Valérie Tong Cuong

 3.6 Sterne bei 23 Bewertungen

Alle Bücher von Valérie Tong Cuong

Valérie Tong CuongDas Atelier der Wunder
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Das Atelier der Wunder
Das Atelier der Wunder
 (15)
Erschienen am 31.03.2014
Valérie Tong CuongDer Tag, als wir die Erde drehten
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Der Tag, als wir die Erde drehten
Der Tag, als wir die Erde drehten
 (8)
Erschienen am 14.05.2016
Valérie Tong CuongDas ganze Leben an einem Tag
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Das ganze Leben an einem Tag
Das ganze Leben an einem Tag
 (0)
Erschienen am 07.06.2011
Valérie Tong CuongEin ganz besonderer Tag
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Ein ganz besonderer Tag
Ein ganz besonderer Tag
 (0)
Erschienen am 05.05.2010
Valérie Tong CuongL'atelier des miracles
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
L'atelier des miracles
L'atelier des miracles
 (0)
Erschienen am 01.03.2014
Valérie Tong CuongL'atelier dei miracoli
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
L'atelier dei miracoli
L'atelier dei miracoli
 (0)
Erschienen am 01.01.2014
Valérie Tong CuongBig, französische Ausgabe
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Big, französische Ausgabe
Big, französische Ausgabe
 (0)
Erschienen am 04.05.2010

Neue Rezensionen zu Valérie Tong Cuong

Neu
katha_dbnos avatar

Rezension zu "Das Atelier der Wunder" von Valérie Tong Cuong

Wunderbar
katha_dbnovor 2 Jahren

Rezension auf Buntes Tintenfässchen

Solche Romane leben hauptsächlich von Personen, die im Grunde sind wie Du und Ich, aber trotzdem eine oder mehrere Eigenarten haben oder in skurrile Situationen geraten. Genau solche begegnen einem in "Das Atelier der Wunder".
Millie ist das Paradebeispiel des Typs "Graue Maus": introvertiert, unauffällig und schnell verunsichert. Enstprechend unzufrieden ist sie auch mit sich, sieht jedoch keine Chance, ihre Position zu verändern. Für sie ist es eine glückliche Fügung des Schicksals, dass man, nachdem sie als Opfer eines Hausbrandes im Krankenhaus gelandet ist, glaubt, sie habe ihr Gedächtnis verloren. Ich kann verstehen, dass es für sie die ultimative Lösung für all ihre Probleme ist, weil sie dadurch eine neue Identität annehmen kann. Ich persönlich habe es aber von Anfang an so gesehen, dass sie nur vor ihren Problemen davongerannt ist. Mal ehrlich: ihr muss von vornherein klar gewesen sein, dass sie dieses Lüge nicht aufrecht erhalten kann, oder? Ich sehe ein, dass sie verzweifelt ist, so ganz einverstanden war ich mit er Aktion nicht. Abgesehen davon mochte ich sie aber durchaus gerne. Sie ist eine intelligente, einfühlsame Person, weshalb man ihr nicht wirklich böse sein kann. Außerdem hat sie Humor, was sie in ihren Dialogen mit Monsieur Mike öfter gezeigt hat.

Dieser wiederum hat mir anfangs nicht wirklich zugesagt. Abgesehen davon, dass ich es albern finde, dass dieses "Monsieur" unauflöslich mit seinem Namen verknüpft zu sein schien, mochte ich ihn als verwahrlosten Alkoholiker nicht, als der er in die Geschichte eingeführt wurde. Ich war mir auch zunächst nicht sicher, ob er fantasiert, als er von einem Gnom berichtete (scheint aber nur ein Spitzname für einen kleinwüchsigen Menschen gewesen zu sein). Meine Abneigung habe ich dann aber sehr schnell hinter mir gelassen und mit jeder Szene ist er mir mehr ans Herz gewachsen. Im Grunde ist er ein lieber, hilfsbereiter Kerl. Vielleicht trifft er nicht immer die richtigen Entscheidungen, aber das ist ja nur menschlich. Besonders gerne habe ich natürlich gesehen, dass er sich ein wenig in Millie verknallt hat und ich wollte unbedingt, dass das zwischen den beiden was wird.

Auch Meriette empfand ich zunächst als anstrengend. Ihre Anspannung konnte ich bei ihrem Job vollkommen verstehen, aber ich kann es wirklich nicht leiden, wenn sich jemand unterbuttern lässt - besonders nicht vom eigenen Ehemann. Da schrillen bei mir immer sämtliche Alarmglocken. Ich habe eigentlich die ganze Zeit nur darauf gewartet, dass sie explodiert und ihm endlich die Meinung geigt. Bei solchen Szenen muss ich immer süffisant grinsen (was hier auch der Fall war). Ihr Interesse an Jean Heart wiederum fand ich etwas peinlich, obwohl sie mir schon etwas leidtat. Warum genau, verrate ich an der Stelle jedoch nicht.

Das Bindeglied zwischen diesen drei sehr unterschiedlichen Charakteren ist Jean Heart. Wie ein Engel taucht er wie aus dem Nichts auf und nimmt sich der "Problemkinder" an. Sie bekommen entweder einen Job oder einen Platz als Patient in seiner Einrichtung, was eine eigene Wohnung automatisch beinhaltet, er kümmert sich um sie, hört ihnen aufmerksam zu, vermittelt ihnen (d.h. Millie) einen Job ohne eine finanzielle Gegenleistung zu fordern - kurz: er ist der gute Samariter. Da fragt man sich natürlich, warum er das tut und wie er das bewerkstelligt. Denn zunächst klingt das einfach alles sehr rosig: die drei Hauptfiguren bekommen durch ihn einen Ausweg aus ihrem Schlamassel und können wieder neuen Mut und Kraft tanken. Man merkt jedoch schon bald, dass im Atelier der Wunder nicht alles so wunderbar ist, wie es den Anschein hat, und so platzen allmählich die Seifenblasen der Protagonisten. Natürlich war eine Katastrophe bzw. ein Wendepunkt vorhersehbar, denn worauf sonst sollte eine so paradiesisch anlaufende Geschichte sonst hinaus laufen? Was sich Valérie Tong Cuon dann aber überlegt hat, lag jenseits meiner Erwartungen. Nicht in dem Sinne, dass es so schockierend gewesen wäre, sondern eher dahingehend, dass ich diese Entwicklung niemals in Betracht gezogen hätte. Daher war ich angenehm vom Fortlauf der Handlung überrascht.

Mein Problem mit Tong Cuong ist an der Stelle, dass ich beim Lesen Lust auf mehr von ihr habe, ihre Geschichten jedoch recht kompakt sind und sie auch nicht mehr als zwei Romane in Deutschland veröffentlicht hat. Sie schreibt einfach so fantastisch, so anschaulich, dass man sofort in die Geschichte(n) hineingezogen wird. Man hat schon nach wenigen Zeilen das Gefühl, als würde man die Personen schon ewig kennen. Durch die Reflexionen über ihr jeweiliges Leben konnte ich Nähe zu ihnen aufbauen und Verständnis für ihre Handlungen aufbringen. Genau darauf kommt es beim Geschichtenerzählen meiner Meinung nach an.

An sich war ich mit dem Ausgang der Story auch vollkommen zufrieden - mit einer einzigen Ausnahme. Mir ist klar, dass ein allzu paradiesisches Ende einfach unglaubwürdig gewesen wäre, aber das ausgerechnet dieses Ereignis eintreten musste, hat mich dann doch etwas heruntergezogen.

Fazit

Auch der zweite Roman, den ich von Valérie Tong Cuong gelesen habe, hat mich von ihrem schriftstellerischen Können überzeugt. Sie kreiert mit wenigen Worten eine gewisse Atmosphäre, sodass man sich von der realen Welt losgelöst fühlt, und gibt einem das Gefühl, die Charaktere zu kennen. Entsprechend zügig habe ich den Roman auch gelesen und war etwas enttäuscht, als ich auf der letzten Seite angekommen war.

Kommentieren0
2
Teilen
katha_dbnos avatar

Rezension zu "Der Tag, als wir die Erde drehten" von Valérie Tong Cuong

Ergreifender Auszug aus den Leben von vier Franzosen
katha_dbnovor 2 Jahren

Rezension auf Buntes Tintenfässchen

Ich habe wirklich keine Ahnung, was Romane von französischen Schriftsteller/innen an sich haben, dass ich mich jedes Mal fühle, als würde ich in einen anderen Kosmos hineingesogen werden. Ich bin dann so isoliert von meiner Umgebung, dass ich mich gänzlich auf die Geschichte einlasssen kann. Und auch hier war das definitiv der Fall.

Valérie Tuong Cuong hat einen sehr ansprechenden Schreibstil: sie wählt die richtigen Worte, damit ihre Charaktere greifbar werden, lässt sie innere Monologe führen und mal sarkastisch, mal einfühlsam ihren Alltag und ihre Gedanken- und Gefühlswelt schildern. Sie modifiziert dabei immer wieder die Art und Weise, wie sie die Worte zu Sätzen zusammenfügt, je nachdem wie die Situation es erfordert. Außerdem ist dabei auch ein Wechsel zwischen den einzelnen Protagonisten spürbar, denn sie passt sich in jedem Fall der jeweiligen Figur an. Ich konnte Marylous Liebe zu ihrem Sohn Paulo nachempfinden, Prudence' Ärger über ihre Chefin und wie sehr sie ein Erlebnis in der Kindheit traumatisiert hat, Toms Fassungslosigkeit über den Verrat seiner Freundin Libby (die mir gänzlich unsymphatisch ist) und Alberts Gefühle, als ihm - mehrfach! - der Boden unter den Füßen weggezogen wird.

Obwohl mit jedem Kapitel wieder die Hauptfigur wechselt, hatte ich keine Probleme, mich wieder zurecht zu finden. Ich wusste sofort, wo der letzte Auszug aus dem jeweiligen Handlungsstrang aufgehört hat. Die Übergänge sind also nahezu nahtlos. Ich fand es außerdem genial, wie sie die einzelnen Personen zueinandergeführt und ihre Erlebnisse miteinander verwoben hat. Denn im Grunde stellt sich heraus, dass die Aktion einer der Personen sich automatisch im Dominoeffekt auch auf alle anderen ausgewirkt hat. Die gesamte Geschichte an sich ist stimmig und auch die Charaktere harmonieren perfekt miteinander. Genau das hat das Lesen dieses Romans zu einem wahnsinnig tollen Erlebnis gemacht.

Meine 'Kritik' an dem Buch ist eigentlich nicht wirklich eine, aber ich muss es dennoch sagen: das Buch ist einfach zu dünn! Ich konnte gar nicht genug bekommen von Prudence, Albert, Tom und Marylou. Alle vier sind mir ans Herz gewachsen, ich habe mit ihnen mitgefühlt und süffisant gegrinst, wenn sie ihren Kontrahenten eins ausgewischt haben. Müsste ich mich für einen Favoriten entscheiden - ich könnte es nicht! Nur zu gerne hätte ich weiterverfolgt, was aus den Vieren geworden ist, denn auch, wenn Cuong am Ende einen Sprung in die 'Zukunft' macht, hätte ich mir einfach gewünscht, dass sie die neuen Entwicklungen wortreicher ausführt. So war es doch eher ein Abriss, der sehr viel Interpretationsspielraum lässt.


Fazit

Der Roman ist definitiv ein kleiner literarischer Schatz. Die Charaktere sind liebevoll ausgearbeitet, die vier Handlungsstränge sind - trotz ihrer Verbindung zueinander - völlig verschieden und sorgen daher für Abwechslung, und auch der Erzählstil war angenehm, flüssig und auf die jeweilige Person abgestimmt. Der einzige Schönheitsfehler ist der geringe Seitenumfang: zu meinem Leidwesen durfte ich nur 196 Seiten in der Welt von Tom, Prudence, Albert und Marylou verweilen. Ausreichend, aber viel zu kurz!

Kommentieren0
2
Teilen
schokoloko29s avatar

Rezension zu "Das Atelier der Wunder" von Valérie Tong Cuong

Das Atelier
schokoloko29vor 4 Jahren

Inhalt des Buches:
In diesem Buch wird ein Atelier beschrieben, welches Menschen aufnimmt, die in Schwierigkeiten sind.
Da ist einmal Millie. Sie ist ein unscheinbares Mäuschen, welches sich von einem zum nächsten Gelegenheitsjob tingelt und für andere Menschen nicht sichtbar ist. Durch einen Brand in ihrem Haus ist sie gezwungen aus dem vierten Stock zu springen. Sie fällt und weist ein leichtes Schädel- Hirn- Trauma und ein paar Rippenbrüche auf. Um ihr früheres Leben zu vergessen täuscht sie eine Amnesie vor.
Dann ist der Monsieur Mike. Ein Obdachloser, der von einem "Kumpel" zusammengeschlagen wird. Seine Milz ist zerstört und man sagt ihm, wenn er wieder auf der Straße lebt, wird er sterben. Im Atelier findet er eine zweite Chance. Dort ist er ein Aufpasser und er fühlt sich wieder wichtig und gebraucht.
Zu guter letzt ist da noch Mariette. Sie wird von ihren Schülern schikaniert und ihr Ehemann hat nur noch Verachtung und Geringschätzung für sie übrig. Eines tages rastet sie aus und schlägt einen Mitschüler.
Diese Menschen entwickeln sich im Atelier weiter...

Eigene Meinung:
Dieses Buch ist leicht zu lesen und sehr einfach in der Sprache. Es hat mir gut gefallen und ist zu empfehlen.

Kommentieren0
21
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 50 Bibliotheken

auf 17 Wunschlisten

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks