Valentin Groebner Ich-Plakate - Eine Geschichte des Gesichts als Aufmerksamkeitsmaschine

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Inhaltsangabe zu „Ich-Plakate - Eine Geschichte des Gesichts als Aufmerksamkeitsmaschine“ von Valentin Groebner

Große Augen, lächelnde Münder: Gesichter auf Plakatwänden sollen Gefühle erzeugen, Vertrauen, Intimität – alles Leitbegriffe der Werbung im 21. Jahrhundert. Aber der Glaube an die Wirkung von Gesichtern hat eine lange Vorgeschichte. Ihren Spuren geht der Historiker und Publizist Valentin Groebner in seinem klugen, elegant geschriebenen Essay nach. Ob Heiligenbilder, Renaissanceporträts oder Fotografien, alle diese Bilder sagen viel über die Fertigkeiten ihrer Macher aus, doch wenig über die dargestellten Menschen. Am Ende stellt sich die Frage, wie sehr wir diesen Gesichtern wirklich gleichen wollen – denn autonome Ich-Gesichter gibt es nicht.

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    Ich-Plakate - Eine Geschichte des Gesichts als Aufmerksamkeitsmaschine

    michael_lehmann-pape

    18. September 2015 um 14:17

    Image oder Persönlichkeit? Menschen, vor allem Gesichter, sind eines der probaten, meistgenutzten Elemente in Marketing und Werbung und „schauen“ an allen Orten und von allen Seiten „die anderen“, Passanten, Betrachter, Zuschauer, „an“. Wobei „Gesichter“ keine Erfindung der Neuzeit sind, die Darstellung von Gesichtern ist gängiges Mittel der Kunst (fast) aller Zeiten. Du, wie man im Buch erfährt, auch das „Schönen“ von Gesichtern (durch das „Handwerk“ des Ausführenden) ist beileibe keine „neue“ Eigenart. Denn es geht (und ging) aus verschiedenen Motiven heraus, oft und oft nicht um die reine Reproduktion lebendiger „Vor-Bilder“, sondern in vielfachen Fällen um Idealisierung, um Botschaften, die durch solche Gesichter vermittelt werden sollen und sollten und damit „das Eigentliche“ der Gesichtsdarstellung ausmachen. So kann man Groebner in seiner Darstellung durch die Jahrhunderte und die verschiedenen Techniken der „Ich-Darstellung“ durch „Gesichter“ leicht in seiner überzeugenden Darlegung folgen, das eine gewisse „Übernatürlichkeit“ überall den Betrachtern entgegenschaut, die konkreten Zwecken folgt und sich jene inneren Vorgänge beim Betrachter zu Nutze macht, die umgehend auch gemalten oder fotografierten, „in Szene gesetzten“ Gesichtern emotional begegnet, persönliche Eigenschaften automatisch und unbewusst zuordnet und damit die vermittelten Botschaften fast unmittelbar in sich aufnimmt. „Die Bilder sprechen, weil sie ein Gesicht zeigen“. Auf der Basis dessen, dass seit etwa dem 14. Jahrhundert die Kunst entstand, „unbelebte Dinge“ (die Leinwand, das leere Fotopapier, das leere Großplakat) als „Person auftreten und sprechen zu lassen“. Diese „Geschichte des Gesichts“ und damit der Darstellung einer eher imaginären Person, die eher im Blick des Betrachters entsteht als tatsächlich die abgebildete Person „real“ darzustellen, erzählt Groebner ruhig, informiert und in großer Breite. In einer Sprache, welcher der Leser leicht folgen kann. Nicht immer spannend oder mit überwältigenden, neuen Erkenntnissen, doch aber flüssig und mit genügend wenig bekannten Informationen, um den Leser von Anfang bis Ende „bei der Stange“ zu halten. Und er bietet ebenso durchaus gewichtige Anreize zur Reflexion, warum eigentlich idealisierte, geschönte, „zurechtgemachte“ Bilder von Gesichtern eine solch breite Wirkung entfalten und den Effekt dazu, es „denen“ gleich zu tun (und das mit einem „Ich-Gesicht“ beworbene Produkt sich anzueignen, um selbst einem solchen „Ideal“ näher rücken zu können). Somit verweist Groebner in seiner detaillierten Darstellung der Geschichte der „Gesichts-Bilder“ immer wieder auch auf den Blick des Menschen auf sich selbst. Der anscheinend eher von den eigenen (vermeintlichen) Mängeln geprägt ist denn von einer eigenen Souveränität, die deutlich unempfänglicher machen würde gegenüber idealisierten „Images“. Eine empfehlenswerte Lektüre.

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