Valerie Fritsch

 3,4 Sterne bei 58 Bewertungen
Autor von Winters Garten, Herzklappen von Johnson & Johnson und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Valerie Fritsch

Valerie Fritsch, 1989 in Graz geboren, wuchs in Graz und Kärnten auf. Nach ihrer Reifeprüfung 2007 absolvierte sie ein Studium an der Akademie für angewandte Photographie und arbeitet seither als Photokünstlerin. Sie ist Mitglied des Grazer Autorenkollektivs plattform. Publikationen in Literaturmagazinen und Anthologien sowie im Rundfunk. 2015 erschien Winters Garten im Suhrkamp Verlag, 2020 folgte Herzklappen von Johnson & Johnson. Sie lebt in Graz und Wien.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Valerie Fritsch

Cover des Buches Winters Garten (ISBN: 9783518466650)

Winters Garten

 (31)
Erschienen am 07.03.2016
Cover des Buches Herzklappen von Johnson & Johnson (ISBN: 9783518429174)

Herzklappen von Johnson & Johnson

 (26)
Erschienen am 17.02.2020
Cover des Buches Von Äpfeln, Glasaugen und Rosenduft (ISBN: 9783854495444)

Von Äpfeln, Glasaugen und Rosenduft

 (0)
Erschienen am 01.02.2020
Cover des Buches k ein haus (ISBN: 9783854494027)

k ein haus

 (0)
Erschienen am 01.10.2013
Cover des Buches Die VerkörperungEN (ISBN: 9783701179961)

Die VerkörperungEN

 (0)
Erschienen am 25.08.2015

Neue Rezensionen zu Valerie Fritsch

Cover des Buches Herzklappen von Johnson & Johnson (ISBN: 9783518429174)SteffiWausLs avatar

Rezension zu "Herzklappen von Johnson & Johnson" von Valerie Fritsch

Rezension zu Herzklappen von Johnson und Johnson
SteffiWausLvor 5 Monaten

Mir fällt es nicht leicht, hier auch mal einen Flop zu präsentieren.

Ich möchte betonen, dass ich (wahrscheinlich) niemals ein Buch schreiben könnte, das dann auch noch verlegt wird, und sogar auf die Longlist für den deutschen Buchpreis kommt. Vor der Autorin Valerie Fritsch und ihrer Arbeit habe ich also größten Respekt, und ich möchte ihr Werk nicht schlecht machen.

Ich schildere hier nur mein Leseerlebnis, und oute mich nebenbei als Literaturbanause ohne Sinn für hochwertige Bücher

Was soll’s?! 


Dieses Buch musste ich für den Buchclub mit meinen Freundinnen lesen. Eine von ihnen hatte es vorgeschlagen.


Den Klappentext finde ich irreführend. Das was dort beschrieben wird, kommt nur auf wenigen Seiten vor. 


Nach meinem Empfinden passiert in dem Buch folgendes:

Bis Seite 90 lesen wir Charakterstudien und Beschreibungen von Umständen und dem Umfeld der Protagonisten. Im Vordergrund stehen Alma, ihre Eltern und Großeltern. Später kommt noch der Mann und das Kind von Alma hinzu (Seite 90). Kurze Beschreibung der Mutterschaft von Alma. Die besondere Problematik des Kindes, keinen Schmerz empfinden zu können, wird beschrieben, außerdem die Reaktionen von Alma und den anderen Personen. Ab Seite 140 unternehmen Alma, ihr Mann und ihr Sohn eine Reise (ihr Mann aus beruflichen Gründen, Alma möchte das Kriegsgefangenenlager sehen, in dem ihr Großvater war). 30 Seiten bis zum Ende sind Reisebeschreibungen und Umgebungsbeschreibungen. 

Soviel zum Inhalt…


Es gibt keine wörtliche Rede, was die Personen starr wirken ließ. 

Die Stimmung ist kalt, düster und melancholisch. Es wirkte auf mich so, als wenn alle traumatisiert sind. Der Großvater war Kriegsgefangener in Russland und hat sicherlich ein Trauma davongetragen. Auch die Großmutter hatte sicherlich schlimme Erlebnisse - was aber die Eltern von Alma und Alma selbst angehen, da finde ich diese Traurigkeit etwas überzogen. Ich verstehe, dass die Autorin zeigen möchte, dass sich Traumata über Generationen weitervererben, aber in diesem Ausmaß?!

Zur Sprache: sie ist sehr bildhaft, voller Metaphern. Viele dieser Bilder sind tatsächlich sehr gut und treffen genau den Punkt, den die Autorin (wahrscheinlich) machen möchte. Die Sätze sind aber so bildgewaltig, dass ich sie teilweise 2-3mal lesen musste, um sie zu verstehen. Ganz oft habe ich gelesen, aber nichts aufgenommen. Schon nach kurzer Zeit war ich übersättigt, und empfand eine innere Unruhe beim Lesen.

Da nicht wirklich viel passiert, kam bald Langeweile bei mir auf. Diese Langeweile gepaart mit der inneren Unruhe hat mich schon fast aggressiv gemacht.

Nur weil ich das Gefühl hatte, es für den Buchclub lesen zu müssen, habe ich weitergemacht, sonst hätte ich schon nach wenigen Seiten abgebrochen. Es sind nur 170 Seiten, aber die haben sich wie 600 Seiten angefühlt.


Von mir leider keine Leseempfehlung, aber ich bin vielleicht auch einfach eine Literaturbanausin?


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Cover des Buches Herzklappen von Johnson & Johnson (ISBN: 9783518429174)lilli1906s avatar

Rezension zu "Herzklappen von Johnson & Johnson" von Valerie Fritsch

Sehr widerspenstig
lilli1906vor 7 Monaten

Es fällt mir nicht leicht, diesen Roman zu rezensieren,  weil ich ihn wirklich schwer zu lesen fand. Ich habe mehrere Anläufe gebraucht,  um endlich in einen Lesefluss zu finden und ihn zu Ende lesen zu können. 

Wenn man einmal in einem konzentrierten Flow ist, ist er sprachlich wirklich gut. Aber am Anfang ist der Schreibstil total widerspenstig und macht es dem Leser nicht leicht. Vielleicht liegt das auch daran, dass er "nur" eine reine Erzählung ist und es z.B. keinerlei Dialoge gibt.


Die Geschichte selber ist eher düster. Es wird quasi vom Schmerz erzählt,  einem Schmerz, der bei den Großeltern aus dem Krieg geblieben ist und der nun quasi von Generation zu Generation weitergetragen wird. Bis zu Emil, dem Kind der Protagonistin Alma  der nicht fähig ist, Schmerz zu empfinden. So wird man als Leser immer wieder zum Nachdenken angeregt. Über Schmerz und wie ein Leben völlig ohne Schmerz ist. Über das Verarbeiten von Erlebtem und seine Aufarbeitung und vieles mehr.


Es ist absolut kein leichtes Buch. Und der Titel hat mich etwas anderes erwarten lassen. Ebenso der Klappentext. Dennoch war es lesenswert.

Wer aber lieber zur reinen Unterhaltung liest, sollte dieses Buch besser nicht wählen.

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Cover des Buches Herzklappen von Johnson & Johnson (ISBN: 9783518429174)KateRapps avatar

Rezension zu "Herzklappen von Johnson & Johnson" von Valerie Fritsch

Potemkinsches Dorf: die Leere hinter große Metaphern
KateRappvor 9 Monaten

Ein ganzes Buch ohne eine einzige direkte Rede!

Besser könnte man die Verschwiegenheit der Großeltern, das Tabu und die Schuld, über die niemals geredet wurde, nicht darstellen. Es sind Almas Großvater und ihre Großmutter, die in einzelnen Sätzen, Blicken, Stimmungen die Enkelin mit dem Fluidum ihrer Vergangenheit durchdringen, bis sie darin eingelegt ist wie eine Rumkirsche. Es ist ein Buch, das die Nachwirkungen von Kriegstraumata in den folgenden Generationen thematisiert, auf lakonische  Weise mit schönen, teilweise poetischen Bildern die Verlorenheit der Figuren transportiert. Ihre Ängste, ihre Schuld. Ihre Hoffnung. Ihre Einsamkeit.

„Jene beispiellose große Müdigkeit des Nicht-geliebt-werdens und Nichtliebens, die einen so sehr erschöpfte an manchen Tagen, dass man die Augen schließen und sich auf der Stelle in eine Mulde am Wegesrand, in ein Loch in der Erde legen wollte, um zu schlafen, weil man nicht wusste, was man hätte sonst tun sollen, um sich zu retten.“

Uns werden die Protagonisten in den ersten Kapiteln einzelnen vorgestellt, um uns scheinbar in die eigentliche Geschichte einzuführen. Über 100 Seiten hinweg wartete ich darauf, dass nun die Rückschau beendet ist und die Handlung beginnt. Da kommt Almas Sohn zur Welt, um den sie sich sorgt, weil er keinen Schmerz empfinden kann. Eine unnatürliche und gefährliche Grundvoraussetzung für das Leben.

Hier also wieder eine Abwesenheit, eine Lücke, ein Schweigen. Emils Körper schweigt, wenn ihm Schmerz zugefügt wird. Die Großeltern sterben, ohne die Schuld aufzuklären. Die Suche nach der Vergangenheit endet im stillen Staub von Kasachstan.

Es ist ein erschreckend bewusst geschriebenes Buch, das Emotion verhandelt, ohne Emotion zu erzeugen. 

„Die Liebe richtete sich ein zwischen den Wänden als ein unordentliches Gefühl, das ihnen die Widersprüchlichkeit abverlangte, gleichzeitig zu brennen und über das Feuer nachzudenken“

Die Künstlichkeit der Herzklappen eines funktionsuntüchtigen Organs als durchschlagende Metapher. Ein kleines, etwas gewolltes, manieriertes Kunstwerk, das mich jedoch vollkommen ungerührt, quasi schmerzfrei zurückließ.

Suhrkampverlag, 2020


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