Uwe Wittstock

 4,6 Sterne bei 123 Bewertungen
Autor*in von Februar 33, Marseille 1940 und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Uwe Wittstock ist Schriftsteller und Journalist und war bis 2018 Redakteur des Focus. Zuvor hat er als Literaturredakteur für die FAZ, als Lektor bei S. Fischer und als stellvertretender Feuilletonchef und Kulturkorrespondent für die Welt gearbeitet. Er wurde mit dem Theodor-Wolff-Preis für Journalismus ausgezeichnet. Bei C.H.Beck sind von ihm erschienen: "Februar 33. Der Winter der Literatur" (6. Aflg. 2021; Paperback 4. Aflg. 2024) und "Marseille 1940. Die große Flucht der Literatur" (9. Aflg. 2024).

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Der Fall Esra (ISBN: 9783462016932)

Der Fall Esra

Neu erschienen am 17.12.2025 als Taschenbuch bei Kiepenheuer & Witsch.

Alle Bücher von Uwe Wittstock

Cover des Buches Februar 33 (ISBN: 9783406814976)

Februar 33

(48)
Erschienen am 17.09.2025
Cover des Buches Marseille 1940 (ISBN: 9783406814907)

Marseille 1940

(46)
Erschienen am 19.11.2025
Cover des Buches Karl Marx in Algier (ISBN: 9783406830723)

Karl Marx in Algier

(6)
Erschienen am 20.03.2025
Cover des Buches Marcel Reich-Ranicki (ISBN: 9783896675439)

Marcel Reich-Ranicki

(4)
Erschienen am 20.04.2015
Cover des Buches Karl Marx beim Barbier (ISBN: 9783896676122)

Karl Marx beim Barbier

(3)
Erschienen am 05.03.2018
Cover des Buches Die Büchersäufer (ISBN: 9783866740051)

Die Büchersäufer

(1)
Erschienen am 01.03.2007
Cover des Buches Postmoderne in der deutschen Literatur (ISBN: 9783835316027)

Postmoderne in der deutschen Literatur

(1)
Erschienen am 10.10.2015
Cover des Buches Der Fall Esra (ISBN: 9783462016932)

Der Fall Esra

(0)
Erschienen am 17.12.2025

Neue Rezensionen zu Uwe Wittstock

Cover des Buches Februar 33 (ISBN: 9783406814976)
Bellis-Perenniss avatar

Rezension zu "Februar 33" von Uwe Wittstock

Bellis-Perennis
Die ersten Wochen nach der Machtübernahme .....

Uwe Wittstock, dessen Buch „Marseille 1940“ ich schon verschlungen habe, entführt uns mit diesem hier in den Februar 1933. Es beschreibt jene dramatischen Wochen nach dem 30. Jänner 1933, die mit der Ernennung von Adolf Hitler zum Reichskanzler begonnen haben. Fast alle Ministerien und Behörden sind seit längerem von Hitlers Parteigängern unterwandert, weshalb es sehr einfach ist, in diversen konzertierten Aktionen die Bevölkerung in ein Klima der Angst und Unsicherheit zu versetzen. Niemand kann sich vor Repressalien der Anhänger der NSDAP sicher fühlen. Rigoros wird gegen die Intelligenz und Andersdenkende in Deutschland vorgegangen. Es trifft vor allem Autorinnen und Autoren, Zeitungsherausgeber und Verleger, die der NSDAP kritisch gegenüberstehen sowie Sozialisten und Kommunisten, die seit langem deren Gegner sind. Gleichzeitig werden auch Politiker verfolgt, verprügelt, eingesperrt, gefoltert und verschwinden in Gefängnissen und Lagern. 

Es geht rasend schnell, es dauert nur wenige Wochen, es braucht nur wenige Gesetze, die dem greisen Hindenburg vorgelegt werden und die er willfährig unterzeichnet. Vieles wird mittels Notverordnung geregelt. 

„Mit dem „§ 2 der Verordnung zum Schutz von Volk und Staat“ wird der Föderalismus abgeschafft“ (S. 296) 

Tag für Tag nähert sich Deutschland einer Diktatur, in der jede freie Meinungsäußerung, jede Kritik am Regime verboten und lebensgefährlich ist.  

Uwe Wittstock beschreibt diese Verwandlung Deutschlands in Form einer täglichen Berichterstattung. Dabei können wir an den Gedanken zahlreicher Autorinnen und Autoren wie Thomas Mann, Bertolt Brecht, Else Lasker-Schüler oder Alfred Döblin teilhaben und deren unterschiedlichen Reaktionen beobachten: Einige verhalten sich abwartend, andere packen sofort ihre Koffer.  

Zu diesen ersten Wochen nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten gibt es bereits einige Meter Literatur.

Allerdings bietet kein Buch eine so eloquente Darstellung der Ereignisse wie dieses hier. Durch die Art der Präsentation, die Ereignisse werden aus unterschiedlichen Perspektiven einem Tagebuch gleich, geschildert, lässt sich nur erahnen, welche vorbereitende Logistik hinter der Machtübernahme stecken musste. Manches passiert an mehreren Orten gleichzeitig. Am Ende jedes Tages findet sich noch eine Zusammenfassung, eine Art Protokoll über die Toten und Verletzten auf allen Seiten. 

Uwe Wittstock zeigt eindrucksvoll auf, wie schnell eine Demokratie in kürzester Zeit abgeschafft werden konnte und auch heute noch kann. Man blicke über den großen Teich, in dem ein Präsident täglich neue Verordnungen erlässt und damit an Gesetzen vorbei regiert. Der Ausgang ist ungewiss. 

Fazit:

Diesem Buch, das Bekanntes unter neuem Blickwinkel akkurat historisch und politisch einordnet, und aufzeigt, wie schnell eine Demokratie zerstört werden kann, gebe ich 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.

 

Cover des Buches Februar 33 (ISBN: 9783406814976)
LeserinLus avatar

Rezension zu "Februar 33" von Uwe Wittstock

LeserinLu
Lesenswert

Uwe Wittstock erzählt in Februar 33 präzise, wie sich im Februar 1933 das Leben sowohl für Deutschlands Schriftstellerinnen und Schriftsteller als auch für den Rest der Bevölkerung verändert. In einer Art Tag-für-Tag-Chronik beschreibt er, wie in wenigen Wochen ein Klima der Angst, Unsicherheit und Flucht entsteht. Das Buch zeigt, wie unterschiedlich bekannte Autorinnen und Autoren wie Thomas Mann, Bertolt Brecht, Else Lasker-Schüler oder Alfred Döblin darauf reagieren: Während einige versuchen, abzuwarten oder sich anzupassen, packen andere sofort ihre Koffer. Besonders gelungen ist Wittstocks Nähe zu den Personen: Er schildert ihre Reaktionen ohne Wertung, aber mit Interesse für ihre Motive und Ängste.

Wer bereits die Bücher von Florian Illies über 1933 und die Manns gelesen hat, wird einiges an Inhalt und Stil wiedererkennen. Trotzdem bietet Februar 33 einen anderen Blickwinkel: weniger feuilletonistisch und verspielt, dafür stärker historisch und politisch eingeordnet, dennoch gut lesbar. Obwohl mir einiges schon bekannt war, zeigt das Buch in seiner Zusammenstellung noch einmal eindrucksvoll, wie schnell und problemlos die Demokratie innerhalb kürzester Zeit abgeschafft werden konnte und welche gesellschaftlichen Entwicklungen dazu beitrugen. Eine absolute Empfehlung!

Cover des Buches Marseille 1940 (ISBN: 9783406814907)
A

Rezension zu "Marseille 1940" von Uwe Wittstock

Anja_Anja1
Interessant

Frankreich 1940. Deutschland breitet seine Angriffe immer weiter aus, Teile von Frankreich werden besetzt. Viele Künstler, Schriftsteller und Intellektuelle haben vor ein paar Jahren Deutschland verlassen und sind jetzt wieder auf der Flucht. Ziele gibt es einige, nur wenig Möglichkeiten dahin zu gelangen. Der amerikanische Journalist Varian Fry versucht mit Hilfe des Emergency Rescue Committee’s Visas und Ausreisedokumente zu organisieren und so den Menschen zu helfen. 


Eigentlich ein Sachbuch, doch es liest sich fast wie ein Roman. In kurzen Kapiteln lernen wir die hier betroffenen Menschen kennen, unter anderem Hannah Arendt, Anna Seghers, Heinrich Mann, Lion Feuchtwanger und Franz Werfel. Einfühlsam geschrieben, tief berührend ist das Schicksal dieser Menschen. Uwe Wittstock führt uns ganz nah ran, an die Verzweiflung, an die Hoffnung. Marseille fungiert hier als Dreh- und Angelpunkt des Wartens und des Ankommens. Wir lesen über Menschlichkeit, Hilfsbereitschaft aber auch Machtlosigkeit. Wittstock führt hier viele einzelne Schicksale in dem Jahr zusammen mit dem literarischen und politischen Kontext. Alles was in diesem Buch geschrieben steht, ist gründlich recherchiert. Ein wichtiger Teil unserer deutschen Geschichte, sehr lesenswert. 

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