Valentin Groebner

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Neue Bücher

Retroland
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Neu erschienen am 22.08.2018 als Taschenbuch bei S. FISCHER.

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Valentin GroebnerDas Mittelalter hört nicht auf
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Das Mittelalter hört nicht auf
Das Mittelalter hört nicht auf
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Erschienen am 15.02.2008
Valentin GroebnerIch-Plakate - Eine Geschichte des Gesichts als Aufmerksamkeitsmaschine
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Ich-Plakate - Eine Geschichte des Gesichts als Aufmerksamkeitsmaschine
Valentin GroebnerRetroland
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Retroland
Retroland
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Erschienen am 22.08.2018
Valentin GroebnerUngestalten
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Ungestalten
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Erschienen am 08.09.2003
Valentin GroebnerOkonomie Ohne Haus
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Okonomie Ohne Haus
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Erschienen am 01.05.1998
Valentin GroebnerDer Schein der Person
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Der Schein der Person
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Erschienen am 16.09.2004
Valentin GroebnerWissenschaftssprache
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Wissenschaftssprache
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Erschienen am 08.03.2012
Valentin GroebnerWho are You?
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Erschienen am 31.03.2007

Neue Rezensionen zu Valentin Groebner

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Rezension zu "Retroland" von Valentin Groebner

Waren Sie schon in Retroland?
Sikalvor einem Monat

Der Autor Valentin Groebner, Professor für Geschichte des Mittelalters und der Renaissance schreibt in seinem Buch „Retroland“ vom Geschichtstourismus, von unseren Reisen in die Vergangenheit und der Sehnsucht, geraniengeschmückte Altstädte zu bewundern, die vor Authentizität nur so leuchten. Doch was ist echt an Althergebrachtem? Warum lassen wir uns von der Tourismusindustrie täuschen? Gilt es, das Paradies im Vergangenen zu suchen? Diesen Fragen und mehr geht der Historiker auf den Grund – entstanden ist ein humorvoller Reisebericht aus „Retroland“ und der Erkenntnis, dass die Vergangenheit vergangen ist und man diese nicht zurückgewinnen kann. Es bleibt ein Loch, eine Lücke – auch wenn wir noch so sehr danach suchen…

 

Geschichtstourismus ist keine Erfindung unserer Zeit, sondern wurde bereits vor 500 Jahren von Mönchen entdeckt. Die erste Station der Reiseroute führt ins Piemont, wo wir Sacri Monti mit der Geburtsgrotte Christi und lebensgroßen Heiligenfiguren besichtigen. Natürlich alles Kopien, doch diese Sehenswürdigkeit inmitten italienischer Landschaft vermittelt einen Bezug zu Palästina und lockt Pilger scharenweise an.

 

Weiter entführt uns der Autor in verschlafene Altstädte, mittelalterliche Kathedralen, die teilweise durch Kriege oder den Lauf der Zeit zerstört und demontiert wurden und nun in neuem alten Glanz erstrahlen – mit Hintergrundgeschichten gespickt, die Touristen nur allzu gerne hören wollen.

 

„Geschichte, anders gesagt, wurde im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts etwas, was man neu bauen konnte und eigentlich auch neu bauen musste, wenn sie den technischen, ästhetischen und politischen Ansprüchen der Gegenwart genügen sollte.“

 

Wir besuchen auf unserer Reise durch Retroland u.a. Paris, Luzern, viel gestaltete unberührte Natur und machen einen Abstecher nach Sri Lanka, wo der Autor vom vermeintlichen Paradies erzählt, in dem man über Kärntner Internate oder Wiener Wohnungen spricht. Was ist denn nun das Paradies? Die Reise in ferne Länder oder doch das Vertraute?

 

„Könnte es sein, denke ich, dass Altstädte – zerstörte und wieder aufgebaute wie Warschau und Münster und restaurierte und aufgeschönte wie Luzern und Bologna – eigentlich Weihnachtsmärkte sind, Planeten aus einer ironischen Science-Fiction-Erzählung, und ihren Besuchern ist es im Grunde völlig gleichgültig, aus welcher Zeitzone die von ihnen durchwanderten Straßen stammen, solange sie dort Lebkuchen, Glühwein und in Ostasien produzierte Turnschuhe kaufen können?“

 

Touristen auf der Suche nach Identität, Gedenkfeiern und Jubiläumsfeste als Erinnerung an längst Vergangenes - ein Irrglaube, alles eine Inszenierung. Das Paradies muss wohl jeder für sich selbst finden, es ist in keinem Reiseführer verzeichnet und kann auch nicht von der Tourismusbranche vermittelt werden.

Groebner schreibt mit einer gewissen Selbstironie, teils mit ziemlich verschachtelten Sätzen, analysiert Historisches, vermittelt eigene Erlebnisse und vermischt diese mit seinen Recherchen.

 

Ein lesenswerter Reisebericht nach Retroland, für den ich gerne 4 Sterne vergebe.

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M

Rezension zu "Ich-Plakate - Eine Geschichte des Gesichts als Aufmerksamkeitsmaschine" von Valentin Groebner

Image oder Persönlichkeit?
michael_lehmann-papevor 3 Jahren

Image oder Persönlichkeit?

Menschen, vor allem Gesichter, sind eines der probaten, meistgenutzten Elemente in Marketing und Werbung und „schauen“ an allen Orten und von allen Seiten „die anderen“, Passanten, Betrachter, Zuschauer, „an“.

Wobei „Gesichter“ keine Erfindung der Neuzeit sind, die Darstellung von Gesichtern ist gängiges Mittel der Kunst (fast) aller Zeiten. Du, wie man im Buch erfährt, auch das „Schönen“ von Gesichtern (durch das „Handwerk“ des Ausführenden) ist beileibe keine „neue“ Eigenart.

Denn es geht (und ging) aus verschiedenen Motiven heraus, oft und oft nicht um die reine Reproduktion lebendiger „Vor-Bilder“, sondern in vielfachen Fällen um Idealisierung, um Botschaften, die durch solche Gesichter vermittelt werden sollen und sollten und damit „das Eigentliche“ der Gesichtsdarstellung ausmachen.

So kann man Groebner in seiner Darstellung durch die Jahrhunderte und die verschiedenen Techniken der „Ich-Darstellung“ durch „Gesichter“ leicht in seiner überzeugenden Darlegung folgen, das eine gewisse „Übernatürlichkeit“ überall den Betrachtern entgegenschaut, die konkreten Zwecken folgt und sich jene inneren Vorgänge beim Betrachter zu Nutze macht, die umgehend auch gemalten oder fotografierten, „in Szene gesetzten“ Gesichtern emotional begegnet, persönliche Eigenschaften automatisch und unbewusst zuordnet und damit die vermittelten Botschaften fast unmittelbar in sich aufnimmt.

„Die Bilder sprechen, weil sie ein Gesicht zeigen“.
Auf der Basis dessen, dass seit etwa dem 14. Jahrhundert die Kunst entstand, „unbelebte Dinge“ (die Leinwand, das leere Fotopapier, das leere Großplakat) als „Person auftreten und sprechen zu lassen“.

Diese „Geschichte des Gesichts“ und damit der Darstellung einer eher imaginären Person, die eher im Blick des Betrachters entsteht als tatsächlich die abgebildete Person „real“ darzustellen, erzählt Groebner ruhig, informiert und in großer Breite. In einer Sprache, welcher der Leser leicht folgen kann. Nicht immer spannend oder mit überwältigenden, neuen Erkenntnissen, doch aber flüssig und mit genügend wenig bekannten Informationen, um den Leser von Anfang bis Ende „bei der Stange“ zu halten.

Und er bietet ebenso durchaus gewichtige Anreize zur Reflexion, warum eigentlich idealisierte, geschönte, „zurechtgemachte“ Bilder von Gesichtern eine solch breite Wirkung entfalten und den Effekt dazu, es „denen“ gleich zu tun (und das mit einem „Ich-Gesicht“ beworbene Produkt sich anzueignen, um selbst einem solchen „Ideal“ näher rücken zu können).

Somit verweist Groebner in seiner detaillierten Darstellung der Geschichte der „Gesichts-Bilder“ immer wieder auch auf den Blick des Menschen auf sich selbst. Der anscheinend eher von den eigenen (vermeintlichen) Mängeln geprägt ist denn von einer eigenen Souveränität, die deutlich unempfänglicher machen würde gegenüber idealisierten „Images“.

Eine empfehlenswerte Lektüre.

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Fusas avatar

Rezension zu "Das Mittelalter hört nicht auf" von Valentin Groebner

Rezension zu "Das Mittelalter hört nicht auf" von Valentin Groebner
Fusavor 10 Jahren

Klar, einfach und auf den Punkt gebracht - bewunderswerter, eloquenter Stil.

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