Véronique Olmi

 3.7 Sterne bei 226 Bewertungen
Autorin von Meeresrand, In diesem Sommer und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Véronique Olmi

Véronique Olmi wurde 1962 in Nizza geboren und lebt heute mit ihren zwei Kindern in Paris. In Frankreich wurde sie, als eine der bekanntesten Dramatikerinnen des Landes, für ihre Arbeit mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Seit 1990 hat die ausgebildete Schauspielerin zwölf Theaterstücke verfasst, am Anfang stand sie bei deren Aufführung auch selbst auf der Bühne und/oder führte Regie. Ihre Theaterstücke wurden in viele Sprachen übersetzt, einige Stücke liegen auch in deutscher Übersetzung vor (bei Suhrkamp) und wurden und werden in Deutschland, Österreich und der Schweiz aufgeführt

Neue Bücher

Der Mann in der fünften Reihe

 (1)
Neu erschienen am 11.02.2019 als Taschenbuch bei btb.

Alle Bücher von Véronique Olmi

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In diesem Sommer

In diesem Sommer

 (42)
Erschienen am 09.06.2014
Das Glück, wie es hätte sein können

Das Glück, wie es hätte sein können

 (36)
Erschienen am 14.05.2014
Nummer sechs

Nummer sechs

 (29)
Erschienen am 25.07.2005
Ein Mann eine Frau

Ein Mann eine Frau

 (13)
Erschienen am 08.02.2008
Der Mann in der fünften Reihe

Der Mann in der fünften Reihe

 (7)
Erschienen am 15.02.2017
Die erste Liebe

Die erste Liebe

 (7)
Erschienen am 28.02.2011
Eine so schöne Zukunft

Eine so schöne Zukunft

 (7)
Erschienen am 03.07.2006
Die Promenade

Die Promenade

 (6)
Erschienen am 04.03.2009

Neue Rezensionen zu Véronique Olmi

Neu

Rezension zu "Ein Mann eine Frau" von Véronique Olmi

Eine berührende Geschichte - ein berührendes Buch
Ein LovelyBooks-Nutzervor 2 Monaten

Der Inhalt diese Geschichte ist schnell zusammengefasst: Ein Mann und eine Frau, beide nicht mehr jung, beide nicht perfekt, beide mit ihrer eigenen Geschichte treffen sich an einem Nachmittag und verbringen diesen schließlich in einem Hotelzimmer. Dahinter verbirgt sich allerdings weit mehr als nur der reine Wunsch nach Sex.

 

 

Meine Meinung:

 

Zunächst wirkte der Klappentext ein wenig befremdend auf mich und ich dachte, es handele sich um eine Geschichte, in der es nur um „das Eine“ geht. Als ich dennoch neugierig das Buch aufschlug, las ich als erstes diese Zeilen:

 

„Und mein Verlangen glitt über den Pfad der ausgedörrten Zeit an den Rand des Mysteriums der Abgründe“ (Pierre Reverdy)

 

Nun wurde ich erst recht neugierig und da das gesamte Buch nur 110 Seiten hatte, las ich weiter und merkte sehr schnell, dass es hier um weit mehr geht, als Sex. Es geht um Gefühle, Ängste, Erlebnisse, menschliche Schicksale und es geht um Wunsch wieder zu leben. Der sexuelle Akt wird zwar beschrieben, aber er ist nur Vehikel, um das Eigentliche, das wiet tiefer gehende zu verdeutlichen.  Das Buch ist keineswegs ein rein erotisches Werk. Dafür ist die Sprache in der Véronique Olmie schreibt zu poetisch.

Meine Lieblingsstelle in diesem Buch ist die Beschreibung des ersten Kusses. Leider ist die Beschreibung zu lang, um sie hier zu zitieren. Aber hat man diese sehr intensive und gefühlvolle Beschreibung gelesen, lässt sie einen nicht mehr los und man erkennt, wie wenig man doch darauf geachtet hat und wie schnell die Erinnerung daran verblasst ist. Der erste Kuss, der eigentlich im Leben zweier Menschen etwas ganz besonderes ist, wird hier in einer Form und einem Reichtum an Sprache beschrieben, wie ich es vorher noch nie gelesen habe. Dieser Reichtum an Sprache und Poesie setzt sich im gesamten Buch fort und triftet niemals ins Platte oder gar Vulgäre ab.

Auch das Ende, Worte, die einen so schnell nicht loslassen werden:

„Sie würde leben.

Diese Zeit leben.

Die Zeit der Vergebung.“

 

Für mich war dieses Buch ein Leseerlebnis der besonderen Art. Ein Lesegenuss, den auch ich so schnell nicht vergessen werde; genau wie diese beiden namenlosen Menschen sich und diesen Nachmittag, mit all dem, was sie sich gaben, höchstwahrscheinlich nie vergessen werden.

Mich hat dieses Buch tief berührt. es bekommt daher von mir 5 Sterne

 



 

 

 


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W

Rezension zu "Der Mann in der fünften Reihe" von Véronique Olmi

Ein trauriges Buch, das man dennoch kaum aus der Hand legen kann
WinfriedStanzickvor 2 Jahren






Auch in ihrem neuen kleinen und minimalistischen Roman hat Veronique Olmi ihre literarische Technik perfektioniert, das Seelenerleben von Menschen in krisenhaften Situationen in kurzen Abschnitten und noch kürzeren Absätzen zu beschreiben.

In „Der Mann in der fünften Reihe“ lässt sie ihre ich-erzählende Hauptperson, die Schauspielerin Nelly Bauchard, 47 Jahre alt und Mutter zweier Jungen mitten in der Nacht  auf einer Bank am Pariser Bahnhof Gare de L`Est über ihr Leben nachdenken, das sie verloren glaubt. Mit für Olmi typischen Stil beginnt das Buch:
„Ich wies nicht, wie lange ich schon auf dieser Bank sitze. Seit Stunden fährt kein Zug mehr ab, kommt keiner mehr an (…) Eisige Stille bis ins Mark meiner Knochen. Hinter mir eine riesige, verschlossene Stadt. Vor mir die leeren Züge wie gestrandete Wale. Und Sie. Vielleicht hören Sie mir zu. Es ist eine Welt, die nichts ehr zu sagen hat. In der ich mich verloren habe.“

Sie legt, wie in einer Beichte, vor dem ihr unbekannten Zuhörter bzw. Leser eine Lebensbeichte ab. Eine wichtige Rolle dabei spielt „der Mann in der fünften  Reihe“, der bei der gestrigen Vorstellung von Pirandellos Stück „Sechs Personen suchen einen Autor“ als einziger nicht zu ihr hinschaute.  Vor Monaten schon hat sie sich von diesem Mann getrennt, und sie fragt sich, was er von ihr will.  Der Mann bleibt namenlos, sie weigert sich, ihn auch nur zu denken. Denn diese Liebe, die da z Ende ging, war kein Spiel, sondern eine Zeit, die das Leben von Nelly Bauchard fast zerstört hat. Und sie fragt sich, während sie darüber nachdenkt:
„Wie nennt man eine Liebe, die weder enden noch neu beginnen, sich weder belügen noch erniedrigen kann?“
Und wenige Seiten danach, verzweifelt: „Warum vereinigen wir uns mit Menschen, die uns lieben und uns irgendwann in Fetzen zurücklassen? Warum geben wir dem anderen, was wir so sorgfältig bewahrt haben?“


„Der Mann  in der fünften Reihe“ ist ein trauriges Buch, das man dennoch kaum aus der Hand legen kann, weil Olmi den Leser mitnimmt in die seelischen Abgründe einer verlorenen Liebe und eines Lebens das verloren scheint.

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Rezension zu "Ein Mann ? eine Frau" von Véronique Olmi

Sie erwartete keinen Trost
JulesBarroisvor 2 Jahren

Ein Mann - eine Frau - Véronique Olmi (Autorin), Claudia Steinitz (Übersetzerin),128 Seiten, Klaus Wagenbach Verlag (28. April 2017), 10 €, ISBN-13: 978-3803127785

 

Ein 18. August in Paris, leer und verlassen. Ein Sturm in der Nähe. Wind, Regen. Ein Mann und eine Frau treffen sich, sie scheinen verabredet. Diese Frau ist sehr blass und zu dünn. Er hat blaue Augen, die Haarsträhne über die Stirn. Sie machen einen Spaziergang durch den jardin de luxembourg. Er lädt sie in ein Hotel ein. Sehr schnell öffnet sie sich durch die Sprache des Körpers, jenseits aller Worte, die das Schweigen und das Leid nicht zu erklären brauchen. So wird beiden gegeben, es ist ein Freihandel, sind sie nicht zwei, sind sie zusammen. Die Frau bietet und gibt frei, erhält aber ebenso viel Freude wie Schmerz. Sie lernen das Sanfte und das Schroffe. Diese Linie zwischen Lust und Schmerz ist sehr fein gezeichnet.

Doch diese Frau ist gebrochen, geschwächt und hat eine eindringliche geheime Vergangenheit, eine offene Wunde. Sie scheint ihm zu vertrauen, indem sie ihm ihren Körper anbietet.  Wer oder was hat sie betrogen? Wohin sind ihre weiblichen Formen verschwunden? Wird sie sich ihm anvertrauen können?

Ein starker Mann, eine fragile Frau. Wir erfahren nicht viel über diese beiden Charaktere, genau das, was sie zulassen, Genau das, was wir brauchen. Sie treffen sich, Lust und Liebe. Das ist, was zählt

Véronique Olmi legt einen sehr intimen, sinnlichen Roman vor, voller Emotionen, Liebe und Verletzungen. Und über den Regen, der in der ganzen Geschichte vorhanden ist.

Der Schreibstil ist, wie immer bei Véronique Olmi umwerfend schön, manchmal roh, manchmal sehr grob, aber ohne Vulgarität. Wenn sie sich über eineinhalb Seiten der Farbe Blau seiner Augen zu nähern versucht. (Seite 25/26) Oder, wenn Sie Sätze schreibt wie diesen: „… und sein Blick war neu. Im Blau seiner Augen, direkt über der schwarzen Iris war ein gelber Glanz, wie ein Goldkörnchen. […] Kam dieser Glanz vom Sonnenlicht oder aus seiner eigenen Wahrheit, das Stückchen Sonne im uralten Blau seiner Augen, dieses offenbarte Anderswo, dieser kleine gelbe Punkt, für alle Ewigkeit, eine Überraschung, eine Verrücktheit dieser beiden Lichtspäne, das Unerwartete in seinem Blick.“ (Seite 63/64) Sehr lange Sätze, oft ohne Interpunktion, haben einen tiefen Rhythmus, ändern das Tempo und lassen sich gut lesen und vor allem bringen sie einen näher an die Geschichte und sogar in die Gedanken der Charaktere hinein.

Dieses intime Buch erzählt die Begegnung von zwei verwundeten Wesen, die für einen Nachmittag den Geschmack der Unschuld, der Nachsicht und der Vergebung finden.

Es ist ein Text, der sich ganz vorzüglich zum Vorlesen eignet. Wäre doch mal eine Idee: Lesen Sie diese Geschichte einmal ihrem Partner, ihrer Partnerin vor. Es wird beide nicht unberührt lassen.

Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Klaus Wagenbach Verlages

https://www.wagenbach.de/buecher/titel/1098-ein-mann-eine-frau.html

Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de

 

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Gespräche aus der Community

Neu
L
Hallo, habt Ihr schon Bücher der Autorin Veronique Olmi gelesen? Ich bin gestern im Buchladen über ein Buch (Die erste Liebe) von ihr gestolpert, das sich ganz interessant angehört hat. Ich habe aber bislang von dieser Autorin noch gar nichts gelesen. Sind ihre Bücher empfehlenswert?
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