Valérie Perrin Die Dame mit dem blauen Koffer

(15)

Lovelybooks Bewertung

  • 17 Bibliotheken
  • 4 Follower
  • 0 Leser
  • 12 Rezensionen
(7)
(6)
(2)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Die Dame mit dem blauen Koffer“ von Valérie Perrin

Französisch charmant und mit dem richtigen Gespür für Tragik, Komik und zauberhafte Figuren verknüpft Valérie Perrin die Geschichte einer großen Liebe während des Zweiten Weltkriegs mit dem tragischen Familiengeheimnis einer jungen Frau. Ein berührender und warmherziger Roman über Erinnerungen und Familiengeheimnisse - generationenübergreifend erzählt durch die witzige und erfrischend junge Erzählerin Justine, die, seit sie sich erinnern kann, bei ihren Großeltern lebt. Ihre Eltern sind bei einem Autounfall ums Leben gekommen.
Die quirlige und lebenshungrige Justine arbeitet als Altenpflegerin in einem Seniorenheim. Besonders rührend kümmert sie sich dabei um die 90jährige Hélène, die sich die meiste Zeit mit einem blauen Koffer am Strand, irgendwo im Süden Frankreichs, wähnt. Dort glaubt sie, von ihrem geliebten Mann Lucien erwartet zu werden.
Peu à peu erzählt sie der 21jährigen Justine die bewegende Geschichte ihrer großen Liebe, die während des Zweiten Weltkriegs nicht nur Verzweiflung und Verrat überdauern musste. Dadurch inspiriert begibt sich Justine schließlich selbst auf Spurensuche und kommt dem tragischen Geheimnis hinter dem Autounfall und Tod ihrer Eltern auf die Spur.

Man muss sich zuerst etwas abmühen, aber dann entwickelt sich die Geschichte unglaublich!

— caruso

Eine etwas andere Geschichte, die Potenzial hat, die mich allerdings emotional nicht erreichen konnte.

— tinstamp

Eine durchaus unterhaltsame Lektüre, die mich aber nicht so berühren konnte wie erhofft.

— ConnyKathsBooks

Ich muss zugeben, die Geschichte hat mir gefallen, denn sie nimmt immer mehr Fahrt auf.

— baronessa

Typisch französisch!

— Monika58097

LIeblingsbuch des Jahres!!! Wunderschön geschrieben! Absolut lesenswert!

— IrisBuecher

Stöbern in Romane

Der Weihnachtswald

Tolles Weihnachtsbuch! Die Geschichte ist romantisch und verzaubert schön.

lesefant04

Das Herz des Henry Quantum

Meiner Meinung nach sehr emotionslos und überhaupt nicht packend

snekiiic

Leere Herzen

Tolles Cover, spannende Handlung, sprachlich ausgefeilt, Leseempfehlung!

dasannalein

Was man von hier aus sehen kann

Etwas ganz besonderes!

TheCoon

Kleine große Schritte

Ein wichtiges Thema, die Ausarbeitung überzeugt nicht ganz.

TheCoon

Solange es Schmetterlinge gibt

Leider nicht sehr überzeugend!

TheCoon

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Die Sonntagsblümchen

    Die Dame mit dem blauen Koffer

    tinstamp

    14. August 2017 um 10:37

    "Die Dame mit dem blauen Koffer" ist der Debütroman der französischen Fotografin und Drehbuchautorin Valérie Perrin. Wer schon einige - für mich so typisch französische Romane, wie z. Bsp. die Bücher von Antoine Laurin oder Lorraine Fouchet gelesen hat, der findet auch dieses Flair und den Charme hier wieder.Trotzdem konnte mich diesmal die Geschichte nicht wirklich packen....Mit der 21-jährigen Justine lernen wir eine sehr eigenwillige junge Frau kennen. Wie viele ihre Altersgenossen geht sie am Wochenende gerne in den nahegelegenen Club tanzen und ist auch One-Night-Stands nicht abgeneigt. Während der Woche arbeitet sie als Altenpflegerin im Haus Hortensie in der nur 400 Seelengemeinde Milly, wo sie auch wohnt. Sie unterscheidet sich aber vorallem darin von ihren Altersgenossen, dass sie in ihrem Beruf aufgeht und immer ein offenes Ohr für alte Menschen hat. Sie liebt die Geschichten ihres Lebens, die diese bereitwillig Justine erzählen. Besonders ans Herz gewachsen ist ihr die 90jährige Hélène, die in ihren Gedanken noch immer in Südfrankreich am Strand auf ihre große Liebe Lucien wartet.In Rückblenden erfährt man mehr über diese große Liebe und wie Hélène und Lucien durch den Krieg getrennt wurden. Eine Geschichte, die sich wohl zu Hunderttausenden abgespielt hat, aber trotzdem berührt. Dennoch konnte ich vorallem bei der jungen Hélène diese Gefühle nicht wirklich nachempfinden. Mir fehlten hier weitgehend die Emotionen. Auch die Darstellung der Geschehnisse im Krieg sind nur kurz angerissen. Hier hätte ich mir einfach viel mehr Hintergrundgeschichte gewünscht.Abwechselnd zu den Rückblenden erfahren wir auch mehr über Justine, die mit ihrem Kousin Jules bei den Großeltern wohnt. Die Väter der Beiden waren Zwillingsbrüder und sind 1996 gemeinsam mit ihren Ehefrauen bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Seitdem kümmern sich die Großeltern um Justine und Jules. Während Justine Stück für Stück die Lebensgeschichte von Hélène für ihren Enkelsohn Roman niederschreibt, beginnt sie sich auch mit ihrer eigenen Lebensgeschichte mehr auseinanderzusetzen. Durch einen Satz des Ortsgendarmes irritiert, der den Unfallhergang ihrer Eltern als ungewöhnlich titulierte, beginnt Justine nachzufragen. Doch sowohl Polizei, als auch ihre Großeltern schweigen. Sie beginnt Nachforschungen anzustellen, dessen Ergebnis überraschend und schockierend sind. Dieser Teil des Buches wartet mit einem erschreckenden Ergebnis auf und gefiel mir wesentlich besser, als der Rest des Buches.Amüsant fand ich auch die Episoden rund um die sogenannten "Sonntagsblümchen". Dies sind jene Heimbewohner im Haus Hortensie, die nicht einmal am Sonntag Besuch von ihrer Familie bekommen. Der Originaltitel "Les oubliés du dimanche", was ungefähr übersetzt "die Vergessenen des Sonntags" heißt, spielt darauf an. Diese Vergessenen bekommen aber durch einen anonymen Anrufer, der ihren Familien mitteilt, dass sie verstorben sind, wieder Aufmerksamkeit. Eine amüsante Geschichte in der Geschichte. Die Auflösung hingegen war doch etwas plump.Charaktere:Justine ist eine sehr eigenwillige junge Frau. Die Autorin hat sie wunderbar gezeichnet und dennoch wurde ich nicht richtig warm mit ihr. Meine Tochter ist ebenfalls Einundzwanzig und sicherlich sind Menschen verschieden, aber bei Justine hatte ich wirklich nie das Gefühl, dass sie das Alter hat, das ihr die Autorin gegeben hat. Meistens kam sie mir älter vor und dann wieder absolut unreif. Ich konnte viele ihrer Handlungen nicht wirklich verstehen und nachvollziehen, wie ihre Beziehung zu "Ich-weiß-seinen-Namen-nicht. Wenn man monatelang mit jemanden ins Bett geht, kann ich mir nicht vorstellen, dass man den Namen desjenigen nicht kennt oder nie nachfragt. Aber vielleicht soll dies auch ein besonders gelungene Idee der Autorin sein, die ich anscheinend nicht verstanden habe... Auch bei Hélène konnte ich mich nicht wiederfinden. Das ist zwar auch nicht Sinn und Zweck eines Buches, aber ich konnte diese großen Gefühle, die beschrieben wurden, einfach nicht nachvollziehen. Ich fand keine wirkliche Bindung zu den beiden Hauptprotagonistinnen, was ich sehr schade finde.Schreibstil:Valérie Perrins Schreibsil ist keineswegs poetisch, sondern eher geradlinig mit kurzen und schnörkellosen Sätzen. Mir fehlte es vorallem an den Emotionen, die zwar beschrieben wurden, die ich aber nicht richtig fühlen konnte. Mit der Zeit findet man aber immer mehr in die Geschichte rund um Justine und Hélène hinein.Der Romans ist teilweise im Präsens und in der Ich-Form (Justines Part), als auch in der Vergangenheit (Hélènes Part) geschrieben. Letzterer hebt sich auch durch kursive Schrift vom Gegenwartsstrang ab.Fazit:Eine etwas andere Geschichte, die Potenzial hat, die mich allerdings emotional nicht erreichen konnte. Mir fehlte die Atmosphäre, sowie einfach das Gefühl in die Geschichte abzutauchen. Trotzdem hat die Geschichte auch Charme. Am Besten ihr macht euch einen eigenen Eindruck und liest die Geschichte von Justine und Hélène selbst....

    Mehr
  • Konnte mich nicht so berühren wie erhofft

    Die Dame mit dem blauen Koffer

    ConnyKathsBooks

    09. August 2017 um 13:11

    "Es gibt auf der Erde genauso viele Vögel wie Menschen. Und Liebe ist, wenn mehrere Menschen sich denselben teilen." (S. 316)Seit 3 Jahren arbeitet die 21jährige Justine nun schon als Pflegehelferin im Haus Hortensie in dem kleinen französischen Dorf Milly. Besonders eine der Bewohnerinnen hat sie dabei tief ins Herz geschlossen, die hochbetagte Hélène, die vom Personal nur die "Dame vom Strand" genannt wird. Denn Hélène verbringt den ganzen Tag gedanklich am Strand unterm Sonnenschirm, mit ihrem Mann Lucien und Tochter Rose, die gerade schwimmen gegangen sind. Dahinter steckt eine bewegende Liebesgeschichte, welche 1933 ihren Lauf nahm und die Justine nun für die Nachwelt festhalten will. Dabei kommt sie auch ihren eigenen Familiengeheimnissen auf die Spur."Die Dame mit dem blauen Koffer" stammt aus der Feder von Valérie Perrin. Eine große Liebe und Geheimnisse auf zwei Zeitebenen verbunden mit französischem Flair - das klang vielversprechend. Doch richtig überzeugt hat mich das Debüt der französischen Autorin leider nicht.Die lebenslustige und schlagfertige und Justine fand ich auf alle Fälle sympathisch. Mit bewundernswerter Hingabe kümmert sie sich um die Heimbewohner und lauscht ihren faszinierenden Geschichten, besonders denen der sogenannten "Sonntagsblümchen", die nicht mal am Sonntag Besuch von ihren Angehörigen bekommen. "Les oubliés du dimanche" - wie auch der originale französische Buchtitel heißt.Auch Hélène aus Zimmer 19 hat Justine schon viel über sich erzählt, über ihre Kindheit und Jugend in den 1920er Jahren, ihre Schwierigkeiten beim Lesen, ihre Zeit als Wirtin im Dorfcafé Chez Louis und natürlich ihre Liebe zu Lucien Perrin, die durch die Kriegswirren vor eine harte Zerreißprobe gestellt wird. Mit Hilfe von Rückblenden erfahren wir langsam mehr, auch was es mit dem blauen Koffer auf sich hat. Eine nette Geschichte, die mich jedoch bedeutend weniger berührt hat als erhofft, was vielleicht auch am distanzierten Schreibstil im Präsens lag. Ich konnte die Liebe zwischen Lucien und Hélène einfach nicht spüren, besonders von ihrer Seite aus nicht.In der Gegenwart, erzählt im Präteritum, versucht Justine derweil mehr über ihre eigene Vergangenheit zu erfahren. Der tödliche Autounfall ihrer Eltern sowie von Onkel und Tante vor vielen Jahren gibt dabei immer noch Rätsel auf. Was ist am 6. Oktober 1996 wirklich passiert? Was verbergen ihre Großeltern, bei denen sie und ihr Cousin Jules aufgewachsen sind? Und dann ist da auch noch ein anonymer Anrufer, der das Haus Hortensie in Atem hält und die Verwandten fälschlicherweise vom Ableben der Bewohner unterrichtet. Beides ist recht spannend gemacht und überrascht in der Auflösung. Betreffs Justines möglicher Romanze hatte ich mir aber mehr versprochen. Es gibt zwei Kandidaten, die jedoch sehr blass bleiben. Einen davon redet sie durchweg mit "Ich -weiß-seinen-Namen-nicht" an, weil sie seinen Namen nicht kennt. Das hat mich schon leicht genervt und wirkt auch unglaubwürdig, da sich beide doch sehr häufig treffen.Die verschiedenen Zeitformen und Perspektiven sind zwar manchmal etwas gewöhnungsbedürftig, dennoch liest sich das Ganze recht angenehm. Zudem sorgen Justines Erlebnisse ab und an für einen Schmunzler. Eine schöne Idee ist auch der märchenhafte-mystische Touch durch eine besondere Möwe, welche die Protagonisten hier durch ihr Leben begleitet. Ob diese wirklich existiert? Das muss jeder am Ende selbst für sich entscheiden.Insgesamt kann ich daher "Die Dame mit dem blauen Koffer" eingeschränkt empfehlen. Eine durchaus unterhaltsame und charmante Lektüre, bei der ich mir aber mehr Gefühle gewünscht hätte. Daher nur gute 3 Sterne von mir.

    Mehr
  • Wow - was für ein großartiger Debütroman

    Die Dame mit dem blauen Koffer

    Lesegenuss

    08. August 2017 um 10:47

    Die Handlung spielt in dem kleinen Dorf Milly mit gut 400 Einwohnern und dem Seniorenheim Haus Hortensie. Dort arbeitet die junge Justine Neige als Pflegehelferin. In ihr Herz geschlossen hat sie die 90-jährige Helene. Im Haus nennt man sie nur "Die Dame vom Strand. Seit Helene hier lebt, hat ein tierischer Mitbewohner ebenso Einzug gehalten. Eine Möwe wohnt seitdem auf dem Dach. Im Laufe der Geschichte wird die Rolle der Möwe erklärt. Helenes Geschichte beginnt 1924 und wird in wechselnden Kapiteln mit Justines erzählt. Justine und ihr Cousin Jules sind bei den Großeltern im Ort aufgewachsen. Ihre Eltern, die beiden Söhne der Großeltern, und die Ehefrauen, waren 1996 bei einem gemeinsamen Autounfall ums Leben gekommen. Die erste Frage, die man sich stellt, wenn man ein so wunderbares Buch gelesen hat, wie schreibe ich hierzu eine Lesemeinung, so dass bei anderen die Neugier auf das Buch von Valérie Perrin wächst und sie es ebenso lieben werden wie ich!? Was mich an diesem Buch so fasziniert hat ist, wie die Autorin die Lebensgeschichte um Héléne erzählt und Justines sehr gut einbindet. Inspiriert durch die Geschichte ihrer eigenen Großeltern hat die Autorin die Grundidee hervorragend umgesetzt. Héléne ist ein sehr komplexer Charakter, doch sie drängt keine anderen Figuren des Romans in den Hintergrund. Aber eine Charaktere, die man so schnell nicht vergißt. Ich möchte einfach nicht zu viel aus der Handlung verraten, die mit viel Gefühl erzählt wird. Man taucht in die Geschichte ein, wird "aufgesogen" und mag das Bucht nicht aus der Hand legen. Wechselnde Passagen, die emotional sind, dann wiederum ruhige, aber auch gefühlsbetont, verzaubern. "Die Dame mit dem blauen Koffer" ist sehr, sehr lesenswert, mitreißend und gefühlvoll, und sehr authentisch herüberkommt. Mich hat es absolut in seinen Bann gezogen. Es ist eines dieser Bücher, wo man genau weiß, sie bleiben noch lange in deiner Erinnerung. Ein wahrlich beeindruckendes Buch, dass niemals langatmig wird und eine Bereicherung für jedes Buchregal! Meine Kauf- und Leseempfehlung. Geht und entdeckt diesen Schatz!♥

    Mehr
  • Mehrere Erzählstränge bestens verflochten

    Die Dame mit dem blauen Koffer

    Girdie

    16. June 2017 um 20:42

    Hélène Hel ist 96 Jahre alt und lebt im Seniorenheim in dem kleinen französischen Ort Milly. Ihre Gedanken schweifen täglich zum Meer. Dort steht sie dann am Strand und wartet auf ihren Liebsten Lucien, der jedoch schon vor vielen Jahren verstorben ist. Im Buch „Die Dame mit dem blauen Koffer“, dem Debütroman von Valérie Perrin, erzählt sie der jungen Pflegehelferin und Protagonistin Justine ihre Lebensgeschichte. Justine notiert sie auf Wunsch des Enkels in ein Notizheft. So wie nur die Gedanken von Hélène und nicht sie selbst am Meer sind, so ist auch die Figur auf dem Cover lediglich ins Bild montiert und nicht wirklich bei der Fotographie vor Ort. Schon die Gestaltung des Titels bei dem ich glaubte, durch den Wellengang das Meer rauschen zu hören, machte mir Lust darauf, mehr darüber zu erfahren, warum dieser Ort für Hélène so stark mit Lucien verknüpft ist.Justine lebt bei ihren Großeltern. Ihre Eltern sowie ihr Onkel und ihre Tante sind bei einem Unfall ums Leben gekommen und ihr jüngerer Cousin gehört ebenfalls zum Haushalt. Ihr Beruf ist ihr Traumjob, für den sie sich nach dem Abitur anstelle eines Studiums entschieden hat. Ihr liegen die Bewohner des Seniorenheims sehr am Herzen und daher verbringt sie hier über ihre Arbeitszeit hinaus viele Stunden. Zum Ausgleich besucht sie alle drei Wochen eine Diskothek. Sie flirtet gern und lässt sich hin und wieder auf einen Mann ein, eine feste Beziehung hat sie nicht. Die Liebe von Hélène zu Lucien spricht in Justine etwas an, das sie dazu bringt, über die Liebe ihrer Großeltern und deren Verlust der Söhne und Schwiegertöchter nachzudenken. Aber auf Fragen nach Details zum Unfallgeschehen erhält sie nur unbefriedigende Antworten. Justine vermutet, dass ihr etwas verschwiegen wird und macht sich auf die Suche nach den Hintergründen.Der Roman ist eine leise Geschichte oder eigentlich zwei. Zu Beginn wirkte Justine auf mich etwas arglos, konnte mich im Laufe des Romans aber davon überzeugen, dass sie ihre Ideen und Meinungen auch immer in die Tat umsetzt. Sie liebt ihre Tätigkeit Tag für Tag. Die Autorin beschreibt sie im Umgang mit den Senioren mitfühlend und hilfsbereit. Für ihren Cousin spart sie einen Teil ihres Geldes, um ihm uneigennützig ein Studium zu finanzieren. Nur eine feste Partnerschaft kann sie sich augenblicklich nicht vorstellen. Ich habe mich für sie gefreut, dass die Liebe sie dennoch nicht vergessen hat. Das Verhältnis zu ihren Großeltern bleibt unklar. Zwar leben sie zu viert in einem Haushalt, der von der Großmutter geführt wird, doch jeder geht seinen eigenen Weg. Dieses eher distanzierte Verhalten klärt sich im Laufe der Geschichte, denn Justine drängt zunehmend auf die Beantwortung ihrer Fragen zum Hergang des Unfalls ihrer Eltern. Dabei deckt sie einige Familiengeheimnisse auf, die auch eine Erklärung für das augenblickliche Stimmungsbild bietenGleichzeitig zeichnet Justine feinsinnig die von Hélène erzählte Geschichte auf, die im Text kursiv zu lesen ist und die mich mit in die Vergangenheit in die 1920er Jahre nahm. Hélène ist Legasthenikern, eine Krankheit die damals noch nicht erkannt wurde. Sie bricht die Schule ab und arbeitet zu Hause als Schneiderin. Lucien hat bereits in jungen Jahren die Angst, wie sein Vater zu erblinden. Beide finden bei dem jeweils anderen Unterstützung und Halt, bis der zweite Weltkrieg ausbricht, sich das tägliche Leben ändert und schließlich Lucien zum Kriegsdienst eingezogen wird. Eine schicksalsschwere Zeit beginnt für die beiden. Hélènes Geschichte ist ungewöhnlich, berührend und so mitreißend, dass die Seiten wie im Flug gelesen waren.Ganz nebenbei erhält der Roman zusätzlich Spannung durch bestimmte Vorfälle im Seniorenheim, deren Klärung bis zum Ende des Buchs ausstehen. Fließend gelingt Valérie Perrin die Verknüpfung der einzelnen Erzählfäden, die sie zu einem gelungenen Großen und Ganzen zusammenfügt. Eindringlich und offen beschreibt sie Liebesszenarien. Trotz der teils tragischen Ereignisse verliert die Geschichte nie einen gewissen heiteren Unterton. Das Buch war für mich beste Unterhaltung und daher empfehle ich es jedem gerne weiter.

    Mehr
  • Die Dame am Strand

    Die Dame mit dem blauen Koffer

    gsimak

    07. June 2017 um 12:35

    InhaltJustine ist eine junge Frau, die ein sehr großes Herz für alte Menschen hat. Der Beruf Altenpflegehelferin ist ihr auf den Leib gewachsen. Einen besonders guten Draht hat sie zu der 90 jährigen Héléne.Die demente Dame lebt in ihrer eigenen Welt. An einem Strand im Süden Frankreichs, fühlt sie sich wohl und erzählt Justine ihre Geschichte.Hélénes Enkel kommt oft zu Besuch. Er liest seiner Oma aus einem Buch vor. Justine ist von dem schönen Mann begeistert. Er bitte Justine, die Erzählungen seiner Oma in ein Heft zu schreiben.Justine freut sich jeden Tag auf die Geschichten der alten Dame. Sie kommt auch ihrer eigenen Vergangenheit auf die Spur.Meine MeinungWir haben ja alle irgendwie einen Ekel vor Altenheimen. Wir verbinden es mit Krankheit, Langeweile und der letzten Station. So muss es aber nicht sein.Justine lässt uns an ihrem Alltag im "Haus Hortensie" teilhaben. Sie hat für die alten Menschen ein großes Herz. Man wünscht sich beim Lesen, es möge mehr solche Pflegerinnen geben. Sehr wohl kommt auch in dieser Geschichte zum Ausdruck, wie viel Stress dieser Beruf mit sich bringt.Besonders gut hat mir gefallen, wie die alten Leutchen jeden Morgen begrüßt werden. Mit sehr viel Humor und Liebe geht man auf die Heiminsassen ein.Justine ist eine junge Frau, die privat ihren Weg noch nicht gefunden hat. Ihre Eltern hat sie als kleines Mädchen verloren. Bei ihren Großeltern hat sie mit ihrem Bruder ein neues Zuhause gefunden. Trotzdem fehlen ihr die Eltern. Sie möchte gerne mehr über dern Unfall wissen. Ihr Vater und sein Zwillingsbruder, waren zusammen mit ihren Frauen bei Glatteis mit dem Auto unterwegs. Sie prallten gegen einen Baum.Jules ist eigentlich gar nicht Justines Bruder. Er ist ihr Cousin. Wie Geschwister sind sie jedoch aufgewachsen.Justines großes Herz zeigt sich auch an ihrem Verhalten Jules gegenüber. Sie bringt ein sehr großes Opfer.Für Justine ist es wie Urlaub, wenn sie den Geschichten von Héléne lauscht. Sie erzählt von einer großen Liebe und den Kriegswirren der damaligen Zeit.Wir lernen Héléne als junges Mädchen kennen.Das fand ich besonders interessant. Ich höre auch gerne Geschichten von alten Menschen. Mich faszinieren die Erlebnisse, die diese hatten. Man wird sich bewusst, dass alte, faltige, demente und gebrechliche Menschen, nicht anders lebten als wir jetzt. Natürlich in einer anderen Zeit und unter anderen Voraussetzungen.Lucien war die große Liebe von Héléne. Er war ihr Beinahe-Mann. Er hat ihr die Blindenschrift beigebracht. Héléne konnte das Lesen in der Schule nicht lernen. Sie schaffte es einfach nicht. Sie war deswegen sehr verzweifelt.Als Justine den 1. Tag mit Héléne allein, wird sie von ihr gefragt: >>Soll ich dir von Lucien erzählen?<< >>Ja.<< >>Dann komm. Leg dein Ohr an meinen Mund.<

    Mehr
  • Ein bedenkliches Familiengeheimnis

    Die Dame mit dem blauen Koffer

    baronessa

    31. May 2017 um 18:29

    „Vorsicht Spoiler!“ – Kurzfassung! Justine arbeitet in einem Pflegeheim. Ein besonderes Augenmerk hat sie auf Hélène. Die alte Dame ist mit ihren Gedanken immer am Strand, denn dort hofft sie, ihren Mann Lucien wiederzusehen. Justine liebt die Geschichten der alten Menschen, ganz besonders die von Hélène. Während sie die Geschichte aufschreibt, muss sie sich selbst der Vergangenheit stellen, denn ihre Familie hat persönlich ein großes Geheimnis und es wird ihr nicht gefallen. Justine lebt mit ihrem Cousin bei ihren Großeltern, denn ihre Eltern sind bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Währenddessen gibt sich ein junger Mann viel Mühe, um ihr zu gefallen, aber Justine will keine feste Bindung. Sie merkt sich nicht einmal den Namen der Männer, mit denen sie das Bett teilt. Als sie jedoch Hélène verstirbt, ändert sich für Justine alles.     Meine Meinung: Als ich das Buch angefangen habe mit lesen, war ich nicht so begeistert. Aber je mehr man von der Geschichte liest, desto mehr nimmt sie den Leser gefangen. Die Protagonistin passt perfekt. Sie hat viel Verständnis, ist verletzlich und burschikos. Sie möchte helfen, aber will im Hintergrund bleiben. Für die Liebe hat sie keine Affinität, ebenso keinen beruflichen Ehrgeiz.   Genauso ist Hélène in ihrer Rolle überzeugend. Es ist schon traurig, wenn man diese Erinnerungen liest. Aber Justine nimmt die Tragik, denn sie ist amüsant in ihrem Wesen. Kurz gesagt – eine tragende Figur mitten aus dem Leben.   Es sind unterschiedliche Hauptstränge, die sich aber verflechten. Es werden Gemeinsamkeiten hergestellt, obwohl es verschiedene Geschichten sind. Die Geschichte selbst wird von Justine erzählt, die Darstellung von Hélène ist in Kursivschrift parat.   Das Cover passt zur Geschichte, die sich flüssig lesen lässt.   Wer gern Familiengeheimnisse liest, dem wird die Geschichte auf jeden Fall gefallen. Es spielt der Zweite Weltkrieg ebenso eine Rolle, wie die Bewohner eines Seniorenheimes oder auch die Sünden der eigenen Familie.       Fazit: Kurz gefasste Erzählweise, reale Darstellung der Gegebenheit und des Lebensbereiches, glaubwürdige Protagonisten und überzeugende Dialoge machen dieses Buch zu einem Lesevergnügen.

    Mehr
  • Eine bewegende Reise nach Frankreich

    Die Dame mit dem blauen Koffer

    zauberblume

    19. May 2017 um 19:59

    "Die Dame mit dem blauen Koffer" ist der gelungene Debütroman der französischen Autorin Valérie Perrin. Außerdem ist die Autorin Fotografin und Drehbuchautorin. Mit diesem Buch ist ihr ein ganz besonderes Werk gelungen. Wir lernen wunderbare Protagonisten kennen. Da ist die 21jährige Justine, eine lebhafte junge Frau, die ihren Beruf als Alternpflegerin in dem Seniorenheim Haus Hortensie liebt. Sie hat eine ganz besondere Beziehung zu den alten Menschen. Aufgewachsen ist Justine bei ihren Großeltern zusammen mit ihrem Cousin. Denn Justine und Jules haben ihre Eltern auf tragische Weise verloren als sie noch Kinder waren. Die Großeltern haben ihr bestes gegeben, um die beiden zu anständigen Menschen zu erziehen. Und das ist ihnen mehr als gelungen. Im Altenheim kümmmert sich Justine besonders rührend um die 90jährige Hélène, die in einer anderen Welt lebt und Justine ihre Geschichte erzählt. Diese handelt von ihren großen Liebe zu Lucien während des zweiten Weltkrieges. Diese Liebe war nicht immer einfach. Doch Héléne erinnert sich gerne an diese Zeit in Südfrankreich am Meer. Diese Geschichte hat mich von Anfang an berührt und der Schreibstil der Autorin ist für mich etwas besonderes. Justine erzählt die Geschichte aus ihrer Sicht und abwechselnd dürfen wir auch in die Vergangenheit eintauchen. Diese wird von Justine in einem blauen Heft festgehalten. Man spürt beim Lesen mit welcher Begeisterung Justine ihrer Arbeit nachgeht. Und der Schlagabtausch, den sie sich mit den älternen Menschen liefert, veranlasst mich auch zum Schmunzeln. Tief berührt hat mich auch die Geschichte von Héléne, man taucht in eine andere Welt und in eine andere Zeit ein. Besonders tragisch fand ich jedoch das Familiengeheimnis, das Justine und Jules umgibt. Da hatte ich doch richtiges Gänsehautfeeling. Eine ganze besondere Geschichte, bei der viele Emotionen ans Tageslicht kommen.Ein wunderbares Erstlingswerk, das ich von der ersten bis zur letzten Seite wirklich sehr genossen habe. Das mich nachdenklich stimmt. Ich habe mit diesem warmherzigen Buch wunderbare Lesestunden verbracht. Das gelungene Cover ist ein echter Hingucker. Gerne vergebe ich 5 Sterne.

    Mehr
  • Rührendes Buch, mit viel Charme und Magie erzählt

    Die Dame mit dem blauen Koffer

    kitty_montamer

    16. May 2017 um 11:34

    Justine stellt sich am Anfang des Buches selbst vor. Sie erzählt die Sicht der Dinge in der Ich-Form. Für mich stellte es kein Problem dar, sie sogleich in mein Herz zu schließen, und mich an ihre Seite zu begeben. Ich war auf der Stelle neugierig, auf was ich mich einlassen würde und so ließ ich mich einfach treiben. Wie Valérie Perrin ihre Protagonistin gezeichnet hat, hat mir sehr gut gefallen. Justine ist eine junge Frau wie man sie aus dem echten Leben kennt. Sie hat Ängste, Ecken und Kanten. Ihre verletzliche, unsichere Art macht sie äußerst sympathisch. Ihr Schicksalsschlag ging mir sehr zu Herzen. Ich ertappte mich oft dabei, wie ich das Bedürfnis hatte, sie ganz fest in den Arm zu nehmen, weil sie mir eben so Leid getan hat. Wie sie allerdings mit dem Schicksalsschlag und auch mit ihrem Cousin, der dabei eine große Rolle spielt, umgeht, zeigt dem Leser, dass sie eine sehr starke Frau ist.Wenn sich Justine gerade einmal nicht über die Gegenwart auslässt. Sie nicht erzählt, wie es zu einer Tragödie in ihrem Leben kam, erfährt man sehr viel über ihre, ich nenne es einfach mal "Lieblings-Seniorin" "Hélène". »Ich war im selben Zustand wie der Himmel im April: In meinem Kopf regnete es, und gleichzeitig schien die Sonne.«Zitat aus: "Die Dame mit dem blauen Koffer"Die gesamte Lebensgeschichte der in die Jahre gekommenen Frau erfährt man als Leser Stück für Stück. Wie und als was sie arbeitete und wie sie ihre große Liebe Lucien kennenlernte. Mich haben diese Abschnitte ziemlich berührt. Ich konnte nicht nur förmlich die Funken fliegen sehen, als die zwei sich kennenlernten, sondern ich  hatte sogar ein paar Schmetterlinge im Bauch, während ich ihrer Geschichte folgte. Es war für mich interessant zu lesen, wie vor ein paar Jahren eine solch zarte Liebe zu etwas so großem wachsen konnte.Obwohl ich eher kein Freund der historischen Romane bin, haben mir die einzelnen Szenen, die die Autorin hier mit in die Geschichte geworfen hat, sehr gefallen. Ich verlangte sogar irgendwann nach mehr und war traurig, wenn sich der Abschnitt mal wieder dem Ende zuneigte und ich erneut das Vergnügen mit Justine in der Gegenwart hatte.Hervorheben möchte ich, dass die Geschichte etwas Besonderes ist. Sie ist auf eine Art poetisch erzählt, was ich nicht wirklich in Worte fassen kann. Sie trifft einen mitten ins Herz und lässt einen ziemlich oft nach Luft schnappen. Besonders das, was Justine am Ende herausfindet, hat mich fassungslos gemacht.Nachdem ich das Buch beendet hatte, musste ich erst einmal Luft holen und das Gelesene sacken lassen.Fazit:Für mich ist "Die Dame mit dem blauen Koffer" ein wirklich besonderes Buch. Es erzählt die Geschichte mehrerer Generationen, ohne dabei abgedroschen zu klingen. Man schließt jede einzelne Figur total ins Herz und ist vom Setting sowie von den ganzen Emotionen, die dieses Buch mit sich bringt, absolut verzaubert. Ein äußerst empfehlenswertes Buch, das mir noch sehr lange im Kopf bleiben wird.© www.mybooksparadise.de

    Mehr
    • 3
  • Charmantes Debüt

    Die Dame mit dem blauen Koffer

    dubh

    07. May 2017 um 14:30

    Justine ist Anfang zwanzig und lebt, seit sie denken kann, bei ihren Großeltern, da ihre Eltern bei einem Autounfall ums Leben gekommen sind.Die lebenshungrige, fröhliche Frau arbeitet als Altenpflegerin im nahegelegenen Seniorenheim und besticht dabei vor allem mit ihrer Bereitschaft, den älteren Herrschaften zuzuhören. Ganz besonders kümmert sich Justine dabei um die 90jährige Hélène, die die meiste Zeit in der Vergangenheit lebt und sich mit ihrer großen Liebe Lucien am Stand wähnt... Nach und nach kann Justine der alten Dame die Geschichte ihres Lebens entlocken. Zum Beispiel, wie sie als junges Mädchen verzweifelt versucht hat, lesen zu lernen. Erst der Sohn des blinden Organisten, Lucien, hat ihr eine neue Perspektive eröffnet, indem er ihr das Lesen der Brailleschrift beigebracht hat. Der junge Lucien, der sich Hals über Kopf in die Schneiderin Hélène verliebt und um sie geworben hat. Gemeinsam haben sie ein Café übernommen und ein glückliches Leben gelebt - bis Lucien von den Nazis deportiert wurde.Aber nicht nur die sich nach und nach entblätternde Geschichte um Hélène und ihre große Liebe hat mir sehr gut gefallen, auch Justines eigene Vergangenheit hält ein Geheimnis und Überraschungen bereit. Warum sind sowohl ihre Eltern als auch die ihres Cousins eigentlich ums Leben gekommen? Justine hat dieses tragische Geschehen nie weiter hinterfragt, aber nun beginnt sie doch, einige Nachforschungen anzustellen...Überhaupt ist Justine meine absolute Favoritin! Die junge Frau ist so einfühlsam und klug, dass ich mich manchmal anerkennend daran erinnern musste, dass sie erst 21 Jahre alt ist. Ich habe nicht nur einmal gedacht, dass es schön wäre, wenn Menschen, die mit einsamen Senioren in den Pflegeheimen zu tun haben, solch ein Interesse zeigen könnten und würden.Valérie Perrins Debütroman ist charmant erzählt - ja, die Autorin ist in der Lage, mit leisen, teils knappen Tönen diesen Roman zu erzählen, zu der die Geschichte ihrer eigenen Großeltern sie wohl angeregt hat. Dabei hat mir besonders gefallen, dass sie relativ unerwartet einen spannenden Strang einbaut, der auf dem Unfalltod von Justines Eltern beruht. Gemeinsam mit der Liebesgeschichte rund um Hélène und Lucien hat dies zu einem fast komplett runden Roman geführt. Was in meinen Augen nicht nötig war, waren solche Elemente wie die Möwe, die Hélène ihr ganzes Leben begleitet. Wahrscheinlich als kleiner imaginärer Kunstkniff gemeint, kann ich mit so etwas immer relativ wenig anfangen.Ein weiterer Punkt, bei dem meiner Ansicht nach mehr drin gewesen wäre, ist die Zeit der Okkupation Frankreichs. Da bleibt Perrin knapp unter der Oberfläche - hier hätte ich mir etwas mehr Tiefgang gewünscht. Alles in allem sind das aber wenige Kritikpunkte, die mein Lesevergnügen nur gering geschmälert haben.Ich bin auf weitere Romane Valérie Perrins gespannt!

    Mehr
  • Ränke und andere Verbindungen

    Die Dame mit dem blauen Koffer

    TochterAlice

    22. April 2017 um 09:58

    sowohl in der Gegenwart als auch vor allem in der Vergangenheit spielen in diesem Buch eine große Rolle. Ränke und Liebschaften der unterschiedlichsten Art und - hauptsächlich ungewöhnliche - Familienverbindungen.Justine ist noch sehr jung und hat eine ungewöhnliche Vorliebe, nämlich Senioren, die sie zu ihrem Beruf gemacht hat, indem sie als Pflegerin im örtlichen Altenheim arbeitet. Am liebsten lässt sie sich von ihnen Geschichten erzählen. Ihre Favoritin ist Helene, schon über 90 Jahre alt, die gerne von ihrem "Nicht-Ehemann" Lucien erzählt, den sie vor dem Krieg kennenlernte und mit dem sie eine nicht einfache, doch umso faszinierende Beziehung verband.Ein charmanter Roman, der stellenweise französische Leichtigkeit in sich trägt, immer wieder aber auch von Schwermut, der Last des Lebens an sich durchdrungen ist. Ein Buch, das ich mir erst einmal "erlesen" musste, in das ich hineinfinden musste, eines, das mich nicht sofort gepackt hat, sondern erst im Laufe der Handlung. Zu verwirrend waren die Ränke zu Beginn die Handlung, zu sperrig die Figuren.Aber es hat mich dann doch gepackt, zumal es gleich zwei große Geheimnisse zu ergründen gibt, eines um den frühen Tod von Justines Eltern und denen ihres Cousins- die Väter waren Zwillingsbrüder - durch einen Autounfall, das andere um Helenes Leben.  Ja, es ist Unterhaltung, aber keine leichte, die wir hier finden, man muss sich schon sehr konzentrieren und hineinfinden in die Handlung, um ihr gebührend folgen und die ganzen Entwicklungen nachempfinden zu können, zumal es - finde ich jedenfalls - einige recht heftige Erkenntnisse zu verarbeiten gibt. Ja, die Menschen sind nicht gerade einfach, selbst nicht - oder auch gerade nicht - ihren Nächsten gegenüber.Deswegen würde ich dieses Buch nicht als Wohlfühlroman bezeichnen, nein, es tun sich wahre Abgründe in Familienleben auf. Aber es ist sehr spannend, teilweise auch berührend zu lesen, wenn es einen dann mal gepackt hat. Empfehlenswert auch als Urlaubslektüre, aber wirklich nur für Leser, die sich auch im Liegestuhl gern mal richtig konzentrieren und in eine andere Welt denken.

    Mehr
  • wundervoll

    Die Dame mit dem blauen Koffer

    Flatter

    19. April 2017 um 22:24

    Über die Autorin: Valérie Perrin ist Fotografin und Drehbuchautorin. Sie lebt und arbeitet mit Regisseur Claude Lelouch. "Die Dame mit dem blauen Koffer" ist ihr erster Roman. (Quelle:Verlag) Zum Inhalt: Klappentext Französisch charmant und mit dem richtigen Gespür für Tragik, Komik und zauberhafte Figuren verknüpft Valerié Perrin die Geschichte einer großen Lieben während des zweiten Weltkriegs mit dem tragischen Familiengeheimnis einer jungen Frau. Ein berührender und warmherziger Roman über Erinnerungen und Familiengeheimnisse - generationsübergreifend erzählt durch die witzige und erfrischende junge Erzählerin Justine, die, seit sie sich erinnern kann, bei ihren Großeltern lebt. Ihre Eltern sind bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Die quirlige und lebenshungrige Justine arbeitet als Altenpflegerin in einem Seniorenheim. Besonders rührend kümmert sie sich dabei um die 90jährige Héléne, die sich die meiste Zeit mit einem blauen Koffer am Strand, irgendwo im Süden Frankreichs, wähnt. Dort glaubt sie, von ihrem geliebten Mann Lucien erwartet zu werden. Peu á peu erzählt sie der 21jährigen Justine die bewegende Geschichte ihrer großen Liebe, die während des Zweiten Weltkriegs nicht nur Verzweiflung und Verrat überdauern musste. Dadurch inspiriert begibt sich Justine schließlich selbst auf Spurensuche und kommt dem tragischen Geheimnis hinter dem Autounfall und Tod ihrer Eltern auf die Spur. Meine Meinung: Diese Geschichte zieht den Leser sofort in ihren Bann. Die wundervolle Justine liebt ihren Job, ist dort sehr einfühlsam und verständnisvoll. Aber privat kann sie schon ein Wirbelwind sein. Ihre Art ist sehr erfrischend. Bedrückt hat mich, wie es der Autorin gelungen ist, die Eintönigkeit darzustellen, die in einem Seniorenheim herrsscht. Das ist ihr gut gelungen, aber das hat mich beim Lesen traurig gemacht. Viele Bewohner bekommen nie Besuch, sehen Tag für Tag immer nur das selbe, weil die Abläufe so routiniert sind. Der Schreibstil ist sehr flüssig und fesselt den Leser an die Geschichte. Und natürlich hing ich geradezu an den Seiten, als Héléne ihre Lebensgeschichte Justine anvertraut hat. Die Charaktere sind sehr ehrlich und kommen warmherzig und sehr authentisch rüber. Ein durch und durch französischer Roman, der mir toll gefallen hat. Cover: Als ich das Cover sah, habe ich sofort Fernweh bekommen. Fazit: Eine sehr warmherzige und unterhaltsame Geschichte. Wer französischen Romane mag ist hier genau richtig.

    Mehr
  • Typisch französisch!

    Die Dame mit dem blauen Koffer

    Monika58097

    11. April 2017 um 10:30

    Die junge Justine arbeitet als Altenpflegerin im Seniorenheim Hortensia. Dort kümmert sie sich insbesondere um die 90-jährige Hélène, die immer wieder an die Vergangenheit denkt und in ihren Träumen am Strand auf ihren Lucien wartet – neben ihr ein blauer Koffer. Lucien, ihre große Liebe, den der Krieg ihr fortgenommen hat. Justine schreibt Hélènes Geschichte nieder, die Geschichte einer Frau, die das Lesen nicht erlernen konnte, die aber mit der Blindenschrift zurecht kam, die ihr einst Lucien beigebracht hat. Justine lebt bei ihren Großeltern. Einer Großmutter, die ständig selbstmordgefährtdet ist, einem Großvater, der nicht sprechen will. Justines Eltern sind bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Während sie die Geschichte der alten Dame aufschreibt, kommt sie auch ihrer eigenen Geschichte und der ihrer Eltern auf die Spur. „Die Dame mit dem blauen Koffer“ - ein typisch französischer Roman. Leise kommt die Geschichte daher und zieht einen trotzdem in ihren Bann. Ein Roman, der einen die Stunden vergessen lässt. Eine wunderbar junge Justine, die sich zu 100 % ihrem Job widmet, einem Job, den sie liebt und die privat eher ein kleiner Wirbelwind ist, die sich beziehungsmäßig nicht binden möchte und doch immer wieder mit dem selben Mann zusammen kommt, dem geheimnisvollen „Ich weiß seinen Namen nicht“-Mann. Ein Roman, der dem Leser aber auch die Eintönigkeit des Lebens in einem Seniorenheim nahe bringt. Immer die selben Abläufe, immer die selben Menschen und viele Heimbewohner, die nie Besuch bekommen, bis es diesen anonymen Anrufer gibt...Eine warmherzig erzählte Geschichte über eine Frau, die die Spur des geliebten Mannes im Krieg verloren hat und die ihn nie vergessen konnte. Eine Handlung, die leicht und unterhaltsam voranschreitet, wunderschön erzählt. Für alle, die die typischen leisen französischen Romane mögen!

    Mehr
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks