Valeria Luiselli

 4,2 Sterne bei 25 Bewertungen
Autorin von Die Schwerelosen, Archiv der verlorenen Kinder und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Valeria Luiselli

Mexikanische Exzellenz: Valeria Luiselli wurde 1983 in Mexico City geboren und arbeitet als Lektorin, Journalistin und Dozentin. Nach ihrem Studium der Philosophie in Mexiko zog sie nach New York, um dort eine Karriere als Balletttänzerin zu verfolgen. Letztendlich studierte sie an der Columbia University Vergleichende Literaturwissenschaften und machte dort ihren PhD.

Sie ist die Gewinnerin des MacArthur Fellowship Awards 2019 und schreibt sowohl für mexikanische, als auch amerikanische Zeitungen und Magazine. So veröffentlichte sie bereits für "Letras Libres" und "The New York Times".

Für ihr Romandebüt „Die Schwerelosen“ wurde sie 2014 mit dem Los Angeles Times Book Prize ausgezeichnet. Ihr Essayband „Die Geschichte meiner Zähne“ wurde von der Kritik hochgelobt, ihr Gesamtwerk mittlerweile in über zwanzig Sprachen übersetzt.

In ihrem 2019 erschienenem Roman „Archiv der verlorenen Kinder“ setzte sie sich mit literarischer Virtuosität mit dem Thema Flucht in Mexiko auseinander.

Sie lebt mit ihrem Mann und den beiden Töchtern in Harlem.

Alle Bücher von Valeria Luiselli

Cover des Buches Die Schwerelosen (ISBN: 9783888978197)

Die Schwerelosen

 (10)
Erschienen am 06.03.2013
Cover des Buches Archiv der verlorenen Kinder (ISBN: 9783956143144)

Archiv der verlorenen Kinder

 (6)
Erschienen am 11.09.2019
Cover des Buches Falsche Papiere (ISBN: 9783888979361)

Falsche Papiere

 (5)
Erschienen am 15.01.2014
Cover des Buches Die Geschichte meiner Zähne (ISBN: 9783956140921)

Die Geschichte meiner Zähne

 (2)
Erschienen am 16.03.2016
Cover des Buches Faces in the Crowd (ISBN: 9781847085078)

Faces in the Crowd

 (1)
Erschienen am 02.05.2013
Cover des Buches Lost Children Archive (ISBN: B07GKQM5WM)

Lost Children Archive

 (1)
Erschienen am 12.02.2019
Cover des Buches Faces in the Crowd (ISBN: 9781566893541)

Faces in the Crowd

 (0)
Erschienen am 13.05.2014
Cover des Buches Sidewalks (ISBN: 9781847085191)

Sidewalks

 (0)
Erschienen am 02.05.2013

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Valeria Luiselli

Cover des Buches Archiv der verlorenen Kinder (ISBN: 9783956143144)_

Rezension zu "Archiv der verlorenen Kinder" von Valeria Luiselli

Klug, dicht, einfach brilliant
_leserin_vor einem Jahr

LESEEMPFEHLUNG!!! Eine Patchworkfamilie macht sich auf den Weg. Der Vater mit seinem Sohn, die Mutter mit ihrer Tochter. Sie fahren mit dem Auto von New York nach Mittelamerika, in die ehemalige Heimat der Apachen. Bis vor kurzem hatten sie noch ein Familienleben, jetzt haben sie alles zurückgelassen, Wohnung, Schule, Kindergarten. Der Sinn der Reise ist es, ein Projekt zu verfolgen, jedoch nicht wie bisher, dass Vater und Mutter am gleichen Projekt arbeiteten, sondern jeder verfolgt sein eigens Projekt bei dieser Reise. Der Vater will die Apachen erforschen, die Mutter möchte eine Dokumentation über jene Kinder machen, die über die mexikanisch-amerikanische Grenze kommen. Die Mutter weiß, dass dies ihre letzte gemeinsame Reise sein, danach werden sich ihre Leben trennen, die Mutter wird mit ihrer Tochter zurückkehren nach New York, der Vater wird mit seinem Sohn in Arizona bleiben.
🐣
Die ersten zwei Drittel des Buches wird aus der Perspektive der Mutter erzählt, das letzte Drittel dann hauptsächlich aus der Perspektive des Sohnes und das ist stilistisch grandios gelöst.
🐣
Der Titel des Buches kann für mehreres im Buch stehen: die eigenen Kinder der Familie, die Kinder der Familie die sich als „Geschwister“ verlieren oder jene Kinder, die versuchen über die amerikanisch-mexikanische Grenze zu kommen.
🐣
Der Roman ist so dicht mit Wissen und Verweisen gespickt, voll Musik und Literatur, dass es wirklich Spaß gemacht hat, in diese Geschichte einzutauchen. Am Ende die Polaroids, um die Geschichte dann auch bildlich festzuhalten - genial.
🐣
Das Buch habe ich seit zwei Monaten immer wieder in die Hand genommen und wieder weggelegt, weil mich der Aufbau beim Durchblättern etwas abgeschreckt hat – das war ein großer Fehler. Ich hätte es schon viel früher lesen sollen, so ein gutes Buch.

Kommentieren0
0
Teilen
Cover des Buches Archiv der verlorenen Kinder (ISBN: 9783956143144)Gwhynwhyfars avatar

Rezension zu "Archiv der verlorenen Kinder" von Valeria Luiselli

Erschütternd sachlich
Gwhynwhyfarvor einem Jahr

https://literaturblog-sabine-ibing.blogspot.com/p/archiv-der-verlorenen-kinder-von.html   Der Anfang: «Abfahrt: Sie schlafen mit offenem Mund und dem Gesicht zur Sonne. Junge und Mädchen, mit Schweißperlen auf der Stirn und trockenem weißen Speichel auf den roten Wangen.»


Eine Patchworkfamilie aus New York bricht mit dem Auto zu einer Reise nach Arizona auf – ein Roadmovie. Das Ziel ist Apacheria, das Land, in dem einst die Apachen zu Hause waren. Gleichzeitig sind Tausende von Kindern aus Südamerika auf dem Weg in die USA. Zwei Erzählstränge fließen zusammen. Mit dem Auto tagelang unterwegs, nicht immer ganz einfach, sich die Zeit zu vertreiben, Hörbücher hören, singen, spielen, dem Vater zuhören, wenn er etwas über die Apachen erzählt, Radio hören. Im Sender berichten sie über die verlorenen Kinder aus Latainamerika, deren Eltern schon länger in den USA leben, Kinder, die sich auf den Weg zu den Eltern machen. Aus dem Fenster schauen, Landschaften ziehen vorüber, öde Landstriche mit halb verlassenen Städten, das Ringen, die nächste Tankstelle noch vor dem roten Strich zu erreichen, denn viele Tanken sind stillgelegt – Wüsten, Berge, verlassenen Regionen, menschenleere Gegenden. Diners, Motels für die Ruhepausen, für die Nacht. Im Radio immer wieder die Berichte über die Kinder: Sie tragen Rucksäcke mit Wasser, Spielzeug und sauberer Unterwäsche bestückt, sie laufen, klettern auf Züge und in offene Frachtcontainer – nicht jedes Kind schafft es bis zur Grenze …


«Obwohl wir im Auto nahe beisammensitzen, sind wir vier unverbundene Punkte – jeder auf seinem Platz, in eigene Gedanken versunken, beschäftigt von unterschiedlichen Stimmungen und unausgesprochenen Ängsten.»


Die Erzählerin ist die Frau in diesem Auto – dabei ihr Mann, mit dem sie kaum kommuniziert, ihre Tochter, sie ist fünf, sein Sohn, er ist zehn Jahre alt - die sie als das Mädchen und der Junge betitelt. Eine ziemlich distanzierte Erzählhaltung, eher einem Bericht entsprechend. So auch die Kapitel. Ganz am Anfang berichtet sie von der Rechtssache gegen Manuelas Töchter, die immer noch nicht bei ihrer Mutter sind. Ein Non-Profit Anwalt hatte es immerhin geschafft, sie aus der Jugendstrafanstalt in Texas in eine humanere Unterkunft zu verlegen, in ein ehemaliges Walmart-Zentrum. Ein Fall, wie zehntausende andere gibt: «Mehr als achtzigtausend Kinder ohne Papiere aus Mexiko und dem nördlichen Dreieck Zentralamerikas», flohen vor Gewalt, sexuellem Missbrauch an die südlichen Grenzen der Vereinigen Staaten, um Schutz zu finden, wollen mit ihren Eltern oder Familienangehörigen, die in den USA leben, zusammengeführt werden. Die Kinder werden verhaftet. – Die Erzählerin ist immer in Gedanken zu den Kindern, will das alles archivieren – die Ehe scheint gescheitert, nur der Job verbindet sie noch mit ihrem Mann. Immer wieder Vernehmungsprotokolle, Geschichten der Flüchtlingskinder. Sieben Schachteln mit Archiven im Kofferraum, die dieser Geschichte ihr Konstrukt geben. Ihr Mann ist auf den Spuren der letzten freien Chiricahua-Apachen, der untergegangenen Apachen-Kultur, darum die Reise. Archivieren. Kulturgut. Etwas geht verloren. Archive in Kästen im Auto. Die Familie fährt auf die Grenze zu, die Kinder wandern auf die Grenze zu. Die Familienmitglieder wandern voneinander ab.


«Fast jeden Tag fahren wir, fahren noch ein Stück und hören Geräusche, die sich über diesem gewaltigen Territorium ausbreiten, und manchmal nehmen wir sie auf, Geräusche, die unseren Weg kreuzen. … Inzwischen sind wir seit über drei Wochen unterwegs, aber manchmal fühlt es sich an, als hätten wir unsere Wohnung in New York erst vor drei Tagen verlassen; und dann wieder scheint es, wie im Augenblick, als wären wir vor einer Ewigkeit aufgebrochen und bereits völlig andere Menschen als vor dieser Reise.»


Im letzten Drittel kippt die Geschichte und die Perspektive. Der Junge erzählt nun. Eingewoben gibt es eine Menge Zitate und Elegien aus Büchern, viele reisen als Hörbucher mit, wie z.B. T.S. Eliot, Rainer Maria Rilke, Dante, Virginia Woolf, Ezra Pound. Ein vielschichtiger Roman, der sich aus vielen Bruchstücken aneinanderfügst. Es ist auch ein Zeitdokument über die Kinder von Einwanderern in den USA, ein Zeitdokument über die Hölle in ihren Herkunftsländern, ein Aufzeigen über eine menschenverachtende Politik gegenüber Flüchtlingen, letztendlich überall auf der Welt. Interessant ist die Gestaltung dieses Romans, der sich aus verschiedenen Perspektiven und Fragmenten zusammensetzt.



Valeria Luiselli, geb. 1983 in Mexiko City, schreibt für Magazine und Zeitungen wie Letras Libres und die New York Times. Sie hat bisher zwei Romane veröffentlicht, Die Schwerelosen und Die Geschichte meiner Zähne, sowie die Essays Falsche Papiere. Ihre Bücher wurden in über 20 Sprachen übersetzt und mit Preisen ausgezeichnet. Archiv der verlorenen Kinder ist der erste Roman, den sie in Englisch geschrieben hat. Sie lebt in New York.


Kommentieren0
0
Teilen
Cover des Buches Archiv der verlorenen Kinder (ISBN: 9783956143144)Kristall86s avatar

Rezension zu "Archiv der verlorenen Kinder" von Valeria Luiselli

Back to the roots
Kristall86vor einem Jahr

Mutter, Vater uns zwei Kinder wollen sich auf die Reise machen. Es soll eine besondere Reise werden, nämliche in die Heimat der Apachen. Eine Reise zu den eigentlichen Wurzeln...

Gleichzeitig reisen tausende Kinder aus Zentralamerika aus. Nur bekleidet mit dem was sie tragen und einem kleinen Rucksack voller Leben, reisen sie gen Norden. Ihr Führer ist ein Coyote. Er macht ihnen nicht nur Angst, er ist der Schrecken in Menschengestalt. Die Kinder begeben sich auf diese Reise um endlich ihre Eltern in den USA wieder zu sehen...die andere Reise zu den Wurzeln....



Man merkt schon an meiner kurzen Inhaltswiedergabe, dass dieser Roman ein straffes Thema hat. Valeria Luiselli beschreibt eine Reise und eine Reise. Nur die letztere ist eine Flucht. Dennoch verfolgen beide Parts das selbe Ziel: back to the roots - zurück zu den Wurzeln. Luiselli greift ein sehr aktuelles Thema auf. Überall in den Medien wird über solche „Wanderungen“ berichtet. Nur über die Strapazen und die dazu gehörigen Ängste/Folge, berichten die Medien nie oder mehr als selten....es passt eben nicht so ganz ins Bild. Umso grotesker ist die Geschichte der Familie zu den Apachen...es scheint ein makaberer Vergleich aber es passt irgendwie....wenn auch sehr sehr weit hergeholt. Das Leben beider gerät aus den Fugen, nur so verdammt anders, das es Parts gibt, die man zwei Mal lesen muss. Die Wechsel sind Luiselli recht gut gelungen. Trotzdem gelingt ihr der Tiefgang der Geschichte nur sehr müßig. Man muss schon sehr genau zwischen den Zeilen lesen, aber das fällt oft schwer. Ihr Schreibstil, das mag vielleicht auch an der Übersetzung liegen, ist recht steif und kühl. Es passt zwar auf gewisser Art zur Geschichte, ist aber dennoch zu wenig. Das dieser Roman sehr vielschichtig und vielseitig ist, merkt mit Sicherheit jetzt jeder Leser. Dennoch hat er mich nicht ganz überzeugt.

Kommentieren0
8
Teilen

Gespräche aus der Community

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Zusätzliche Informationen

Valeria Luiselli wurde am 16. August 1983 in Mexico City (Mexiko) geboren.

Valeria Luiselli im Netz:

Community-Statistik

in 53 Bibliotheken

auf 15 Wunschzettel

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks