Vaddey Ratner In the Shadow of the Banyan

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Inhaltsangabe zu „In the Shadow of the Banyan“ von Vaddey Ratner

A stunning, powerful debut novel set against the backdrop of the Cambodian War, perfect for fans of Chris Cleave and Chimamanda Ngozi Adichie

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  • Rezension zu "In the Shadow of the Banyan" von Vaddey Ratner

    In the Shadow of the Banyan

    capkirki

    11. March 2013 um 19:17

    “Bury me and I’ll thrive as countless insects I bend neither to your weapon nor will Even as you trample upon my bones I cower not under your soulless tread Or fear your shadow casting upon my grave.” Dieses Buch ist mir zu Herzen und an die Nieren gegangen. Es ist schrecklich und es ist großartig. Es lässt einen schlucken, weinen, hoffen, nachdenken – ein Buch, das jeder lesen sollte. Es beschreibt den Terror, den die Roten Khmer über Kambodscha gebracht haben, das Leid, dem die Menschen ausgesetzt waren, die Morde, die Folter, den Hunger, das Elend, aber auch die Hoffnung und den Neubeginn der Überlebenden. Vaddey Ratner, die Autorin, war fünf Jahre alt als die Roten Khmer die Macht übernahmen und das Land in den glorreichen Kommunismus führen wollten. Um die zwei Millionen Kambodschaner fand in dieser Revolution den Tod, rund 30% der Gesamtbevölkerung. Fast die gesamte intellektuelle Elite des Landes wurde ausgelöscht, eine verlorene Generation. Vertrieben, geschunden, ermordet. Ratner wurde vom Großteil ihrer Familie getrennt und vier Jahre lang zur Zwangsarbeit gezwungen. Nahe am Hungertod und oft von der Exekution bedroht, entkamen sie und ihre Mutter schliesslich eines Tages und konnten sich in Sicherheit bringen. Die meisten ihrer Familienmitglieder hatten nicht so viel Glück, fast alle starben. 1981 wurden die USA Vaddeys neues zu Hause. Sie sprach kein Englisch, die Kultur war ihr fremd und dennoch schaffte sie später ihren Uniabschluss mit “summa cum laude”. Oft ist sie seit dem in ihr Heimatland gereist, auf der Suche nach ihrer Vergangenheit, ihrem Volk, den verlorenen Leben. Damit die Geschichte nicht vergessen wird, hat sie sie aufgeschrieben – ein bitteres Zeugnis einer grausamen Zeit, aber auch ein Liebeserklärung an das Leben. Das Buch ist autobiografisch, doch spielt Ratner nicht selbst die Hauptrolle. Diese Rolle übernimmt die siebenjährige Raami, sie erzählt uns ihre traurige Geschichte und weil es ein Kind ist, das spricht, ist die Wirkung auf den Leser um einiges eindringlicher. Kinder nehmen so viel wahr, doch wie sollen sie etwas verstehen, was selbst Erwachsene nicht begreifen können? Der Leidensweg der Familie, die mit dem Königshaus verwandt ist, beginnt als der Bürgerkrieg in Phnom Penh Einzug hält. Die Roten Khmer übernehmen die Macht in Kambodschas Hauptstadt, rufen das „Demokratische Kampuchea“ aus und beginnen die Vertreibung der Bevölkerung. Viele Soldaten, die jetzt ihre Macht ausspielen, sind Kinder, die in ihrem Leben nichts anderes als Gewalt und Krieg kennengelernt haben. Auch Raami und ihre Familie müssen ihr Haus verlassen und werden zu einer Reise mit unbestimmten Ziel gezwungen. Sie verheimlichen ihre Herkunft, wissen sie doch genau, was mit ihnen passiert, wenn bekannt wird, dass sie zur Herrscherfamilie gehören. Schon auf diesem Marsch sterben tausende Menschen. Vor allem Kinder und alte Menschen sind den Strapazen nicht gewachsen. Wichtigster Bezugspunkt für Raami in all diesem Chaos ist ihr Papa, der Geschichtenerzähler, der Poet, der Hoffnunggeber. “I told you stories to give you wings, Raami, so that you would never be trapped by anything – your name, your title, the limits of your body, this world’s suffering.” Durch seine Worte kann sie manchmal das Grauen um sie herum vergessen, er gibt ihr die Kraft, trotz allem noch an das Gute zu glauben. Irgendwo existiert es noch und sei es in den unscheinbarsten Dingen, man muss nur daran glauben, die Hoffnung nicht aufgeben. “No matter what ugliness and destruction you may witness around you, I want you always to believe that the tiniest glimpse of beauty here and there is a reflection of the gods’ abode. It is real, Raami. There exists such a place, such sacred space. You have only to envision it, to dare to dream it. It is within you, within all of us.” Als jedoch eines Tages bekannt wird, dass ihr Vater ein Prinz ist, wird die Familie getrennt. Der Vater wird abgeführt, Raami wird ihn nie wieder sehen. Später erzählt ihr Onkel, dass er seinen Leichnam gesehen hat, geschunden und mit Fliegen übersät. Nach und nach verliert Raami auch ihre restlichen Familienmitglieder, die in verschiedene Teile des Landes geschickt werden, um auf den Feldern zu arbeiten. Die Kommunisten planen, Kampuchea zu einem Agrarstaat zu machen. Geld wird abgeschafft, Bücher verbrannt, Lehrer, Wissenschaftler, Händler, ja selbst Menschen, die einfach nur eine Brille tragen oder lesen können, werden erschossen, erschlagen oder geköpft, um Pol Pots Visionen Wirklichkeit werden zu lassen: eine “blühende kommunistische Zukunft”. Doch nicht nur die intellektuelle Elite des Landes muss um ihr Leben fürchten. Bald schon bekommt Raami mit, wie ausländisch aussehende Menschen aussortiert werden. Wessen Züge zu vietnamesisch sind, ist sicher ein Kollaborateur, jeder, der eine Fremdsprache beherrscht, ist verdächtig. Auch deren Familienangehörigen und Kinder werden nicht verschont, jeder stirbt. Als Siebenjährige muss Raami all diese Exekutionen mit ansehen. Sie wird gezwungen, auf den Feldern zu arbeiten, zu essen gibt es fast nichts. Um nicht zu verhungern essen die Menschen jedes Insekt, das sie bei der Feldarbeit finden. Am Anfang sind da noch Raamis Schwester und Mutter, die zu ihr stehen, doch irgendwann steht das Kind allein den Roten Khmer gegenüber, den Aufsehern, die ihr eine Pistole an die Schläfe halten und so tun als würden sie abdrücken. Raami nässt sich in ihrer Todesangst ein, es ist dieser Moment, in dem sich ihre Seele spaltet. Ein Teil von ihr zieht sich von der Welt ganz weit zurück, so weit ins Innere, das man ihm nicht mehr weh tun kann. Raami spricht nicht mehr, sie lebt nicht mehr, sie denkt nicht mehr, sie funktioniert nur noch. Eines Tages trifft sie ihre Mutter wieder, doch auch die Mutterliebe kann das Grauen nicht auslöschen. Raami wird erst wieder sprechen als vietnamesische Soldaten sie und ihr Mutter aus den Händen der Roten Khmer befreien und sie mit einem Hubschrauber in Sicherheit bringen – ihr erstes Wort ist “Papa”. Vaddey Ratner schafft den Spagat, diese grausame Geschichte in einer wunderschönen Sprache zu erzählen. Ihr gelingt es über all dieses Elend und der Gewalt, die Hoffnung schweben zu lassen, den Blick auf das Leben und nicht den Tod zu richten. Die Erzählung ist herzzerreißend und doch macht sie klar, dass es das Leben ist, was zählt. Dass der Wunsch, am Leben zu bleiben, größer ist als alles andere und dass er Raami und ihrer Mutter die Kraft gibt, all der Gewalt zu trotzen, sich den schrecklichen Erinnerungen zu stellen und trotzdem weiterzumachen. “I’m certain, though, he remained resolute in his belief that even without him you would live through this nightmare, that life, with all its cruelty and horror, was still worth living. A gift he would’ve wanted his daughter to embrace.” Ein wunderbar gewebte Geschichte über die Stärke des menschlichen Willens, die Liebe und die Magie der Worte. Über einen Vater, der seiner Tochter Flügel verliehen hat, der sie hat fliegen lassen, obwohl er schon lange nicht mehr bei ihr war. “When I lie buried beneath this earth, you will fly. For me Raami. For your papa you will soar.” Eine Geschichte, die ich nicht so schnell vergessen werde, ja, die nicht vergessen werden darf, gerade in der heutigen Zeit. Fünf Sterne für “In the Shadow of the Banyan”, eigentlich hätte es sogar mehr verdient.

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