die große Liebe, noch um die Festlegung der Schuldfrage, nicht einmal um realistische Folgen. Vielmehr steht das Leben an sich im Mittelpunkt, die Willkür bei der Entscheidung, das große Begehren, die stille Abkehr und der Lauf der Zeit. Durch eine gleichermaßen distanzierte wie involvierte Erzählweise gelingt es dem Autor, sowohl seine persönliche Wertung als auch zahlreiche philosophische Ansätze einzuflechten. Vielleicht war es auf der Frage nach dem Warum? Warum geben Menschen eine augenscheinlich intakte Ehe für eine flüchtige Affäre auf? „ Das ist das so Paradox-Schöne am Begehren, es hört auf, kommt es an sein Ziel.“

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  • Der LovelyBooks Lesesommer 2014

    Lesesommer
    TinaLiest

    TinaLiest

    Pünktlich zum Ferienbeginn in einigen Bundesländern, haben wir uns für euch eine ganz besondere Aktion ausgedacht, die etwas Action in die faulen Sonnentage bringen soll: den LovelyBooks Lesesommer! 10 Wochen lang möchten wir mit euch unsere Sommerlektüre diskutieren, Fotos austauschen und neue Bücher entdecken. Wir werden euch verschiedene Aufgaben stellen, die ihr alle bis zum 14. September in beliebiger Reihenfolge bearbeiten könnt (davon ausgeschlossen ist lediglich die 1. Aufgabe, die bis zum 31. Juli bearbeitet werden muss). Für jede Aufgabe könnt ihr Punkte sammeln - bei einigen Aufgaben gibt es auch Extra-Punkte zu ergattern. Drei Aufgaben stehen von Beginn an zur Bearbeitung bereit, jede Woche kommt eine weitere dazu. Wer bis zum Ende des Lesesommers am 14. September die meisten Punkte gesammelt hat, der gewinnt ein riesiges Buchpaket mit 50 Büchern, und auch die Plätze 2-10 erhalten eine Überraschung von uns! Wenn ihr teilnehmen möchtet, dann meldet euch gleich hier im Thema und stellt euch auch gerne kurz vor - wer sich nicht gleich traut mitzumachen, der kann auch gerne später erst loslegen! Es ist jederzeit möglich, in den Lesesommer einzusteigen. Ihr müsst euch also nicht gleich in der ersten Woche anmelden! Wir freuen uns auf viel sommerliche Lektüretipps, sonnige Lesestunden am Strand oder auf Balkonien und natürlich auf wundervolle Bücher! :-) P.S.: An alle Blogger unter euch: Wer mag, kann gerne die Grafik hier im Thema für seinen Blog verwenden, falls ihr zur Aktion einen Blogbeitrag schreiben möchtet!

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    • 3270
  • Wohltemperiert

    Vogelweide
    alasca

    alasca

    15. December 2013 um 01:48

    Wohltemperiert Uwe Timms neuer Roman handelt von der Liebe, genauer von der Unzivilisierbarkeit des Begehrens, von der Unerklärbarkeit der Anziehungskraft, und von der Gier, die immer noch mehr will als das, was schon zur Genüge vorhanden ist. Christian Eschenbach, erfolgreicher Inhaber einer Softwarefirma, verliebt sich, obwohl in einer harmonischen Beziehung mit der Silberschmiedin Selma, in die Kunstlehrerin Anna, die – nach eigener Einschätzung glücklich – mit dem Architekten Ewald verheiratet ist. Sein Hingezogensein zu Anna führt zunächst zu einer Freundschaft der beiden Paare, bis sich das Begehren als unbezähmbar erweist: Drei Monate lang führen Anna und Eschenbach eine heimliche Liebesbeziehung mit all den Verrücktheiten, dem Leichtsinn und der Egozentrik frisch Verliebter, bis Anna den Betrug nicht mehr aushält, der ihrem Glauben an die Ehe als Ewigkeitsinstitution widerspricht. Sie bricht aus und bringt dadurch das Viererkonstrukt der Paare zum Einsturz. Zeitgleich wirken sich eine Reihe von Fehlentscheidungen in Eschenbachs Firma aus und führen zum Bankrott. Jahre später, in der Einsamkeit einer Insel in der Elbmündung als Vogelwart tätig, versucht Eschenbach, sein umfassendes Scheitern zu verarbeiten. Er hat begonnen, die Protokolle von Interviews zu verarbeiten, die er im Auftrag der ziemlich boshaft porträtierten Umfrage-Päpstin Noelle-Neumann geführt hat: Es ging dabei darum, die Parameter des Begehrens zu bestimmen, um damit die Algorithmen für das Partnermatching bei einer leicht erkennbaren Partnerbörse für die gehobene Klientel zu optimieren. Die Geschichten der Interviews beschwören den unberechenbaren Zauber des wortlosen Kennenlernens jenseits der Sprache, das beim Partnerbörsen-Dating gewinnbringend eliminiert wird. Eschenbachs Tochter, die Bankerin Sabrina mit ihrem neuen Freund, dient hierbei als Folie für die neue Generation Internet. Timm reiht sich damit in die Reihen derer ein, die die Seelenlosigkeit des Internets beklagen. Dazu passt der beziehungsreiche Titel des Buches, der auf den mittelalterlichen Minnesänger Walther von der Vogelweide verweist. Das Buch hat mich weder begeistert noch enttäuscht; ich fand es ein bisschen blutlos. Stellenweise sprachlich prätentiös, vor allem in der durchweg ungekennzeichneten wörtlichen Rede. Am überzeugendsten, fast kabaretthaft, die Zeichnung des Bildungs- und Wohlstandsbürgertums, das den Konsum kritisiert, während es den Burgunder vom persönlich bekannten Winzer konsumiert. Hübsch ironisch auch Selma, die sich auf die Anfertigung „antiker“ Hopi-Armbänder spezialisiert hat und damit den Nerv spirituell bedürftiger Erfolgsmenschen trifft. Annas Ehegläubigkeit war mir zu altbacken; Noelle-Neumann zu mephistophelisch; weitere Promi-Anspielungen überflüssig; Eschenbach als ungläubiger Theologe, der Software-Millionär wird und in der knappen Freizeit Homer im Original liest, zu konstruiert; und dann wird man auch noch mit Luhmann, Derrida und Luther traktiert … Direkt zu Beginn des Romans wird Annas Besuch auf der Insel nach 6 Jahren Kontaktstille angekündigt; kurz vor dem Ende kommt sie an. Dazwischen rollt Eschenbach in Rückblenden seine/ihre Geschichte auf. Ich habe ihrem Treffen mit nicht mehr als mildem Interesse entgegen gesehen. „Vogelweide“ bietet ein wohltemperiertes Leseerlebnis - der ganze Diskurs zum so zentralmenschlichen, lebenserschütternden Thema Begehren blieb für mich jedoch akademisch und erreichte nicht das Gefühl.

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  • Gut geschrieben, aber wenig Inhalt

    Vogelweide
    hproentgen

    hproentgen

    26. October 2013 um 16:35

    Eschenbach lebt auf einer kleinen Insel in der Nordsee als Vogelwart. Und immer wieder erinnert er sich, an seine Zeit mit Selma, an Elma und Anna, ein befreundetes Paar. Beide gehören zum gehobenen Bildungsbürgertum, ein bißchen Schickeria, ein bißchen auf intelligent machen und viel Geld.   Eschenbach hatte eine Softwarefirma, in der er - laut Timm - überflüssiges wegrationalisierte. Eine Aussage, so sinnfrei, wie ein Arzt, der "Krankheiten heilt". Dann fängt Eschenbach ein Verhältnis mit Anna an und geht pleite. Das Verhältnis, so klärt uns Timm auf, hat mit Begehren zu tun und über Begehren wird im Buch viel geredet - allerdings spüre ich nirgendwo Begehren, höchsten "Begehren light". So flach, wie die Figuren bleiben, sind sie für wirkliches Begehren wohl auch kaum geschaffen.   In einem Nebenplot hat eine alte Leiterin eines Umfrageinstituts (gemeint ist wohl Noelle Neumann) Eschenbach engagiert, um "Begehren" zu untersuchen. Allerdings agiert die Dame (und Eschenbach) so naiv, dass es fast schon unfreiwilliger Humor ist. Was ein derart flacher Strang in dem Roman zu suchen hat, weiß ich nicht.   Positiv ist anzumerken, dass Timm erzählen kann und deshalb bleibt das Buch trotz aller Untiefen lesbar und ich habe es zu Ende gelesen, was ich normalerweise bei solchen Büchern nicht tue. Timm beherrscht das Schreibhandwerk perfekt, schade, dass er das nicht mit einer besser Geschichte, mit lebendigern Figuren kombiniert hat.   Fazit: Gut geschriebenes Fast Food mit etlichen Klischees.     Leseprobe: https://www.bic-media.com/dmrs/widget.do?layout=singlepage&buyButton=no&clickTeaser=yes&arrowTeaser=yes&https=yes&showLanguageButton=yes&cid=1593026&widgetSource=https://www.bic-media.com/dmra/content/detail/detail-widget.do?cid=1593025&isbn=9783462045710 Autorenhomepage: www.uwe-timm.com   Vogelweide, Roman, Uwe Timm, Kiepenheuer & Witsch, 2013 ISBN-13: 978-3462045710, gebunden, 336 Seiten, Euro 19,99 (Ebook 17,99)    

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  • Vom Begehren...

    Vogelweide
    parden

    parden

    14. October 2013 um 23:30

    VOM BEGEHREN... Ein Mann hat alles verloren, seine Freundin, seine Geliebte, seinen Beruf, seine Wohnung, er hat einen Bankrott hinter sich und ist hoch verschuldet. Nun lebt er für eine Weile ganz allein auf einer Insel in der Elbmündung, versieht den Dienst als Vogelwart. Ein geradezu eremitisches Dasein, das durch einen Anruf durcheinandergewirbelt wird. Anna kündigt ihren Besuch an – eben jene Anna, die vor sechs Jahren vor ihm nach New York geflohen ist und zuvor sein Leben komplett aus den Angeln gehoben hat. Und während Eschenbach sich auf das Wiedersehen mit ihr vorberei­tet, seinen Alltagsritualen folgt, Vögel zählt und Strandgut sammelt, besuchen ihn die Geister der Ver­gangenheit und es entfaltet sich die Geschichte von Eschenbach, Selma, Anna und Ewald. Es ist die Ge­schichte von zwei Paaren, die glücklich miteinander waren und es nicht bleiben konnten, als Eschenbachs große, verbotene, richtige und falsche Leidenschaft für Anna entbrannte... Mit reichlich Respekt begab ich mich an die Lektüre dieses Romans, der in diesem Jahr auf der Liste der für den Deutschen Buchpreis nominierten Bücher stand. Und tatsächlich musste ich mich erst einfinden in die Sprache, den vermeintlich kühlen, fast schon distanzierten Stil, der die Personen nur zögerlich und fast unwillig bei ihrem Namen nennt, am liebsten nur Ihn und Sie und Den Freund erscheinen lässt. Ganz langsam nur entpuppen sich die Figuren, gewährt Uwe Timm einen weiteren Pinselstrich, der die Charaktere allmählich deutlicher skizziert - und ihre Beziehungen zueinander. Geschrieben ist das Buch in stetem Wechsel zwischen der einsamen Inselwelt, dem rudimentären Aufsichzurückgeworfensein, und den Erinnerungen, Geistern der Vergangenheit, mit denen Eschenbach sich in seiner selbstgewählten Einsiedelei unterhält. So zögerlich wie der Roman Einblicke in die Charaktere zu zeigen bereit ist, so schnell ist doch deutlich, dass einiges im Leben des Christian Eschenbach anders verlaufen sein muss, als er es sich vorgestellt hat. Erfolgreich zunächst, gut situiert, eine Beziehung, die ausreichend Freiräume bietet und doch schön ist, ein Fragender zwar aber doch eigentlich zufrieden - so zeigt sich Eschenbachs Leben, bis er auf Anna trifft: "Und Eschenbach stand da und hatte, so wie sie ihn ansah, mit dem ruhigen, auf ihn gerichteten Blick, und wie sie ihm zuhörte, den merkwürdigen Gedanken, nein, es war nur ein Wort: Rettung. Sie könnte dich retten. Wovor? Vor allem. Vor Gleichgültigkeit. Vor Bedeutungslosigkeit. Beliebigkeit." Und diese Begegnung, dieses Begehren, unvernünftig, nicht sein dürfend und doch alles überschwemmend, bringt das Leben durcheinander. Nicht nur das Eschenbachs, sondern auch das der anderen, das von Anna, von ihrem Mann Ewald und das von Selma, Eschenbachs Freundin. "Alle litten, litten aneinander, ein eng verschlungenes, tiefes Leid." Und einmal in Schieflage geraten, gerät das Leben vollends aus den Fugen, stellt alles in Frage, begräbt Eschenbach unter Trümmern. Auf der Insel mit den Vögeln und den kleinen Ritualen, die ihm Halt geben in der Einsamkeit, kommt er allmählich wieder zu sich. Bis Anna, eben jene Anna, mit der Eschenbach das Begehren lebte, ihren Besuch ankündigt. "Freute er sich auf ihr Kommen? Ja, aber es war eine Freude, die, das war ihr beigegeben, Enttäuschung fürchtete." Was würde ihn nun erwarten? Intellektuell, anspruchsvoll, nachdenklich, einladend den Fragen zu folgen, und sprachlich eindringlich und schön - so begegnete mir der Roman. Oder, um es mit den Worten des Klappentextes zu sagen: "Der neue, wunderbar choreographierte und vielschichtige Roman Uwe Timms erzählt mit hoher Inten­sität und zugleich fast meditativer Ruhe, präzise, schön, komisch und klug von der Macht des Begehrens, von den geheimnisvollen Spielregeln des Lebens - und von der Kunst des Abschieds." Für mich eine wundervolle Leseerfahrung... © Parden

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  • Lesemarathon vom 3. bis 6. Oktober 2013 - wer macht mit?

    Daniliesing

    Daniliesing

    Hallo ihr Lieben! das LovelyBooks-Team ist derzeit in begeisterter Lesestimmung und da dachten wir uns, dass der Feiertag in der kommenden Woche (3.10., Tag der deutschen Einheit) doch die perfekte Gelegenheit für einen großen Lesemarathon bietet. Vom 03.10. bis zum 06.10.2013 wollen wir so viele Bücher verschlingen, wie wir nur können. Seid ihr dabei? Natürlich wird es auch wieder Fragen und kleine Aufgaben geben, die zwischendurch für eine zusätzliche Auflockerung sorgen. Ansonsten darf hier fleißig über gerade Gelesenes und Bücher generell geplaudert werden. Ich übernehme dabei natürlich keine Verantwortung für eventuell wachsende Wunschzettel und platzende Bücherregale ;-) Also, stellt schon mal das passende Buchfutter und natürlich den Naschkram bereit, denn in der nächsten Woche wird hier "Buchsport" gemacht! Was ist ein Lesemarathon? Beim Lesemarathon versuchen wir eine bestimmte Zeit lang so viel wie möglich zu lesen, ohne dabei den Spaß zu verlieren. Jeder kann in seinem eigenen Tempo und mit dem Buch/den Büchern seiner Wahl teilnehmen. Dazwischen treffen wir uns hier und tauschen uns über Bücher aus, quatschen einfach ein bisschen und, weil wir neugierig sind, was ihr so lest, wird es auch einige Aufgaben geben, die ihr lösen könnt. Wir starten am Donnerstag, dem 03.10. um 0 Uhr und lesen bis zum Sonntag ebenfalls 0 Uhr. Dabei sind Pausen natürlich strengstens erlaubt ;) Es muss also keinesfalls durchgelesen werden. Auch wer nur an einem bestimmten Tag mitmachen kann oder nur ein paar Stunden, der ist hier herzlich willkommen. Denn vor allem geht es doch um den Spaß am gemeinsamen Lesen! Natürlich könnt ihr auch über Twitter (Hashtag #lblm) oder auf euren Blogs eure Lesefortschritte und Aufgaben posten. Und damit uns das Warten auf den Startschuss nicht so lang wird, können wir die Zeit gleich nutzen und schon ein wenig planen. Also: Wisst ihr schon, was ihr lesen werdet? Habt ihr euch ein Leseziel für den aktuellen Marathon gesetzt, z.B. eine Seitenzahl oder eine bestimmte Anzahl von Büchern, die ihr schaffen möchtet? Warum nehmt ihr teil und wart ihr früher schon mal dabei? :) Wer Lust hast, kann ja auch mal seine Bücherregale fotografieren und hier in einem Beitrag anhängen. Ich gucke mir immer sehr gern Bücherregale von anderen an! Dann können wir einen Blick auf die Auswahl werfen. PS: Unter allen Teilnehmern werden wir auch wieder eine kleine Überraschung verlosen :-) **************************************************** 1. Phase: Vorbereitung / Aufwärmung Zur Vorbereitung auf den großen Lesemarathon müssen wir uns natürlich erstmal aufwärmen. Hierfür werde ich vorab ca. alle 2 Tage bereits kleine Fragen oder Aufgaben stellen, die ich hier liste. Wer Lust hat, kann sie einfach beantworten. Welches Buch liest du gerade und wie gefällt es dir? Würdest du noch mehr von diesem Autor lesen? Auf welches Buch seid ihr schon länger neugierig - vielleicht steht es sogar schon im Regal - aber ihr habt es noch immer nicht gelesen? Wieso eigentlich nicht? Welches Buch hat euch so sehr berührt oder begeistert, dass ihr es am liebsten ganz vielen Menschen schenken oder weiterempfehlen möchtet? Was macht dieses Buch für euch besonders? Gibt es einen Autor, von dem ihr euch unbedingt mal wieder ein neues Buch wünschen würdet? Wenn ja, welcher Autor ist es und in welchem Genre sollte er schreiben? 2. Phase: Lesemarathon Es geht los, die heiße Phase beginnt. Seid ihr auch alle gut vorbereitet? Einige haben ja ganz fleißig beim Warm-Up mitgemacht, sodass Ermüdungserscheinungen nicht so schnell auftreten sollten! Auch jetzt wollen wir natürlich nicht nur lesen, sondern auch die ein oder andere Aufgabe erfüllen und Fragen beantworten: Mit welchem Buch startet ihr in den Lesemarathon und wie lange wollt ihr jetzt erstmal lesen? Was braucht ihr - neben dem Lesestoff - noch unbedingt für einen gelungenen Lesemarathon? Gebt einem Teilnehmer hier beim Lesemarathon einen Buchtipp aus seinem SuB (Stapel ungelesener Bücher). Dazu am besten einfach in der Bibliothek nach den ungelesenen Büchern schauen. Natürlich dürft ihr auch mehreren Teilnehmern Tipps geben und es dürfen auch Bücher sein, die ihr selbst noch gern lesen möchtet. Mit welchem Satz beginnt euer aktuelles Buch? Ändert sich eure Lesestimmung eigentlich mit den unterschiedlichen Jahreszeiten oder könnt ihr immer alles lesen? Welche sind eure persönlichen Top-Empfehlungen für Frühling, Sommer, Herbst und / oder Winter? Wie sehr achtet ihr auf Buchcover? Verleitet euch ein schönes Cover dazu, ein Buch eher zur Hand zu nehmen und näher anzuschauen? Welche Cover findet ihr aktuell besonders gelungen? Wie merkt ihr euch, auf welcher Seite ihr in eurem Buch gerade wart? Nehmt ihr ein Lesezeichen oder irgendetwas, was ihr gerade zur Hand habt? Macht ihr Eselsohren oder legt das Buch umgekehrt offen hin? Habt ihr hier schon bei einer oder mehreren Leserunden mitgemacht? Wenn ja, welche hat euch davon am besten gefallen und wieso? Wenn nicht, wieso? :-) Schreibt ihr euch Lieblingszitate aus Büchern raus oder markiert ihr sie? Verratet doch ein Zitat, das euch besonders gut gefällt! Welches Buch, an das ihr hohe Erwartungen hattet, hat euch dann enttäuscht und wieso? Wenn ihr euch für 3 Bücher entscheiden müsstet, die die einzigen wären, die ihr für den Rest eures Lebens besitzen dürftet, welche wären das? Wie oder durch wen seid ihr zum Lesen gekommen? Was fasziniert euch an Büchern? Was können nur sie im Vergleich zu zum Beispiel zu Musik, Filmen, etc.? In welchem Land könntet ihr ideale Leseferien verbringen? Lest ihr gern anderen Menschen vor oder lasst ihr euch gern vorlesen?

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    • 1362
  • Ich geb´s auf...

    Vogelweide
    books-in-my-world

    books-in-my-world

    20. September 2013 um 11:19

    ..., was ich wirklich selten tue. Bis zur Hälfte habe ich durchgehalten, aber nun ist Schluss. Dieses Buch ist auf der Longlist des deutschen Buchpreises. Ich würde wirklich gern wissen warum... Sicher ist die Lektüre anspruchsvoll, keine Frage. Aber alleine die Formatierung des Textes hat mich geschafft... Wörtliche Rede ist nicht als solche erkennbar, Kapitel gibt es auch nicht. Man kann dem Plot dadurch nur sehr schwer folgen.  Die Geschichte handelt von 2 befreundeten Paaren, wobei sich der Protagonist Eschbach, ein erfolgreicher Unternehmer (der im Laufe der Geschichte bankrott geht), in die Frau des anderen (Anna) verliebt und mit ihr eine Affäre beginnt. Das Ganze wird rückblendend erzählt. Von seiner aktuellen Situation weiß man, dass er als Vogelwart allein auf einer kleinen Insel in der Nordsee lebt und jene Anna ihn besuchen kommen will.  Vielleicht ist dieser Roman einfach zu hoch für mich, aber auf jeden Fall nicht mein Ding. Der Fokus wird auf - für mich - uninteressante Dinge gelegt, z.B. Vogelbeobachtungen. Das was mich interessiert - das Zwischenmenschliche - spielt eher eine nebensächliche Rolle.  Ich kann mich außerdem null mit dieser Generation identifizieren (Mitfünfziger reicher Typ, der einen Oldtimer fährt und eine Künstler-Freundin hat), so dass ich einfach gar nicht richtig in die Geschichte eintauchen konnte.  Sprachlich ist der Roman wirklich beeindruckend- in dieser Hinsicht kann ich die Nominierung für den Buchpreis schon verstehen. Aber wie gesagt: die Umsetzung des Plots spricht mich einfach absolut nicht an. Ich vergebe 1 von 5 Sternen, da ich es nicht mal geschafft habe, das Buch zu Ende zu lesen.

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  • Deutscher Buchpreis 2013 - DIE SHORTLIST steht fest!

    sarah_elise

    sarah_elise

    Am 7. Oktober 2013 wird der Deutsche Buchpreis im Rahmen einer Gala zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse verliehen. Die 5 Bücher umfassende Shortlist für den Preis der Stiftung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, der mit 25.000 Euro dotiert ist, wird am 11. September bekannt gegeben.  Doch nun zu den 20 Kandidaten auf der Longlist, die in dieser Woche bekannt gegeben wurde, und die alljährliche Frage: Habt ihr einen Favoriten? Und welche der Bücher habt ihr gelesen? Wen vermisst ihr auf der Liste und welche Neuerscheinungen zwischen Oktober 2012 und September 2013 sind auf eurer ganz persönlichen Longlist für den deutschen Buchpreis? • Mirko Bonné: Nie mehr Nacht (Schöffling & Co., August 2013) • Ralph Dutli: Soutines letzte Fahrt (Wallstein, März 2013)  • Thomas Glavinic: Das größere Wunder (Hanser, August 2013)  • Norbert Gstrein: Eine Ahnung vom Anfang (Hanser, Mai 2013)  • Reinhard Jirgl: Nichts von euch auf Erden (Hanser, Februar 2013)  • Daniel Kehlmann: F (Rowohlt, September 2013)  • Judith Kuckart: Wünsche (DuMont, März 2013)  • Olaf Kühl: Der wahre Sohn (Rowohlt.Berlin, September 2013)  • Dagmar Leupold: Unter der Hand (Jung und Jung, Juli 2013)  • Jonas Lüscher: Frühling der Barbaren (C. H. Beck, Januar 2013)  • Clemens Meyer: Im Stein (S. Fischer, August 2013)  • Joachim Meyerhoff: Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war (Kiepenheuer & Witsch, Februar 2013)  • Terézia Mora: Das Ungeheuer (Luchterhand, September 2013)  • Marion Poschmann: Die Sonnenposition (Suhrkamp, August 2013)  • Thomas Stangl: Regeln des Tanzes (Droschl, September 2013)  • Jens Steiner: Carambole (Dörlemann, August 2013)  • Uwe Timm: Vogelweide (Kiepenheuer & Witsch, August 2013)  • Nellja Veremej: Berlin liegt im Osten (Jung und Jung, Februar 2013)  • Urs Widmer: Reise an den Rand des Universums (Diogenes, August 2013)  • Monika Zeiner: Die Ordnung der Sterne über Como (Blumenbar, März 2013) 

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    • 21
  • Von Liebe, Begehren und ihrem Vergehen

    Vogelweide
    Clari

    Clari

    15. August 2013 um 12:07

    Auf einer einsamen Insel in der Elbmündung lebt für einige Monate der Vogelkundler Eschenbach. Was hat ihn hier her getrieben?Nur seltene Besucher kreuzen zuweilen auf, darunter Freunde und Freundinnen aus seinem vergangenen Berufs -und Gesellschaftsleben in Berlin.In assoziativen Motiven hält der Erzähler Rückschau auf sein Leben, das von zahlreichen Höhen und Tiefen gekennzeichnet war.Da findet man sich bei Galeristen, auf Partys und in Restaurants wieder, wo man zu seinen „besseren“ Zeit ein- und ausging. Er hatte zusammen mit seinem Freund Fred ein gut gehendes Unternehmen, das den Zeitläufen am Ende nicht standhalten konnte und Pleite ging. Es blieb auch nicht aus, dass sich in ihren Kreisen Amouren entwickelten, Ehen zerbrachen und zusammen mit diesen Hoffnungs- und Zukunftsträume zerfielen.Der ehemalige IT Fachmann Eschenbach, das schöne Ehepaar Ewald und Anna und Eschenbachs ehemalige Freundin Selma sind die Protagonisten, deren Geschicke hier abgehandelt werden.In langen und teilweise schwerblütigen Betrachtungen ergeht sich Eschenbach in seinen Erinnerungen. Er ist nun alt, und Leidenschaften und die Liebe sind Geschichte. Doch die Geister der Vergangenheit holen ihn ab und zu mit allen damit verbundenen Gefühlen ein, um dann langsam zu verlöschen. Melancholisch und versonnen ist auch der Abschiedsbesuch von Anna auf der einsamen Insel bei Eschenbach. Jugendliches Begehren brachte früher ihre Lebensläufe durcheinander. Heute ist das vorbei, und die beiden können gelöst über ihr vergangenes Leben sinnieren. Man geht den Stimmungen der Natur nach, spürt den Wind und hört das Vogelgezwitscher. Uwe Timm gibt den sich wandelnden Gefühlen mit seiner Stimme einen eigenen Klang zwischen Trauer, Resignation und Versöhnung. Uwe Timm ist der Meister der leisen Töne, die er auch in seinem neuen Roman anklingen lässt. Mit Reflexionen ganz eigener Art geht er den Lebensspuren seiner Hauptfiguren nach. Zuweilen wirken die Geschichten verträumt, abgeklärt und schon fast verarbeitet in ihrer jeweiligen Problematik. Unnachahmlich fein und sensibel ist die Sprache, mit der er uns am Wandel der Zeiten teilnehmen lässt. Er ist einer der großen deutschen Erzähler, auf dessen neue Romane man neugierig wartet.

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