Véronique Poulain

 3.7 Sterne bei 19 Bewertungen

Alle Bücher von Véronique Poulain

Worte, die man mir nicht sagt

Worte, die man mir nicht sagt

 (17)
Erschienen am 13.05.2016
Worte, die man mir nicht sagt

Worte, die man mir nicht sagt

 (1)
Erschienen am 06.03.2015
Les mots qu'on ne me dit pas

Les mots qu'on ne me dit pas

 (1)
Erschienen am 20.08.2014

Neue Rezensionen zu Véronique Poulain

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Neuneuneugierigs avatar

Rezension zu "Worte, die man mir nicht sagt" von Véronique Poulain

Kurz, wichtig und informativ!
Neuneuneugierigvor 4 Monaten

Durch Zufall am Ende eines Buches als  Werbung entdeckt und sofort neugierig geworden. Wohl auch, weil ich selber zwei "Maschinen" benötige um den Geräuschen des Lebens begegnen zu können. Doch auch wenn ich (zum Teil nur durch mich selber) dadurch ein wenig vom Leben ausgeschlossen bin, ist das im Vergleich zu den Eltern Véroniques nichts.
Ich bin sehr glücklich, dass der im Vergleich noch sehr jungen Gehörlosen Gemeine, gemeinsam so viel "erschlossen" wurde. Auch durch die Eltern und Freunde/Verwandte deren Geschichte hier niedergeschrieben wurde
Ein sehr ehrliches Buch, manchmal für viele vielleicht zu ehrlich. Aber so ist das Leben eben, Hut ab!

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anne_erberts avatar

Rezension zu "Worte, die man mir nicht sagt" von Véronique Poulain

Ein ganz neuer Blickwinkel
anne_erbertvor 6 Monaten

INHALT: "Hallo, Ihr Arschlöcher!" So begrüßt Véronique Poulain eines Tages ihre Eltern, als sie aus der Schule heimkehrt. Die Reaktion: eine zärtliche Umarmung. Véroniques Eltern sind gehörlos. Das hat seine guten Seiten, kann aber auch ganz schön nerven. Als Kind ist Véronique mächtig stolz, wenn sie sich vor aller Augen in Gebärdensprache unterhält. Doch möchte sie nach ihrer Mutter rufen, muss sie sich etwas einfallen lassen. Und anders als man denkt, sind Gehörlose nicht unbedingt leise Menschen. Véroniques Eltern schmatzen genüsslich, pupsen geräuschvoll in der Öffentlichkeit und haben lauthals Sex. Ganz still ist es bei ihr zu Hause nie. Und richtig wild wird es, wenn ihre Mutter hinterm Steuer eine Diskussion beginnt.

COVER: Das Cover ist sehr schlicht gestaltet und wäre mir bei genauerem Hinsehen vielleicht gar nicht aufgefallen. Im Nachhinein finde ich aber gerade diese Schlichtheit sehr passend gewählt und auch die beiden Sprechblasen, die leer sind, spiegeln das Thema gut wider.

SCHREIBSTIL: Der Schreibstil von Véronique Poulain ist sehr persönlich, aber strukturiert. Es gab keinen Moment, an dem ich orientierungslos war. Sie beschreibt ungeschönt, wie es sich mit ihrer teils gehörlosen Familie gelebt hat - mal Gutes, mal Schlechtes. Auch gefallen hat mir die Kürze der einzelnen Abschnitte. Dadurch wurde nie zu weit ausgeholt und die jeweilige Situation am besten beschrieben.

MEINUNG: Ich habe das Buch verschlungen und fand es großartig! Als Hörender kann man es sich sowieso schon schwer vorstellen, wie es ist, wenn die eigenen Eltern taub sind. Aber es ist auch sehr aufschlussreich darüber zu lesen, wie es für diejenigen ist, die mit ihnen zusammenleben. Wie man als Hörender mit Gehörlosen zusammenlebt. Zwei Welten, wie die Autorin so schön formuliert, die sich irgendwie zusammenraufen müssen.
Auch die Entwicklung von Véronique Poulain, wie sie mit dem Erwachsenwerden auch immer mehr Verständnis und Hochachtung vor ihren Eltern entdeckt, ist schön mit anzusehen.
Sehr interessant fand ich auch das kleine Interview am Ende des Buches, in dem man noch einmal die Intention der Autorin und die verschiedenen, ihr zugetragenen Meinungen erfahren kann.
Alles in allem ein sehr gutes, kurzes Buch, in dem man die Liebe der Autorin zu ihren Eltern trotz aller Widrigkeiten in jeder Zeile herauslesen kann.

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Kellerbandewordpresscoms avatar

Rezension zu "Worte, die man mir nicht sagt" von Véronique Poulain

Worte, die man mir nicht sagt
Kellerbandewordpresscomvor 2 Jahren

Mensch kann mit dem Mund lügen, so viel er will – mit dem Gesicht, das er macht, sagt er stets die Wahrheit.« (Nietzsche)


Das ergibt in der Gebärdensprache:
»Sprechen kann lügen aber Gesicht nein, anders.«

Inhaltsangebe von UllsteinBuchverlage.de

Worte, die man mir nicht sagt

Véronique Poulain

„Hallo, Ihr Arschlöcher!“ So begrüßt Véronique Poulain eines Tages ihre Eltern, als sie aus der Schule heimkehrt. Die Reaktion: eine zärtliche Umarmung. Véroniques Eltern sind gehörlos. Das hat seine guten Seiten, kann aber auch ganz schön nerven. Als Kind ist Véronique mächtig stolz, wenn sie sich vor aller Augen in Gebärdensprache unterhält. Doch möchte sie nach ihrer Mutter rufen, muss sie sich etwas einfallen lassen. Und anders als man denkt, sind Gehörlose nicht unbedingt leise Menschen. Véroniques Eltern schmatzen genüsslich, pupsen geräuschvoll in der Öffentlichkeit und haben lauthals Sex. Ganz still ist es bei ihr zu Hause nie. Und richtig wild wird es, wenn ihre Mutter hinterm Steuer eine Diskussion beginnt. Humorvoll, unsentimental und anrührend erzählt Poulain von ihrer Kindheit – und gewährt dem Leser einen eindrucksvollen Blick in die Welt der Gehörlosen. „Eine wahre Geschichte voller Leben, manchmal bissig und dennoch voller Zärtlichkeit.“ Le Figaro Littéraire

Über die Autorin:

Véronique Poulain wurde 1965 in Paris geboren. Sie begann ihre Karriere als Werbeleiterin beim Fernsehen. Später wechselte sie zum Film und war viele Jahre lang persönliche Assistentin des berühmten französischen Schauspielers Guy Bedos. Véronique Poulain wohnt mit ihrem Lebensgefährten und ihren zwei Kindern in der französischen Hauptstadt.

Meine Buchbewertung:

Als ich erfuhr, dass der beste Freund meines Sohnes gehörlose Eltern hat, setzte ich ich mich mehr damit auseinander.

Auch gebloggt habe ich bereits darüber: Warum ein Spielnachmittag mit Kindern und einer gehörlosen Mama so gar nicht still verläuft und doch so herzlich war

Richtig gefreut habe ich mich dann über dieses Buch. Hier habe alles erfahren, was ich gern den kleinen Freund meines Sohnes gefragt hätte.

Wie ist es in zwei Welten aufzuwachsen?

Ich bin zweisprachig. In mir sind zwei Kulturen.
Tagsüber: Worte, Gesprochenes, Musik. Geräusche.
Abends: Zeichen, nonverbale Kommunikation, Körpersprache, Blicke. Stille.
Navigieren zwischen zwei Welten.
Das Wort.
Die Gebärde.
Zwei Sprachen.
Zwei Kulturen.
Zwei »Länder«.

Wie geht es dir, wenn die anderen Kinder oder fremde Erwachsene mitleidige Blicke oder Äußerungen von sich geben?

Es sind die anderen, die meine Eltern ansehen, als wären sie debil.
Es sind die anderen, die denken, es sei tragisch, gehörlose Eltern zu haben.
Ich nicht.
Für mich ist das nicht schlimm, es ist normal, es ist mein Leben.

Wie machst du auf dich aufmerksam, wenn deine Eltern gerade nicht im Raum sind oder dich nicht ansehen?

Um sie auf mich aufmerksam zu machen, stehen mir mehrere Möglichkeiten zur Verfügung.
Die bequeme: Ich warte, bis sie sich umdrehen und mich ansehen. Was ich sie fragen will, darf dann allerdings nicht zu dringend sein.
Die dynamische: Was ich zu sagen habe, kann nicht warten. Ich stehe auf und tippe ihnen auf die Schulter.
Die etwas nachlässige, aber trotzdem häufigste: Ich schalte das Licht an und aus. Sie drehen sich um. Ich fange an zu reden.
Oder ich schleudere ein Buch durch den Raum. Aber das tut mir in der Seele weh, ich liebe meine Bücher zu sehr.
Oder ich werfe einen Gegenstand nach ihnen.

Aber erst durch das Buch wurde mir klar, wie schwer eigentlich die Sprache ist. Ständig braucht man Blickkontakt, was zum Beispiel das Autofahren und gleichzeitige „Sprechen“ sehr gefährlich macht.

Auch alle Körperbewegungen und Gesichtsausdrücke müssen die ganze Zeit beobachtet werden um nichts falsches zu verstehen. Das stelle ich mir sehr anstrengend vor. Hut ab!

Witzig fand ich auch die Beschreibungen zu den Geräuschen, die Gehörlose unbewusst machen, weil sie es ja nicht hören. Da war von pupsen, schmatzen, rülpsen, Tür zu schlagen, schlürfender Gang durchs Haus und Liebe machen die Rede.
Fazit:

Ein sehr autentisches Buch über das Leben mit Gehörlosen, das mich als Hörende faszinierte und den Menschen näher bringt. Vieles traut man sich einfach nicht zu fragen. Hier bekommt man dazu die Antworten. Vielen Dank.

In der Sprache meiner Eltern gibt es keine Metaphern, keine Artikel, keine Konjugationen, nur wenige Adverbien, keine Sprichwörter, keine Leitsätze oder Redewendungen. Keine Wortspiele. Nichts zwischen den Zeilen. Keine Zwischentöne. Sie hören ja gar nichts, wie sollten sie da Zwischentöne wahrnehmen …

Vielen Dank an den Ullsteinbuchverlag für die Zusendung des angeforderten kostenfreien Rezensionsexemplares.

Mehr Buchtipps für Eltern auf einen Blick.

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