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ValentinZahrnt

vor 3 Jahren

Bewerbung/Ich möchte mitlesen

„Wolken, Sandsteinfassaden und Schaufenster zittern im Gewirr der winzigen Wellen. Der Springbrunnen ist stumm, vereinzelt klatschen Regentropfen aufs Wasser. Die Dämmerung naht. Plötzlich – Benjamin starrt auf die spiegelnde Oberfläche und weiß nicht, was er gesehen hat. Oder gehört, gespürt, ein Gefühl auf seiner Haut, eine unbegriffene Glückseligkeit und etwas Schreckliches, und nun ist es weg, aus ihm herausgerissen. Er atmet ein, stoßweise, als fände die Luft keinen Raum vor lauter Leere.“

So beginnt „Benjamin“, und mir fällt es schwer, dem viel hinzuzufügen. Es ist ein Roman über die Unsicherheit der Erinnerungen, der Beziehungen, der Gefühle. Das Psychogramm eines Menschen in der Krise.

Ich wollte ersatzweise aus den Rezensionen zitieren (die mich außerordentlich gefreut haben, nicht so sehr, weil sie positiv ausfielen, sondern vor allem, weil sie mir das Gefühl gaben, dass der Roman Leser zum „Klingen“ gebracht hat) – aber das fühlt sich nicht richtig an, schließlich will ich Eure Meinung einholen.

Lest einfach das erste Kapitel und seht, ob Euch „Benjamin“ anzieht – als Buch, nicht unbedingt als Person. Für alle, die etwas mehr erfahren wollen, füge ich eine vage Beschreibung bei, die allerdings die Lesererwartung mehr prägt, als ich mir das wünsche.

Ich hoffe auf eine besondere Leserunde

Valentin

PS: Bislang gibt es Benjamin nur als E-Book.

Autor: Valentin Zahrnt
Buch: Benjamin

ValentinZahrnt

vor 3 Jahren

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Das Buch steht im Präsenz, denn es erzählt nicht eine abgeschlossene, runde Geschichte, sondern geschieht im Auf und Ab. Es beginnt nicht mit dem alten Mann, der sich im Lehnstuhl der Irrungen und Wirrungen seiner Jugend erinnert, sondern mit dem ersten Ausschlagen der Nadel, die Seite um Seite Benjamins Psychogramm zeichnet.
Der Ausschnitt ist dabei nicht zufällig gewählt – er reicht vom Ausbruch der Krise bis zu einem Punkt ohne Wiederkehr, bis zu einer Einsicht, die das alte Leben unmöglich macht. Doch ob Benjamin diese Krise übersteht, ob ihm das Neue gelingt, bleibt unbestimmt. Es ist ein Ausschnitt, der abrupt einsetzt und ohne Abspann endet. Das fordert den Leser, wie das gesamte Buch, das einen Menschen zeigt, der an der Oberfläche abstösst und doch gemocht werden kann als einen Ringenden, dessen Härte letztlich von Verletzlichkeit zeugt und dessen Gewissheit nur die tiefe Unsicherheit der Erinnerungen, Beziehungen und Gefühle überdeckt.

Mrs. Dalloway

vor 3 Jahren

Bewerbung/Ich möchte mitlesen

Hallöchen,
ich würde gerne mitlesen :) Benjamin heißt mein Neffe & Patenkind, den ich sehr liebe. Das was ich bisher gelesen habe klingt ziemlich gut. Ein Roman über Unsicherheiten... das ist bestimmt ein ganz besonderes Buch.

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Sarlascht

vor 3 Jahren

Kapitel 9-11
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Das Buch habe ich eigentlich schon vor zwei Tagen beendet, aber ich hing ein wenig meinen Gedanken nach, weil ich ein Problem habe, es gibt diese Geschichte, die man liest, genießt, mag, aber zum Ende sich denkt: irgendwas fehlt, aber man kann dieses irgendwas nur leider nicht benennen, dann wäre natürlich alles klarer.
Also, ich denke, vielleicht, dieser Abschluss, der Bruch von Nicki und Benjamin, der Kuss, er lässt so viel Spielraum, blieb es bei dem Kuss, kam mehr oder hat es ausgereicht, damit die Beziehung zueinander so erkaltet?

Sehr gelungen fand ich die Aussprache mit Daniela, sie hielt ich einfach für eine blöde Kuh, wenn ich ehrlich bin, jetzt aber, wenn man einen Blick in ihre Seele werfen durfte, da bekommt sie menschliche Züge, fühlt mit ihr, aber genau weil die Beziehung von Benjamin und Nicki so innig war, genau deswegen wünscht man sich darüber mehr Details.

Es bleibt natürlich auch offen, wie die Beziehung von Benjamin und seinen Vater weitergeht. Raufen sie sich zusammen, war es ein endgültiger Bruch, wird darüber geschwiegen (was ich bei der Familie stark vermute) usw. Ich bin kein Freund von offenen Enden, aber mir ist auch bewusst, manchmal gibt es im Leben nicht so schnell einen Abschluss, deswegen werde ich die ungeklärten Fragen wohl hinnehmen.

Schade finde ich übrigens, dass ich und Valentin hier alleine sind, ich werde sicherlich noch öfters hier vorbeischauen und hoffe, es kommen noch ein paar andere Sichtweisen.

Lieber Valentin, die Rezension folgt am Sonntag, sei mir bitte nicht böse, aber ich bin die nächsten Tage verplant, aber keine Sorge, sie wird gut ausfallen :)

ValentinZahrnt

vor 3 Jahren

Kapitel 9-11
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@Sarlascht

Ja, das offene Ende ... Darüber haben schon einige Leser geklagt - allerdings meist mit dem Zusatz: dass sie so etwas grundsätzlich nicht mögen. Ich habe oft darüber nachgedacht und bin zum Schluss gekommen: Für Benjamin muss es sein! Das Buch soll realistisch sein, und damit Benjamin seine Probleme realistisch bewältigen kann, müsste ich Monate, wenn nicht Jahre vergehen lassen. Dann müsste das ganze Buch anders erzählt werden, wir hätten nicht diese nahe Momentaufnahme.

Außerdem geht es für mich in dem Buch mehr darum, wie schwierig es ist, zu erkennen, was wirklich ist (in uns, den anderen, unseren Beziehungen), wieviel Kraft es manchmal braucht, mit den Gewohnheiten und Schutzmechanismen zu brechen - und da wäre die Geschichte der Bewältigung und des Neuanfangs eine andere geworden.

Und schliesslich drittens wollte ich diese quälende Offenheit, die zu Benjamins Leiden passt, auch beim Leser erzeugen: Und tatsächlich berichtest du, dass du das Buch erst einmal sacken lassen musstest. Bücher, die mich so beunruhigen, beruhigen mich in einem tieferen Sinn: Ich fühle mich nicht allein mit dem Gefühl, das mich (zum Glück nur ab und an) beschleicht, dass unter der heilen Welt auch eine Welt des Schwierigen liegt, die man ausblendet (aber erkennen kann, ohne daran zu zerbrechen).

Da merke ich, dass ein viertens angebracht ist, auf das ich erst jetzt stoße: wahrscheinlich wollte ich auch betonen, wie viel Wert im Erkennen liegt. Benjamin muss seine Probleme nicht lösen, wenn er wirklich bereit ist, ihnen ins Auge zu schauen, vertraue ich, dass er sie überwinden wird.

Danke - du hast mich gut zum Nachdenken gebracht :)

Sarlascht

vor 3 Jahren

Kapitel 9-11
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Auch bei mir hat eine Wandlung stattgefunden: natürlich ist ein offenes Ende immer ärgerlich, weil man ja als Leser gleich alles wissen möchte, auf der anderen Seite, so beginnt man nachzudenken, über Benjamin, jedoch auch über sein eigenes Leben und dieser Zustand ist ein spannender Prozess, der jetzt schon die ganzen letzten Tage anhält und wofür ich mich herzlich bei dir bedanken möchte.

Es wird immer neue Probleme geben, aber an Benjamin Wandlung sieht man, dass er einen Mut in sich hat, zwar morgen nicht die Welt retten wird, doch sich selbst immer näher kommt, Schritt für Schritt - und ist es nicht die oberste Priorität, sich selbst zu kennen, um agieren zu können?

Sarlascht

vor 3 Jahren

Fazit/Rezensionen

Ich hab mich heute Abend doch noch an die Rezension gesetzt, wobei ein bisschen unzufrieden bin ich, weil es mir nicht wirklich gelungen ist, das Geschriebene in Worte zu packen, nicht zumindest so, wie sie mich berührt haben.

Hier trotzdem mein Versuch:

http://www.lovelybooks.de/autor/Valentin-Zahrnt/Benjamin-1095016009-t/rezension/1098455601/

ValentinZahrnt

vor 3 Jahren

Fazit/Rezensionen
@Sarlascht

Du hast bedauert, dass wir die Leserunde (bis jetzt) allein gemacht haben. Aber nach deinen Kommentaren und der Rezension kann ich sagen: Es hat sich trotzdem gelohnt! Vielen Dank, dass du mit so viel Herz & Aufmerksamkeit dabei warst!

Sarlascht

vor 3 Jahren

Fazit/Rezensionen
@ValentinZahrnt

Ich muss dir danken, für diese tolle und einzigartige Geschichte! :)

ValentinZahrnt

vor 3 Jahren

Das Taschenbuch ist jetzt da - es kostet 6,21 Euro. Wer es sich kaufen möchte, ist herzlich zur Leserunde eingeladen :) Das E-Book gibt es nach wie vor gratis für alle, die hier teilnehmen möchten.

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