Valentina D'Urbano

 4.4 Sterne bei 96 Bewertungen

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Rezension zu "Mit zwanzig hat man kein Kleid für eine Beerdigung" von Valentina D'Urbano

Gibt es noch eine Zukunft? …
Herbstrosevor 8 Monaten

Alfredo ist tot, wirklich tot - heute ist die Beerdigung. Beatrice weiß mit ihren Gefühlen nichts anzufangen. Soll sie um ihren Freund trauern wenn sie nicht mal sicher ist, ob sie ihn wirklich geliebt hat? Aber eines weiß sie ganz sicher, sie will weg, weg aus diesem Haus, weg aus diesem Armenviertel, in dem sie zusammen aufgewachsen sind und wo man sie die Zwillinge nannte. Bea erinnert sich zurück an schöne und weniger schöne Stunden, an Tage und Nächte, die sie zusammen verbrachten und die nun der Vergangenheit angehören. Ob sie es schaffen wird, sich mit 20 Jahren irgendwo anders ein neues Leben aufzubauen? …

Valentina D’Urbano war gerade 26 Jahre alt, als sie sich bei einem italienischen Schreibwettbewerb bewarb, dessen erster Preis die Buchveröffentlichung war - sie gewann und der Verlag Longanesi veröffentlichte 2012 ihren Roman „Il rumore dei tuoi passi“. Valentina D‘Urbano wurde 1985 geboren, stammt aus Rom und wuchs in einem Viertel auf, das dem im Buch beschriebenen sehr ähnlich ist.

Die Autorin lässt Beatrice die Geschichte erzählen – vom heruntergekommenen Viertel La Fortezza am Rande der Stadt, vom besetzten Haus, in dem sie mit ihren Eltern und ihrem Bruder lebt und von Alfredo und seinen Brüdern, die von ihrem betrunkenen Vater ständig verprügelt werden. Sie berichtet wie es ist, an einem Ort aufzuwachsen, wo man fürs Leben gezeichnet ist und wo sich nicht mal die Polizei hin traut, wo man sich aber trotz allem zu Hause fühlt. Sie schildert ihre Gefühle zu dem Jungen, der für sie erst wie ein Bruder war,  den sie liebte, später begehrte und gleichzeitig auch hasste.

Sehr beeindruckend ist die Sprache und Ausdruckskraft dieses Erstlingswerkes der jungen Autorin. In Rückblenden, manchmal auch vorausschauend, erfährt der Leser Beas Geschichte, leidet mit ihr, ist bestürzt und entsetzt darüber, wie man so leben kann. Schonungslos und brutal schildert D’Urbano das Leben in diesem Elendsviertel. Man spürt hautnah die Tiefe der Gefühle der beiden Protagonisten Beatrice und Alfredo - Hass, Missgunst und Verzweiflung wechseln in rascher Folge mit Vertrauen, Freundschaft und Liebe. Wie das Verhältnis der beiden zueinander, die von Kindheit an nur die „Zwillinge“ genannt wurden, wirklich war, klärt sich erst ganz zum Schluss, was die Geschichte meiner Meinung nach perfekt abrundet. Auf weitere Romane dieser begabten Autorin darf man gespannt sein.

Fazit:  Ein beeindruckendes Buch das mitreißt und begeistert, auch wenn man die Jugendzeit schon lange hinter sich gelassen hat.


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Rezension zu "Mit zwanzig hat man kein Kleid für eine Beerdigung" von Valentina D'Urbano

Liegt in der Zukunft Hoffnung?
Lesemietzevor 2 Jahren

„La Fortezza“ die Festung hier leben Leute, die kaum Geld haben aber nicht so arm sind um in den Wellblechhütten zu hausen. Und doch leben sie am Rande der Gesellschaft.
Die Geschichte wird aus der Sicht von Beatrice geschrieben. Sie lebt mit ihren Eltern und jüngerem Bruder in La Fortezza. Ihre Eltern haben in jungen Jahren die Gelegenheit wie andere genutzt und die Wohnung in einer der Häuser besetzt. Die Polizei traut sich nicht ins Armenviertel und wenn bleiben sie dort erfolglos. Eines Tages zieht in der Wohnung über ihnen ein Vater mit drei Söhnen ein. Beatrice freundet sich mit Alfredo an. Ihre Aussichten auf eine Zukunft sind wage, da die Zukunftschancen in La Fortezza schlecht sind.
Der Charakter Beatrice ist mir sehr unsympathisch. Sie ist sehr egoistisch und bandelt Alfredo nicht gerade nett. Und das ist noch höflich ausgedrückt. Manches geht doch sehr über eine normale Kabbelei hinaus, aber durch deren Umfeld lernen sie auf der anderen Seite es auch nichts anderes.
An sich finde ich das Bild welches dargestellt wird sehr realistisch.
man fühlt quasi die Leere und Trostlosigkeit. Man ist dieser Geschichte hilflos ausgeliefert und doch war es eine Leseerfahrung, die ich nicht bereue.

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Q

Rezension zu "Mit zwanzig hat man kein Kleid für eine Beerdigung" von Valentina D'Urbano

Eine sehr berührende Geschichte
queenbee_1611vor 3 Jahren

Beatrice lebt mit ihrer Familie in La Fortezza. Hierher kommt niemand freiwillig, keine Taxis, keine Polizisten, aber Beatrice und Alfredo leben hier, sind hier geboren. In dieser lebensfeindlichen Welt ist Freundschaft der einzige Halt und so werden Bea und Alfredo als Kinder nur „die Zwillinge“ genannt. Später verlieben sie sich, aber ohne jede Romantik, die in diesem Viertel wohl fehl am Platze wäre. Und dann kommt das Ende, zu schnell …

Man gerät bei diesem Buch in einen Strudel, so wunderbar geschrieben, fesselnd, emotional, bildhaft, es baut sich eine Atmosphäre auf, die so gut beschrieben und erzählt wird, dass man sich richtig schön hineindenken kann. Die Sprache war dem Milieus und der Situation angepasst und hat mich von Anfang an mit in die Geschichte hinein genommen. Die Story ist schlicht, aber so spannend geschrieben, dass man das Buch einfach nicht weglegen kann. Die Figuren werden nur subtil beschrieben, man erfährt mehr durch ihr Handeln über sie.

Großartiges Buch, das noch lange nachwirken wird, an das ich noch lange denken werde Die Geschichte regt wirklich zum Nachdenken an, denn trotz der verlorenen Liebe sieht die Hauptdarstellerin einen Lichtblick. Das lässt auch den Leser hoffen. Leseempfehlung!

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Gespräche aus der Community

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Cover des Buches Mit zwanzig hat man kein Kleid für eine Beerdigung (ISBN:undefined)
»Ein Roman über die Liebe und das Erwachsenwerden, der durch eine Poesie überrascht, die wie mit Flaschenscherben geschrieben ist,« schreibt die ›ELLE‹ über den Roman, den ihr ab heute hier gewinnen könnt!

Neugierig? Darum geht’s:
Beatrice und Alfredo wachsen in trostlosen Verhältnissen auf. Ihre Heimat ist ein dreckiges Viertel in den Hügeln einer italienischen Stadt – geprägt von Gewalt, Armut und Perspektivlosigkeit. Die beiden halten sich aneinander fest, sind unzertrennlich … bis eine schreckliche Kerbe in Beatrice‘ Leben geschlagen wird: Kaum zwanzig Jahre alt, steht sie an Alfredos Grab. Alleingelassen in der grausamen Realität hat sie nur eine Chance: Sie darf ihren Lebensmut nicht verlieren.
›Mit zwanzig hat man kein Kleid für eine Beerdigung‹ ist die Geschichte einer bitteren Liebe, aber auch einer Hoffnung, die sich ihren Weg wie eine wilde Blume durch den Beton bricht. Geschrieben hat ihn Valentina D’Urbano, eine junge, vielversprechende Autorin aus Italien.

Mehr Infos zu Buch und Autorin findest du hier: www.dtv.de/mit_zwanzig_hat_man_kein_kleid_fuer_eine_beerdigung

So kannst du mitmachen:
Verrate uns einfach, warum du das Buch gerne lesen würdest: Hast du schon davon gehört, magst du italienische Literatur oder gefällt dir einfach die Stimmung auf dem Cover?
Unter allen Kommentaren, die bis zum 25. Februar 2014 abgegeben werden, verlosen wir 15 Exemplare von ›Mit zwanzig hat man kein Kleid für eine Beerdigung‹.

Wir sind gespannt auf eure Antworten!

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