Val McDermid Northanger Abbey

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Inhaltsangabe zu „Northanger Abbey“ von Val McDermid

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  • Von Jane Austens Bath zu Val McDermids Edinburgh

    Northanger Abbey
    Kerstin2505

    Kerstin2505

    In Großbritannien läuft derzeit „The Austen Project“ (http://theaustenproject.com), für das sechs Romane Jane Austens von zeitgenössischen Schriftstellern in die Gegenwart versetzt werden. Drei sind bereits erschienen: Joanna Trollope hat sich „Sense and Sensibility“ vorgenommen, Alexander McCall Smith kürzlich „Emma“ und Val McDermid versetzte „Northanger Abbey“ in das moderne Edinburgh. Irgendwann dieses Jahr soll Curtis Sittenfeld mit „Pride and Prejudice“ folgen – der Erscheinungstermin wird allerdings immer mal wieder nach hinten verschoben, im Moment ist von Mitte Juli die Rede. Von wem und wann die letzten beiden Bücher erscheinen, ist noch nicht bekannt. Das Projekt ist nicht unumstritten und in den Feuilletons der englischsprachigen Zeitungen wurde viel darüber geschrieben, wie viel Sinn es macht und ob Austens Romane überhaupt funktionieren, wenn sie in der heutigen Zeit spielen: eine Frau, die Anfang 20 noch nicht verheiratet ist, ist inzwischen alles andere als ungewöhnlich, außerdem ist es nicht mehr üblich, dass Eltern sich um die Verheiratung ihrer Töchter kümmern – ist damit die Ausgangssituation von „Pride and Prejudice“ bereits verpufft? Auch ich war zunächst etwas skeptisch, als mir eine Kollegin kürzlich „Northanger Abbey“ von Val McDermid auf den Tisch legte. Ich muss dazu sagen, dass die ursprüngliche Version von Austen selbst eigentlich noch vor „Pride and Prejudice“ mein Lieblingsroman ist. Leider ist er recht unbekannt, obwohl er sehr zugänglich, unterhaltsam und leicht lesbar ist. Die Messlatte lag also in meinen Augen sehr hoch – und ich wurde überwiegend positiv überrascht. Genug der Vorrede, worum geht es? Die 17-jährige Catherine Morland (ja, McDermid hat alle Namen von Jane Austen 1:1 übernommen) lebt im ländlichen Dorset und ist eine wahre Büchernärrin. Vor allem Schauer- und Fantasyromane haben es ihr angetan, in denen versinkt sie stundenlang und fiebert mit den Helden und Heldinnen so sehr mit, dass es ihr darüber hinaus schwer fällt, das Wesen von echten Menschen richtig einzuschätzen. Um mal ein wenig aus ihrem Trott herauszukommen, wird sie von ihren Nachbarn, den Allens, eingeladen, den August mit ihnen in Edinburgh zu verbringen. McDermid hat Austens Roman, der ursprünglich im englischen Kurort Bath angesiedelt ist, also nach Schottland versetzt – ein super Schachzug, denn dort gibt es jeden August mit dem „Fringe Festival“ und anderen parallel dazu stattfindenden Festivals ähnlich viele Feiern und Anlässe, in der Stadt zusammen zu kommen, wie anno dazumal in Bath. Man ist also viel in der Stadt unterwegs, trifft sich, flaniert durch die Gegend und lernt neue Leute kennen. Sozializing in seiner reinsten Form, wie bei Austen. Cat Morland taucht nun also gemeinsam mit den Allens in diese Welt ein. Dass die Allens jeden August in Edinburgh sind, hilft ungemein, denn dadurch haben sie schon entsprechende Kontakte und so dauert es nicht lange, bis unsere moderne Cat Morland auf den modernen Henry Tilney trifft und die Verwicklungen ihren Lauf nehmen. Natürlich gibt es auch bei McDermid eine echte Northanger Abbey, die Cat – großer Fan der Twilight-Romane und sonstiger Fantasy-Reihen – irgendwann besuchen darf. McDermid hat sich nicht nur bei der Benennung und Zeichnung ihrer Charaktere sehr an Austens Vorlage gehalten; auch was die Art der Dialoge angeht, schimmert Austens Schreibweise deutlich durch. Außerdem kommt der Roman gerade zu Anfang mit erstaunlich wenig Dialog aus. Es gibt sehr viele Beschreibungen und detaillierte Beobachtungen, die sich manchmal über Seiten hinziehen und ebenfalls sehr an Austen erinnern. Ich gebe zu: man muss sich ein Stück weit auf dieses Buch einlassen wollen, um Gefallen daran finden zu können, dass Teenager von heute in eine Handlung aus dem beginnenden 19. Jahrhundert versetzt werden. Ich empfehle den Roman allen Austen-Fans und besonders auch denen, die bisher noch nicht mit ihr in Berührung gekommen sind – am besten in Kombi mit dem Original. Zuerst Austen, und mit ein wenig Abstand McDermid, dann hat man für einige Tage Lesevergnügen gesorgt :-)

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