Uwe Zissener

 4.8 Sterne bei 16 Bewertungen
Autor von Befreiungsschlag.

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Befreiungsschlag

Befreiungsschlag

 (16)
Erschienen am 06.01.2017

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KarinFrankes avatar

Rezension zu "Befreiungsschlag" von Uwe Zissener

unbedingt lesen
KarinFrankevor 2 Monaten

Der 17jährige Maik ist ein Schläger und schon mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt gekommen. Nun wird er zu einer 1 1/2jährigen Bewährungsstrafe verurteilt - und zu Sozialstunden und einem Antigewalttraining (AGT).
Die Geschichte wird aus Maiks Sicht erzählt. Anfangs hat er null Bock, alles ödet oder kotzt ihn an. Ein äußerst unsympathischer Kerl, denkt man zu Beginn der Geschichte. Erst nach und nach steigt man in seine Gefühlswelt ein und versteht, wie er so geworden ist.
Auslöser für seinen Wandel (und auch meinen, man fühlt und leidet zunehmend mit ihm) ist das AGT, in dem er lernt, sich mit seinem Verhalten und seinem Innersten auseinanderzusetzen.
Obwohl eigentlich ein Jugendbuch ist es für Erwachsene mindestens genauso gut geeignet. Es gibt einen sehr interessanten Einblick in die Gefühls- und Lebenswelt junger Gewalttäter. Das Buch macht nachdenklich, rüttelt auf und verändert die Perspektive des "Normalbürgers". Deswegen fünf Sterne und eine unbedingte Leseempfehlung.

Kommentare: 1
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suse9s avatar

Rezension zu "Befreiungsschlag" von Uwe Zissener

Schonungslos, ehrlich und absolut empfehlenswert
suse9vor 7 Monaten

Ich hätte mir das Buch nie gekauft, wenn ich nicht während einer Lesung darauf aufmerksam geworden wäre. Das Cover ist sehr düster gehalten, der Schriftzug wirkt bedrohlich und doch muss ich im Nachhinein zugeben, dass Beides exakt zu dem Inhalt passt, was viel zu selten der Fall ist.

Maik kann seine Aggressionen nicht unter Kontrolle halten, auch wenn er dies selbst so nicht einschätzt. Während der Urteilsverkündung ist er deshalb auch unaufmerksam und wünscht sich nur, dass alles schnell zu Ende geht, damit er zu seinen Freunden zurück kann, die ihn wenigstens verstehen. Ein paar Sozialstunden können ihn nicht schrecken, denn er hat nicht vor, diese auch zu leisten. Krankenscheine gibt es schnell und komplikationslos, so dass dieses Problem gelöst ist, bevor es ihn belasten kann. Alles wird anders, als der Brief mit dem Urteil zu Hause eintrifft und er erkennen muss, dass er den Worten der Richterin wirklich nicht genug Aufmerksamkeit geschenkt hat.

Der Roman beginnt erst einmal wie erwartet. Maik gammelt sich durch den Tag, verschläft sein Bewerbungstraining, erscheint widerwillig beim Anti-Aggressions-Training. Dies alles ist vorhersehbar und nicht wirklich spannend. Trotzdem bin ich von Anfang an von der Geschichte beeindruckt. Die Sprache ist leicht verständlich, aber nicht anbiedernd oder gar platt. Der Leser wird Zeuge sowohl der Handlungen als auch der Gedanken Maiks. In Rückblenden erfährt er von dessen vergangenen Taten und wie es dazu kam. Hier gibt es keine Ausreden oder Erklärungsversuche, sondern die schonungslose Wahrheit. Auf Klischees wird völlig verzichtet.

Im Klappentext erfährt man, dass das Geschilderte auf wahren Begebenheiten beruht. Der Autor durfte eine Zeitlang ein AGT beobachten. Das merkt man der Geschichte auch an. Zu jeder Zeit hatte ich den Eindruck, dass Uwe Zissener nah an die Jugendlichen und deren Betreuer herangekommen ist. Er schaffte es, dass ich mich selbst integriert fühlte, mitlitt und –freute. Ich lachte und weinte. Besonders hoch rechne ich dem Autor an, dass er komplett auf den belehrenden Zeigefinger und ein schwülstiges „Alles-wird-gut-Ende“ verzichtete.

Dieses Buch bekommt von mir eine leidenschaftliche Leseempfehlung, sowohl für Jugendliche, Eltern als auch Lehrer und Betreuer.

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Rezension zu "Befreiungsschlag" von Uwe Zissener

Ein Schlag der etwas anderen Art
TanteGhostvor 8 Monaten

Ein Blick hinter die Kulissen eines Anti Gewalt Trainings – interessant!!!

Inhalt:
Maik steht mit seinen wenigen Lebensjahren schon so ziemlich weit unten. Dem Knast konnte er noch einmal entgehen, aber dafür gilt es Sozialstunden abzuleisten und ein Anti Gewalt Training zu bestehen.
Maik nimmt das alles anfangs noch sehr auf die leichte Schulter. Immer schön im selben Trott bleiben. Doch seine Familie bekommt das Urteil irgendwann mit und setzt ihm die Pistole auf die Brust.
Maik macht also erst seine Sozialstunden, um zum Training zugelassen zu werden. Im Training erlebt er mit, wie Menschen scheitern. Er begreift die Konsequenzen und begreift, um was es auch für ihn geht.
Maik kämpft sich wieder zurück, auf den richtigen Weg.

Der erste Satz:
„Das leise Quietschen gehörte für Maik zum Frühlingsanfang wie der Duft von frischen Blumen oder die Rückkehr der Zugvögel.“

Der letzte Satz:
„Und Maik war überrascht, wie leicht ihm der Schritt in dieses Haus fiel.“

Fazit:
Das dunkle Cover mit dem Kapuzenjungen hat mich nicht gerade neugierig auf das Buch gemacht. Ich habe es eben gelesen, weil es an der Reihe war. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Was mich allerdings bewogen hat, das mal auf meine Liste zu setzen, war mir zu diesem Zeitpunkt sehr schleierhaft.
Aber etwas anderes erwartet habe ich, als ich es bekommen habe. Irgendwie so eine Story, um eine dunkle Gestalt, die alles umbringt, was ihr nicht passt. Aber bekommen habe ich am Ende eine hochgradig interessante Story darüber, wie sich ein Jugendlicher quasi ins Leben zurück kämpft.
Die Story selber war nicht besonders anspruchsvoll. Es gab nur einen Handlungsstrang, der ab und zu mal in die Vergangenheit oder die Gedankenwelt ausgebrochen ist. Da gab es keinen Raum für Unverständnis und solche Sachen. Es lief einfach weiter. Und hin und wieder habe ich in den Gedankengängen des Protagonisten auch meine eigenen wiederfinden können. So von wegen, die ganze Welt ist gegen mich.
Einen Film hatte ich beim Lesen nicht vor meinem geistigen Auge. Das Buch hat auf eine andere, seine eigene Art fasziniert. Es war hier eben viel von Gefühlen und Gedanken die Rede. Die haben sich im Laufe der Handlung aber massiv geändert. Und genau diese Wandlung fand ich sehr faszinierend. Zumal der Autor nicht nur eitel Sonnenschein eingebaut hat. - Die einen sind gescheitert. Andere haben gemerkt, dass ihr Weg ein anderer ist und wieder andere haben es geschafft.
Alles war einfach beschrieben. Trotzdem es psychisch mitunter mächtig zur Sache ging, fielen keine Fachbegriffe. Alles lies sich leicht lesen und verstehen.
Aber deswegen möchte ich das Buch nicht als leichte Kost bezeichnen. Verarbeiten muss man das Gelesene dann doch schon.
Das Buch ist nicht besonders dick. Mein Reader hat gerade mal 170 Seiten angezeigt. Aber auch die wenigen Seiten hatten es mächtig in sich.

Hier kann ich reinsten Gewissens sagen, dass ihr euch das Buch ruhig mal antun solltet. Es ist vollkommen egal, dass es ich hier um ein Jugendbuch handelt. Es sollte vielleicht auch mal in die Schullektüre aufgenommen werden. Pädagogisch hat es auf jeden Fall mehr drauf, als „Kabale und Liebe“ und Co.
Klare Leseempfehlung!!!

(Auszüge des des Textes sind auch auf meiner Website und in meinem Blog zu finden.)

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Gespräche aus der Community

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Arena_Verlags avatar


Befreiungsschlag

Ein kurzes „hallo“ von Stefan Gemmel:

RECHERCHE BIS IN DEN KNAST Seit Januar überall erhältlich: Eines meiner bisher ambitioniertesten Buchprojekte. Ein Jahr lang durfte ich straffällig gewordene Jugendliche bei ihrem Anti-Gewalt-Training begleiten. Zusammen mit deren Trainer Uwe Zissener ist ein Roman entstanden, der hart an der Realität spielt, ohne reißerisch zu wirken

Schon 2016, vor dem Erscheinen, mit dem „Martha-Saalfeld-Förderpreis“ des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet. 

Ich freue mich auf die Leserunde mit euch und bin schon jetzt gespannt auf eure Meinung zu meinem Buch.


Und darum geht‘s:
Damit hatte Maik nicht gerechnet. Geprügelt hat er sich schon oft, immer folgenlos, aber nun wurde er zu einer Jugendstrafe auf Bewährung verurteilt. Er hat die Wahl: Knast oder ein Anti-Gewalt-Training. Klar, dass Maik solch ein Training für völlig überflüssig hält, auf Psychogeschwätz kann er verzichten. Doch weil das Training besser ist als Gefängnis, willigt er ein und macht erstaunliche Erfahrungen. Seine Umwelt und vor allem seine Freundin Julia beginnen gerade, ihn mit anderen Augen zu betrachten, da droht der Rausch der Spielkonsole ihn vom Weg abzubringen …

Bitte bewerbt euch bis Sonntag, 12. März, für diese Runde mit der Antwort auf die Frage: Wieso möchtest ausgerechnet du ein kostenloses Exemplar gewinnen und an der Leserunde teilnehmen?

Bitte gebt in eurem Bewerbungs-Post an, ob ihr lieber eine Klappenbroschur oder das E-Book haben möchtet.

Wir losen am Montag, 13. März die 10 Gewinner eines Leserunden-Exemplars aus und bitten um etwas Geduld, falls es Nachmittag wird, bis der Gewinnerpost erscheint. Stefan Gemmel wird die Leserunde mit begleiten. 

Liebe Grüße!
Stefan Gemmel & Arena
Tiffi20001s avatar
Letzter Beitrag von  Tiffi20001vor 2 Jahren
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