Valentin Wolker

 4,8 Sterne bei 4 Bewertungen

Lebenslauf von Valentin Wolker

Valentin Wolker ist erfolgreicher Buchautor, seine Bücher sind SPIEGEL-Bestseller und in vielen Ländern erhältlich. Wenn er nicht schreibt, macht er gerne komplett verrückte Sachen. Er schreibt dieses Buch unter Pseudonym, um seine chinesische Schwiegerfamilie und sich selbst zu schützen.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Valentin Wolker

Cover des Buches »Suche Mann für meine Eltern« (ISBN: 9783596299935)

»Suche Mann für meine Eltern«

 (4)
Erschienen am 21.09.2017

Neue Rezensionen zu Valentin Wolker

Cover des Buches »Suche Mann für meine Eltern« (ISBN: 9783596299935)Ariuss avatar

Rezension zu "»Suche Mann für meine Eltern«" von Valentin Wolker

Eine amüsante Erzählung für Zwischendurch, die auch nachdenklich macht.
Ariusvor einem Jahr

Wie weit soll jemand gehen, um die Eltern glücklich zu machen? Was natürlich auch zur Gegenfrage führt, wie weit Eltern gehen sollen, um ihre Kinder glücklich zu machen.

Eine amüsante Erzählung für Zwischendurch, die auch nachdenklich macht.

Eine unterhaltsame, zum Teil auch spannende und vor allem interessante Reportage mit vielen unvorstellbaren Ereignissen und Gegebenheiten in einem nicht nur geografisch betrachtet fernen Land. Zwei völlig unterschiedliche Kulturen treffen aufeinander. 

Auf der einen Seite haben wir Valentin, Deutscher, schwul, liiert mit Tom. Auf der anderen Seite Mailin, Chinesin, lesbisch, Single.

Schon für Valentin war es schwierig, seinen Eltern klarzumachen, dass er nie eine Frau heiraten würde. Um einiges schwieriger ist es für Mailin. Ihre Eltern haben nie zugehört, wenn sie versucht hat, es ihnen zu erklären. Ein Onkel, mit dem sie gesprochen hatte, meinte nur pragmatisch: „zuerst heiraten, dann du kannst sein, was du willst.“

Und genau hier liegt das Problem. In der chinesischen Kultur gilt eine unverheiratete Tochter als Schande. Das gleiche gilt auch für Söhne, doch darum geht es in dieser Geschichte nicht. Die unverheirateten könnten mit den Schultern zucken und einfach ihr Leben leben. 

In Deutschland kein Problem. In China schlichtweg unmöglich.

Die Familie hat in China eine ganz andere Bedeutung als in der westlichen Welt. Das nennt sich Xiao. Die Liebe der Kinder zu ihren Eltern, die kindliche Ehrerbietung. Ihr wesentlicher Inhalt ist die Liebe der Kinder zu ihren Eltern und darüber hinaus zu ihren Ahnen (Ahnenkult). Aus dieser Verpflichtung gegenüber dem Clan entwickelte sich ein System von Beziehungen, Verhaltensweisen und Ansprüchen. Im Grunde bedeutet dies nichts anderes als, man tut für seine Eltern alles. 

Nach konfuzianischer Ethik zählt Xiao mit zu den Kardinalstugenden. Kinder schuldeten den Eltern Gehorsam und den älteren Familienmitgliedern Respekt. So war es selbstverständlich, dass im alten China die Familie nicht nur für ihre jungen, sondern auch für ihre alten Mitglieder sorgte.

Es gibt auch entsprechende Gesetze dazu. So haben Eltern, die über sechzig sind, das Recht, ihre Kinder regelmäßig zu sehen. Dieses Recht kann eingeklagt werden, falls ein Kind dem nicht nachkommt. Angestellte bekommen freie Tage, um ihre Eltern zu besuchen. Es hat auch schon entsprechende Gerichtsurteile gegeben, mit angedrohten Haftstrafen, wenn das Kind dieser Pflicht nicht nachkommen würde.

Homosexuell zu sein verstößt noch nicht gegen das Xiao. Doch nicht zu heiraten ist vor allem für die Eltern eine Schande. Und den Eltern Schande zu bereiten, verstößt gegen das Xiao.

So erfindet Mailin einen deutschen Freund, um ihre Eltern zufriedenzustellen. Da sie in Deutschland studiert hat, geht dies auch eine Weile gut. Doch nun möchte ihre Mutter diesen Freund einmal kennenlernen und besteigt das nächste Flugzeug.

Da ist guter Rat teuer. Woher so rasch einen geeigneten Mann finden, der nicht zu viel fordert. Da kommt Valentin ins Spiel. In einer Schwulenbar entdeckt er einen Anhang, mit Mailins Hilferuf.

Mehr neugierig als wirklich interessiert, meldet er sich bei ihr. Kurzentschlossen springt er in die Presche und präsentiert sich als Mailins Verlobten. Zufrieden reist die Mutter mit Mailin im Schlepptau zurück nach China.

Für Valentin scheint das Abenteuer nun erledigt. Doch nicht für Mailins Mutter. Immer häufiger drängt sie auf die baldige Hochzeit. Schlussendlich lässt sich Valentin dazu überreden, mit Tom nach China zu reisen, um dort eine typisch chinesische Hochzeit zu feiern. Tom wird dabei als sein Bruder ausgegeben. Um nicht tatsächlich heiraten zu müssen, hat Mailin ihren Eltern weisgemacht, dass die standesamtliche Trauung bereits in Deutschland erfolgt sei.

Trotz der Tiefe der Thematik, ist die Erzählweise locker. So ist das Buch leicht zu lesen.

Ein Buch, das trotz der humorvollen Erzählweise und vielen amüsanten Szenen zum Nachdenken anregt. Ich habe es regelrecht verschlungen und kann es nur jedem wärmstens empfehlen

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Cover des Buches »Suche Mann für meine Eltern« (ISBN: 9783596299935)Seehase1977s avatar

Rezension zu "»Suche Mann für meine Eltern«" von Valentin Wolker

Humorvolle und lesenswerte Lektüre mit ernsthaftem Hintergrund
Seehase1977vor 5 Jahren

Er springt ihm sofort ins Auge, der gelbe Klebezettel mit der ungewöhnlichen Nachricht. Valentin entdeckt den Aushang eines Abends in einer Bar, die Botschaft: „Suche Mann für meine Eltern“. Wer schreibt solche Nachrichten auf einen Klebezettel und was für eine Geschichte verbirgt sich hinter all dem? Valentin ist neugierig geworden und wählt die angegebene Nummer, unter der sich die Chinesin Meilin meldet. Sie sucht tatsächlich einen Mann, besser gesagt einen Ehemann, weniger für sich, eher für ihre Eltern, denn als einziges und vor allem unverheiratetes Kind über dreißig ist sie für diese in ihrem Land eine echte Schande.

Obwohl Valentin mit Tom zusammenlebt, will er Meilin unbedingt helfen. Sie konstruieren einen ausgeklügelten, wenn auch riskanten Plan…

Meine Meinung:
„Suche Mann für meine Eltern“ von Valentin Wolker hat mich aufgrund seines Titels angesprochen. Obwohl es auf den ersten Blick nach einem Liebesroman klingt, hat mich der Klappentext sofort neugierig gemacht, ebenso wie das Geheimnis um den Autor, der angeblich ein erfolgreicher, unter Pseudonym schreibender Bestseller-Autor sein soll. Egal, was hier der Wahrheit entspricht, das Buch ist toll und anders als man vielleicht erwarten würde.

Valentin Wolker erzählt hier, wenn man so will, seine persönliche Geschichte und die ist auf den ersten Blick äußerst kurios.

Die aus China stammende Mitdreißigerin Meilin sucht via Aushang in einer Bar einen Mann für ihre Eltern. Das klingt erstmal verrückt. Für die verzweifelte Chinesin aber eine ernste Sache, denn in ihrem Land gilt die unverheiratete Frau als Schande für ihre Eltern. Für diese ist der saloppe Lebenswandel ihrer Tochter beschämend und demütigend. Der eigentlich schwule und mit Tom zusammenlebende Valentin hat Mitleid und will Meilin in ihrer misslichen Lage helfen. So kommt es, wie es kommen muss, der junge Mann wird kurzerhand zum Verlobten umfunktioniert, es folgt das erste Treffen mit der „Schwiegermutter“ und eine verhängnisvolle Reise nach China.

Die durchweg sympathischen und Protagonisten sind hier meiner Meinung nach voll aus dem Leben gegriffen. Junge Menschen mit Sorgen und Ängsten, aber auch mit eigenen Zielen und dem nötigen Mut, sich auf Neues einzulassen, ohne zuerst über die Konsequenzen nachzudenken.

Der Erzählstil des Autors ist angenehm leicht, kurzweilig und punktet eindeutig mit herrlich beschriebener Situationskomik. Nicht selten habe ich beim Lesen herzhaft gelacht. Doch neben all dem Humor wird hier auch ein ernstes Thema angeschnitten. Das Gefühl, es seinen Eltern nie recht machen zu können, hat sicher jeder schon einmal verspürt. 


Valentin Wolker erzählt in seinem Buch von Enttäuschungen, nicht erfüllten Erwartungen und dem Drahtseilakt, trotz Erwartungsdruck seine Ziele und vor allem sich selbst nicht aus den Augen zu verlieren. Inwieweit sollen sich Kinder verbiegen, wie dürfen sie gehen, um ihre Eltern glücklich zu machen? Eine Frage, die auch nach Lektüre dieses Buches aufwühlt und zum Nachdenken anregt.

Mein Fazit:

„Suche Mann für meine Eltern“ von Valentin Wolker ist definitiv anders als erwartet, denn wer hier auf einen Liebesroman hofft, wird sicherlich enttäuscht sein. Mit viel Humor und dennoch spannend wie ein Kriminalroman schneidet der Autor ein Thema an, mit dem wir alle in irgendeiner Form schon einmal konfrontiert wurden. Die Gewissheit, es seinen Eltern nie recht machen zu können. 


Doch wie weit darf man gehen, um den Erwartungen der Eltern gerecht zu werden, ohne sich selbst zu verlieren? Ein Buch, das trotz der humorvollen Erzählweise und vielen amüsanten Szenen zum Nachdenken anregt. Ich habe es regelrecht verschlungen und kann es nur jedem wärmstens empfehlen. 

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