V.S. Naipaul Afrikanisches Maskenspiel

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Inhaltsangabe zu „Afrikanisches Maskenspiel“ von V.S. Naipaul

V. S. Naipaul, Romancier und Nobelpreisträger, ist einer der großen Weltreisenden der Literatur. Auf seiner Tour von Uganda über Westafrika bis nach Südafrika erkundet Naipaul die Erscheinungsformen und Auswirkungen des Glaubens. Ob animistische Vorstellungswelten, fremde Religionen wie Christentum und Islam, okkulte Riten und Mythen – sie alle beeinflussen gesellschaftliche Prozesse, wirken zusammen mit wirtschaftlichen und politischen Fragen und prägen die Wirklichkeit Afrikas. Überall begegnet Naipaul das Magische, und immer wieder verblüfft die Macht, mit der es die Gegenwart durchwirkt.
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  • Rezension zu "Afrikanisches Maskenspiel" von V.S. Naipaul

    Afrikanisches Maskenspiel
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    23. May 2011 um 15:21

    Klappentext: Auf seiner Tour von Uganda über Westafrika bis nach Südafrika erkundet Naipaul die Erscheinungsformen und Auswirkungen des Glaubens. Ob animistische Vorstellungswelten, fremde Religionen wie Christentum und Islam, okkulte Riten und Mythen sie alle beeinflussen gesellschaftliche Prozesse, wirken zusammen mit wirtschaftlichen und politischen Fragen und prägen die Wirklichkeit Afrikas. Ich habe mich sehr auf dieses Buch gefreut und ich war gespannt mehr über die traditionellen afrikanischen Glaubensvorstellungen und das Zusammenspiel mit Islam und Christentum zu erfahren. Ich wurde herb enttäuscht. Naipaul reist zwar viel herum, trift viele Häuptlinge, Herrscher und Priester, besucht heilige Haine und Schreine, aber er beschreibt sie nur. Naipaul beschreibt wunderbar alles was ihm begegnet und was er sieht. Aber er geht nicht in die Tiefe. Er erwähnt zwar hier und da einen Hexenmeister, spricht von geheimen Ritualen, heiligen Wäldchen, lässt den Namen von Göttern fallen, aber er erklärt nichts. Er krazt an der Oberfläche und lässt es dann bleiben. Er lässt Termine arrangieren, würde sie später aber lieber fallen lassen und geht nur wiederwillig zum gewünschten Treffen. Er erscheint mir wie ein neugieriger Besucher der tausende Kilometer zur erträumten Sehenswürdigkeit fährt, nur um dann dort angekommen, einen kurzen Blick aus dem Autofenster auf die Sehenswürdigkeit zu werfen und sofort wieder abzufahren. Der Klappentext verspricht ebenfalls das Aufeinandertreffen von Islam und Christentum mit der traditionellen afrikanischen Religion zu analysieren. Aber dieser Teil fällt irgendwie komplett unter den Tisch. Naipaul deutet zwar den Konflikt der verschiedenen Religionen an, geht aber nicht näher darauf ein. Manche Menschen die er trifft, haben ein Problem damit den neuen Glauben (Christentum, Islam) mit der traditionellen afrikanischen Kultur zu verbinden, aber der Konflikt oder auch die Lösung des Konflikts wird nicht näher erwähnt. Er ist eben einfach nur da. Mir scheint er will auf Distanz bleiben, er lässt Afrika nicht ans sich ran. Ausserdem sieht er nur Afrikas negativen Seiten, den Schmutz, die Armut, die Überbevölkerung, den Abfall, die Abholzung der Wälder, die Umweltverschmutzung. Ich will ja nicht bestreiten, dass das alles nicht so ist, aber Afrika ist umwerfend schön. Afrika ist eben beides arm und zugleich reich, schmutzig und gleichzeitig überwältigend schön. Nichtsdestotrotz Naipaul hat einen guten, flüssigen Schreibstil und man fliegt nur so über die Seiten hinweg, aber der Klappentext und der Inhalt des Buches sind so unterschiedlich wie Tag und Nacht, dafür gibt definitiv einen Punktabzug.

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